Dienstag, 7. Juni 2011

Lange Trockenheit

Hessen ist das trockenste Bundesland, und wir hier haben noch viel weniger Wasser abbekommen als viele andere hessische Regionen. Trotzdem bin ich sehr dankbar, dass wir von hessischen Unwettern verschont blieben, als es jetzt so heftig regnete. Die armen Menschen, deren Häuser überflutet wurden, deren Autos im Schlamm steckten! Wir haben täglich gegossen, nicht jedes Beet, aber regelmäßig reihum. Und natürlich täglich alle Töpfe!


Unsere Katze bewacht die neuen Fuchsien, die noch in kleineren Töpfen weiterwachsen, bis sie endlich in ihre Endgefäße getopft werden. Ich bin sehr gespannt auf die Blüten!


Unser Gras ist eine einzige braune Masse, besonders im oberen Hangteil. Das mag ich gar nicht zeigen. Dank Wassergaben sind zumindest die Stauden am Leben, wenn auch deutlich kleiner als in den letzten Jahren. Der Austrieb des Cornus sibirica zeigt am Deutlichsten den Mangel, die Blätter haben nur ein Drittel der Größe als beim Kauf im letzten Jahr.


Rechts die Campanula punctata *Elisabeth*, eine Starkzehrerin, die es liebt, gedüngt zu werden - sonst verhungert sie. Sie läuft im Beet.



Mein Undergardener fragte mich doch ernsthaft und ohne einen Anflug eines Grinsens im Gesicht, warum ich das Unkraut in diesem Beet so groß werden lasse! Er meint meinen schönen blumenkohlköpfigen Breitwegerich. Banause!

Mein Garten ist eine einzige Bienenweide. Überall brummt es, die Flieger sind überhaupt nicht aggressiv und ich kann überall mit der Hand in die Beete fahren, ohne gestochen zu werden. Wir haben einen Wühlmausgang unter Platten freigelegt, der werd ich es jetzt zeigen. Oder auch nicht, sie hat mir ja noch nie was abgefressen. Das verstehe ich zwar nicht, aber es ist so.








Laßt euch von den schönen Bildern nicht täuschen, Bilder können lügen. Die Rosen sind kleinblütiger, völlig verlaust, von Schädlingen beschädigt. Gespritzt wird nicht. Mittlerweile verschwinden verschiedene Geraniumsorten, sollen sie halt. In dieser Region können nur die Starken überleben und das ist ja auch in Ordnung. Meine Sammelzeit ist sowieso vorbei. Der Garten verändert sich.



Meine Nachbarin hat während der langen Wochen der Trockenheit nicht gegossen - mir tut das weh, weil alles braun ist. Alles! Ich habe ein anderes Verständnis zur Natur, ein ganz anderes.



Wir hoffen jetzt, dass das Gras in einigen Wochen wieder grün ist. Während meiner Abwesenheit wurde der Garten von meiner Nachbarin betreut (einer anderen Nachbarin). Sie hat das wunderbar gemacht - wie immer. Ohne sie könnten wir nicht mal einen Tag wegfahren.



Zur Zeit mache ich ein Experiment, das nicht für Beetränder gilt. Ich lasse wachsen - und zwar Unkraut. In den Beeten ziehe ich es erst, wenn es größer ist, natürlich lasse ich es nicht blühen. Es macht das Beet dicht, die Sonne kann den Boden nicht so austrocknen. Und man kann es so einfacher entfernen als wenn man das fiselige kleine Zeug gleich entfernt. Kompost holen wir nun oft im Kompostwerk, er kostet nur wenig. Der Eigene ist leider durch Zuflug von Unkraut aus sogenannten *Naturgärten* so versaut, dass er kaum verwendbar ist, es sei denn, wir graben ihn ein oder nutzen ihn für Töpfe. Und nun geh ich raus - mein Amselmann wartet auf mich. Er begleitet mich täglich durch den Garten, auch im Winter. Weil er weiß, dass ich ihm helfe, das Futter zu finden. Er hüpft mit mir und dem Wasserschlauch durch den Garten, weil er weiß, dass er dann im feuchten Boden Futter findet.

Kommentare:

  1. Bei uns herrscht so große Trockenheit, dass seit April das Bewässern der Gärten verboten ist. Nur die Gemüsegärten dürfen notdürftig gegossen werden.
    Ich habe nur Pflanzen ausgewählt, die Trockenheit vertragen. Aber es sind immer einige dabei, die stärker leiden und außerdem ist unser Garten noch jung und die Wurzelballen noch nicht groß genug. Da wir über sehr große Zisterne verfügen können wir diesen Pflanzen helfen.
    Jetzt hat es endlich mal geregnet und die Pflanzen sagen danke.

