Mittwoch, 28. Januar 2015

Die Samenbank - das Frühjahr naht!

Bald ist es soweit - die Fensterbank ruft nach Sämereien. Nun ist das ja bei mir so, dass das reines Wunschdenken ist - mein Garten hat keine Brachflächen, auf die ich noch etwas säen könnte. So beschränkt sich mein Wunsch nach einer Kinderstube allerhöchstens aufs Fensterbrett bzw. Direktaussaat in den Beeten oder auf dem Hochbeet. Weiterhin bin ich Sammlerin, in vielen Bereichen, also auch bei Samen. Auch wenn ich sie nicht selber nutze.
 Meine Samenbank befindet sich in zwei Lackschachteln. Es ist eng darin, mehr geht nicht rein. Gelegentlich flattern mir per Post ein paar Tütchen zu, einmal sogar eine ganze Dose mit Papaversamen, so viel, dass ich unter meinen Freundinnen hier vor Ort verteilte. Letztes Jahr bekam ich das Plastikdöschen mit Mohnsamen, schrill rot mit schwarzem Knopf. Sie sind alle aufgegangen. Nun sind sie alle - ihre Samen sind vermischt mit all den anderen, denn rein ist er sowieso nicht, also packe ich sie zusammen.
 Jahrelang hatte ich riesige Peperonipflanzen, vielleicht wage ich es in diesem Jahr mal wieder, obwohl sie eigentlich kaum noch einer ißt - sie sind rattenscharf, ehrlich.
Und gerade jaulte ich noch ob des Nichtvorhandenseins von neuem Saatgut für Papaver somniferum, da fand ich doch die Tütchen rechts, drei verschiedene Sorten einer Brieffreundin aus England. Die werde ich dann im März umgehend verteilen. Neue Pflanzen braucht mein Land!! Löwenmäulchen schätze ich auch sehr - und rostrote allemal.
 Bereut habe ich, mir die Campanula Canterbury Bells als Pflanze nicht gekauft zu haben. Eine Freundin, die zuhört, brachte mir dann den Samen, der in diesem Jahr auch ausgesät wird.
Im Gedenken an meine liebe Oma, die im Alter von fast neunzig noch den Kompost im Garten auswarf, benutze ich dieses kleine Messer (Kneipchen). Die Bleistifte vom Elch nutzen im Garten auch viel.
Jetzt sind sie verwelkt - die schönen Tulpen, hier noch gebannt auf ein Bild. Sät ihr auch aus?

Sonntag, 25. Januar 2015

Frühstück bei Tiffany

Der Titel trifft es nicht ganz - es war nicht Tiffany, es war Maja, die Imkerin. Es ist ein Genuss, bei ihr zu frühstücken. Sie ist die Meisterin der Dekoration, der Geschmackssicherheit und für mich ein unerreichbares Vorbild - in vielen Dingen. Jetzt werden ihr beim Lesen dieser Zeilen vermutlich wieder die Wangen erröten, aber es ist wirklich so.
 Gerne schaut man hier aus dem Fenster in den winterlichen Garten.
 Ihr Obstsalat ist immer mein Highlight, ganz einfach, weil ich mir die Mühe selber meist nicht mache
 Sie hatte Geburtstag und auch die Geschenke, die sie erhielt, waren außergewöhnlich, ihr eben angemessen. Ich zeige sie hier nicht.

 Wozu man die Teelichter von Ikea noch verwenden kann, sehr ihr hier - niemals wäre ich auf die Idee gekommen, sie für Häppchen zu benutzen.
 Sie backt meist ihr Brot selber und rührt auch die Salzbutter an.
 Ich kaufe das auch, Lemoncurd, sie macht es selber. Zum Obstsalat zwei gefüllte Teelöffel, das Paradies kann nicht besser sein. Jetzt habe ich das Rezept und werde umgehend produzieren.

 Nicht von allem konnte ich probieren, das Angebot war zu vielfältig. Hildegardkekse, Nussecken, quasi als Nachtisch zum Frühstück.
Alles, was Maja tut, tut sie mit Bedacht, niemals gedankenlos. Das ist das, was ich an ihr am Meisten schätze.

