Sonntag, 26. Juni 2011

Wunsch nach Regen wurde erfüllt!

Meiner Bitte nach viel Regen nach diesen vielen Wochen Trockenheit wurde von oben nachgekommen, ich bin dankbar. Außer dem Gras hat nicht wirklich was gelitten, weil wir ja immer gegossen haben. Aber Gras am Hang kann man nicht grünhalten, teilweise habe ich nachgesät. Seht ihr das Schieferherz da hängen? *Regen bitte* steht drauf! Bitten ist niemals schlecht, meckern schon!
Meine viel gepriesene Veronica, sie platzt aus allen Nähten. Ich hab schon wieder zwei Sämlinge.



Bald sind die Rosen durch, dann muss der Bogen wieder gerupft werden, alle drei Jahre schneiden wir zumindeste die Linke, *American Pillar* ziemlich runter, sie ist ja eigentlich zu groß für einen Bogen.





Geranium Rozanne in voller Blüte. Dieses Geranium hat noch nie Wasser von mir bekommen. Durch seine tiefgehenden Wurzeln kann es sich offensichtlich selbst erhalten. Es blüht sehr üppig, ebenso *Jolly Bee*.






Der Phlox im Sonnenbeet blüht jetzt an vier Stöcken, einfach herrlich!






*Rosa Pastell*




Von dieser schönen Glockenblume habe ich leider keinen Namen, ich bin mir sicher, dass sie einen hat.







Nepta *Dawn to Dusk* hat sich nach dem Regen etwas gelegt, es stört mich aber nicht, wenn es durch ist, wird es runtergeschnitten und kommt wieder schön grün.




Mein ganzer Stolz: Heucherella *Sweet Tea*, ist sie nicht einfach genial! Wie Feuer brennt sie im Beet. Zu ihren Füßen saß die Heuchera *Crispy Curly* , nicht zu empfehlen, sie sah aus wie Friseesalat nach einem Hasenangriff! Grauenvoll, wir haben sie entsorgt, eine weinrote hingesetzt



In Eintracht blühen Geranium *Nimbus* und *Dragon Heart*, ein echter Hingucker. Besonders wüchsig ist Dragon Heart bei mir nicht.





Geranium pratense *Yorkshire Queen*! Was für ein Name, da krieg ich gleich Sehnsucht nach York und überhaupt - dieses Geranium ist klasse, und hoch.




Bald muss ich wieder in die Beete und Pflanzen teilen, oder hergeben. Es ist alles viel zu voll. Alljährlich hört man von mir dieses Klagelied. Ich singe es gerne, es gehört dazu. Trotzdem: Einiges muss raus. Die Besten dürfen bleiben.




Barbara fragte mich, was es heißt: Die Rose Suaveolens *entfernt*. D.h., sie wurde entsorgt. Wer soll sie wollen? Ich wohne so weit von allen mir bekannten Gärtnerinnen entfernt, die Anfahrt lohnt sich nicht, ich habe es mehrfach erlebt. Dann gehen die Dinge den Gang alles Irdischen. Zum Kompost, oder in die Kompostieranlage. Von dort holen wir uns wieder Kompost, so schließt sich der Kreislauf. Und in meinem Herzen haben alle meine Pflanzen einen Platz, auch die die nicht mehr da sind.

Sonntag, 19. Juni 2011

Sonntag im Garten

Morgenstund hat Gold im Mund! Oder (wie ich immer meiner Nachbarin sage): Der frühe Vogel fängt den Wurm. Ich weiß genau was sie dann denkt - sie schläft gern lange! ;)
Und wegen des Tisches: Ich weiß es, da kann keiner dran essen oder Besuch empfangen. Es ist ja nicht der einzige Tisch, den wir haben und wenn Besuch kommt, setze ich alles in tragbare Schalen und lege eine Decke auf den Tisch. Also doch: Besuch kann kommen!

Vor zwei Jahren bekam ich mein Sorgenkind geschenkt: Sempervivum *Hayling*. Es waren drei Winzlinge, einer verstarb im Winter 2009 und die anderen mickerten vor sich hin. Dann setzte ich den Ballen in Anzuchterde - da hat es gefunkt. Hayling hat jetzt sogar Nachwuchs!





