Mittwoch, 14. Dezember 2011

Glorious Britain??


Bye-bye ? Großbritannien verabschiedet sich

Mitten in der Eurokrise verabschiedet sich Großbritannien – aaaber, man wolle weiterhin zu Europa gehören, meint David Cameron, Premierminister des Vereinigten Königreiches. Ja wie denn – hü oder hott?
Somit kann ich die Reaktion von Hessens Justizminister Hahn verstehen, der den Briten durch die Blume nahe legt, doch gleich ganz aus Europa abzutreten. Ich bin da ganz seiner Meinung. Als bekennende Großbritannien-Liebhaberin, Bewunderin ihrer Queen, die einen wirklich guten Job macht – bin ich derzeit fassungslos, aber warum eigentlich? War es denn anders zu erwarten?


Irgendwie haben die Briten noch immer nicht verstanden, dass sie nicht mehr die Herren der Welt sind. Ihr Gesundheitssystem ist marode, nirgendwo gibt es mehr schwangere Jugendliche mangels Aufklärung. Von tausend jungen Mädchen zwischen 15 und 17 Jahren werden im Londoner Stadtbezirk Lewisham pro Jahr 70 schwanger, ich habs bei meinen Aufenthalten auch gesehen: Kinderwagenschiebende Kinder mit ach so jungen Großmüttern, die wohl selbst jung schwanger wurden. 60 Prozent der Schwangerschaften werden abgebrochen. Da nützt es wenig, wenn man den jungen Frauen als Pilotprojekt jetzt die Pille ohne Verschreibung, abholbar in Apotheken, gibt. Aufklärung tut hier Not!

Auch erinnere ich mich an ein junges Mädchen in einem Zeitungsladen, das mir voller Stolz verkündete: I’m so proud on the Pound! Warum denn? Das konnte sie nicht erklären. Floskeln, erlernte Sätze. In ihrem Mund fehlten zwei Zähne. Dafür war das Pound nicht zuständig, denn das zahlen die Briten extra, das ist im nationalen Gesundheitssystem nicht vorgesehen.

Camerons „Nein“ in Brüssel hat laut Meinung von Fachleuten dem Britischen Finanzsektor nicht gedient.
Nun gipfelt das Ganze in Austritten aus europäischen Städtepartnerschaften, die nach zum Teil 46jähriger Zusammenarbeit fast kommentarlos gekündigt wurden.


Ich bin – wie gesagt – fassungslos und habe Flagge gezeigt: Unsere hauseigene Flagge des Inselstaates wurde bis auf Weiteres eingeholt. Wir sind betroffen. Wäre der nächste Urlaub nicht schon gebucht, er würde nicht stattfinden, aber auch hier ist noch nicht aller Tage Abend. Ich ertrage Einiges, alles jedoch nicht! Zum Glück gibt es auf der Insel jede Menge Gegenstimmen, ich hoffe, sie finden Gehör. Schottland und Wales sind schon mal gegen das „Nein“ in Brüssel.

Glorious Britain????


Quo vadis, Großbritannien?

Samstag, 10. Dezember 2011

Besinnlichkeit - was ist das denn?

Kürzlich stand die Frage im Raum: Was ist denn eigentlich Besinnlichkeit? Jeder definiert das anders. Für mich ist Besinnlichkeit Zeit zu haben für Dinge, mich darauf zu konzentrieren, nachdenken zu können, ohne dass der nächste Termin den letzten jagt. Weihnachten? Ich hatte noch nie Stress, Geschenke kann man das ganze Jahr kaufen und Plätzchen backe ich, wenn ich es will - nicht wenn man es von mir erwartet.




Besinnlichkeit ist, über einem Stapel selbstgestrickter Socken zu sitzen, den ich gerade gekauft habe. Katholische Frauen haben sie gestrickt, alles ältere Damen. Nachwuchs? Gibt es nicht. Schade, wieder ein Stück, dass uns verloren geht!


Besinnlichkeit ist es, sich Zeit zu nehmen, ein Päckchen zu öffnen, dass man gerade erhalten hat und sich darüber zu freuen, dass wieder jemand an mich gedacht hat.
Den Anschlag auf meine Hüften erwähne ich lieber nicht.


Besinnlichkeit ist es, mit Mr. Wonderful Lavendelkekse und Vanillekipferl zu backen und gemeinsam zu kosten, wie gut sie schmecken - und wieder sitzt dieser Kerl mir im Nacken, der ruft: Denk an die Kalorien. Ich höre manchmal auf ihn.