Freitag, 23. Januar 2015

Damals im Blog

Damals, das war 2006. Als ich anfing zu bloggen. 
 Damals, mein erster Blog, der nach kurzer Zeit nicht mehr manövrierbar war und ich diesen eröffnete.
Damals, als wir noch ganz viel Besuch aus Amerika im Blog hatten, als alles sehr persönlich war und man sich freute, einen neuen Besucher zu haben. Ich freue mich noch heute, aber alles hat sich verändert. Als ich anfing, tappte ich im Dunkeln, bewegte mich aber nach kurzer Zeit sehr schnell in den Blogs. Alles war irgendwie sehr privat. Ich verwendete meinen richtigen Namen, weil ich mich noch nicht gut auskannte. Heute mag ich das Internet nicht mehr sehr. Ich nutze es für meine Zwecke, es ist hilfreich - doch es macht mir auch Angst.
 Ein Garteblog sollte es sein, heute ist er das längst nicht mehr. Damals, als das Wort: Mr. Wonderful: in Amerika noch Lachsalven auslöste. Als die erste Britin auf meinem Blog kam, das war mein Highlight. Noch heute ist es schwer, die Briten nach Deutschland zu bekommen, sie bleiben gerne unter sich. Warum bloß?
Kürzlich sprach ich mit meiner Freundin, die auch bloggt. Alles ist schnelllebig geworden, früher bloggte man alle vierzehn Tage. Heute? Wenn man nicht ständig dabei ist, geht man im Sidebar verloren. Eigentlich hab ich dazu keine Lust, mache es aber mit, weil es mir Spaß macht, zu bloggen. Wie lange noch? Wir zwei, meine Freundin und ich, sind Dinosaurier. Wir waren eine der ersten deutschen Gartenbloggerinnen. Was uns stört? Wir hätten gerne mehr Ehrlichkeit in den Kommentaren. Man darf mir sagen, wenn etwas nicht gefällt. Ich gehöre zu denen, die auch in die Lieblingsblogs zu Besuch kommen, wenn es nicht immer einen Rückbesuch gibt. Und ich lösche auch mal jemanden aus der Randleiste, wenn er mir nichts mehr zu geben hat. Wie im wirklichen Leben.
Es gibt viele neue Blogs, zu viele. Alle wollen Ihr Recht, und das sollen sie auch. Ich persönlich bevorzuge Blogs, die aus dem Leben kommen. Wo man liebt und stirbt, kocht und mal versagt und darüber lachen kann. Mag keine collorierten Bilder, jedenfalls nicht die, bei denen man blind wird. Wie lange noch?
Genug davon. Mein Garten lebt. Momentan liegt er zwar unter einer dünnen Schneedecke, doch vor Tagen, als ich draußen war, blühten die Cyclamen, ich fand Schneeglöckchen und einen! Winterling. Die anderen werden folgen. Die vielen Helleborus Orientalis stehen in den Startlöchern, es sind über 25 Stück, wann habe ich die alle gepflanzt? Und ich verrate euch was: Bald gehe ich einkaufen, es sollen mehr werden. Es sind pflegeleichte Pflanzen, sie können Jahrzehnte alt werden, wenn ihnen ihr Standort gefällt. Mit den Nigern hab ich es nicht so, sie blühen, wenn ich nicht rauskann, weil man im Garten versinkt, also konzentriere ich mich auf Orientalis.
Mr. Wonderful hat mir gestern Tulpen gebracht, auf meinen Wunsch hin. Ich hatte keine Farbe gesagt. Sie sind zartrosa, genau die wollte ich nicht. Aber da sie so zart sind, sind sie wundervoll - sie stehen in einer tulpenförmigen hohen Vase, mal sehen, wie lange sie halten, dann gibt es neue.

Bald ist es soweit - dann geh ich mit meiner Freundin Helleborus kaufen, eigentlich ist es noch viel zu lang, ich bin sehr ungeduldig und viel zu alt, um auf meine eigenen Sämlinge zu warten, ein Dino eben.

Mittwoch, 21. Januar 2015

Sylt - Insel meiner Kindheit

Mit sechs Jahren war ich das erste Mal auf der Insel, Sylt -  Insel meiner Kindheit. Alle zwei Jahre fuhr ich dorthin zur Kinderkur. Als in Westerland die Kinderkurklinik abgerissen wurde, um einem Luxushotel zu weichen, war ich zufällig zugegen und weinte bittere Tränen. Ein Teil meiner Kindheit war verschwunden - unwiederbringlich. (Bild: Wenningstedt)
 Später fuhr ich privat mit der Familie dorthin. Heute? Es hat sich alles sehr verändert, zum Nachteil der ursprünglichen Sylter. Als ich dort war hatten wir eine Führung, und erfuhren, dass fast jedes Haus, das verkauft wird, an Fremde geht - die Insulaner haben nicht das Geld um dort ein Haus zu kaufen. Handwerker fahren täglich zur Übernachtung von der Insel, ein Zimmer dort können sie sich nicht leisten, es gibt auch nicht genug.
 (Bild: Wenningstedt) Uns wurden alte Kapitänshäuser gezeigt, die - wenn der letzte Besitzer verstirbt, verkauft werden, weil die Erben nicht das Geld haben, sich gegenseitig auszuzahlen. Traurig. Wer kauft auf Sylt? Hamburger, Österreicher. Im Namen des Geldes.

