Montag, 25. Juli 2011

Glück

Das Wetter ist durchwachsen, mir gefällt es. Regen in der Nacht und am morgen und jetzt seit Stunden Sonnenschein. Was ist Glück? Dass wir mit dem Leben davongekommen sind, während 100 Menschen in Norwegen starben? Ich bin sehr betroffen und kann doch nichts tun. Überall im Ausland wurde ich freundlich empfangen. Und ich empfange auch hier freundlich. Diesen Massenmord kann ich nicht verstehen, niemand kann das! Glück ist für mich, hinauszugehen in die kleine Sicherheit meines Gartens, wo ich meist alleine mit mir selbst bin, denn die Nachbarn zeigen sicher eher selten.
Den Namen dieser Schönheit habe ich vergessen


Dieses Sempervivum bekam ich von meinem Staudengärtner, eine eigene Auslese. Da sie keinen Namen hat, hab ich sie nach ihm benannt. So soll es bleiben.



Saxifraga Blackberry and Applepie. Sie wird im Herbst blühen, ich freu mich schon drauf.



Lt. Empfehlung von Gärtnern wird mein Himmelsgucker nicht so hoch wie bei mir, hier ist er 2,20 m hoch und wiegt sich sanft im Wind, unten ist er abgestützt mit einer Staudenstütze, Sanguisorba tenuifolia alba.






Der Rosenbogen, ausgeputzt, gedüngt, die neuen rötlichen Triebe vorsichtig mit einer Staudenklammer festgezwickt am Metall - etwas nackt sieht er aus, wird aber noch in diesem Jahr wieder dichter werden.




Eine eigene Auslese der Staudengärtnerei Kustermann - Sempervivum Pünktchen. Es fast sich ganz zart an, das Pünktchen, weniger hart als andere Semps.


Und wo wir grad beim Namengeben sind: Ein Sämling aus dem Hillsidegarden, benötigt weniger Wasser als meine anderen Phloxe. Der Phlox heißt *Leni* nach meiner Enkeltochter. Sehr wüchsig hat er in diesem Jahr schon drei neue Pflanzen ergeben.



Ja, ich weiß - eine Ode an den Kompost habe ich kürzlich gesungen. Aber die Dinge ändern sich. Im Zuge einer rückenfreundlichen Umgestaltung wird der Platz Zug um Zug umgestaltet, es gibt keinen eigenen Kompost mehr. Durch Zuflug von Nachbarn, die fast niemals im Garten die Hand heben, war mein Kompost es nicht mehr wert, diesen Namen zu tragen, weil wir nur noch Unkraut jäteten, woimmer wir ihn auch ausbrachten. Nun pflanzen wir Sträucher dort und holen den Kompost als zertifizierten Kompost im Kompostwerk. Er ist sehr günstig und dort geht kein Unkraut auf. Meine eigenen Sämlinge hingegen sehe ich gerne in meinen Beeten und sie finden auch immer einen Abnehmer. Im Bild Hosta Guacamole, weiß blühend, duftend.




Herbstlich mutet mein Garten an - auch das ist Glück, wenn die Sonne tiefer steht und ich diese Fotos machen kann, das geht immer nur gegen Herbst. Zwei Astern blühen bereits. Was bleibt noch? Die restlichen Astern, der Phlox wird nochmal durchtreiben. Seit heute sind die Hemerocallis (Taglilien) durch, nur eine blüht noch. Wir schneiden die meisten ab bis an den Boden, dann brauchen wir die gelben Blätter nicht abzuppeln. Die Pflanzen treiben wieder frisch durch.






Durch die lange Trockenheit während des Austriebes der Sträucher sind die Blätter des Cornus sibirica nur ein Drittel so groß wie im letzten Jahr (links). Die beiden Sorbus (Vogelbeerbäume) hängen so voll, dass ich schon viele Äste abschneiden mußte, sonst würde der Baum zusammenbrechen.


Und damit verabschiedet sich der Hillsidegarden für diese Woche. Es gibt noch viel zu tun. Gäste stehen an, da will man sich nicht schämen müssen. Obwohl - prinzipiell ist es mir wurscht, Unkraut gibt es immer. Übrigens, die Fuchsien sind von Rosi Friedl, ich erwähnte es kürzlich. Ich werde immer wieder danach gefragt!