    LG Sigrid

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  2. Da bin ich ganz gespannt mit Dir durch Deinen Garten geschnüffelt und siehe da - wir haben wohl die gleichen Sorgen und Freuden...giessen ständig - vor allem die Töpfe -
    Deine Collagen sind - trotz Deines Hinweises - alle zauberhaft komponiert. Wir können dem Wetter derzeit nur "dankbar" sein, denn der Regen, der hier am Fuße des Berg. Landes runterkommt - der ist recht angenehm und vor Ort soooo willkommen. Deine Amsel rührt mich...denn auch mein Frauchen hat schon mit dem Gartenschlauch gerade für ihre erste Brut so gehandelt....;-)) jetzt sitzt sie - von der Küche innen durchs Fensterchen zu beobachten - brütet und wird sicher bald auch Futter suchen, da ist es gut, dass der Rasen feucht ist ansonsten leben die Kleinen nur von den roten Johannisbeeren....grrrrr.
    Wuff und LG
    Aiko und sein Frauchen Annemarie

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  3. Und ich dachte, Hessen wäre noch ganz gut dran. In NRW regnet es überall, nur in Ostwestfalen nicht, das finde ich dieses Jahr ganz besonders zum Verzweifeln.
    VG
    Elke

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  4. Ja, dieses Jahr ist wirklich anders - alles!
    Aber auch bei mir habe ich etwas abgespeckt und denke, der Garten muss schon mal so zu pflegen sein, dass man nicht jeden Tag stundenlang drin zubringen muss......obwohl ich es ja auch gerne mache.
    Unser Rasen existiert fast auch nicht mehr.....tja....mal schaun wann wir den Frühherbst dieses Jahr haben...:o))
    HG
    Birgit

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  5. Die Geschichte vom Amselmann ist ja nett! Aber zeigt auch, dass die Tiere auch nicht dumm sind!

    Natürlich hast du trotz der Trockenheit einen immer noch schönen Garten! So trocken wie bei euch ist es hier dann doch nicht, wir gießen ebenfalls reihum, doch wir haben diesen Brunnen, der ist Gold wert.

    Eine super Idee ist die mit dem Unkraut, wie wahr, erstens ist es größer besser zu entfernen und zweitens trocknet dann der Boden ja wirklich nicht so aus.

    Wunderschön deine Campanula!

    Lieben Gruss, Brigitte

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  6. I like your combination of Hosta, Lamium and fern. Their nice leaves look good together. Unfortunately, my weeds are not as nice as your Hosta weed. :)

    Your Campanula punctata Elizabeth has lots of flowers. I have a similar one called 'Summertime Blues', but with purple blue flowers.

    I hope you get a nice gentle rain to give you a break from watering.

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  7. Ja, die Trockenheit hat uns im Münsterland auch lange zu schaffen gemacht - Gott sei Dank habe wir einen Brunnen im Garten, so dass man ohne schlechtes Gewissen gießen kann. Inzwischen hat es aber bei uns solch ergiebige Regenfälle gegeben, dass man schon dachte, die Welt ginge unter. Von einem Extrem ins andere. LG Gartenliesel

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  8. Wenn wir früher im Sommer, für längere Zeiten,im Kanadischne Norden verbrachten, bangte ich immer um unseren Garten.
    Aber die Natur überlebt Trockenzeiten sehr gut. Der Rasen wird schnell wieder grün und wenn die Blumen gute Wurzelballen haben, werden sie auch wieder blühen. Neue Pflanzen brauchen Wasser, daher pflanzte ich immer erst im Herbst, Stäucher und Bäume.
    Nicht verzweifeln, es wird schon...
    LG Gisela.

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  9. Der Mai war auch bei uns sehr trocken, ganze 9 Liter Regen gab es. Ich habe nur die Töpfe (und Neuanpflanzungen) gegossen, alles andere musste sich durch die Trockenheit kämpfen (so nach dem Motto "nur die Harten bleiben im Garten). Und da in den Beeten Unkraut wuchs, das sich im harten Boden nicht jäten liess, war der Boden auch irgendwie abgedeckt wie mit einer Mulchschicht). Aehnlich dem Experiment, das du jetzt machst.In den letzten Tagen aber hatten wir genügend Regen, so dass sich die Pflanzen erholen konnten und man sieht es bereits. Deine Gartenbilder sind wie immer wunderschön!
    Liebe Grüsse,
    Barbara

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  10. Hessen ist das trockenste Bundesland ? Das wusste ich gar nicht, aber zum Glück hat es nach der langen Trockenheit doch wieder geregnet, es war bitter nötig. Ich habe auch jeden Tag genossen.

    Dein Garten ist einmalig schön, die vielen Hostas faszinieren mich.

    Liebe Grüße
    von Anke

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