Diesen Blick liebe ich besonders!




Aus dem Staudensichtungsgarten in Weinheim habe ich Samen gekauft, rechts ziehe ich gerade Monarda fistulosa, die jetzt zügig ins Beet muß, die Töpfe werden zu eng!




Kinderstube der Semps!





Völlig explodiert ist diese Wutz, die eigentlich nicht mal gegossen wird. Mal sehen, wie sie sich weiter entwickelt.











Letzte Woche haben wieder einige Hostas ein neues Zuhause gefunden, es wurde mir einfach zu eng bei mir, jetzt ist mir wohler. Nachdem ich alles zurechtgerückt hatte, fand ich, dass man nicht mal sah, dass etwas fehlt. Gestern hat Mr. W. eine große weiße Strauchrose (Suaveolens) entfernt, einige Pflanzen umgesetzt und dann pflanzten wir einen neuen Baum, der jetzt noch klein ist. Den Rest dieser Ecke wollen wir auch noch umgestalten.




Meine Leitern werden gerne betrachtet von BesucherInnen. Rechts im Topf das Geranium Dusky Crug, im Beet ist es zweimal verschwunden, es hat braunes Laub, und diese Geraniümmer mögen meinen Garten nicht. Egal welches, hat es braunes Laub, verabschiedet es sich.




Trotz Wassermangel ist diese Ecke explodiert. die Veronika hat den Blutweiderich so unterdrückt, dass man ihn kaum noch sieht. Da muss ich bald mal eingreifen. In meinem Garten wollen keine Veronika wachsen. Nur diese Sorte, sie kam von alleine und kommt nun an vielen Stellen vor.




Am Rosenbogen der Rambler *American Pillar*, das wißt ihr ja schon aus den Vorjahren. Dieses Jahr werden wir mal wieder ausputzen müssen, es ist Totholz drin.




Die Hemerocallis Asterisk blüht als erste in diesem Beet, sie hatte gestern sieben Blüten.










Satin Glas blüht auf der Terrasse. Ich habe eine Freundin, der die Blüten immer Leid tuen, weil sie nur einen Tag blühen. Oft wollte ich ihr eine Pflanze schenken, aber sie sagt, das Mitleid würde sie umbringen, solche Pflanzen wolle sie nicht in ihrem Garten. Dabei kann man die Blüten sogar essen. Wir sind halt alle verschieden.






Ich wünsche euch allen eine schöne Woche mit welchselndem Wetter: Regen des Nachts und Sonne bis 25 Grad am Tag. Mal sehen, wie es wirklich wird.






Montag, 13. Juni 2011

Grade eben - die Antifarben

Mein Garten und ich - wir sind out, weil viel gelb und rosa. So hört man es allerorten. Da ich keine Zeitschriften mehr lese (oder sehr sehr selten), verlasse ich mich auf die Aussagen anderer. Klar, die GärtnerInnen wollen verkaufen, irgendwer kreiert einen Modetrend. Man sehe sich doch nur alte Gartenmagazine an, da schüttelt es selbst mich beim Trend der Siebziger. Außer bei der Mode - die gefiel mir.


Links Oben die Rose *Belle sans flatterie*, einmalblühende wunderbar duftende alte Sorte, Heuchera Pinot gris.



Selbst das von Mr. Wonderful so gehaßte Mangold ist oberout, aber ich find die Farbe einfach nur grell! Bei uns blüht nun der Phlox, rechts unten mein Neuer *Rosa Pastell*, zu kaufen bei Gräfin Zeppelin. Er berauscht durch seine zauberhafte Rosaspielerei! Den weißen Phlox bekam ich namenlos von einer Gartenfreundin,die ihn achtlos über Winter auf den Rasen warf, da opferte ich mich natürlich selbstlos auf und pflanzte ihn ein.

Links oben Bistorta *Red dragon*, wie mein Gärtner meinte, wird diese Pflanzengattung öfter umgetauft, als man blinzeln kann. Schön ist er trotzdem. Unten eine normale Astrantia, die bei mir am Wüchsigsten ist und gedüngt werden möchte. Ganz gegen die gängige Mode erschien doch glatt rechts oben dieser zauberhafte Sämling einer Kronenlichtnelke (Lychnis Coronaria). Diese Färbung entsteht durch eine pinke und eine weiße Pflanze, die sich vermischen. Und dann rechts unten die Hosta *Sea octopus* mit ihren roten Stielen, die ich gerne verschenke, weil sie so wüchsig ist.


