Sonntag, 27. Juni 2010

Geranium

Versprochen ist versprochen - mein Bericht über Geranium. Rosenbegleiter, Solitär, wie auch immer - Geranium ist variabel einsetzbar. Meine Testphase ist vorrüber - jetzt räume ich den Garten auf. Im Zuge einer Umgestaltung in einen pflegeleichten Garten für meinen Rücken möchte ich euch heute jedes der gezeigten Sorten beschreiben. 10 Jahre habe ich diesen Garten beobachtet (zuvor zwei andere) und möchte nun keine Pflanzen mehr, die ich ständig im Auge behalten muss. Am Anfang will man alles ausprobieren, kauft, was einem unter die Finger kommt. Der Garten ist viel zu voll, das sehe ich selber. Würde man die Hälfte rausnehmen, bliebe immer noch genug übrig, damit der Garten voll aussieht und es auch ist! Geranium Sherwood oben habe ich in England gekauft. Und hatte Bedenken, ob es hier überlebt. Es lebt - und wie. Mittelhoch fällt es nach einer langen Blütezeit auseinander, sieht aber immer noch hübsch aus. Ist die Blüte vorrüber, schneide ich jetzt alle Geraniumsorten bis auf wenige Ausnahmen am Boden ab. Sie wachsen dann schön nach, einige blühen sogar ein zweites Mal. Dieses frische Grün hat dann einen schönen halbrunden Habitus, um den ich mich nicht mehr kümmern muss bis zum Herbst.
Geranium Sothcombe Double ist aus Cornwall, etwa das gleiche Wuchsverhalten wie Sherwood. Gesund und wüchsig, es darf bleiben!

Pienzjer wollen wir hier nicht. Das sind Pflanzen, die jammern und mickern. Mein besonderer Liebling ist Geranium maculatum in seinen Sorten, bis auf Espresso, das dunkellaubige. Alle dunkellaubigen Geranium wollen hier nicht, ausnahmslos alle. Wieder habe ich es mit zwei neuen probiert, eines sieht man kaum noch. Das war das letzte Mal!
Spring Purple ist kerngesund, sitzt an zwei Stellen und ist immer ein besonderes Highlight. Maculatum möchte es gerne feuchter, Halbschatten wäre auch gut. Ist es zu trocken, verschwinden die Blätter im Sommer. Aber es lebt noch. Unter der Erde hat es kleine Knöllchen. Es läßt sich sehr gut teilen.


Geranium Sylvaticum album kommt aus dem Wald, es mag es gerne feucht und halbschattig. Komischerweise habe ich dieses hier aus Versehen in die pralle Sonne gesetzt, es ist größer als alle anderen. Riskieren würde ich aber nichts, dann würde ich es umpflanzen! Sylvaticum Birch lilac sitzt im Schatten.


Fast das Beste von allen: Unkaputtbar! G. endressi Rosenlicht wird hier 30 cm hoch, verträgt Sonne und Halbschatten, kommt auch mit weniger Wasser zu Recht, dann wird es nicht so groß. Es blüht wochenlang, fällt nicht um, passt zu allem. Ich würde es immer wieder einsetzen.


Geranium Phaeum - mein Dauerbrenner. Leider werden sie extrem hoch, vermehren sich wie wild. Mittlerweile gibt es viele eigene neue Sorten im Garten - so wie dieses hier! Ich liebe sie alle. Bei gutem Boden brauchen sie extrem viel Platz. Phaeum samobor wird gigantisch, wenn es ihm irgendwo gefällt. Dieses hier hat sich irgendwo zwischen die Stauden platziert und einen sehr langen Hals gemacht. Es ist bezaubernd!



Sanguineum Max Frei - ein kleineres Geranium. Bei mir sitzt es am Weg im brettharten Lehm in praller Sonne, wird nicht groß, ist aber stabil. Es bekommt nie Wasser in trockenen Zeiten. Gestern sah ich es in einem anderen Garten im Halbschatten, da war es doppelt so groß. Man kann sagen, nichts ist allgemeingültig - wie immer im Leben.

Wieder ein Maculatum, aber nicht so wüchsig wie die Sorte Chatto. Im Kübel ist es hingegen ein Gigant!


Unglaublich verbreitungswütig ist Geranium phyrenaeicum Bill Wallis. Gekauft in Holland, wächst es hier - ich würde sagen - normal, hingegen in der Herkunftsgärtnerei im Schaugarten in lockerem Boden ist es einen Meter hoch, hier ca. 40-50 cm. Filigran webt es sich in die Hostas. Mittlerweile - oh Wunder - habe ich ein Exemplar mit weißen Blüten! Jubel!



Die Ballerina macht sich gut am Beetrand. Sie kommt mit wenig Wasser zu Recht und ist sehr nieder.


Sanguineum Apfelblüte brauchte bei mir wie alle Sanguineum zwei Jahre, um richtig zu blühen. Sie wurzeln zuerst nach unten, haben sehr lange Wurzeln, brauchen wenig Wasser.



