Freitag, 18. April 2014

Neues von der Scholle 2 - Eier und Hagel

 Ostern naht - die Eier sind gefärbt. Mit *meinem* Kind war ich lange tätig, jeder will welche haben, keiner außer mir färbt sie. Im Garten geht es voran, die Hostas wachsen, einige scheuen sich noch, ihre Hörnchen zu öffnen, ihnen ist kalt. Natürlich kommt es auch auf den Standort an. Syringa chinensis hat seine Blüten in diesem Jahr seltsamerweise fast nur oben an langen blattlosen Stängeln, das sieht etwas seltsam aus. Weiß jemand, warum das so ist?
Der rote Ahorn ist jetzt fast vollständig aufgeblättert.
 Diese Tulpen z. B. mag ich, sie kommen seit Jahren immer mal wieder.
 Diese Woche fragte mich eine Gärtnerin, ob ich denn die Stängel all meiner Helleboren stehen lasse? Da wurde ich nachdenklich. Nochmal so viele Sämlinge wie in diesem Jahr will ich nicht haben, und so wurden es denn zahlreiche Eimer, die gen Tonne wanderten. Auf dem Kompost ist mir das zu gefährlich, man muss sich die Arbeit ja nicht noch schaffen.
Es hat eben gehagelt, immer mal wieder, wirklich Aprilwetter. Darf ich vorstellen? Meine Neuerwerbung Hosta Electrocution, sie wird nicht groß, damit bin ich einverstanden. Sie sieht elegant aus.  

Eier in Reihe - kurz und schmerzlos. Ich bin kein besonderer Dekorierer, und erst recht nicht für den blog. Manchmal überkommt es mich, dann dekoriere ich - heute nicht. Ich weiß jetzt, warum mir in den letzten Jahren die Ranunkeln immer eingegangen sind - sie waren zu nass. Seit meine liebe Nachbarin während des Urlaubes moderat gegossen hat, gedeihen sie, wie ihr seht. Euch allen wünsche ich frohe Ostern - ich wünsche euch schönes Wetter, es soll ganz angenehm werden, zumindest bei uns - und nicht regnen. Mich wird man vermutlich außer am Sonntag nur im Beet finden - Tiefenentspannung pur!
  

Mittwoch, 16. April 2014

Früh am Morgen






 Die Sonne scheint bei null Grad - trotzdem war ich kurz draußen. Die letzten Tage waren vom Garten geprägt, ich hatte einige Gärtnerinnen hier, die - nacheinander - im Garten gruben.
Ein großes Beet wird komplett geräumt, und ich bin froh, dass meine Pflanzen in gute Hände kommen. Es wäre nur schwer zu ertragen, landeten sie im Kompost.






 Am Sonntag waren wir in Oppenheim auf dem Gartenmarkt der Rheinhessischen Gartenführerinnen, zum ersten Mal. Es war wunderbar, wir haben ein paar Pflanzen gekauft, u. A. dieses Basilikum, dass jetzt im Zimmer auf warme Temperaturen draußen wartet. Es duftet in der Sonne, ohne dass man es berühren muss.


Aus dem Land of Hope and Glory haben wir uns div. Fuchsien mitgebracht, die ebenfalls sehr frostempfindlich sind und nun am Fenster drinnen darauf warten, in die Freiheit entlassen zu werden.



Im letzten Jahr hatte ich mich bei einem namhaften Tulpenverkäufer (in Gartenmärkten) beklagt, weil wieder die falschen Tulpen in der Tüte waren. Ich bekam Ersatz, und siehe da, sie sind orange, wieder falsch. Jetzt bin ich ehrlich beleidigt und werde bei diesem Anbieter nichts mehr kaufen, er merkt das vermutlich nicht, aber ich mache es. Blogger mag mich heute nicht, ich kann unten nichts schreiben. Die Hostas entfalten sich mächtig, unten *So Sweet*, absolut sonnenfest und von mir hundert Mal erwähnt.
Nun wende ich mich wieder einen *Tässchen* zu, da ich gleich außer Haus muss.

Frohes Schaffen!