 Das neue Schwimmbad in Westerland, ich sah es zum ersten Mal, weil ich lange nicht dort war. Schön ist es geworden. Man gibt sich sehr viel Mühe. Jedoch sind die geruhsamen Zeiten vorbei. Wo damals noch Tante Emma in Westerland einen Süßwarenladen auf der Hauptstraße hatte, wo man sich als Kind in Papiertäten etwas abfüllen lassen konnte, wo Kinderaugen strahlten, gibt es heute die unvermeidlichen Ketten. Wie überall.
 Die dicke Wilhelmine - 1980 wurde sie enthüllt, damals war ich kurz danach auch dort. Ich mag sie.
 In der Muschel im Hintergrund finden Konzerte statt.
Auch das Sortiment meines Lieblingsladens hat sich stark verändert. Das ist normal, doch es gibt kaum noch schönen Friesenschmuck aus Silber. Tassen habe ich genug, damals dort gekauft.
 List - früher war es eine dunkle Ecke, es hat sich sehr gemausert. Fisch, wohin das Auge blickt. Mehr habe ich dazu nicht zu sagen.

 Geruhsam! Ich bins nicht, ich bin ja hinter der Linse.
Viel Engagement findet sich in der Erhaltung der Dünen, doch gibt es immer wieder Menschen, die nicht akzeptieren können, dass man dort nicht schläft oder trampelt.

 Ich glaube, davon träumt jeder, oder? Die Häuser sind einfach wunderbar, so alt.
Überall in Keitum fanden wir Gärten mit Schneeglöckchen und Krokussen, leider sind die Bilder nicht schön, die Sonne war zu grell - und weiß mag die Kamera sowieso nicht. Da braucht man nicht nach England auf Schneeglöckchenreise zu gehen - es war herrlich.
Beim Einstellen der Bilder fiel mir auf, dass ungewollt das entstanden ist, was ich empfinde. Ausverkauf. Gute Nacht, und unten der Tod in Keitum auf dem Friedhof. Trotz alledem: Sylt ist eine wunderschöne Insel, ich werde wieder fahren - auch wenn es bald keine Einheimischen mehr gibt.

Dienstag, 6. Januar 2015

Stratford-upon-Avon

Nachdem wir nun schon wissen, wohin Anne Hathaway ihr Haupt gebettet hat, wollen wir auch wissen, wo das Ehepaar gelebt hat - Shakespeares Stadt, Stratford-upon-Avon.
 Das Wetter war mäßig, wie man an den Schirmen sieht, ich allerdings benutze niemals einen, ich hab Kapuzen. Die Zeit reichte für einen Gang durch die Highstreet und Umgebung. Mehr macht mein Rücken ohnehin nicht mit. Ich liebe diese Stadt, sie ist so voller Geist und die Jugend reist zwecks Kultur von weit weit an.
 Wie in jeder Highstreet findet man zahlreiche Geschäfte, in denen Frau kaufen kann, was sie eigentlich überhaupt niemals braucht.
 Baywindows (die ausgebuchteten) findet man überall in England, es sieht sehr harmonisch aus, mir gefallen sie sehr.
Auch überall findet man an den Häusern diese Schitzereien, Mr. Wonderful fotografiert sie immer. Mir entgeht meist etwas oberhalb der Geschäftsauslagen *kicher*
 Stratford ist immer einen Stop wert, klickt einfach mal hier!
 Für ein befreundetes Kind, meine Adoptivenkelin, kaufte ich in diesem Laden eine gestrickte Mütze mit den Fahnen der Landesflagge. Auch meine Enkelin schätzt diese Mütze und trägt sie immer.
Auch große Jungs gucken gelegentlich in die Auslagen
 _Wieder hat er eines gefunden, es ist aber auch ganz bezaubernd
 Beatrix Potters Figuren und Werke findet man über ganz Großbritannien verteilt. Die Figuren sind überverhältnismäßig teuer, ich kaufe davon nichts.
Wäre es nicht feucht von oben gekommen, hätte ich mich gerne hier hingesetzt und einen Tee getrunken, doch wir fanden auch an einem anderen Ort ein Plätzchen zum Verweilen. Im Hintergrund das Geburtshaus von Shakespeare


 Hier nicht, nein, wir gingen noch weiter

 Aber jetzt - nix wie rein, die Auslagen waren so lecker, dass ich nicht nein sagen konnte.
Lunchtime, bei mir liegt ein Sandwhich mit Zitronenthunfisch auf dem Teller, Salatbeilage und die allgegenwärtigen Crisps (bei uns Kartoffelchips) inclusive. Witzig finde ich immer: In Deutschland heißt es Chips für Kartoffelchips, in GB heißt es Chips für Pommes, Crisps für Katoffelchips. Da wird manch ein Leckermaul sehr verwirrt sein, bis er es begriffen hat. Hat schon mal jemand fritierte Marsriegel gegessen? Dann fahre er gen England. Ich geh da nicht ran, das Zeug ist eh schon kalorinös genug.

Nun,wen konnte ich motivieren, nach Stratford zu fahren?