Dienstag, 31. August 2010

Warme bedeckte Farben

Ich glaub, er ist da - der Herbst, aber das kann ja auch schön sein. Gestern sind die Schwalben weggezogen, wie verrückt haben sie mein Haus umkreist, ich konnte sie fast anfassen. In Heckenhöhe schossen sie über die Terrasse, so hatte ich das noch nie erlebt. Nun sind sie weg. Eupatorium (Wasserdost) blüht im Garten. Ich habe vier Pflanzen, drei verschiedene Sorten und glaub, davon brauch ich noch viiiel mehr. Eine wahre Bienen- und sonstiges Getier-Weide! Es brummt und flattert überall!
Noch immer wunderschön ist das Japangoldbandgras, Hakonechloa macra aureola. Hier sitzt es in der prallen Sonne, es hat den Sommer über gut ausgesehen, obwohl es lieber Halbschatten bis Schatten mag. Drunter vergnügt sich eine Pulmonaria.

Im Garten von Pierette sah ich diesen Farn. Gekannt hab ich ihn nicht, er wird anscheinend sehr groß. Ein paar Tage später lief er mir über den Weg - nun wohnt er bei mir, namenlos. Ich weiß aber, dass er Dryopteris affinis irgendwie heißt. Warum man Pflanzen ohne Namen verkauft, werd ich wohl nie verstehen.

Was gibt es doch für Größenunterschiede bei den Hostas! Links vorne, auch eine Namenlose aus meiner Anfangszeit, hat in diesem Frühling schon zweimal Stücke hergeben müssen. Nun ist sie genau so groß wie zuvor. Wenn die kalten Tage da sind, werde ich mal über meine Hostas berichten.


Vor zwei Jahren, also bin ich jetzt im dritten Jahr, erwischte mich die Farnsucht. Zum Glück hält sie sich mangels Platz ziemlich in Grenzen. Irgendwann muss man sich entscheiden zwischen Mann : Farn, Hemerocallis, Hostas oder Mann!! Ich hab mich für den Mann entschieden, er hilft im Garten!


Polystitchum plumosum 'Bevis'


Sie muss sich nicht entscheiden, ihr gehört alles - besonders liebt sie seltsamerweise den Rindenmulch, der hier den Boden bedeckt. Sicher ist es sehr warm dort. Die Katzen rollen sich gern dort ein.


Aus einem norddeutschen Garten brachte ich diese Schönheiten mit. Immerhin weiß ich, wie das Linke heißt: Sedum hispaniola. Im Winter friert es gern zurück, aber es erholt sich auch wieder.




Unsere neue Ecke, sehr ungewöhnlich für mich: Man sieht Boden! Aber ich brauche nun freien Blick *auf die Alpen*, wie ich zu sagen pflege. Lange genug war hier alles vollgestopft.


Hosta 'Little Jay' vorne


Hohes Sedum *Purple Emperor* mit Rose Leonardo Da Vinci




Heute war ich bei meinem Lieblingsstaudengärtner und hab mir ein paar Leckerli gekauft - Heucheras, Hosta, Chrysantheme und cremefarbenes Heidekraut. Noch weiß ich nicht, wohin es gesetzt wird. Aber da fällt mir sicher was ein, es war bisher immer so. Vielleicht räum ich die Geranien aus den Rostkübeln und setze alles an die Haustür.

Freitag, 20. August 2010

Kränze - es gibt keinen Abfall im Garten

Gestern haben wir Rasen gemäht - es war mal wieder trocken - nach der langen Zeit der Regentage. Zuvor bin ich mit dem Eimer rumgegangen und hab Fruchtstände und Blüten geschnitten. Als der offizielle Undergardener von *Hillsidegarden* mit Mähen fertig war, konnte ich ihn gerade noch davon abhalten, mein Schnittgut als Abfall zu entsorgen. ;)



Alte Weidenkränze die unansehnlich geworden sind, hole ich dann aus den Ecken hervor und mache sie zu einem schönen Herbstkranz! Ich weiß, das darf man nicht sagen, weil es ja offiziell noch Sommer ist. Aber ich habs trotzdem gemacht. In der Sonne sitzend auf der Terrasse überlegte ich mir, was das Leben doch so schön sein kann. Fast absolute Stille, kein Rasenmäher, keine Heckenschere und kein Auto störten meine Arbeit. (Bilder bitte großklicken).



Meine schöne Anabelle wird von weiß jetzt langsam grünlich. Links daneben ein paar einsame Samenstände einer Zierlauchzwiebel und daneben die schönen strohblumenähnlichen Blüten der trockenheitsverträglichen Staude Anaphalis triplinervis (in meinen Augen eine Pflanze, der man Beachtung schenken sollte in Zeiten absoluter Trockenheit. Grausilbernes Laub mit nunmehr kleinen Strohblümchen).

Auf die Idee, auch die Samenstände des Physocarpus opulifolius Diabolo zu nutzen, kam ich in einem anderen blog, leider weiß ich nicht mehr in welchen, sonst hätte ich es gerne erwähnt. Eine klasse Idee! Der schöne Diabolo ist vom Austrieb bis in den Herbst ein wahrer Hingucker, mittlerweile haben wir vier davon. Ein Strauch, der klein bleibt, bis ca. 2 m hoch wird, schmal, leicht beherrschbar. Dunkles Laub, daher der Name. Die Blüten sind rahmweiß.