Montag, 14. April 2014

Mit dem Gartengerät auf *du* und *du*

 Der Frühling erfordert bekanntlich einige Arbeiten auf der Scholle - so auch bei uns. Elektrische Geräte habe ich bisher immer Mr. W. überlassen, erstens bin ich Dauerkunde wegen abgeschnittener Fingerkuppen bei elektrischen kleinen Heckenscheren und zweitens ist das Rasenmähen am Hang ein wenig beschwerlich, zudem fürchte ich, dass ich die Schnur dauernd durchschneiden würde - ich bin für derart niedrige Arbeiten einfach nicht geeignet!;))
 Übrigens sind die Hasenglöckchen oben die Pest hier im Garten, ein Vorgänger hat sie mal aus dem Wald mitgebracht, sie samen sich aus, rutschen sofort ganz tief runter und es ist nicht möglich, sie jemals wieder auszugraben, ich hab mir sogar schon einen kleinen Spaten verbogen. Kommen wir also zu unserem allerneusten Familienmitglied: Dem elektrischen Vertikutierer. ich fürchte, der Hersteller würde mir nichts dafür zahlen, wenn ich den Namen hier nennen würde. Er ist schön blau und taugt auf alle Fälle etwas. Nachdem Mr. W. den Motor angeworfen hatte, hörte ich nur ein *huch* und sah in seine erstaunten Augen. Der zieht aber, war zu hören. *gib mal her, das mach ich*, erklärte ich heroisch und setzte das Ding in Gang. Mr. W. hatte zuvor eine mittlere Stufe gewählt. Knatternd flog ich über die Grasnarbe, mein Haar wehte im Wind. Das Ding zieht wirklich, kann ich euch sagen. Das Moos war weg - das Gras auch! Unser zuvor wirklich grüner Rasen war es nun eher weniger - Berge von Gras und Moos türmten sich auf. Wir stellten das Ding höher, jetzt funktionierte es. Dabei stellten wir fest, dass wir die Gehwegplatten erhöhen müssen, sie sind so abgerutscht, dass das Ding deswegen auch das Gras mitnahm. Die Anschaffung hat sich gelohnt - ich habe gleich nachgesät und gegossen.


Unsere diesjährige Neuanschaffung sind Kartoffelsäcke, die wir aus dem Urlaub mitgebracht haben. Über das Ergebnis werde ich berichten - wir haben schon Erfahrung mit Zementkübeln, es lohnt sich wirklich und man kann, nachdem man mit der Hand gewühlt hat, auch täglich für eine Mahlzeit Kartoffeln entnehmen. Im Keller werden sie bei uns gleich schrumpeling, es ist zu warm. Einlagern geht nicht.








Das Hochbeet ist seit einiger Zeit bestückt, neue Salatsorten sind hinzugekommen, wir freuen uns schon auf Essen!
 Und nun hier eines meiner allerliebsten Gartengeräte, mit dem ich mich noch niemals verletzt habe. Margit aus Bayern hat mich auf die Idee gebracht, auch mal meine nicht elektrischen Lieblinge vorzustellen. Heute fange ich mit der Rosengabel an. Sie ist von Rosen-Schultheis in Steinfurth, und nein, ich bekomme weder von dort noch vom Hersteller Geld dafür, dass ich hier schwelge. Es ist die Rosengabel, die ich so sehr liebe. Sieht irgendwie aus wie eine verunglückte Mistgabel, ich weiß. Und ich hab auch nicht mehr viele Rosen, das weiß ich ebenfalls. Aber ich benutze die Rosengabel zur Lockerung des hauseigenen Hangbodens - und das ist anstrengend. Eine Pflanze wächst nämlich dann besser, wenn sie einen guten Wurzelraum hat. Wenn man den Boden lüftet (man sticht rein und wackelt, nicht hebeln), entstehen neue Haarwurzeln, dann wächst die Pflanze besser und üppiger, Wasser kann besser in den Boden eindringen. Billig ist sie nicht, die Rosengabel, man hat sie allerdings ein Leben lang.

Samstag, 12. April 2014

Frühling in Sissinghurst

Wie schaffen die Gärtner in Sissinghurst es nur, dass keine falschen Farben in den Tulpen sind? Ich schaffe das nie.
 Ich weiß, ich war schon wieder dort, vor genau acht Tagen. Und es hat sich gelohnt. Der Garten ist ja fast statisch, und man findet immer die gleichen Pflanzen am gleichen Ort vor, es ist, als würde man sie begrüßen können. Und trotzdem sieht es immer wieder anders aus. Oben Trillium sessile.
 Die Nutterie - ein Blütenmeer von Frühblühern, wie überall im Garten. Ganze Teppiche, die Bilder können die Pracht nicht wiedergeben. Ich kam an einer Ecke vorbei, an dem eine gelbe Scheincalla saß. Wie angewurzelt blieb ich stehen und rief: Wow! Eine Frau sprach mich an und meinte, man hätte mir regelrecht einen Schrecken im Gesicht angesehen. Es war einfach zu schön.



 Hier möchte ich euch mal zeigen, wie man eine Rose richtig aufbindet, dami sie wie ein blühender Ball aussieht. Sie nehmen dazu Haselnussruten.