Ein Sämling aus dem Hillsidegarden. Wächst direkt neben Versicolor am Treppenaufgang und hat sich vermutlich mit Southcombe Double gekreuzt. Schön, nicht?


Jetzt werden viele Supergärtnerinnen und Gardenqueens kreischen, aber: Das Beste von allen! Geranium Macrorrhizum, wintergrün, verschrien als: Ach, das hat doch jeder, so ein Allerweltsgeranium ... bla bla

Seit zwei Jahren weiß ich es wirklich zu schätzen! Da, wo ich nicht hinkomme, wird es gepflanzt. Es benötigt kein zusätzliches Wasser, bildet schöne rosablühende Polster, auch ohne Blüten ein Hingucker, im Winter grün. Zugig besiedelt es Flächen und überwuchert derzeit ein Gras, man muss es also in seine Schranken weisen, wenn es wo nicht darf!

Ich habe gelernt, dass es schöner ist, eine einheitlich blühende Fläche zu haben, als wild Geranium durcheinander zu pflanzen! Ruhe für das Auge macht einen Aufenthalt im Garten so angenehm und erholsam.
Eine Ecke habe ich noch, die mir gar nicht gefällt. Eine unruhige Masse aus fünf Geranium in verschiedenen Farben und Höhen. Das wird im Herbst geändert. Auf alle Fälle.




Geranium maculatum Chatto - mein zarter Liebling. Beschrieben habe ich die Maculaten oben schon!

Donnerstag, 24. Juni 2010

Unterm Röckchen - Ballerinas im Sommer

Überwintern kann ich sie nicht, meine Ballerinas, aber verschenken kann ich sie - im Herbst, wenn die Saison verrüber ist. Fuchsia *Upright Blackie* und seine Schwestern habe ich mir aus England mitgebracht, sie waren nicht teuer. Am frühen Morgen sind ihre Röckchen fast schwarz! Eine Pracht!
Dazu muss ich nichts sagen, der Kerl guckt direkt ... na ja!



*Cecile* - traumhaft schwere gefüllte Blüten! Unglaublich, was die Pflanze alles tragen kann. Groß sind sie, nicht so mickrig wie die normalen Fuchsienblüten aus dem Gartenmarkt (die ich auch habe).

Na, schöner kann das Kleid eienr Ballerina auch nicht sein! Ich hab noch zwei weitere, aber die blühen noch nicht. Im Übrigen hat es seit ewigen Zeiten nicht geregnet, das Gras am Hang wird wieder gelb, die Beete muss ich täglich wechselweise gießen. Und in Bayern sind sie ertrunken - die Gärten! Verkehrte Welt!
Nächste Woche erwarte ich die ersten Zucchinis ...

Sonntag, 20. Juni 2010

Duft im Garten

Auch auf die Gefahr hin, dass ich mich wiederhole: Ich stelle mal wieder ein paar Rosen vor! Sie stehen nicht mehr im Mittelpunkt meines Gartens, aber ich liebe sie alle. *York and Lancaster* ist eine Liebhaberrose, sie brauchte wie alle meine Rosen wegen des schweren kalten Bodens drei Jahre, bis man sah, dass sie eine Rose war. Und nun, im 8. Jahr muss sie weichen, wie einige andere auch. Wir verändern ein Beet. Ich hoffe, sie findet eine liebevolle neue Mutter! Da ich bekennende Royalistin bin, bevorzuge ich natürlich Rosen mit einem Bezug zum royalen, wie diese hier oder meine Rosa alba maxima, die Jakobitenrose!
Unser Aufgang mit Charles Austin, Louise Odier und Constance Spry, die Superblüherin. Bald ist die Pracht vorbei und Constance wird zurückgeschnitten bis auf den Obelisken, da sie nur einmalblühend ist.

Rosa glauca, dunkles Laub, kleine wunderschöne Blüten

Ghislaine de Feligonde, von meinen Freundinnen lästerlich die *Schissläne* genannt. Blüht öfter, wunderschön und robust. Kann auch an einem Gerüst hochwachsen

Rosa mundi blüht einmal, und fängt jetzt an zu laufen, weil ich frischen Boden aufgetragen habe. Sie haben es alle schwer bei mir, aber sie gedeihen. Madame Knorr - eine alte Rose mit Charme

Nochmal die Ghislaine

Colette, eine moderne Rose mit altem Charme. Ihre morbiden Blüten erfreuen mich jedesmal aufs Neue. In diesem Jahr hat sie einen Wildtrieb mit hübschen hellorangenen Blüten, der aber jetzt weichen wird.

Charles Austin, wie man schon hört, von Austin. Fror im letzten Winter um die Häfte zurück und steht wieder wie eine eins. Ich liebe ihn!

Belle sans Flatterie, auch sie hat jährlich einen wilden Trieb. Sie muss aufgebunden werden und wächst in einem kleinen Obelisken. Ihr Duft haut mich um.


Auch der zauberhafte Alfred (Colomb) wird im nächsten Monat weichen und sucht ein neues Zuhause. Ich hab da schon diverse Kandidatinnen im Auge. Wenn man direkt umsetzt, sind die Chancen sehr gut, dass er wieder anwächst, der Alfred! Rosen sind nicht sehr empfindlich, wenn man sie gut behandelt.
Und weil die Rosen alleine so einsam sind, erzähle ich in meinem nächsten Post von den Begleitern, diesmal dem Geranium!

