Donnerstag, 24. Juli 2014

Holunderhof in Dexheim

Immer, wenn ich in Rheinhessen bin, versuche ich, den Holunderhof zu besuchen. Ich liebe den Garten und den exquisiten Inneneinrichtungsgeschmack der Besitzerin.
Frau May versteht es, Begehrlichkeiten zu wecken. Wenn ich doch nur mehr Platz hätte, dann hätte ich diese gehämmerte Schale mit den Teelichtern sofort mitgenommen. Wenn ...
Bitte die Bilder großklicken - es lohnt sich! Nichts geht über einen schön dekorierten Tisch!
Grün ist meine Farbe. Die Decke steckt mir noch in der Nase, sie fühlte sich so weich an, wie für mich gemacht.


Wo Licht ist, da ist auch Schatten. Wunderschön!
Grün, wieder. So frisch sieht es aus.
Ich hatte ja bereits erwähnt, dass es brütend heiß war, Fotos zu machen war fast nicht möglich, so knallte die Sonne. Auf der Homepage findet man viele schöne und bessere Bilder vom Holunderhofgarten.
Jedesmal, wenn ich mich umdrehte, stand dieser Herr hinter mir. Ich hab mich dreimal erschrocken! Wäre das nicht etwas, was ich bei mir an den Zaun stellen könnte?
Der Teich und die Sitzmöbel sind ganz wundervoll, leider konnte ich von den Möbeln kein Bild machen, viel zu hell.

Das Kätzchen verfolgte uns durch den Garten. Es ist noch jung und schmusig. Am Liebsten hätte ich es eingepackt, eine rote Katze hatte ich noch nie.
Mr. W. wurde ordentlich beschmust
Ein schöner Beetstecker, sehr dekorativ
Ja, guck nur. Wir kommen wieder, ich bring dir dann was mit. Wußte ja nicht, dass es dich jetzt gibt.

Montag, 21. Juli 2014

Angel's Garten

 Welcher normale Mensch fährt bei 32 Grad nach Rheinhessen um Gartenfotos zu machen? 
Ihr kennt sie, hallo - ich bins!
Erwartet nicht zu viel, manches ist viiiel zu hell, es war am Nachmittag.
 
 Ich liebe Angel's Garten und war bereits öfter da. Ihr Garten ist wie sie - geduldig. Über viele Jahrzehnte ist aus ihm geworden, was er heute ist. In Teilbereichen. Der Rest ist teilweise nagelneu, das Leben eben. Es bewegt sich was. Wir haben unter dem alten Haselnussstrauch gesessen und Kaffee getrunken, es war schattig und lauschig, zum Aushalten eben. Und Mr. W.? Er tauchte ab. In Badehose.
 Angel's Garten ist verspielt bis romantisch, aber auch realistisch. Was nicht geht, geht nicht. Ein Problem? Ja, Clothildes Verwandte sind auch hier. Die Wühlmaus hat es glatt geschafft, sich bis Rheinhessen durchzugraben und wütet hier auf eine Art und Weise, die ich doch glatt persönlich nennen möchte. "Pass auf, wohin du trittst", sagte Angel zu mir. Sie weiß warum. Die Wühlmäuse haben das ganze Areal unterminiert, Stauden gefressen, Hostas ruiniert. Das wiederrum nehme ICH sehr persönlich, denn einige sind von mir.
 Natürlich gibt es in diesem Garten auch einen Rosengarten, aber das Licht war einfach ungeeignet.

 In Angel's Garten gibt es viele Schattenecken, genau so viel wir Sonne pur. Diesen Anblick liebe ich besonders, eine alte Kanne und die zarte Verspieltheit von Stachys.

 Nanu? Ach so ja, darin ist er abgetaucht, mein Angetrauter. In den Pool. Wie hab ich ihn beneidet.
 Strahlend hell sitzt die Hemerocallis Cartwheels am Beckenrand und strahlt mit der Sonne um die Wette.
 Am unteren Ende des Gartens wieder alte Sträucher. Die Haselnuss, die man hier nicht sieht, ist uralt und sehr groß. Sie saugt die Beete leer, ein sinnloses Unterfangen, hier eine Hosta gießen zu wollen.
 Und trotzdem - sie leben.


 Auch ganz unten der lauschige Sitzplatz.
 Absoluter Sichtschutz, dringend nötig und ganz neu: Dieses Beet bietet vor der neuen Mauer ungeahnte Möglichkeiten.


Noch einmal in den Schatten, auslösen und dann nach Hause - der Tag war lang, auf der Autobahn zweimal ein Stau. Wie gut, wenn man da Wasserflaschen im Wagen hat, egal wie warm sie sind.

