Donnerstag, 4. Februar 2016

Es blüht wieder!

Es ist nicht zu fassen: Ich war eben zum Fotografieren draußen, keine fünf Minuten später donnert es, hagelt und schneit. Was für ein Glück, dass ich schneller war. Ohnehin sehen die Blüten etwas mitgenommen vom Wetter aus. Zu früh, dann viel zu kalt, Dickmaulrüssler.
 Die Winterlinge (eranthis hyemalis) wollen mir kaum ins Gesicht gucken, sie halten sich meist geschlossen. Doch etwas Schönes: Der erste Sämling der Alpenveilchen, die ich erst im letzten Jahr setzte, blüht bereits. Dunkelpink. Wie man sich nur so darüber freuen kann.
 Die Blüten sind fast überall geschlossen, die Zeichnung der Galanthus kann man gar nicht sehen. Ihre Namen weiß ich sowieso nicht mehr, es ist egal. Auch die neuen Eranthis Grünling und Schwefelglanz blühen. Damit hatte ich noch gar nicht gerechnet, da die frischgesetzten Schneeglöckchen sich noch zieren. Ich hoffe auf das nächste Jahr.
 Wieder mal ein eigener Sämling. Margrit, guckst du?
Iris reticulata blüht bereits in lila, die Farbe hier täuscht. Der weiße Helleborus von Jane ist noch geschlossen. Hoffentlich haut der Frost mir nicht nochmal rein. Und wenn ja - dann ist es eben so. Was blüht bei euch?

Dienstag, 2. Februar 2016

Tour Mindelo - Cabo Verde

 Es war noch früh, als diese Aufnahmen entstanden. 9.38 Uhr Ortszeit, will heißen 2 Stunden zurück für euch. Im Hafen lag das Polizeischiff, im Hintergrund ein Fels.

Ein wunderbarer Anblick, doch verbirgt er die Armut, die uns erwartete.  Die Menschen auf Sao Vicente sind arm. Ein Bürger verdient im Monat im Schnitt 100 Euro, der Besuch der weiterführenden Schule kostet 90 Euro. Wir hatten einen einheimischen jungen Führer, der alle Fragen beantwortete, die wir stellten. Somit legen die Familien zusammen, damit einer mal studieren kann, manchmal gibt es auch Stipendien. Trotzdem merkte man es den Menschen (den wenigen, die ich sah) nicht an, dass es ihnen an etwas mangelte. Dort scheint meist die Sonne, es ist warm, zum Wohlbefinden gehört das dazu. Unserer junger Führer war stolz auf sein Land, das kam deutlich heraus, wenn er darüber sprach oder uns auf seinem Handy mittels eines kleinen runden Lautsprechers die heimische Musik vorführte. Am Meisten auf dieser ganzen Reise hat mich der Besuch dieser Insel beeindruckt.
 Natürlich hatte ich vorher gelesen, dass es sich um ehemalige Sklavenumschlagplätze handelte. Mindelo war 2003 die Kulturhauptstadt protugiesischsprachiger Länder. Und erst die Musik - ich war schon in sie verliebt, bevor ich die Insel betrat, denn auf dem Schiff hörten wir ein Lied von Cesaria Evora, Weltmusik, sie birgt Lebenslust und Melancholie zugleich. Cesaria Evora stammte aus einer Musikerfamilie aus Mindelo und wurde 1941 geboren. Für viele ist sie eine Nationalheilige, und diesen Song, den ihr euch vielleicht mit einem Klick anhört, hat sie auch mit Peter Maffay aufgenommen.

Tiefere Gefühle
Als alle schon durchkreuzten Meere
Meine Heimat, meine verborgene Welt
In der linken Seite meiner Brust.

Voz damor ...

Diese vier Zeilen umschreiben genau das, was ich empfinde, wenn ich ihre Musik höre.

 Im Hafen lagen weitere Kreuzfahrtschiffe und die üblichen Schiffe, die ihren Fang an den Hafen brachten.


