Freitag, 22. September 2017

Mystische Landschaften - Glen Shiel, Schottland

 Nach all den Gärten, die ich das ganze Jahr zeige, möchte ich heute mal schwere Kost auffahren. Wir sind in Schottland und durchfahren Glen Shiel. Seit 1993 wünsche ich mir, noch einmal durch diesen Glen zu fahren. Seine samtigen grünen Hügel sind mir in schwermütiger Erinnerung geblieben. Schottland ist eine Welt für sich - man muss dort gewesen sein, um zu verstehen, was ich meine - und damit meine ich nicht nur die Hauptstadt.
 Natürlich hatten wir einen Regentag erwischt, aber das ist dort normal. Zwischendrin blitzte immer mal die Sonne auf. Eine Hügelkette dort nennt sich die Five Sisters of Kintail. Wie an vielen Orten in Schottland tobten hier auch Kriege. *The Battle of Glen Shiel* fand 1719 statt. Wie üblich wollten mal wieder die Engländer Schottland erobern. Er fand zwischen den Briten (unter Teilnahme vieler Schotten, warum verstehe ich nicht) und den Jakobiten mit den Spaniern statt. Die Schlacht wurde in den westlichen Highlands geführt. Das ist ungefähr ein Stück vor der Isle of Skye. Die Schlacht wurde von den Briten gewonnen.





Angekommen beim Eilean Donan Castle, erstarrten wir in Erfurcht, fotografierten viel und kamen abends, als es dunkel war nochmal wieder. Das Castle liegt am Loch Duich und ist mit Sicherheit das meistfotografierte Castle in Schottland. Korrigiert mich, wenn ich mich irre. Spanier und die englische Navi standen sich gegenüber. Gefunden wurden 300 Fass Schießpulver, mit denen die englische Navi das Schloss in Schutt und Asche legte. Traurig! Sehr traurig. Zwischen 1920 und 1932 wurde mit den Restaurierungsarbeiten begonnen. Heute ist das Castle ein Museum. 
Wenn man sich intensiv mit der Geschichte Schottlands befaßt, versteht man, warum sie ihren eigenen Staat gründen wollen. Ernsthaft.

Dienstag, 19. September 2017

Ein Country House in Schottland - Leith Hall


 C'est moi - ich bins. Rückenansicht. Mit Rucksack. Das Haus haben wir nicht besichtigt, ich war nur im Shop, da ich mich gesundheitlich nicht gerade auf der Höhe befand. Im Shop habe ich zwei Tassen gekauft - die verschenke ich dann. Mr. W. wiegt dann bedenklich sein Haupt - er weiß, dass ich sie meistens behalte.

Leith Hall ist ein Countryhouse in Aberdeenshire, wir haben jetzt alle Castles besichtigt, dies ist keines. Es behört zur Hay Familie.
Natürlich haben wir den Garten besichtigt, das war mir wichtig. Ich würde sagen, es ist ein Garten zweiter Klasse, ich glaube, in den Broschüren kategorisieren sie das auch so. In Schottland fehlt dem Trust oft das Geld für ausschweifende Pflanzenanschaffungen. England hat es da leichter, es ist mehr Geld da.

Was für eine Farbkombination, sie könnte glatt von mir sein. Ich kenne jetzt mindestens eine Gärtnerin, die es schütteln würde.


Schöne Astilben, die Farbe ist ein wenig heftig.


Die Idee mit den Hölzern und Kordeln finde ich sehr schön, man könnte auch Pflanzen daran ranken lassen.

Alant
Den Steingarten fand ich ein wenig schlicht, das ist allerdings nur meine Meinung.

Und hier bin ich dann zu Hause. Kompost - das schwarze Gold. Der Gemüsegarten war schön. Und ich hab mir am Pflanzenstand verkniffen, eine Hosta zu kaufen. Ich reduziere ja (und ständig gibt mir jemand einen Ableger).

Es ist immer wieder spannend, wie verschieden die Gärten anzusehen sind. Und dabei unterscheide ich natürlich zwischen einem Garten mit Personal und einem Privatgarten, der seinen Besitzern oftmals alles abverlangt. Gefallen?

Freitag, 15. September 2017

Scotch Eggs - heute Barrington Court ♥

 Der Sommer war durchwachsen, auch in England. Als wir im Mai tourten, hatten wir sogar schweren Hagel und Regengüsse heftigster Art. Im Pub haben sie uns gesagt: Kommt nächstes Mal im Juni-Juli wieder. Nein, habe ich gesagt. Ich kann die Touristenmassen nicht ausstehen. Es war eine schöne Zeit!
 Barrington Court liegt in Somerset, eine Gegend, die wir bisher etwas vernachlässigt hatten. Nun haben wir sie richtig kennengelernt und ich möchte gerne nochmal hin. Die Häuser, die Gärten, nicht weit zum Meer (Dorset). Wir standen in einigen Staus, fast wie bei uns - doch mehr. Viele Straßen sind marode und auch das Kanalsystem muss überholt werden.
 Barrington Court ist ein schönes Anwesen, das Haupthaus haben wir besichtigt, es war nicht möbliert, aber trotzdem sehr interessant. Unter dem Dach, dass so riesig war, dass man Feste feiern könnte, pfiff schaurig der Wind (aus einer Musikanlage). Alleine möchte ich dort nicht sein. Ich bin sehr schreckhaft.