Stillsitzen fällt mir schwer, und trotzdem nehme ich mir die Zeit, es zu tun um nachzudenken. Über was ist egal. Die Gedanken kommen sowieso von alleine. Und was einem da so alles einfällt - probiert es einfach mal aus!



Einen schönen dritten Advent wünsch ich euch.

Sonntag, 4. Dezember 2011

2. Advent - Lebkuchenschnitten

Sonntag, zweiter Advent - der langersehnte Regen ist da. Wie immer kommt er dann heftig, tagelang. Der Garten braucht das Wasser, drum nehme ich es ohne Murren in Kauf, heute auf keinen Weihnachtsmarkt gehen zu können. Die Beschicker tun mir sehr leid, sie haben sicher einen sehr geringen Verdienst. Gerne wäre ich auf einen Mittelalterweihnachtsmarkt gegangen.

Und aus diesem Grund gibts heute Lebkuchenschnitten:250 g Rohrzucker
1 Msp. Vanille
300 g Dinkelmehl
1 Päckchen Backpulver
150 g gemahlene Haselnüsse
3 El dunkles Kakaopulver
1 Päckchen Lebkuchengewürz
250 ml Milch
150 g Butter
3 El Honig
4 Eier

Alles vermengen, auf ein gefettetes Backblech streichen und 15 Minuten bei 200 Grad backen, es kann auch etwas länger dauern. In Würfel schneiden und zum Kaffee servieren, die Schnitten halten sich gekühlt 1 Woche.

Ich bestelle meine Gewürze immer beim Bremer Gewürzhandel, sehr nettes Personal, schnelle Abwicklung, geht auch auf Rechnung. Dann mische ich Lebkuchengewürz und andere Mischungen selber. Man kann das sehr gut in Tütchen verschenken, vielleicht mit einem Backförmchen oder einen Kochlöffel dazu!

Schön ist es, in der tristen Jahreszeit Gäste zu empfangen, sie zu bewirten und gute Gespräche zu führen.


Draußen sind immer noch zehn Grad plus, unwirklich am 4. Dezember eines Jahres. In der Wohnung machen sich Stechmücken breit, das hat gerade noch gefehlt. Groß sind sie auch noch.









Ganz ehrlich, ich wünsche mir für die nächste Zeit ein wenig mehr Kälte und euch eine schöne kommende Woche!




PS in eigener Sache: Die Bananentorte habe ich nicht gebacken, sondern meine Freundin für mich, ich will mich nicht mit fremden Federn schmücken. Auf Wunsch einiger tortenliebender Damen habe ich das Rezept erbeten und eingestellt!

Donnerstag, 1. Dezember 2011

Bananentorte

Auf mehrfachen Wunsch heute das Rezept einer Bananentorte:

Bananen-Schoko-Torte
Einen Biskuitteig aus folgenden Zutaten herstellen:
3 Eigelb
75 Gramm Zucker
1 Päckchen Vanillezucker
3 Esslöffel Wasser
3 Eiweiß
75 Gramm Mehl
1 Teelöffel Backpulver
Eigelb, Wasser, Zucker und Vanillezucker schaumig rühren, geschlagenes Eiweiß, Mehl und Backpulver unterheben und ca. 20 Minuten bei 175 Grad Ober/Unterhitze backen. Auskühlen lassen, auf eine Tortenplatte setzen und einen Tortenring anlegen.

Vier Bananen halbieren und auf den Biskuitboden legen, mit Zitronensaft bestreichen, damit die Bananen nicht braun werden.

Eine Creme aus folgenden Zutaten herstellen:
500 ml Milch
1 Päckchen Bourbon-Vanillepuddingpulver
2 Päckchen Bourbon-Vanillezucker
2 Esslöffel Zucker
6 Blatt Gelatine
400 ml Schlagsahne extra 36 % Fett
Die Gelatine in einer Schüssel mit Wasser einweichen.
Mit Milch, Vanillepuddingpulver, Vanillezucker und Zucker einen Vanillepudding kochen. Die weiche Gelatine ausdrücken und in die heiße Puddingmasse geben und durch Rühren auflösen. Der Pudding muss kalt werden, dabei immer mal wieder umrühren, damit sich keine Haut bildet.
400 ml Sahne schlagen. Wenn der Pudding abgekühlt ist, können Sahne und Pudding verrührt werden. Diese Creme kommt dann auf die Bananen. Die Torte kommt dann in den Kühlschrank.