Schöner kann ein Beet nicht sein
Dieser Gang führt geradewegs auf die Nutterie zu
Das Erysimum blüht dort schon, hier ist es später, und es kommt nie über den Winter

 Am Eingang ein warmer Empfang - Primeln
 Ich hatte Mr. W. gebeten, alles von oben vom Turm zu fotografieren. Eines der Bilder möchte ich euch zeigen. Von oben kann man sehen, wie genial die Hecken geschnitten sind.
Dies ist immer das letzte Gartenzimmer, das ich betrete - dann gehts raus zum Tee und in den Shop. Dieser Gartenteil hat so viele Lichtblicke, dass man ihn gar nicht mehr verlassen möchte.

Und wer jetzt wieder sagt, ich will da auch maaaal irgendwann hin, dem sei gesagt: Wenn ich etwas wirklich will, dann tue ich es!

Mittwoch, 9. April 2014

Neues von der Scholle 1

 Ein Jahr wie dieses hatte ich noch nicht. Es ist der 9. April 2014, und der Garten blüht - ich bin dauernd draußen, drinnen sein kann ich im Winter. 11 Tage war ich weg - ich hab die Amelanchien versäumt, das tut weh. Dafür hab ich aber neue Eindrücke gewonnen und mir Saatkartoffeln mitgebracht, die ich jetzt in Säcken und Eimern halten werde. Die dazu gehörenden Säcke gab es für umme, normal kosten sie richtig Geld! Da konnte ich nicht nein sagen. Mr. W. hat mit den Augen gerollt, wie überhaupt dauernd seine Atmung zu hören war! Wieso gibt es hier eigentlich keine Smilies??
 Zwei der letztjährigen Fehlkäufe bei den Tulpen haben es geschafft, sie sind wieder da und erregen allerorten Aufsehen. Ich dulde sie mal, sonst müßte ich ins Beet gehen und da trete ich noch die Hostas um.
In meinem Garten, der für mich der schönste der Welt ist, kann ich mich voll entspannen. Ob die anderen ihn so schön finden wie ich ist mir wurscht, schon immer. Ich liebe ihn mit jeder Faser und es tut mir weh, wenn eine Pflanze verletzt oder weggeworfen wird. Aber manchmal geht es nicht anders.

 Wir mußten eine große Ligularia rausnehmen, es war einfach zu eng. Einen neuen Platz für sie hatte ich nicht. Dafür habe ich dann ein kleines Geranium reingesetzt.
Als Überraschungsgabe habe ich aus Bayern von Margit dann noch ein Geranium bekommen, sie erinnerte sich, dass ich meines aus Versehen weggeworfen hatte. Wie gut, dass manche lieben Menschen richtig lesen - und nicht nur Bilder gucken!
 Der Zierapfel Malus Royalty leuchtet mir täglich fast unwirklich entgegen. Er beherrscht das Gartenbild ebenso wie der gelbe Holunder, dessen Blüten unten zu sehen sind. Zu meiner Erschütterung fand ich meinen Garten brottrocken vor, die liebe Nachbarin hatte neben all den Töpfen (zu viele) sogar manche Stellen gewässert, aber Lehm, der trocken ist, braucht sehr lange, bis alles wieder feucht ist. Das kostet richtig Geld. Wo es nötig ist, gieße ich. Die Fässer sind schon lange wieder leer.




 Eben gerade habe ich dieses Bild von Hosta *Raspberry sorbet* gemacht, gestern war sie noch nicht so groß. Noch sind die Blätter etwas weich, aber wenn sie mal ganz fest sind, sieht meine Süße mit ihren roten Stielen göttlich aus!


Was will sie wohl mit einem leeren Sack? Das werd ich euch sagen: Ich bekam anlässlich eines Besuches von den Rheinhessengirls zwei Sack Erde, das ultimative Geschenk für eine Gärtnerin. Noch nie hatte ich so gute Erde. Sie enthält Tonkügelchen, ist griffig und etwas feucht, gut durchmischt und das allerbeste Futter für Hostas und Semperviven. Jetzt muss ich mal zusehen, wo ich wieder zwei Säcke herbekomme.

In meinem Garten geschehen Wunder, und ich lasse sie geschehen. Diese Pulmonaria ging letztes Jahr als Winzling auf. Sie hat zwei verschiedene Blattfarben und sieht unglaublich schön aus.