Freitag, 18. Juli 2014

Garten ohne Geld

 Mit dem Euro kam eine Veränderung im Staudenverkauf - so hab ich es empfunden. Über Nacht wurden die Pflanzen viel teurer. Schon damals habe ich darüber nachgedacht, dass ich für mein Geld eine entsprechende Gegenleistung erwarte. Ich kaufe zu 95 % beim Staudengärtner, und der bekommt mein Geld gerne. Im Discounter und in diesen neuen Gartenmärkten, wo man die Allerweltsware günstig bekommt, kaufe ich nicht. Das hab ich nur getan, als ich noch nicht wußte ...
Die großen Staudentöpfe sind doch für den schnellen Genuss gezüchtet, mit dem entsprechenden Dünger programmiert und gestaucht darauf, dass sie schnell eine Terrasse füllen sollen. Die Meisten kommen nicht über den Winter. Wer beim Staudengärtner kauft, ist da besser dran. Du hast keinen in deiner Nähe? Man kann sich Pflanzen schicken lassen. Man kann sie aber auch kostenlos bekommen - oder sie selber ziehen.

Mein Garten steht unter liebevoller Beobachtung - mir entgeht kein Sämling, entweder er kommt auf den Kompost oder in den Topf, eher selten ins Beet. In letzter Zeit topfe ich nicht mehr so oft, meine Freundinnen sind durch mich gut bestückt, man will sich doch nicht noch unbeliebt machen. Im Garten ruht ein kostenloses Potential - man muss es nur erkennen und nutzen.
Seht ihr rechts? Ging grad erst auf -
die Kronenlichtnelke (Lychnis coronaria), die rot blüht, manchmal auch rosa und weiß, je nach dem, wie sie sich gemischt haben.
 Der  kleine Waldgeißbart (Aruncus aethusifolius) hat einige Sämlinge gemacht, einen davon habe ich unter einen Strauch gesetzt. Die Gartenlandschaft verändert sich mit den Sträuchern, ich brauche niedere Stauden, sehr nieder - für Halbschatten oder Schatten.


Hat man Freunde, hat man Hostas. Wenn ich teile, bin ich großzügig, und so bekommt wieder jemand kostenlose Pflanzen aus einem gesunden Garten ohne Gift. Natürlich gewachsen.


In diesem Jahr reifen viele Mohnkapseln in meinem Garten, im nächsten Jahr wird es sicher wieder eine neue Sorte geben, sie vermischen sich. Sooo schön! Im letzten Jahr bekam ich Samen, in diesem gebe ich zurück.


Sedum und Sempervivum vermehren sich leicht und werden gerne angenommen.


 Das Silberblatt (Lunaria anua) stellt seine Samen leuchtend zur Schau, trocknen lassen, ins Beet ribbeln und verschenken.


Viele Geraniumsorten samen sich sehr gut aus, manche zu gut -  wie dieses hier. Phaeum samt sich sehr aus, wird halt hoch. Trotzdem - ich würde es nicht missen wollen.


Auch Sträucher samen sich aus, natürlich oft nicht sortenecht. Dies hier, das kleine Grüne in der Mitte, ist ein Sämling von Physocarpus opulifolius 'Diabolo', er ist grün und wird so bleiben, obwohl seine Mutter braune Blätter hat. Aber ist das wichtig? Es würde mich freuen, wenn er in einem anderen Garten weiterwachsen würde. Einen braunen Sämling gibt es auch, ebenso wie einen neuen Vibirnum opulus, der so schöne rote Beeren im Herbst hat. Ein gemeiner Strauch, wie man sagt, ein Allerweltsstrauch, trotzdem hab ich drei davon, weil er so schön ist.

Viele Stauden samen sich wunderbar aus, wie Brunnera, Alchemilla, Pullmonaria (Lungenkraut). Die meisten Stauden lassen sich durch Abstechen vermehren. Vielleicht gebt ihr mal was weg? Es gibt so viele Neubaugärten, da fehlt dann oft das Geld für gescheite Pflanzen.

Und eben war ich im Ort unterwegs, da stand doch glatt ein Tisch vor einem Gartenmarkt: Kostenlos zum Mitnehmen! Na denn, ich hab mir zwei Astilben gegriffen.

Dienstag, 15. Juli 2014

Was Eigenes! Kartoffel aus dem Sack ...

Heute reden wir mal übers Essen - und über nix anderes. Essen ist ein Genuss, man muss sich Zeit nehmen - für die Zubereitung und fürs Essen. Kochen mit einfachen Lebensmitteln und wenigen Zutaten. Bei uns gibt es keinerlei Fertiggerichte, mittlerweile backe ich auch wieder mein Brot selber, nicht nur - aber oft. Asienimporte von Fertigbrötchen haben mich zur Besinnung gebracht.