1 Tafel Zartbitter Schokolade mit 100 ml Schlagsahne in einem Topf auflösen und abkühlen lassen. Wenn die Torte im Kühlschrank fest geworden ist, kommt die flüssige Schokolade drauf.

Am nächsten Tag kann man den Tortenring ablösen und die Torte nach eigener Fantasie verzieren.


Montag, 28. November 2011

Eisenbahn und Schokoladencrossies

Advent - Bastelzeit für kleine und große Kinder.



Man nehme Dominosteine, Schokoplätzchen, Gummibärchen, Smarties etc. und rühre Puderzucker mit wenig Wasser an. Die einzelnen Wagons werden mit halbierten Zahnstochern zusammengesteckt, als Kleber dient die Puderzuckermasse. Frohes Gelingen!





Für die Crossies röstet man 200 g gehackte Mandeln in der Pfanne ohne Fett. Die Temperatur etwas drosseln und immer rühren, sonst verbrennen die Mandeln leicht. Zum Abkühlen gleich aus der Pfanne nehmen, sonst werden sie zu schwarz.


Pro Sorte - dunkel und hell - 400 g helle bzw. dunkle Kuvertüre flüssig machen, die abgekühlten Mandeln hälftig unterühren und Cornflakes hinzugeben, bis der Teig gesättigt ist. Auf einem Stück Backpapier mit Löffeln Häufchen machen und abkühlen lassen. Die weißen Crossies brauchen lange (über Nacht) um hart zu werden. Sie schmecken alle sehr lecker!







Ich wünsche euch eine schöne Adventszeit!

Donnerstag, 24. November 2011

Weihnachtliche Dekorationen aus Großbritannien







Fast ist's wie bei uns, Europa rückt zusammen - bald ist Weihnachten. Für euch alle ein paar Impressionen aus Großbritannien!



















Freitag, 18. November 2011

Cawdor Castle

Schottland, Nairn, irgendwann im Juni - Cawdor Castle. Ein Traum, diese Eiben, ich liebe sie. Eiben sind heilige Bäume, niemals würde es mir einfallen, eine in meinem Garten zu entfernen, ich bin überzeugt davon, dass das Unglück mir folgen würde ...


Cawdor Castle, Bänke in rot - überall. Ein leuchtendes Element in sattem Grün. Es gefiel mir sehr, und wenn hier mal etwas gestrichen werden muss, wird es dieses rot sein. Auf alle Fälle!


Fotografieren innen ? Verboten, wie schade. Aber es ist überall so. Diese alten Möbel, die Eindrücke, Kinderzimmer, man sieht förmlich die Nanny mit den Kleinen herumtoben.



Wieder rot - es spiegelt sich in dem Ahorn, der rechts hinten sitzt. Weite für das Auge - aber auch etliche Staudenbeete, die mir aber in diesem Garten gar nicht wichtig erschienen.




Eiben - grüne, gelbe - wunderschön! In Cawdor kann man auch wohnen, es gibt ein Cottage, für meine Begriffe aber viel zu teuer , einen Tearoom, einen eigenen Wald, einen Golfplatz - letzteres interessiert mich eher wenig.



Im Juni ist in Schottland das Wetter wie April bei uns - die Tulpen blühen. Drum blühen hier die Rosen auch noch nicht. In britischen Gärten kann man oft auch als Volonteer arbeiten, es ist quasi eine Ehre, etwas Besonderes, wenn man angenommen wird - man arbeitet kostenlos, das versteht sich!


Einblick in den Wald ...



Als ich das erste Mal in Schottland Gärten ansah (früher interessierten sie mich noch nicht), war ich fasziniert von den vielen Eiben, die man dort findet. Verständlich, sie strukturieren einen Garten und sind wetterunempfindlich. Bei den Buchshecken findet man auch dort mittlerweile erkrankte Hecken, die ersetzt werden müssen. Das wird in Zukunft ein großes Problem für alle Gärten. Aberdeenshire hat viel zu bieten - nicht nur den Whiskytrail, sondern Schlösser, Gärten, Megalithen . Es wird nicht mein letzter Besuch dort gewesen sein.

Sonntag, 13. November 2011

Apfelzeit




Die Zieräpfel sind noch schön und prall und zu hart für die Vögel. Also dekoriere ich zuerst mit ihnen, nur ein wenig, es ist jetzt Ruhezeit im Garten!