Die Rosenkäfer lassen sich nun von der gängigen Mode nicht verwirren und fressen munter die Staubgefäße all meiner schönen Rosen leer.



Die Heuchera *Midnight rose* ist schön, wird jedoch von manch einem als krank aussehend bezeichnet, was man auch verstehen kann, weil ja die Geschmäcker bekanntlich verschieden sind. Und für die Untere fällt mir jetzt leider kein Name ein, sie hat aber einen.



Wie ich gerade festgestellt habe, gibt es bei uns viele gelbgrüne und rotlaubige Pflanzen. Ich sollte mein Augenmerk in Zukunft auf dunkelgrüne Pflanzen legen, wie z. B.meine neue Hosta Lakeside Coalminer, die wirklich dunkeldunkelgrün und recht glänzend ist, dieses Dunkle jedoch nur im Schatten erhalten bleibt. Mir ist da wieder die Lychnis ins Bild gerutscht, dieses Phänomen passierte mir früher auch bei Fotoalben, wo manche Bilder mehrfach erschienen. Die mehrfarbige Ziererdbeere bekam ich von einer Gartenfreundin mit dem Hinweis: Sie ist nicht wüchsig! Wie wahr - sie rührt sich nicht, trotz ständiger Wassergaben. Schön ist sie trotzdem.



Kleine Hostaimpression mit links Unten Geranium Jolly Bee, dass hier gut mit Rozanne an drei Plätzen wächst.



Na, da haben wir es doch wieder: Gelbgrün! Oben die Hosta *Gold Edger*, dahinter (besorgt für eine Freundin) *Fortunei Aurea* und vorne *First love*, ein Sport von *Montana aureomarginata*, sie ist noch teuer, weil neu. Zu beziehen auch bei Fransen.


Montana aureomarginata habe ich bei meiner Freundin und bei Planwerk gesehen - ausgewachsen. Ich hatte Atemstillstand. Ein Bild von einer Hosta, bezaubernd, frisch und groß. Leider zu groß für uns!




Und wieder: Eine gelbgrüne Heuchera (Name vorhanden, aber nicht gegenwärtig) und rechts die Kleine Hosta *Blonde elf*. Oben *Fried Banana* von Solberg, sie benötigt viel Licht. Ihre Blüten sind duftend, die Blätter rundlich und frisch gelbgrün. Ich liebe sie sehr. In grauen Regentagen ist sie gut fürs Gärtnerinnengemüt.




Abschließend, auch wenns langweilt, möchte ich noch erwähnen, dass man die Bekämpfung der Dickmaulrüssler im Garten nicht aus den Augen verlieren sollte. In diesem Jahr sind sie wieder heftig unterwegs im Hillsidegarden, ich habe Nemathoden vergossen und werde das im Herbst noch einmal tun. Die Nemathoden zerstören die Larven im Boden. Die erwachsenen Tiere sammelt man des Nachts mit der Taschenlampe ab. Ich allerdings nicht, ich schlafe nachts meist, drum haben viele meiner Pflanzen dicke Fraßstellen von den Rüsslern. Mittlerweile gibt es Brettchen, die mit einem Lockstoff bestrichen sind und die Tiere bleiben darauf kleben. Sie sind mir aber zu teuer. Für kühlere Themperaturen gibt es jetzt noch eine neue Sorte Nemathoden. Ich habe sie aber noch nicht ausprobiert. Wen es interessiert, kann nachschauen beim *Schneckenprofi*, einer sehr informativen Seite, die alles vorrätig hat, was das Herz begehrt.



Rechts zweimal Sämlinge, man soll ja nicht gleich alles rausreißen.







Links oben die Hosta *Kapitan*, daneben ein gelbes Sedum und links unten eine kleine Alchemilla, von denen ich viele Sorten in meinem Garten habe. Und nun blüht auch die erste Hemerocallis *Satin glass*.