Direkt dahinter hat sich eine Astrantia ausgesamt, und zwar in gelb. Mein allerliebster Staudengärtner hat sofort geunkt: Die ist nicht lang da. Klar, ihr fehlt das Chlorophyll, aber sie ist noch da, und zwar seit letztem Jahr. Auf sie habe ich ein Augenmerk, sie ist mein Stern. Für heute habe ich genug geredet und gehe wieder auf die Scholle. Sie fehlt mir schon wieder. Im Beet sitzt noch eine Hosta *Yellow River*, die wegen Arbeiten dort raus muss. Ich werde Mr. W. mit meinen wunderschönen blauen Augen anglubschen, wenn er kommt, dann holt er sie mir bestimmt raus.

In diesem Sinne: Frohes Schaffen.

Sigrun

Sonntag, 6. April 2014

Gunby Hall indoor

 Na, hab ich zuviel versprochen in meinem letzten Beitrag?
 Und ihr werdet es nicht glauben: Dieser Raum war leer bis auf den Herrn. Er begrüßte mich mit einer Verbeugung und fragte, ob er etwas für mich spielen dürfe! Welche Frau würde da nein sagen? Es war herzzerreißend!  Das muss ich übrigens noch Mr. W. erzählen, er hat noch nie für mich gespielt, höchstens den Plattenspieler! *gacker*


 Zugegebener Maßen bin ich in jeden Winkel sogar im Keller gekrochen, so schön war es.
 Da haben wir es heute doch besser, was?
 Gefällt mir außerordentlich, bleiben durfte ich nicht
 In dieser Ecke würde ich mich gerne einen Abend niederlassen, bei Kaminfeuer, mit einem guten Buch und einem Whisky in der Hand.

Margaret Lushington

Margaret heiratete Stephen Massingberd in 1895. Sie war die Tochter von Jane und Judge Vernon Lushington, die große Förderer der Pre-Raphaeliten waren. Sie starb sehr jung mit 37 Jahren.
Ich habe die Pre-Repaeliten erst in 1999 richtig kennen gelernt. Die gesamte Familie (meine)  fiel in ein solches Fieber, dass wir gute Drucke kauften, sie rahmen ließen und überall im Haus aufhängen. Alle Bücher, die wir fanden, haben wir gelesen. 

Beispiel: Flaming June hängt im Flur. Alles Weitere erspare ich euch!

Sorry, dass ihr so lange auf den neuen Post warten mußtet - ich war nicht da, und vom anderen Standort aus wollten sie mich nicht reinlassen.



Dienstag, 25. März 2014

Gunby Hall, Spilsby, Lincolnshire

Lang lang ist's her, und trotzdem erst einige Monate. Beim Durchsehen der Bilder von Gunby Hall fielen mir einige witzige Anekdoten ein. Wir konnten nicht auf das Gelände fahren, weil am Eingang wegen einer Veranstaltung ein aufblasbarer Bogen stand. Sie mußten die Luft rauslassen beim Ein- und Ausfahren! Was haben wir gelacht...

 Gunby ist ein Herrenhaus, in das man sofort!! einziehen möchte. Es geht jedenfalls nicht nur mir so.
 Eigentlich habe ich nur einen Teil der Gartenanlage gesehen, denn wenn ich gucke, dann richtig. Fotografieren und Pflanzenkaufen nimmt viel Zeit in Anspruch, drum will ich da privat nochmal hin. Hier habe ich meinen gelben Phygelius Yellow Trumpet gekauft. Er ist herrlich und hat auch dank des warmen Winters bis jetzt keinen Schaden genommen, denn er ist nicht ganz winterfest.
 Ihr seht es selbst, man kann an diesem Schild nicht einfach vorbeigehen. Bevor wir dieses Areal betraten, machten wir eine Estateführung via Bus mit einem sehr gebildeten Führer, der uns Dinge zeigte, die der gewöhnliche Mensch für einen Grashaufen gehalten hätte. Unser Professor Rümler (Laade Gartenreisen) allerdings hat ihm seine Grenzen gezeigt, denn er wußte noch viel mehr. Besonders auch, dass die als British Oak (typisch) bezeichnete englische Eiche gar keine ist, sondern eine deutsche,Quercus germanica.

Klassisch im Hintergrund die Libanonzeder, die man in vielen britischen Gärten findet.
Klassisches Staudenbeet mit schöner Mauer

Das Haus ist wunderschön, und in Lincolnshire durften wir in allen Häusern innen fotografieren, drum wird sich mein nächster Beitrag mit dem Haus beschäftigen. Dort fand ich auch ein Preraphaelite-Gemälde.


Wer hätte das nicht gern, einen Gemüse- und Staudenanzuchtsgarten.

Im Anschluss an den Gartenbesuch nahmen wir noch Creamtea ein, lecker und ein unbedingtes MUSS, wenn man nach England fährt.
Shoppen konnte man auch ausgiebig. Nachdem wir eingefallen waren, hatte sich der Inhalt der Tassenregale erheblich dezimiert.