Die kleine Fichte wird in diesem Jahr ihre letzten Zweige zum Schutz der Töpfe opfern müssen, danach wird sie weggemacht, fällen kann man das nicht nennen, sie ist ja grad so groß wie ich, wenn überhaupt.














... und weils so kalt ist, hab ich gleich noch ein paar Kinderschals gemacht!

Mittwoch, 9. November 2011

Novembergrau?

Novembergrau sucht man zur Zeit vergeblich - was für ein Glück! Es ist immer noch angenehm draußen, die Sonne scheint. Und schon drängt sich mir der Gedanke an die See auf, Husum, die graue Stadt am Meer, dort hab ich tatsächlich kaum Sonne gesehen, es war allerdings Herbst. Ich liebe das Meer, wären da nicht die Katzen und der Garten, ich wär schon auf dem Weg ...

Die Herbstchrysantheme ist vom letzten Herbst, sie hat überlebt. Es ist nämlich ein Irrglaube,dass die gekauften Chrysanthemen nicht überleben, man muss sie nur frühzeitig in den Boden bringen, damit sie wurzeln können. Bei meinem Staudengärtner habe ich eine in Orange gesehen, sie hat ganz kleine Blüten, die hol ich mir im Frühling. Das Laub der Hortensien ist orange oder braun, eine Freude, es anzusehen.




Ein alter Kranz, einfach im Durchlaufen entstanden, hängt immer noch in den Zweigen. Bald hänge ich Vogelfutter raus, es ist an der Zeit, die Vögel dran zu gewöhnen. Leycesteria formosa, kommt wie der Name schon sagt, aus warmen Gefilden und trägt (Mitte unten) ihre wunderbaren Fruchtstände immer noch, langsam fallen sie ab. Sie ist hier nur bedingt winterhart, ein Halbstrauch, wird im Frühling bis zum Boden abgeschnitten und mag die Gabe von Dünger sehr, damit sie wieder in die Puschen kommt nach einem langen kalten schneereichen Winter.




Wär ich eine Malerin, ich säße nur im Garten. All diese prallen Farben, es ist fast, als wärmten sie mich. Bald ist es vorbei, aber auch dann ist Farbe da, man muss sie nur sehen.



Saxifraga *Blackberry and Applepie* blüht sehr spät, zum ersten Mal bei mir. Aus einer kleinen Pflanze, gekauft Ende Oktober letzten Jahres in England, ist ein Monster geworden, ich hoffe sehr, sie überlebt den Winter, den sie sitzt in einem Küchensieb. Diese Töpfe versenke ich in einem Zementkübel mit Sackerde - und immer gut feucht halten. Trockenheit mag sie nicht.






Der Garten ruft, ich möchte dekorieren und lasse ein Gedicht für euch da.

Im Herbst

Der schöne Sommer ging von hinnen,
Der Herbst, der reiche, zog ins Land.
Nun weben all die guten Spinnen
So manches feine Festgewand.

Sie weben zu des Tages Feier
Mit kunstgeübtem Hinterbein
Ganz allerliebste Elfenschleier
Als Schmuck für Wiese, Flur und Hain.

Ja, tausend Silberfäden geben
Dem Winde sie zum leichten Spiel,
Sie ziehen sanft dahin und schweben
Ans unbewußt bestimmte Ziel.

Sie ziehen in das Wunderländchen,
Wo Liebe scheu im Anbeginn,
Und leis verknüpft ein zartes Bändchen
Den Schäfer mit der Schäferin.

Wilhelm Busch

Sonntag, 6. November 2011

Bunt wie das Leben - Grannys häkeln


Kürzlich kam ich an einem Wolladen vorbei. Ich muss zuvor sagen, ich handarbeite momentan sehr wenig (früher sehr viel). Aber da lag ein Buch über Grannys, das mich faszinierte. Ich kaufte es und bestellte mir bei Fischer Wolle einen Sack Catania von Schachenmayr, wie es emfohlen wurde. Wenn ich gewußt hätte, wie lange das bei mir dauert, ich hätt es nie begonnen. Ständig kam was dazwischen, dann auch noch Rücken - aber ich hab es vollendet. Es sollte ja auch fertig werden - eine Nackenrolle zum Geburtstag meiner Jüngsten. Das Kind ist bunt - wie die Wolle.


In einer Nachtschicht vollendete ich das Werk und schenkte es ihr mit den Worten: Für dich - das mach ich nie mehr!


Sie meinte: Mein Gott, ist das hässlich - es ist einfach toll!!! ....Nie mehr ? - und ich dachte, du machst mir noch eine Tagesdecke!