Ich wünsche euch gutes Gartenwetter, auch wenn die Blattläuse in Vielzahl vorhanden sind. Die Marienkäfer aber auch!

Dienstag, 7. Juni 2011

Lange Trockenheit

Hessen ist das trockenste Bundesland, und wir hier haben noch viel weniger Wasser abbekommen als viele andere hessische Regionen. Trotzdem bin ich sehr dankbar, dass wir von hessischen Unwettern verschont blieben, als es jetzt so heftig regnete. Die armen Menschen, deren Häuser überflutet wurden, deren Autos im Schlamm steckten! Wir haben täglich gegossen, nicht jedes Beet, aber regelmäßig reihum. Und natürlich täglich alle Töpfe!


Unsere Katze bewacht die neuen Fuchsien, die noch in kleineren Töpfen weiterwachsen, bis sie endlich in ihre Endgefäße getopft werden. Ich bin sehr gespannt auf die Blüten!


Unser Gras ist eine einzige braune Masse, besonders im oberen Hangteil. Das mag ich gar nicht zeigen. Dank Wassergaben sind zumindest die Stauden am Leben, wenn auch deutlich kleiner als in den letzten Jahren. Der Austrieb des Cornus sibirica zeigt am Deutlichsten den Mangel, die Blätter haben nur ein Drittel der Größe als beim Kauf im letzten Jahr.


Rechts die Campanula punctata *Elisabeth*, eine Starkzehrerin, die es liebt, gedüngt zu werden - sonst verhungert sie. Sie läuft im Beet.



Mein Undergardener fragte mich doch ernsthaft und ohne einen Anflug eines Grinsens im Gesicht, warum ich das Unkraut in diesem Beet so groß werden lasse! Er meint meinen schönen blumenkohlköpfigen Breitwegerich. Banause!

Mein Garten ist eine einzige Bienenweide. Überall brummt es, die Flieger sind überhaupt nicht aggressiv und ich kann überall mit der Hand in die Beete fahren, ohne gestochen zu werden. Wir haben einen Wühlmausgang unter Platten freigelegt, der werd ich es jetzt zeigen. Oder auch nicht, sie hat mir ja noch nie was abgefressen. Das verstehe ich zwar nicht, aber es ist so.








Laßt euch von den schönen Bildern nicht täuschen, Bilder können lügen. Die Rosen sind kleinblütiger, völlig verlaust, von Schädlingen beschädigt. Gespritzt wird nicht. Mittlerweile verschwinden verschiedene Geraniumsorten, sollen sie halt. In dieser Region können nur die Starken überleben und das ist ja auch in Ordnung. Meine Sammelzeit ist sowieso vorbei. Der Garten verändert sich.



Meine Nachbarin hat während der langen Wochen der Trockenheit nicht gegossen - mir tut das weh, weil alles braun ist. Alles! Ich habe ein anderes Verständnis zur Natur, ein ganz anderes.



Wir hoffen jetzt, dass das Gras in einigen Wochen wieder grün ist. Während meiner Abwesenheit wurde der Garten von meiner Nachbarin betreut (einer anderen Nachbarin). Sie hat das wunderbar gemacht - wie immer. Ohne sie könnten wir nicht mal einen Tag wegfahren.



Zur Zeit mache ich ein Experiment, das nicht für Beetränder gilt. Ich lasse wachsen - und zwar Unkraut. In den Beeten ziehe ich es erst, wenn es größer ist, natürlich lasse ich es nicht blühen. Es macht das Beet dicht, die Sonne kann den Boden nicht so austrocknen. Und man kann es so einfacher entfernen als wenn man das fiselige kleine Zeug gleich entfernt. Kompost holen wir nun oft im Kompostwerk, er kostet nur wenig. Der Eigene ist leider durch Zuflug von Unkraut aus sogenannten *Naturgärten* so versaut, dass er kaum verwendbar ist, es sei denn, wir graben ihn ein oder nutzen ihn für Töpfe. Und nun geh ich raus - mein Amselmann wartet auf mich. Er begleitet mich täglich durch den Garten, auch im Winter. Weil er weiß, dass ich ihm helfe, das Futter zu finden. Er hüpft mit mir und dem Wasserschlauch durch den Garten, weil er weiß, dass er dann im feuchten Boden Futter findet.