Mittwoch, 29. Dezember 2010

Vogelfutter selbstgemacht - own birdseed - und andere Begebenheiten

Schneelasagne und Vogelfutter - seht ihrs? Ich finde, durch die Schichten auf dem Tisch sieht es aus wie eine Lasagne. Ich höre überall, das gekaufte Vogelfutter schmeckt nicht. Und die Amseln wollen ja auch was. Die ganze Zeit beobachte ich, wie sie auf den dünnen Zweigen hin- und herschaukeln, wohl wissend, dass sie niemals an den Meisenkugeln essen können. Sie warten, bis den Meisen etwas nach unten fällt und picken es dann auf. Das tat mir sowas von leid! Mein Mann hat dann unter den Rhodo Äpfel gelegt, und siehe da - die Amseln traun sich was! Trotzdem sitzen sie wachsam auf dem Zaun, schaukeln hin und her als könnten sie ihr Gewicht nicht halten - um dann an die Margarineschale zu hüpfen. In alten Eisbechern vom Sommer oder Margarinentöpfen mache ich den Vögeln eine Mahlzeit! Margarine flüssig machen, Müsli ohne Zucker hineingeben. Kokosraspeln, Sonnenblumenkerne, viele Rosinen - all das schmeckt den Tieren ungemein! Die Schale von gestern ist bereits leer. Die Neue enthält auch nicht mehr viel Futter. Es müssen viele Hungrige sein, die sich hier ernähren!



Am Goldregen hängen die Meisen, als gäbe es morgen nichts mehr. Im Hintergrund zeigt sich der rote Hartriegel.


Der Rosenbogen hat sehr viel Besuch!





Den zwei Tigern ist es extrem langweilig. Selbst zur Toilette verläßt nur eine das Haus. Toddler nervt rund um die Uhr, kämpft mit dem Teppich und auch mit den Tapeten - was ich gar nicht schätze. Gelegentlich nimmt er eine Flugstunde und sitzt dann staunend im Schnee - er braucht eben Bewegung!




Wir schieben und schieben und schieben ... aber seit gestern kam nichts Neues mehr nach. Es ist dauerkalt und nichts taut. Winter am Hang ist anstrengend, da kommt bei mir nicht viel Romantik auf.



Der Schreck in früher Morgenstunde: Ein Vogel, der auf Lichtreflexe reagiert. Er zwitschert sich die Seele aus dem Leib - wenn ich morgens das Licht anschalte.


Unser Deprivogel guckt Sommer wie Winters gleich. Dabei gehts ihm bei uns so gut!

Heute morgen war ich einkaufen und habe tütenweise die Grundlagen fürs Vogelfutter gekauft. Der Winter wird noch eine Weile dauern, trotzdem schwirren mir schon viele grüne Pläne durch den Kopf. Bald kann man wieder die Peperoni aussäen. Aber so viele wie in diesem Jahr wirds in 2011 nicht geben.

Ich schick euch sonnige Grüße und werde mich wieder in die Bücher vertiefen!


Samstag, 18. Dezember 2010

Hostas - darfs ein wenig mehr sein??

Habt ihr schon alle eure Weihnachtsgeschenke? Bzw. habt ihr euch schon ein Geschenk gewünscht? Ich weiß, ich bin sehr spät, aber ich hab vergessen, euch rechtzeitig diesen Tipp zu geben! Einen Gutschein für eine Hostagärtnerei! Für alle, denen nix mehr einfällt. Was heißt nix mehr? Gibt es etwas Schöneres als eine Hosta? Natürlich nicht, aber ich brauch keine mehr. Hier gibt es viel zu viele auf dem Grundstück. Mein Staudengärtner meinte ohnehin, ich hätte eine Monokultur. Ich glaub, er hat recht! Und einfach eine Hosta verschenken, ist ein gewagtes Unterfangen. Ich werd gern vorher informiert, wer hier einziehen möchte, weil kein Platz mehr frei ist. Die Kleinen, Feinen - die haben immer irgendwo Platz, so wie *Cherish* oben!
Eine Hosta ist eine Pflanze, die man getrost mal vergessen kann, sie nimmt es nicht übel, wenn sie einen Tag oder auch zwei kein Wasser bekommt, in den Töpfen - im Boden braucht man das ohnehin kaum. Ich habe Hostas im Boden, die sehen nie die Kanne, sie müssen sich mit dem Regen begnügen. Andere hingegen brauchen es, dass ich sie betüttele, sie sitzen in der prallen Sonne. Darf man nicht, o.k., aber manche vertragen es gut. Hostas in Töpfen kann man durch den Garten tragen, ihnen ein schönes schattiges Plätzchen suchen. Am Besten auch unter dem Dachvorstand, dann bleiben ihre Blätter viel länger wunderschön. Aber sind WIR denn wunderschön? Immer? Ganzjährig? Nein, also dürfen die Hostas auch bei mir Sonnenbrand bekommen - oder Flecken vom Regen. Die Blüten hingegen, auf die bin ich gar nicht so scharf. Ein Sakrileg, ich weiß - aber wenn sie abblühen, fallen sie auf die Blätter. Regen zermatscht sie und wenn die Sonne draufscheint, gibt es Brandflecken. Also schneide ich sie meist schon vor dem Verblühen ab. Ui, ui, ui - jetzt hab ich was gesagt. Hab die Duftfans gegen mich aufgebracht. Egal, ich bin wie ich bin!