Dienstag, 15. Juni 2010

Sommer der Veränderung

Sie ist wieder da, meine Constance Spry! Mittlerweile kann man kaum noch vorbeikommen, mit dem ganzen Körper und natürlich auch dem Gesicht berührt man diese wunderschöne Rose, die nur einmal blüht und nach Moschus duftet! Wenn ich nochmal anfangen würde, sie wäre auch dabei! Hinter ihr blühen Louise Odier und Charles Austin, man sieht sie hier nicht

Hemerocallis Earliana blüht zu Physocarpus opulifolius Diabolo. Leider ist er schon fast verblüht, fast zwei Wochen war ich nicht zu Hause. Schade, denn seine Blüte ist ein Highlight im Garten. Mittlerweile habe ich vier davon, weil sie aufrecht wachsen und nicht zu hoch werden und somit mich und die Nachbarn nicht bedrängen!

Ghislaine de Feligonde wurde nach einer Baustelle von mir halbseitig zurückgeschnitten. Sie hat sich gewehrt und ist nun fast doppelt so groß wie vorher, ein Blütenregen in apricotgelb.
Rechts oben blüht Suaveolens. Sitzgelegenheiten im Garten sind eigentlich völlig überflüssig, man läuft ja doch ständig rum, schneidet hier und da, staunt und fotografiert. Mein Garten hat sich verändert und mit ihm seine Besitzerin. Es wird anders bei mir, ich mache das nicht bewußt, aber es geschieht. Und es gefällt mir. Momentan ist viel zu tun, schneiden, schneiden, schneiden - wie eine Gartenqueen einmal zu mir sagte. Sie hat Recht. Ab August schneide ich nicht mehr, nur noch einmal, beim Abräumen. Dann wird geschreddert und ausgebracht.


Links oben Geranium Dragon Heart, eine gigantische Blüte von min. 4-5 cm Durchmesser, empfehlenswert, weil es sich in andere Pflanzen hineinlegt. Ich werde mich bald von einigen Geranium (Geraniümmern) trennen, sie entsprechen nicht meinen Ansprüchen. Pratense in einigen Sorten ist mir viel zu hoch, legt sich hin, kann ich nicht brauchen. Kendell Clark ist sowieso schon dreimal verschieden, sowas brauche ich nicht. Mein Garten taugt nicht dafür.

Nun werde ich wieder gefragt, was das denn für eine Astrantia sei. Keine Ahnung, eine meiner vielen Sorten in rot. Ich habe den Überblick verloren, es ist mir auch egal. Die Rose Belle sans Flatterie, einmalblühend, kann ich sehr empfehlen. Stark gefüllt, duftend - begleitet sie mich für kurze Zeit!


Meine neuen Lieblinge sind meine alten weißen Glockenblumen gepaart mit Penstemon Huskers Red. Nicht geplant passen sie jedoch wie die Faust aufs Auge, denn die kleinen weißen Blüten des Penstemon sehen sehr gut neben der wild wachsenden Glockenblume aus.
Noch was: Man muss auch ertragen können! Pflanzen, die wild aufgehen, dürfen bleiben, wenn sie andere nicht zu sehr bedrängen. Gärten, die aussehen wie mit dem Lineal gezogen, sind mir ein Greuel. Das ist jedoch Geschmacksache.
Zugegeben: Das war so nicht geplant. Eigentlich sitzen wir da immer. Aber nach der Reise nach Astrantien fand ich für die Schublade voller Semperviven keinen geeigneten Platz, sie steht noch in den Startlöchern. Das Geranium wächst jedes Jahr durch, bald wird es am Boden abgeschnitten und dann darf zumindest die Katze wieder Platz nehmen, die Tiere haben ja hier mehr Rechte als ich!

Die Zucchinischwemme wird uns bald überfallen, drei Pflanzen haben schon angelegt, in einer Woche geht es los. Zucchini als Salat, Gemüse und als Vorspeise - eingelegt.

Von einer Mädchenreise nach Holland habe ich mir eine Rose mitgebracht, die ich schon viele Jahre möchte: F.J. Grootendorst, dauerblühend. Wahrscheinlich nichts für jeden, sie hat einen Wildrosencharakter und ist stark bewehrt. Das bin ich aber auch, also gehören wir zusammen! Sie ist noch nicht ausgepflanzt, duftet aber wie verrückt, als wollte sie sagen: Vergiß mich nicht!
Abschießend noch etwas in eigener Sache: Es wird mir in der nächsten Zeit nicht möglich sein, regelmäßig zu kommentieren, vielleicht auch gar nicht. Bitte seht mir das nach! Ich mach ja meinen blog auch für mich, als Gartennachschlagewerk und für meine Kinder, Freunde und Familie. Wer eine Frage hat kann mir weiterhin Mails schreiben, alle paar Tage gucke ich ins Postfach und werde alles beantworten!