Geschossen aus einem der Busfenster in der Innenstadt. Der Bus ist kleiner als unsere Busse, hat keine Klimaanlage und die Plastikfenster lassen sich durch Schieben öffnen. Es hat prima funktioniert, niemand hat eine Erkältung bekommen!;)
 Das Land ist karg, hier gibt es kaum Vegetation. Die wenigen kleinen Pflanzen pressen sich fest an den Boden. Wasser zum Trinken wird gekauft. Auf den kleinen Häusern und Hütten sind manchmal Fässer, die das Regenwasser sammeln, es ist Brauchwasser. Als ich nach Hause kam, besah ich mir im Netz, wo man denn auf den Kapverden Urlaub machen kann, es war mir nicht vorstellbar. Doch war dies ja nur eine Tour, eine Möglichkeit, die Insel kennenzulernen.  Die Hotels, die ich fand, stehen im krassen Gegensatz zu dem Leben der Menschen. Gute Betten, schöne Hotels, Duschen. Damit jeder Tourist mehrmals täglich duschen kann. Wasser? Hier scheint es vorhanden zu sein. Toiletten hatten wir auf der Tour keine, wir gingen ins Gebüsch.
 Irgendwo da unten lag unser Schiff. Die Luft war heiß, Afrika, aber der Wind und die Trockenheit ließen mich das nicht so spüren.


 Da unten seht ihr das Schiff, meine (andere) Freundin sagt immer: Durch deine Tour heizt du alles nur noch an. Die Armut bleibt. Ja, was kann ich denn tun? Lediglich ein Trinkgeld habe ich dem Guide gegeben und er hat sich wirklich gefreut.


 Die Strände waren herrlich. Meer wie in der Karibik, doch die starke Strömung läßt nur an ganz wenigen Stellen ein Baden zu. Dementsprechend gering ist dann der Tourismus. Azurblaues Wasser, viel zu wenig Zeit, am Strand zu sitzen - und doch hat sich dieses Erlebnis tief in mich eingeprägt.


Menschen - alle aus einem oder dann zwei Bussen. Es gab Grogue, kapverdischen Rum. Ich hab darauf verzichtet, um diese Tageszeit bin ich noch nicht trinkfest.
 Die Menschen versuchen, Lebensmittel anzubauen. Gibt es etwas Regen, wächst auch etwas. Wenn nicht, dann liegen die Felder so brach wie die rund um diese kleine Landwirtschaft. Es sind nur kleine Beete, im Vordergrund wachsen Papayas.

Zurück am Hafen saßen wir wieder auf unserem Lieblingsdeck und sahen den Fischern beim Ausladen zu. Die Fische kommen in einen Container, werden mit dem Stapler gerade um die Ecke in den Containerhafen gefahren. Beeindruckend.

Am nächsten Tag gingen wir in Praya, der Hauptstadt der Kapverden auf der Insel Santiago an Land. Davon gibt es wenige Bilder. Ich werde noch berichten. Auf der Fahne der Kapverden sehen wir 10 Sterne, 9 davon sind für die bestehenden neun Inseln und der eine letzte Stern ist für alle Menschen, die ausgewandert sind.

Sonntag, 31. Januar 2016

Cocktails unterm Sternenzelt

Von Maggie B.

Cocktails unterm Sternenzelt.

Da sind wir nun: Sigrun und ich, auf nem Kreuzfahrtschiff, ringsum rauscht das Meer und über uns die Sterne. Echt romantisch!
Auf dem Pooldeck wider Erwarten wenig Leute (Kunststück, die sind fast alle beschäftigt, am Restaurantbuffet sich gegenseitigt die besten Sachen wegzureißen) und die allgegenwärtige Musik ist gar nicht sooo laut.