Gemüse jeglicher Art, einfach kleinschneiden, viel Zwiebeln nicht vergessen, in einer Schüssel mit Olivenöl mischen, salzen, pfeffern, Kräuter der Provence. Auf ein Backblech mit Backpapier geben und im Ofen backen bis es gar ist. Ein wirklicher Genuss, Frankreich auf der Zunge - und es reicht meist auch für den nächsten Tag.
 Mr. Wonderful, der sich neuerdings in meine Küche drängt (das gilt es zu verhüten), wollte Kartoffelchips machen. Trockene Scheiben mit Salz. Zahnarzt läßt grüßen. Den Rest habe ich übernommen. Dünne Scheiben aus Kartoffeln, bewährte Methode, Salz, Kräuter der Provence (sehr wenig), Olivenöl - aufs Papier und hmmmmmmmmm, superlecker! Nicht ganz fest, sonst verbrennen sie ja, aber ein Hochgenuss.
 Eine Bekannte erzählte mir von Gebäck - ich esse sowas sonst nicht gern, backe es aber. Sie hätte es immer ihrer Tochter vor den Klassenarbeiten gefüttert, und sie wurden nie verhauen. Das mag nun auch an der Intelligenz des Kindes liegen, aber die Zutaten überzeugten mich.
Hildegardkekse, Energiekekse, aus einem Buch mit Rezepten von Hildegard von Bingen. Faul, wie ich bin, hab ich einfach dicke Rollen gemacht, es wurden vier - und in Scheiben geschnitten. Das Rezept reicht für eine Familie mit 10 Kindern, ich schwörs!

Zwei Rollen hab ich einer Bekannten gebracht, sie hat sie für sich gebacken.

Nervenkekse

1,25 kg Dinkelmehl
500 g kalte Butter
300 g Rohrzucker
400 g gemahlene Mandeln
4-5 Eigelb
4 Eier
50 g Zimt
50 g Muskat
15 g Nelken
½ Tl. Salz
Wasser nach Bedarf

30 Minuten bei 180-200 Grad backen

 Wieder Kartoffeln, diesmal zu früh aus dem Sack geholt. Ich dachte immer, ich gieße zu viel und stellte beim Ausschütten fest, ich gieße zu wenig. Einen Sack zu durchdringen, erfordert viel Wasser. DieKartoffeln sind klein, reichen aber für mehrere Mahlzeiten. Außerdem hab ich zu früh geerntet. Beim zweiten Sack bin ich schlauer. *Inca Bella*, eine Kartoffel, die ich mit einer anderen und zwei Kartoffelsäcken aus England mitgebracht habe. Die andere, Bonnie, ist ein Hochgenuss. Ich hab schon mal darüber berichtet.
 Und ständig Salat vom Hochbeet, er schmeckt anders. Kopfsalat weich wie Butter.


Da sind sie, die Kartoffelsäcke. Der Rest kam in einen Zementkübel und aufs Hochbeet. Wir kaufen momentan keine Kartoffeln, wir ernten. Wer sich dafür interessiert, klickt einfach hier. Es ist unglaublich interessant, eine Wissenschaft für sich. How to grow potatoes in bags? Bitte hier klicken!

Hätte ich einen größeren Garten, hätte ich vier Hochbeete - und mehr Kartoffeln. Kartoffelkäfer haben wir keine. Dafür Ameisen, da muss man achtgeben. Ameisen im ganzen Garten, das Hochbeet ist überfüllt davon und ich muss ständig Futter streuen. Über Nacht kommt im Garten irgendwo ein Hügel hoch. Backpulver hilft ja angeblich auch, nur hab ich das noch nicht feststellen können.

Wenn man eigene Lebensmittel zubereitet, genießt man sie mehr, man weiß sie mehr zu schätzen. Wir kaufen doch nur noch ein, haben keine Arbeit damit. Dafür nehmen wir Gift in Kauf. Bestrahlte Lebensmittel. Meine Baumschulerin hat mir von einem Bauern erzählt, der seine Kartoffeln kurz vor dem Ernten mit diesen Gift spritzt (Name will ich hier nicht nennen, jeder kennt es, Wege entunkrauten etc.), damit er mit dem Laub nicht mehr so viel Arbeit hat. Ist das zu fassen? Wir kaufen dann Kartoffeln beim Bauern, ach so gesund - und sie sind vergiftet.
Einen Weg zurück gibt es nicht mehr, denke ich. Trotzdem habe ich ein gutes Gefühl, wenn ich selbst etwas erzeuge.