Und weil wir so wenig Platz haben bzw. viel zu viele Hostas für den vorhandenen Platz, werden sie regelmäßig geteilt. Problematisch sind die Großen, von ihnen muss ich fast jährlich was abstechen, worüber die Fangemeinde sich freut! Im September hatten wir ein Hostamassaker, wie ihr sehen könnt. Sie blieben alle in Hessen.


Rechts die schöne *Queen Josephine* und links daneben *Brim Cup*, die hier nicht sehr wüchsig ist. Hat auch seine Vorteile, ich muss sie nicht teilen!

Die schöne *Night before Christmas* bekam ich als Winzling. Ich mochte sie nicht. Das hat sie gespürt - im kommenden Jahr wurde sie groß, schön und gesund!

*Moonstruck* ist eine Hosta ohne Fehl und Tadel, ich habe zwei davon und wußte bis letztes Jahr nicht, dass es die gleichen sind. Je nach Standort und Bodenbeschaffenheit, Licht und Wasser legen sie ein unterschiedliches Aussehen an den Tag. Sie ist unglaublich schön und gesund!

Wie ein Gemälde sieht diese Kombination aus. *El Nino* zur Linken und daneben die Heuchera *Palace Purple*, die wunderbar dazu passt. Jetzt werden die Fans der Heuchera wieder die Nase rümpfen ob dieser banalen alten Sorte, weil es doch so viele neue schöne teure unbekannte gibt, die Frau haben muss! Muss sie? Muss ich alles haben? Jaaaaaaa, ich hab imHerbst wieder Neue gekauft, aber ich breche hiermit die Lanze für die alten Sorten der Heucheras und der Hostas.


So sah das Beet im Mai aus, vor dem großen Massaker im September. Beim Sommeraustrieb wurden sie dann so wuchtig, dass alle rauskamen und geteilt wurden. Die gelbrandige in der Mitte ist *Regal Splendor*, davor *Krossa Regal*, beide vasenförmig und man solle sie getrennt pflanzen, nicht so wie ich. Ich ändere das auch noch. Vasenförmige kann man gut mit kleineren Sorten unterpflanzen.

Mein zarter Liebling *Little Jay*, mittlerweile nicht mehr ganz so teuer in der Anschaffung. Sehr zu empfehlen! Eine Minihosta - wobei ich sie nicht ganz so mini finde. Ich weiß nicht, wer das immer definiert.

Riesengroß allerdings rechts vorne *Liberty*, eine Schönheit von besonderem Rang. Dahinter links *June*.

Verkrumpelt hier die Hosta *Golden Meadows*, sie sieht immer so aus.

Beim Kauf der Hosta sollte man den Herbstaspekt nicht aus den Augen verlieren. Die beste Hosta dafür ist in Hillside garden *Fortunei Hyazinth*, sie hat goldenes Laub (und lila Blüten, die ich rechtzeitig abschneide).
Vorne Links *Fire Island*, gelbes Laub, rote Stiele. Rechts *El Nino*, dahinter *Liberty*

Die *Dream Queen* ist eine Hosta, die einen Stiefkindplatz bei mir hat, leider. Ich sehe sie eher selten und sie bekommt nie einen Tropfen irgendwas, auch keinen Dünger. Und? Es lohnt sich - wie man sieht.

Diese *Clovelly* nur mal an Rande, eine Vollbildaufnahme lohnt sich noch nicht, sie ist nagelneu. Ich zeig sie wegen der gewellten Blattränder, eine neue Modeerscheinung. Dabei gibt es so viele alte, die das auch schon haben.