Ha! Meine Chance! "Siiigruun! Ich spendier dir nen Cocktail. Es ist ja sooo romantisch, die Sterne, der Vollmond und das Meer. "
Sigrun windet sich etwas, wird von mir aber komplett überrollt. Ich schalte mein 100 Watt-Lächeln dazu.
"Komm jetzt! Wir trinken einen Caipirinha und genießen das Leben."
Sigrun grübelt... aber da kommen schon unsere Drinks. Brauner Rohrzucker, Limettenviertel, crushed Eis... alles übergossen mit einer großzügigen Portion Wodka.
"Wie trinkt man das jetzt?"
Aber bevor ich überhaupt was sagen kann, saugt sie durch den Stohhalm einen ordentlichen Schluck. Na Klasse, denke ich, das war jetzt mal Wodka pur.
"Siiiigrun!"
Das Gesicht mir gegenüber verzieht sich zur Grimasse, die Augen zwinkern heftig.
" Man muss erst mit dem Strohhalm rühren und in die Limetten pieken....
Sigrun arbeitet mit dem Stohhalm und saugt schon wieder.
" ... uuuund das Eis auflösen lassen!"
Jetzt hat sie Rohrzuckerbrocken und Limettenschnipsel im Mund, gekrönt von: na klar, unverdünnter Wodka.
Das Gesicht verändert sich zur erbarmungswürdigen Grimasse: Die Augen fest zusammengekniffen, der Mund zu einem etwas schiefem, kleinen Kreis verzogen... aber sie bringt noch einen Ton heraus: "Grmpf...!"
Unsere nette Kellnerin ist total verunsichert und rettet sich erstmal hinter ihre Theke.
Ab diesem Zeitpunkt ist der Drink Sigruns persöhnlicher Feind. Mit wilder Entschlossenheit rammt sie immer wieder ihren Strohhalm in die Limetten, ohne den Zucker umzurühren.
Nun ist der Cocktail extrem sauer und immer noch Wodka pur mit Rohrzuckerbrocken. Beim nächsten Saugen verschluckt sie sich.
"Ötta, ötta... keuch!"
"... du musst den Zucker mehr verrühren...und..."
Zu spät: sie hat dem armen Glas den Kampf angesagt. Und saugt und saugt am Stohhalm, bis sie den gesammten Wodka, den meisten Rohrzucker und etliches an zerfetzter Limette geschluckt hat.
Unsere Kellnerin tauscht entsetzte Blicke mit dem Bartender...
"Frau!!! man muss warten bis das Eis halbwegs den Wodka verdünnt hat."
Inzwischen ist mein Gegenüber nur noch ein Häufchen Elend, das sich krampfhaft am Stohhalm festhält. Das ganze Gesicht ist verkniffen, aus den Augenwinkeln rinnen die ersten Tränen. In ihrem Glas schwimmen die kompletten Eisstücke unaufgelöst auf einer Schicht Limettenstücke. Sie muss aufstoßen.
"Daaaas trink ich niiiie wieder! Außerdem bin ich schon betrunken und muss ins Bett!"
Ich starre auf meinen Caipiriha, der jetzt erst so langsam trinkwürdig wird: Das Eis angeschmolzen, der Zucker beim Auflösen und die Limetten leicht angestoßen... eigentlich sehr lecker.
"Also ehrlich: mit dir kann man nirgendwo hingehen. Das ist ja voll peino und guck mal: selbst die Kellnerin ist total geschockt!"
Ich muss lachen....
Sigrun schüttelt sich und wankt in Richtung Kabine... aber nur so ungefähr:
"Siiigruuun! Da gehts zum Saunabereich. Da ist jetzt keiner mehr!"

Nach eine Weile starre ich in den Sternenhimmel, ringsum rauscht das Meer... das ist doch mal wirklich total romantisch!

Anmerkung der Redaktion: Diese Geschichte ist in Teilbereichen wahr, stark übertrieben und ich war noch nie betrunken.... und schon lang nicht von einem Drink!

Donnerstag, 28. Januar 2016

Sag niemals nie - auf den Planken


(meine Freundin beim Sport, doch glaubt keinem Bild, dass ihr nicht selbst gefälscht habt: es ist gestellt)
Meine Devise: Sag niemals nie. Sag niemals: Sowas mach ich niiiiemals – denn es kann ganz anders kommen. Mein Rücken und ich, nicht immer konformgehend, gingen zusammen auf ein Schiff, Richtung Wärme, damit es ihm besser gehe. Was ich wollte, stand da nicht zur Debatte. Da ich zwei Gartenfreundinnen habe, die öfters den Seemannsgang üben, rief ich die eine an und bat um Beratung, da ich dem Reisebüro nicht traute – denn die wollen doch immer nur verkaufen. Nun ratet mal: Statt einer Beratung kam die Frage: Haste was dagegen, wenn ich mitkomme? Ich mußte nicht nachdenken und meine Antwort laute: Nein, ich hab nix dagegen, aber in mein Bett kommste nicht, ich brauch ein Zimmer für mich alleine!  Aha, sie war bereit. Und überließ mir den Papierkram, schickte mir Geld und so krabbelte ich wieder ins Reisebüro und buchte. Zwei Einzelkabinen, mit Fenster. Öffnen konnte man sie nicht, das war ja vorher schon klar. Aber rausgucken – das muss ich können. Und so ließ sich ein Landei zur Freundin fahren, übernachtete dort und stieg bald darauf in einen Flieger – er hob ab und brauste in die Wärme.
Allein dafür mache ich wieder eine solche Fahrt!
 