 Ich fand es herrlich, dass man auf dem Rasen spielen konnte, alles hat so gut gepasst. Doch der Himmel zog sich zu. Hinter mir hörte ich eine Angestellte unken: In zwei Minuten regnet es. Woher wissen die das? Sie hielt ein Handy (Mobile) in der Hand - und es regnete - in zwei Minuten. Schwarz war der Himmel, es schüttete wie aus Eimern, als wir zum Haupthaus rannten. Jemand hatte schon für uns die Tür aufgerissen, dass wir schnell hineinkonnten.
 Diesen Anblick werde ich nicht vergessen, diese Farben, alles hat gepaßt
 Pflanzen konnte man auch kaufen, doch ich nahm nichts mit. In meinem Auto war schon genug drin.
 Die Tischnachbarn aßen Scotch eggs, ich mußte es auch haben. Doch der unnatürlich gelbe Dotter hat mir nicht gefallen, ich hab ihn nicht gegessen. Außerum Hackfleisch. Ich bin es nicht gewohnt, zu meinen Mahlzeiten Chips zu essen, doch dort gehört es dazu.
 Mehrere Treppenhäuser - dort möchte ich nicht Personal gewesen sein. Aber herrlich anzusehen, oder?

 Im Küchengarten gab es viel zu sehen. Früher haben diese Gärten das ganze Anwesen ernährt.
 Blumen dürfen nicht fehlen. Eine Menge Iris säumte den Weg.



 Für die handwerklich begabten möchte ich noch auf die Wege hinweisen, hochkant gesetzte Backsteine. Bei Regen allerdings sind sie sehr glitschig, ich würde es für mich nicht wollen. Doch es sieht so schön aus!
 Wie in Sissinghurst blühte auch hier die weiße Wisteria, doch viel früher.
 Das sind meine Farben, die ich mir früher gar nicht vorstellen konnte
Wir sind Mitglied im National Trust of England. Man zahlt jährlich einen Beitrag und kann in alle Objekte kostenlos rein. Fährt man nach Schottland, so gibt es dort den National Trust for Scotland, und man kann auch dort mit dem Ausweis von England gratis hinein. Leider ziehen die Schotten damit den kürzeren, denn sie haben nicht so viel Geld, ich bezweifle, dass sich das ausgleicht.

Hatte ich erzählt, dass Mr. W. im Pub zwei Tomatenpflanzen bekam? Sie sind schön gewachsen, doch bekamen sie dann den Pilz, ich hab sie entsorgt. Und mit Tomaten habe ich jetzt nichts mehr am Hut, das ging dieses Jahr mal wieder voll daneben.

Wie hat euch der Garten gefallen?

Montag, 11. September 2017

Mapperton Gardens (Mai)

Mapperton, ein Garten den ich immer wieder besuchen muss, weil die Eiben so schön sind! Mapperton liegt in Beaminster in West Dorset, England. Bisher war ich nur im Juli dort, diesmal hatte ich die Chance, ihn mit Mr. Wonderful im Mai zu besuchen.
 Der erste Anlauf ging daneben, geschlossen wegen einer Hochzeitsfeier. Und so fuhren wir am kommenden Tag nochmal hin und fanden ein Sektglas, das von der Feier zeugte. Es war allerdings leer! ;)
 Diesmal blüten ganz andere Pflanzen, hier die Wisteria. Beeindruckend!

 Hiermit bin ich momentan überfordert. Wer weiß, was das ist? Ich habs vergessen.
 Eine Kiwi
Er trohnt über dem Eingangstor
 Bevor wir hinfuhren, hab ich mir Wochen vorher gewünscht, dass die Eiben frisch geschnitten sind. Ich wurde erhört. Mir bleibt jedesmal der Atem stehen, wenn ich sie sehe, so majestätisch, herrschaftlich und klar.

Lange haben wir auf einem Platz gesessen, wo man vollen Ausblick auf die Eiben hatte. Unsere Mitsitzer, fremde Leute, waren schlauer, sie hatten ihr Essen mit. Als wir das Anwesen verließen, gab es im Tearoom nichts mehr, elend. Mein Magen knurrte erbärmlich. 
Für heute war es das, ich hab momentan nicht sehr viel Zeit. Über diesen Garten werde ich noch zweimal berichten, denn wir haben beide fotografiert, und ihr wißt, dann wird es viel.
Im Übrigen hab ich Sehnsucht nach Dorset, hätte ich ja nicht gedacht. Eine wundervolle Reise, auch wenn das Wetter nicht täglich besonders gut war, aber oft. Ich freue mich, wenn ihr mich auch beim nächsten Bericht besuchen kommt.

Draußen wackeln die Bäume, die Herbststürme sind angekommen.

Sigrun