Der Dauerbrenner *Blue mouse ears*, vielfach geteilt, oft verschenkt. Stabiles Blatt, Minihosta. Alle Mäusesorten muss frau nicht haben, nur die *Snowmouse* hab ich mir noch gegönnt.

*Blonde Elf* ist mein güldener Blattschmuck auf dem neuen Tisch, der nur der Präsentation und nicht der Arbeit dient. Gearbeitet wird am Kompostplatz auf alten Paletten.
So, Schluß jetzt! Sonst ermüdet ihr noch beim Lesen. Falls ihr bis hier unten gekommen seid.
Meine favorisierten Hostagärtner sind Planwerk am Chiemsee und Fransen in Holland, falls es jemand wissen will!

Montag, 13. Dezember 2010

Pomander und Schnee

Komisch, der Osterhase hoppelt jeden Winter im Eilflug durch den Garten. Er hat ein sehr schlechtes Zeitgefühl! ;))





Oft sind die unverhofften die schönsten Geschenke! Wenn es an der Tür klingelt und der Postbote gibt etwas ab.

Und eigentlich wollten wir gar keinen Schnee, aber soooo sah es so toll aus! Und dann erst dieses Morgenrot - nicht bearbeitet, also nicht dass noch einer auf die Idee kommt, ich hätte daran gebastelt. Wir haben oft ein schönes Morgenrot. Und wie Freundin sagte, bekommt man danach meist Regen. Das war mir noch gar nicht aufgefallen - und es regnete am nächsten Tag die ganze Zeit. Dann war die weiße Pracht weg.


Heute Nacht hat es dann draufgefroren, jetzt rutschen wir!








Am Wochenende lernten wir, was ein Pomander ist (die mit Nelken besteckte, in Gewürz gerollte Mandarine z.B.) Das haben wir zu Hause sofort nachgemacht und alle hatten großen Spaß daran!


Kleine Geschenke gabs am Wochenende auch. Ach ja, ich hab den zweiten Preis gewonnen! Einen tollen Stern aus Weinreben! Er hat einen Ehrenplatz erhalten.

Dienstag, 7. Dezember 2010

Veränderte Zeiten - Kochen und backen annodazumal

Im Zuge des weihnachtlichen Backens fiel mir dieses Kochbuch wieder mal in die Hände. Es stammt nicht mal aus meiner Familie, aber ich habe eine unglaubliche Beziehung zu ihm. Ich fand keinen Eintrag über sein Alter. Eine alte Malerin starb, sie war hier sehr bekannt. Aus dem Nachlass durfte ich mir Bücher nehmen, einfach so! Und ich nahm, mein Sammlergen ging mit mir durch. Alles wäre sonst auf den Container gewandert, das Haus mußte wegen Verkauf umgehend geräumt werden. Das Buch gehörte ihrer Mutter und muss also sehr alt sein. Kann mir jemand was dazu sagen?

Wie sich die Zeiten geändert haben! Um die Rezepte zu lesen, muss man sich echt mit Brille sehr anstrengen, alles läuft ineinander. Kaum Zeichnungen, nur Text, eng an eng.

Servietten wurden damals gebrochen - heute falten wir sie!



Und dann das hier: Das Kochbuch meiner Oma. Meine Mutter besaß dann die nächste Generation und ich wieder die nächste. Und alle sind noch hier! Dieses ist von 1937, es hatte schon Farbdrucke. Wenige, aber immerhin.


Der abgebildete Kindergeburtstag - Fotos im damaligen Zeitgeist. Brave Kinder! Oder?

Dieses Kalenderblatt lag auch im Buch.



Na- und die Götterspeise koche ich heute noch ab und an. Waldmeister - ich liebe sie!


Und dann? Und heute? Hab ich wieder Lavendelplätzchen gemacht, diesmal ein anderes Rezept. Ich habe es etwas abgewandelt, ich backe den Lavendelzucker mit den Blüten ein und wälze nicht nur darin.



Heute ist es so einfach! Wir haben übersichtliche schöne bunt bebilderte Bücher, mit gut lesbaren Rezepten! Wir setzen uns an den Computer, gehen in entsprechende Programme und kopieren uns die Rezepte oder schicken uns welche per Mail!

Und? Mir gefallen die alten Bücher trotzdem, weil sie eine Seele haben, ich bin verbunden mit ihnen. Wenn man früher jemandem ein Rezept per Hand abgeschrieben hat, war das viel intensiver, hat viel mehr Zeit gekostet, war viel persönlicher als heute einfach mal jemand - hoppla - eine Mail zu schicken! Oder?