Alles lief prächtig, mein Rücken überstand den Flug und alles andere auch. Ich hatte ihm vorher gesagt: Junge, wenn du nicht funktionierst, geht es nicht nach England. Das hat er kapiert und hat kaum gemeckert. Und wenn doch, gabs eine Ibu. Für mich als Individualtouristin war es ein gewagtes Ereignis, mich auf die Planken zu begeben, auf die Planken mit über tausend anderen Menschen und nochmal soviel Personal. Doch alles hatte ja einen Grund und tapfer ertrug ich die Nähe zu so vielen Menschen. Auch zu denen, mit denen ich mich im wirklichen Leben nie auf einem Quadratmeter befinden würde. Oder sie sich mit mir.
Nun bin ich Passivraucherin, denn bei den Rauchern ist es immer am Lustigsten. Sie sind gesellig, quatschen meist viel und vor allen Dingen: Sie treffen sich um sechs Uhr – genau meine Zeit, eine Kaffeetasse in der Hand, den Stängel in der anderen. Meine Stängelhand blieb frei. Wußtet ihr, dass man auf einem solchen Schiff (fr)essen kann bis zum Abwinken? Mein Körper, an genaue Zeiten gewöhnt, fühlte sich überfordert. Ich mich auch. Wer ißt schon ab sechs Uhr am Morgen, Frühstück ab 8.30 Uhr, Mittagessen ab 12.00 Uhr in zwei Zeitschichten, Kaffee und Kuchen ab drei, Abendessen ab 18.00 Uhr in mehreren Restaurants und immerwährend glüht der Pizzaofen bis 24.00 Uhr? Nicht mein Ding. Aber die Luft war prächtig, die Wellen wiegten sich hin, wiegten sich her und die Leute besetzten in deutscher Manier die Liegestühle, dekorierten selbige in ihren Pausenzeiten mit einem Handtuch  und zur Krönung stellte einer seine Hausschlappen einzeln auf zwei Stühle. Deutschland – quo vadis?? Ich hörte, die italienischen Redereien räumen ihre belegten Stühle nach zwei Stunden. Warum nicht so bei uns? Und überhaupt hörte ich viel, aus allen Ecken, so viel, dass mir die Ohren glühten – denn man hatte schon viiiele Kreuzfahrten gemacht, manche 17 Stück. Na denn. Schamhaft schwieg ich vor mich in.