Dienstag, 19. Juli 2011

Regen, Sonne - Dickmaulrüssler und Schnecken

Ich bin kein unzufriedener Gärtner, Regen, Sonne, Schnee - alles Natur. Jetzt hat es wieder ausgiebig geregnet, die Wasserfässer sind abgeklemmt, sonst laufen sie über. Die Schnecken machen sich überall breit, meine schöne Hosta *One mans treasure* ist total durchlöchert, obwohl ich ständig Schneckenkorn auslege. Diese Hosa ist wohl sehr empfindlich, im September wandert sie wieder in den Topf, woher sie grad erst kam. Die erste Garnitur Phloxe ist zurückgeschnitten, nochmal düngen, dann kanns weitergehen. Rosen dünge ich nicht mehr, nur noch den Phlox. Die ersten Auberginen hängen an der Pflanze, ich hatte sie noch nie, bin sehr gespannt. Dabei esse ich sie gar nicht gern.
Mit meinen Monarden bin ich in diesen Jahr sehr glücklich, auch sie wurden gut gedüngt und verpflanzt. Das erste Helnium steht in voller Blüte, jetzt ziehen die anderen nach.






Durch die lange Trockenheit sind trotz Gießens nicht alle Phloxe hoch geworden. Einige Stiele sind verdorrt. Der Rosenbogen ist ausgeputzt, er sieht wieder prima aus. Die zwei Kletterrosen wurden nochmal gedüngt.



Eine wirkliche Freude sind mir die Fuchsien. Täglich öffnen sich neue Blüten. Sie sind noch nicht einmal gedüngt, denn das darf man erst, wenn der Topf durchwurzelt ist. Links oben die erste Blüte dieser Pflanze, so groß wie mein Handteller. Unglaublich. Und so schade, dass ich sie nicht überwintern kann.



Die Persicarias blühen sich einen Wolf, unten rechts Virginiana und oben links Red Dragon. Einfach einen Steckling abmachen, in eine Vase stellen - sie sind sehr schnell bewurzelt und können gleich wieder ausgepflanzt werden.






Unglücklich sind wir in diesem Jahr mit der Dickmaulrüsslerplage. Die Nemathoden haben bis jetzt nicht viel genützt. Jetzt gieße ich Gift, ich hab die Faxen dicke. Alles ist angefressen, hier einige Beispiele. Viola labradorica, hohes Sedum, Plantago major in Sorten. Das ärgert mich sehr. Weil es das ganze Jahr dann schlecht aussieht. Diese Woche hatte ich ein Reh in meinem Garten, es flog quasi einen Meter neben mir über Nachbars Zaun. Ich dachte, mich trifft der Schlag. Es war so schnell weg, dass wir es nicht mal verfolgen konnten!




Gestern haben wir einen schönen rotblättrigen Zierapfelbaum aus dem Boden genommen, nicht gegraben. Dran wackeln, rausziehen. Er hatte trotz all unserer Bemühungen keinen Bodenschluss gefunden. Mein Nachbar sagte: Weißt du, bei unserem Boden darf man keine Exoten pflanzen. Das mache ich ja auch nicht, drum hab ich heimische Sträucher. Aber so einen Zierapfel? Er wird nicht ersetzt. In diesem Beet wurde es dann sowieso zu eng, zwei Taglilien wurden rausgenommen und eine Hosta umgesetzt. Jetzt sieht es wieder schön und licht aus. Was ich mit den Taglilien mache, weiß ich noch nicht.

Mittwoch, 13. Juli 2011

Hostas und Taglilien (Hemerocallis)

Sie sind wieder voll da, alle meine Hostas! *Jaws* (von Planwerk) hat sich seit dem letzten Jahr sehr gut entwickelt.
Wir hatten Besuch, bzw. die Katze hatte diesen wunderschönen Hirschkäfer gefangen. Als er sich berappelte, wurde er von Mr. Wonderful mehrfach fotografiert und zur Registrierung gemeldet (mit Fotos). Danach flog er von dannen, nicht ohne Mr. W. mit seinen Zangen zu bedrohen. Männer halt - denn dieses ist ein männliches Exemplar, 6 cm lang.


Es kommt immer anders als man denkt - das Hochbeet, eigentlich für Salat etc. gedacht, beherbergt nun herrlich blühenden Schnittknoblauch plus einige Stauden.

Hosta *Pulchella kificurin*, klein - aber fein!


*Sea Octopus*, von Planwerk, mit einem Tintenfisch hat er wenig gemein


Ein Sport von Hosta *Minuteman*


Hosta *Teaspoon*, hat Blätter wirklich wie Teelöffel


Hemerocallis *Little lavender lace*, nicht ganz so lavender, weil von der Sonne arg gebeutelt, wie fast alles in diesem Garten. Heute regnet es schon den ganzen Tag, glücklicher könnte ich nicht sein. Da ist nichts mit Gartenarbeit, denn die hohen Katzenminzen müssen samt und sonders runtergeschnitten werden, man sieht den noch jungen Euonymus planipes kaum noch



Zauberhaft - die Fuchsie Cecile (Fuchsiengärtnerei Friedl) . Da lohnt sich die Aufzucht wirklich. Wie schade, dass keine bei mir überwintert werden kann. Aber sie halten ja auch noch bis Oktober.