Auch die Blüten des Santolina pinnata kann man gut verwenden, auch wenn sie nun braun sind. Im Übrigen lassen sich auch aus dieser absolut trockenheitsverträglichen Staude leicht Stecklinge machen. Schon viele Gärten wurden mit mir von bewurzelten Stücken versorgt.





In einem Blumenkübel gingen die Samen der Agastache foeniculum auf, der Fenchelagastache. Mit ihren Blütenständen überleg ich mir auch noch was, es gibt noch mehrere Pflanzen, die sich selber ausgesamt haben.






Bei uns darf bleiben, wer möchte, wenn es hinpasst. Diese hohe Sonnenblume ging direkt am Rand meines Hochbeetes auf. Sie kam mit einem Eimer Mutterboden (mit dem auch viel Wildkraut kam) zu mir (von unserer Baustelle). Seit Wochen bewundere ich sie - sie ist wunderschön, auch im Vergehen. Jetzt haben die Vögel dort ihr Futter.



Meiner Freundin habe ich einen kleinen essbaren Strauß gemacht - in einer alten Milchflasche. Peperoni, Agastache foeniculum und einen Stängel Hostablüte!




Erste größere Ernte - heute wird gefädelt zum Trocknen. Ich esse es nicht. Aber mein Mann - und er verteilt sie auch an KollegInnen.



Mit großer Freude säen und tauschen meine Gartenfreundinnen und ich diese Pflanzen im Frühling. Ich weiß ehrlich nicht, was ich mit den vierzehn Stück soll - aber sie sind herrlich anzusehen.

Dienstag, 3. August 2010

Kleiner Augustrundgang

Nun haben wir Anfang August. Wochenlange Trockenheit geht jetzt fast Dauerregen voran. Der Garten ist wieder grün, nur das Gras am Hang noch nicht, das dauert. Da es jedes Jahr das Gleiche ist, bin ich daran gewöhnt und habe keine Angst, dass das Gras nicht wiederkommt. Mitten vor meiner Sissinghurstbank hat sich Plantago major Rosenstolz (roter Breitwegerich mit toller Blüte) im Gras ausgesamt. Die winzigen Sämlinge habe ich ausgegraben und wie oben zu sehen ist, getopft. Die Schmetterlinge sind wieder da, aber etwas verhalten in diesem Jahr. Wunderschön sind Sedum und Sempervivum in meiner Teekanne eine innige Verbindung eingangen. Pech habe ich momentan mit einigen Semperviven, die nach der langen Trockenheit den Regen nicht vertragen, obwohl sie in richtigem Substrat sitzen. Zum Heulen!
Über den Winter hat sich eine Monarda davongemacht, nur dieser Doppelstöcker ist mir geblieben, er kommt jedes Jahr treu wieder. Die schönen Semperviven sitzen in einer Schublade, sie sind kerngesund. Den Wein machen wir weg, er hat jedes Jahr so viele Pusteln und die Beeren sind voller Pilz. Wenn jemand mir eine Sorte von Speisetrauben empfehlen kann, die gesund ist - wäre ich dankbar!

Da ist er, auch ein Sämling aus diesem Jahr, der schöne rote Plantago. Leider war der Samen in der Komposterde und hat sich in einer Schale ausgesamt, wo ich das nicht mag. Überhaupt ist diese Ladung Kompost sehr belastet - viel brauner Klee ist drin, ich liege ständig auf den Knien und puhle in den Beeten mit einem Bodenmesser.


Viel Freude macht uns in diesem Jahr der Phlox. Ich hab einige geschenkt bekommen und auch welchen gekauft. Während der langen Trockenheit mußte er täglich gegossen werden und hatte trotzdem braune Beine. Nur ein einziger in einem Beet unter dem Dachüberstand ist weder braun noch vermatscht, denn der Regen tut jetzt sein Übriges. Beschädigte Hostas habe ich ausgeputzt, sie treiben auch von innen neu. Immer noch essen wir eigenen Salat, die Knoblauchernte ist vorrüber, sie reicht immer für ein Jahr.

Jetzt ist die Zeit der Peperoni, Mr. Wonderful erntet fast täglich und nach dem Essen weint er! Anscheinend braucht er das ;))
Moderate Düngung ist der Grund, warum alle Einjährigen noch immer schön blühen, oben auf dem Tisch bzw. auf der Terrasse. Dort habe ich viel Pfefferminz und einige Peperoni in Sorten. Vor einigen Jahren war es Kult, eine Sammlung aus Duftpelargonien zu haben, heute sind wir alle im Peperoniwahn! Meine Freundinnen trocknen auch und wir tauschen Samen!


Das Helenium links hat sich selber ausgesamt. Es ist nur ein Stängel -bis jetzt!


Links Mitte Sanguisorbum tenuifolium alba, wunderschöne hängende Blüten an langen Stielen, die man stützen sollte! Und rechts: Da ist er wieder, der unausrottbare Schneefelberich, Lysimachia clethroides. Solange er mir nicht alles zuwuchert, darf er mal bleiben. Den roten allerdings (Lysimachia Firecracker) haben wir wegen der ständigen Umfallerei ausgegraben und entsorgt. Er durfte einen Platz von mehr als einem Quadratmeter besiedeln, nun sitzen dort Persicaria Painters Palette (Bild folgt, bunter Knöterich), Iris sibirica, Iris ensata, Lysimachia punctata Alexander (langsamer Wuchs, wuchert nicht, weißbuntes Blatt) und Eupatorium rugosum (Wasserdost, hoch). Jetzt heißt es das erste Mal Unkraut jäten, der Kompost zeigt Wirkung.