Freibier für alle, hurra – und Sekt gabs auch manchmal gratis – auf dem Pooldeck. Es steht außer Frage, dass ich nicht daran teilnahm, oder? Ich stelle mich nicht an. Viele taten es, und viele für gleich drei Gläser vom braunen Gerstentrunk. Doch schwankte ich ja auf den Planken wegen der guten Luft, den Sonnenauf- und abgängen, den Wellen, die das Schiff meist sanft wiegten (manchmal klatschen sie auch, da wurde mir schlecht) und vor allen Dingen wegen der Kultur (nicht auf dem Schiff, sondern an Land), der fernen und fremden Länder, der Berge und Täler, der Pflanzen und überhaupt wegen allem, was für mich neu war. Meine Freundin wollte auch kein Freibier, wir blieben beim Käffchen, und zwar gegen Bezahlung, auch auf dem Pooldeck. Ein schönes Zimmer, bzw. eine Kabine, hatte ich. Mit Blick auf einen neuen Hafen, wenn ich meine verschlafenen Äugelein aufschlug. Zack raus, aufs Pooldeck, Kaffee und gelegentlich ein paar wunderschöne Aufnahmen. Was ist die Welt schön, und ich darf euch sagen: Sie ist nicht nur in GB schön, doch liegt mein Herz halt dort. Derweil nahm der Kater daheim ab, er trauerte um sein Weib, nämlich um mich. Mein Herz blutete, doch da musste er durch. Wenn es meinem Rücken gut geht, geht es ihm auch gut, denn dann kann ich seinen Futternapf füllen, oder?;)
Mr. W. daheim gönnte mir all meine Erlebnisse, denn er wollte nicht mit. Im Nachhinein glaube ich, er wäre gerne dabei gewesen. Dann wäre er mit mir aufgestanden, hätte keinen Kaffee bekommen und wäre auf Deck 6 gewalkt, wie viele andere auch. Öffentliche Auftritte auf dem Tanzparkett, sprich Tanzkurse, haben meine Freundin und ich uns verkniffen. Es reichte, wenn wir darüber lästerten. Kennt ihr den Begriff: Die Schlacht am kalten Buffet? Hier fand er eine neue Dimension. Es gab reichlich, von allem und für alle, doch konnte man den Eindruck gewinnen, dass es kein Morgen gäbe. Deutsch?? Wein und Bier, Softgetränke und Wasser, alles war frei am Tisch. Und es floss in Strömen. An einem Abend ging der Rotwein zur Neige, fatal – denn ich trinke keinen Weißen.
Wir hielten auf freien Stühlen unsere Hälse in die Sonne, meine Freundin öfter mal mit Stängel in der Hand, philosophierten über Gott und die Welt, empfanden es als eine Gnade, in Deutschland zu leben, es geht uns (noch) gut, und wir hatten doch gerade in Afrika die Armut kennengelernt. Die Art, die man sonst nur aus dem Fernsehen kennt. Und nun kenne ich sie direkt – hautnah. Mein persönlicher Guide (meine Freundin) glich meinen Mangel an Orientierung aus indem sie schon von hinten rief: Siiiiiiiiiiiiiiiiigrun, da lang, als ich mal wieder auf dem Schiff in den falschen Gang einbog. So fand ich auch immer in mein eigenes Bett. Zweimal steckte ich meine Karte in den falschen Türschlitz, zum Glück war niemand daheim in der Kabine, das wäre echt peinlich geworden. *Entschuldigung, ich habe mich im Zimmer geirrt*, was für eine blöde Ausrede ist das denn! *rotwerd*
Mindelo, Kap Verden, Sao Vicente
Zum Glück ist meine Gartenfreundin so unsportiv wie ich. Wir kreisten auf Deck 6 mehrmals täglich auf der Joggerstrecke im Schleichgang – ich etwas schneller – und gingen den Joggern und Liegestühlen aus dem Weg. Nachsicht übten alle Kellner mit mir, da ich ausnahmslos nicht in der Lage war, meine Bordkarte vom Halsband zu trennen. Als Grobmotoriker hat man da so seine Probleme. Ich trank den ersten Drink meines Daseins, befand ihn als nicht gut, der zweite war scheußlich und so blieb ich bei Maitai (schreibt man das so), den konnte ich ertragen. Wie zu Hause ging ich brav sehr früh ins Bett und schreckte am ersten Tag im Stand hoch, als der Kapitän (das *i* ließ er immer weg) mitten in der Nacht, sprich für andere zur üblichen Schlafenszeit) seine abendliche Ansprache hielt, wenn wir ausliefen. Dazu tönte das Horn und die Musikanlage klapperte: Sail away…. Das Lied singe ich nun im Schlaf.
Es gab Bordtage – das sind die Tage, an denen das Schiff nur fährt, die Wellen rauf und runter. Und die Menschen essen noch mehr, ich fand eine Dame, die aß sieben Stücker Kuchen. Das glaubt ihr nicht? Es war aber so. Und sie besetzten illegal noch mehr Stühle, denn Damen ab einem gewissen Alter haben Venenprobleme, die brauchen dann pro Person zwei Stühle – wohin die anderen ihren Hintern drücken, ist ihnen egal. Meine Freundin erwähnte *Krebsfrauen*. Bisher dachte ich immer, das wären Frauen, die eine Krankheit haben. Doch ich irrte mich. Es sind Frauen, die so krebsrot sind, dass sie am Buffet nicht auffallen, wenn es Krebse gibt. Sie liegen den ganzen Tag auf Deck 10, salben sich ein oder auch nicht, damit sie daheim zeigen können, dass sie in Urlaub waren. Halleluja!
 Auf Sao Vicente

Ich zog es vor, im Schatten zu sitzen bzw. Ausflüge zu machen. Auf den Kapverden wurden meine Bandscheiben auf die Probe gestellt – doch oh Wunder, sie hielten durch. Die Luft war heiß, der Wind schön, das Meer azurblau wie in der Karibik, der Boden karg. Wer bis hierhin durchgehalten hat, darf beim nächsten Mal weiterlesen, wenn es heißt: Runter von den Planken, wir machen einen Ausflug!