Die vielen fliegenden Blätter in den Büchern sind viel schöner als eine Computerdatei.


Ach, und damals hatten die Frauen auch nicht so viel zur Verfügung. Da wurde aus wenigem *Viel* gekocht. Ich erinnere mich an eine Fernsehsendung mit der verstorbenen Politikerin Regine Hildebrandt, die Mutter Courage des Ostens. Sie backte einen Kuchen, einen Frankfurter Kranz. Und weil sie es so von ihrer Mutter gelernt hatte, kamen keine Mandeln außen dran, sondern geröstete Haferflocken. Das hat mich schwer beeindruckt - wie überhaupt die ganze Frau.


In diesem Sinne: Weiterhin gutes Gelingen beim Kochen!

Samstag, 4. Dezember 2010

Lavendelplätzchen französisch, Lavender cookies

Mit dieser kleinen Tonkrippe aus Peru, die in Handarbeit von Bauern gefertigt wurde, wünsche ich euch einen schönen zweiten Advent! Genießt ihn. Morgen soll es viel schneien bei uns. Die peruanischen Weihnachtskrippen sind landesüblich auch mit Lamas und Kakteen geschmückt.




Schokoladen-Lavendel-Plätzchen –
Französische Weihnachten
• 2 Päckchen Vanillezucker
• 100 g gute dunkle Schokolade
• 150 g Lavendelzucker
• 250 g Butter
• 350 g Dinkelmehl oder normales Mehl
• bei der Verwendung von Dinkelmehl die Teiglinge weiter auseinandersetzen, sie laufen etwas breiter

Zubereitung:Vanillinzucker, Lavendelzucker, Butter und Mehl zu einer festen Masse verarbeiten, leicht kühlen. Danach Mehl ausstreuen, Rollen aus dem Teig machen, Scheiben abschneiden. Daraus Kugeln formen, zwischen den Händen plattdrücken und auf Backpapier setzen.

Backzeit bei 180 Grad ca. 10 Minuten, Vorsicht, sie werden schnell braun, weil sie dünn sind.
Schokolade flüssig machen (Wasserbad) und mit einem Pinsel die ausgekühlten Plätzchen zur Hälfte auf der Oberfläche bestreichen. Keine Kuchenglasur nehmen, mit guter Schokolade sind die Kekse ein Hit! Zum Schluss ein paar Lavendelblüten aus dem Zucker drüberstreuen. Sie schmecken sagenhaft! .... auch dem Briefträger ... ;)

Mittwoch, 1. Dezember 2010

Weihnachtlicher Fensterkranz aus Kiefernzapfen, Seasonal Decorations

Vor Wochen schon ging ich an einem Sonntagmorgen mit meinem Mann in den Wald. Unter der Woche hatte ich gesehen, dass die Tannen die Zapfen fallen lassen, und so sammelten wir eine große Kiste Kiefern- und Tannenzapfen, die ich für den Advent brauche. Alles was danach über ist, wird im Ofen als Anzündmaterial verbrannt. Ich mag keine Dinge wegwerfen, meine Großmutter hat mir das so beigebracht.
Auf einen alten Gartenkranz aus Weide klebte ich in einer für mich unbekannten Engelsgeduld (es ist ja Advent, die beschauliche Zeit) mit einer Heißklebepistole die Zapfen. Es dauerte elend lange, weil der Kleber immer wieder nach unten durchfloß, ich mußte bei jedem Zapfen warten, bis der Kleber erkaltet war. Es hat sich gelohnt, finde ich.



Dekoriert mit einem goldenen Metallband mit roten Glasornamenten hängte ich ihn dann ins Fenster. Theoretisch kann man ihn dann verpacken und genau so im nächsten Jahr wieder verwenden. Vermutlich werde ich das nicht tun. Weil ich ja einen neuen machen will.
Ich genieße diese Zeit - die Weihnachtsgeschenke sind schon lange gekauft, ich habe vor zwei Tagen Lavendelkekse gebacken, genieße sie zu einem englischen Tee und danke dafür, dass ich die Zeit habe, das alles zu machen, es auch zu genießen. Wie ich gerade bei *Habseligkeiten* gelesen habe, genießt auch sie es, Zeit zu haben, Zeit geschenkt zu bekommen. Wer hat denn heute noch Zeit? Ich - zum Beispiel. Nicht immer, aber für die Dinge, die mir wichtig sind, habe ich Zeit. Denn ich nehme sie mir!

In diesem Sinne - genießt den Advent!

Sigrun