Hosta *Leather Sheen* von Planwerk


Hosta *Jewel of the Nile*, groß, festes Blatt. Ein Züchter meinte mal zu mir: Muss man die unbedingt haben? Es ist halt alles Geschmacksache.






Hosta *Invincible* mit einer getöpfterten Pflanzenkugel von Gartentonart , ich hab sie mit Sedum und Sempervivum befüllt. Beim Rasenmähen muss man sie wegnehmen, aber was ist ohne Arbeit - ich machs gerne, die Kugel ist schön und auch winterfest.




Herrlicher Blütenstand einer namenlosen Hosta, es war eine meiner ersten.

*Sweet Tanja* sitzt zwischen den Rosen, eine niedrige schöne Hemerocallis, die sich gut ins Beet eingliedert. Im Beet wachsen die Hemerocallis nicht so schnell wie im Topf, dafür muss man den Topf auch öfter teilen. Diese zusätzliche Arbeit kann man sich bei einer Auspflanzung ersparen.


... und last but not least: Es ist kaum zu glauben, die Aster *Violetta* blüht seit einer Woche. Merke: wir haben Mitte Juli. Laut Liste soll sie September bis Oktober blühen. Somit bereite ich mich auf den Winter vor! Na ja, das ist nicht ganz ernst gemeint, aber mulmig ist mir schon. Wenn jetzt schon die Astern blühen, was kommt denn dann noch?

Sonntag, 10. Juli 2011

Hemerocalliszeit

Sommer, Sommer - und wieder kein Regen. Wir verdursten, mein Garten leidet schon wieder. Gestern stand ich lange mit dem Schlauch da, während Mr. Wonderful die Kannen schleppte. Es ist elend. Zum Trost ging ich zum Staudengärtner, malade, aber er bediente mich. Die schöne Lucy Liu ist jetzt mein eigen, sie ist eine Züchtung von Volkmar Schara. Gigantisch, wie sie selbstbewußt den Platz auf meiner Bank einnimmt, heute bekommt sie eine neue Schale, die ich gestern für sie und die anderen kaufte. Sie ist groß, gesund, prall. Solche Semperviven muss man haben, die nicht zimperlich sind. Ich hoffe, sie ist im Winter auch so!


Ebenfalls neu und auch der Phlox, Blue Evening, ich kann noch nichts zu ihm sagen, er sitzt erst seit drei Tagen im Beet.








Er hat als einziger Sommerflieder überlebt, Budleja *Nano blue*, er wird immer schöner, ich habe ihn nicht ganz runtergeschnitten, er ist jetzt viel größer als ich und hat dicke Rispen, dick und lang, nicht so wie die meisten anderen.






Da sind auch sie wieder, Hemerocallis *Destined to see* und rechts *Siloam echo*




Eine meiner Lieblinge: So lovely! Duftend, an langen Stielen, blüht sie lange.





Rechts oben So lovely, daneben Rainbow Candy, unten links *Little Gipsy Vagabund, daneben *Yest* in gelbgrün.




Links oben *Baby Betsy*, daneben *Blackeye*, in diesem Jahr etwas heller. Viele Hems sind in diesem Jahr verkrüppelt oder blass, was mich erstaunt, zwei blühen nicht. Ich hab sie immer gedüngt und gegossen.



Unten links Monarda Mahogany, die frisch im letzten Herbst gesetzt an 13 Stielen überreicht blüht. So mag Frau das. Rechts meine Nachzucht der gleichen Sorte im Hochbeet, sie treibt schon munter Ausläufer, die auch dringend gebraucht werden. Monarden lieben Wasser und viel Dünger, lockeren Boden, dann laufen sie. Man nimmt sie öfter auf, schneidet die kahle Stelle in der Mitte weg und setzt die Ausläufer neu, dann hat man sehr schnell viele Pflanzen.





Erwähnenswert finde ich auf dieses Bild: Nachdem dieTrockenmauer neu erstellt wurde, setzte sich aus der Komposterde dieser Geraniumsämling dort hin. Er hat es sich ausgesucht und bekommt nie Wasser, sieht einfach gut aus.









Es lebe die Queen! O.k., die Engländerinnen haben sich gestern von den Französinnen abziehen lassen, aber wir haben hier dauergeflaggt.




Das ist derzeit meine beeindruckendste Hemerocallis und ich weiß den Namen nicht mehr. Irgendwo in der Liste werde ich ihn finden und dann merken, sie ist fast schwarz und sehr stabil vom Blatt her. Zauberhaft! Andere dunkelrote habe ich meiner Tochter gegeben, sie passen besser zu ihr, ich finde, eine Hem muss leuchten im Beet, wie die Sonne!





Noch eine Neuerwerbung, und damit verabschiede ich mich und wünsche eine schöne neue Woche und Regen, Regen, Regen - zumindest bei uns.