Mittwoch, 27. Januar 2016

Sail away, sail away, sail away, tütelüt - wenn einem der Nachtschlaf geraubt wird!

Die Blogpause erkläre ich hiermit als beendet - ich bin wieder im Land. Gefüllt mit Wärme und neuen Eindrücken - beseelt vom Meer. Nun muss ich mich erst mal berappeln und viele Worte sortieren, die in meinem Kopf hin- und herschwappen. Außerdem will  ich erst wieder gehen lernen, breitbeinig kommt hier im Dorf nicht so gut!;))

Bis bald, bis gleich ...

Sigrun

Freitag, 1. Januar 2016

Blogpause

Ich wünsche allen meinen Leserinnen - meinen Lesern ein friedvolles und gesundes neues Jahr 2016!  Ich lege eine Blogpause ein, wir sehen uns ...

Mittwoch, 30. Dezember 2015

Es wird durchgeblüht - zu Besuch bei Jane

 
Es war der 27.12.2015. Jahresendgarten ... und es wird durchgeblüht. Wir waren bei Jane, eine sehr kurzfristige Entscheidung, nachdem sie mir am Telefon sagte, der Helleborus Orientalis blüht. So vieles blüht in ihrem Garten, aber der Frost ist angekündigt für das kommende Wochenende. Das ist gar nicht gut. Überhaupt ist es ja jahreszeitlich viel zu warm gewesen die letzten Monate.
 Der Weg nach oben in Janes Garten ist steinig, rutschig und endlos - für mich ein Problem. Doch kämpfe ich mich jedesmal durch. (klick - Mai letztes Jahr). Der Garten ist eine unendliche Fundgrube für mich - so viele Pflanzen kenne ich gar nicht, weil ich noch nie Kontakt mit ihnen hatte. Auf dem Weg nach oben fand ich am Weg einige Helleborussämlinge, die bereits blühten, das Laub liegt noch. Sie werden entfernt - mir blieb die Luft weg. Und sofort hob ich mein Fingerlein, ich möchte sie haben. Nun werden sie für mich getopft, wenn die Zeit gekommen ist.

 Hepatica
 Cyclamen coum wächst flächig, eine Pracht. Was passiert, wenn der Frost kommt? Aus Janes Garten wachsen diese Winzlinge auch bei mir, es ist eine Freude, wie sie sich vermehrt haben.

 Im Dschungelgarten gibt es viele verschiedene Arten von Alpenveilchen, die Herbstblühenden bestechen schon alleine durch ihr Laub.

 Diesen hab ich auch, doch ist er nur noch ein Schatten seiner selbst, seit der Frost vor einigen Jahren fast meinen ganzen Bestand dahingerafft hat. In diesem Jahr werde ich ihn umsetzen.
 Cyclamen coum album
 Ein herzerwärmendes Bild - leuchtend wie die Sonne.
 gefülltes blühendes Leberblümchen (Hepatica)


 Leider entfernt Jane mit ihrer Tochter gerade alle Buchse aus dem Garten, sie sind krank. Die Pflanzen waren ein großes gestalterisches Element im Garten. Wie schade. Ich bin gespannt, was nachgepflanzt wird.

Lonicera purpusii, Heckenkirsche
 Der Duft eilt dem Strauch weit voraus, eine wirkliche Schönheit, kleine filigrane Blüten
 Hepatica
 Galanthus, vielleicht bekomme ich ja noch einen Namen von Jane.

 Dieses Cyclamen ist ganz bezaubernd, ich möchte es im Herbst blühen sehen
 In einem ummauerten Hochbeet sitzen nur Cyclamen, zumindest so lange, bis die Hostas durchbrechen, alle von einer Sorte
Pölsterchen Calceolaria uniflora, Pantoffelblume
Weiß ist eine edle Farbe. Da ist es ganz egal, ob man einen Namen für das Kind hat oder nicht. Oder war es am Ende eine zartgelbe?
Dieser Ausflug hat unserem Tag eine ganz besonderen Erlebniswert gegeben, wir kommen wieder!