Montag, 19. September 2011

...mit bunt gegen grau

Das Gras ist noch vom Sommer kaputt, die Herbstarbeiten stehen an. Nachsaat erfolgt erst im März, das habe ich mir vorgenommen. Die Wühlmäuse treiben ihre Gänge durch den ganzen Garten und werfen ganze Grasnarben auf. Wir haben ein Beet mit verschiedenen Iris Ensata ausgeräumt, geteilt, neu gesetzt und Tüten zum Verschenken hingestellt. Allein - es fehlt mir noch ein zu Beschenkender mit Teich, der zufällig in der Nähe wohnt. Ich kenne keinen. Ein Feuchtbeet geht auch.
Charles Austin treibt einsame Blüten, die hoch oben in der Luft schweben. Meterlange Triebe treibt sie im Herbst, die an mein Arbeitszimmerfenster klopfen.


New Dawn oben links am Rosenbogen, das hohe Sedum in den Beeten blüht jetzt.



Überall liegt Arbeitsgerät, es sind Schnappschüsse, gestellte Fotos gibt es bei mir keine. Nun sehe ich, dass sich der Sämling vom Sempervivum Schwarzer Peter ins Bild gemogelt hat. Ist er nicht schön?



Herbstliche Stimmung macht sich breit, diesen Anblick liebe ich besonders. Der Garten ist ja nicht groß, viel Neues gibt es nicht zu zeigen. Nur die Astern, sie machen den Garten fast zu bunt an manchen Stellen. Geht das überhaupt? Zu bunt? Bei Astern? Hätte ich mehr Beete, ich hätte noch mehr Astern. Hab mir überlegt, im Frühling ein Herbstbeet zu verschenken. An jemanden, der es auch zu schätzen weiß!


Diese Kombination finde ich grauenvoll, nach dem Sturm aber lag das Pelargonium am Boden, und so stopfte ich es in eine freigewordene Lücke im Kübel. Oder gefällt das jemandem?



Es knallt - mein Herbst ist da! Mittig Aster laevis Arcturus, meine Lieblingsaster. Sie schwebt!













Aster Royal Ruby, sie haut mich um. Was für eine Farbe! Sie ist noch klein, aber im nächsten Jahr wird sie eine große sein. Jetzt kommen wieder die Stürme, und in unserer Gegend sind sie nicht ohne. Da drohen drei große Fichten von Nachbars, wir hoffen, sie werden bald gefällt. Sie sind wirklich seeeehr groß und nicht schön.


Zwei klitzekleine Tütchen mit Osterglocken und Tulpen haben wir in den Beeten versteckt, wenn wir Glück haben, übersieht sie unsere gemeinsame Freundfeindin, die Wühlmaus.

Mittwoch, 14. September 2011

Es herbstelt, Schnecken machen sich breit!

Die ersten zwei Kürbisse sind bei uns eingezogen, sie künden den nahenden Herbst. Oder ist er gar schon da? Altweibersommer - die Spinnen machen im Garten ihre Netze und ich laufe ständig rein, es gruselt mich nicht mehr. Allerdings auf der Terrasse, diese dicke, sie wird nicht meine Freundin, so viel steht fest. Auf dem Pflanzenmarkt im Hessenpark habe ich einige Heucheras erstanden, diese hier ist Marmelade, obwohl ich sie namenlos kaufte. Ich hab aber schon eine, drum weiß ich es. Für zwei Euro namenlos, da macht man nichts verkehrt. Sie wird riesig, wenn sie in gutes Substrat kommt. Heucheras sind völlig problemlos und überleben jeden Winter. Nur einen Feind haben sie: Den Dickmaulrüssler. Ein Mitarbeiter der Erdfirma war hier, natürlich kann ich nichts beweisen, darauf bestand er auch nicht. Wir haben uns auf eine kleine Entschädigung geeinigt, ein Bonbon eben.
Meine schöne Aster Laevis Acturus ist nicht so hoch wie in den sonstigen Jahren, das Frühjahr war zu trocken. Sie schwebt sonst über den anderen Astern, nun ist sie fast gleich hoch mit den Rauhblattastern.


Das Sedum verfärbt sich langsam, die Semperviven ruhen sich aus. Ich verpflanze nun nichts mehr, bzw. ich setze keine neuen Ableger zum Wurzeln ein. Das mache ich im Frühling. Mein Staudengärtner meint, so wäre es gut und meine Erfahrung ist das auch. Der Garten verändert sich, wie in jedem Jahr entstehen neue Bilder. Durch meinen Kopf schwirren bereits neue Ideen, um mir die Arbeit in den Beeten zu erleichtern. Hang ist mörderisch, wirklich!


Diese kleinen Schnecken finde ich täglich vor. Sie besetzen die Terrassenmöbel und hinterlassen ihren Kot. Das passt mir natürlich nicht. Ich sammele sie einzeln ab und werfe sie in hohem Bogen in den vorderen Hang. Manchmal denke ich: Wenn jetzt ein Passant vorbeigeht wundert er sich sicher über die Flugschnecken, eine neue Rasse eben!




Hakonechloa macra aureola, das schöne Gras, wird jährlich ein wenig größer. Ich mag es sehr,wie fast alle meine Gräser. Einige jedoch, die zu breit wurden von den hohen Gräsern, gab ich meiner Tochter, sie braucht Sichtschutz.



Rosen und Fuchsien starten durch, wenn man das bei meinen Rosen so nennen kann. Sie haben es schwer in diesem Garten. Beim Pflanzen einer Rispenhortensie sind wir schon wieder auf Wasser gestoßen, wie immer.



Sempervivum Bedivere, neu erstanden im Hessenpark



ebenso ihre Schwester Bedivere cristata, mit Hahnenkamm.



Auch diese Heuchera aus dem Hessenpark, angeblich heißt sie einfach *Peach*, was sicher nicht stimmt. Es gibt keine Heuchera mit diesem Namen. Sie war nicht billig.



Endlich ein Nestbesetzer. Das Nest ist vom letzten Jahr von unseren Amseln, und der neue Vogel aus dem Hessenpark.




Die Tage werden kürzer, ich miste alte Gartenzeitschriften aus. Es sind sehr viele, zu Kampfgärtnerzeiten kaufte ich vier pro Monat. Jetzt kaufe ich keine mehr, höchstens mal im Urlaub. Lernen kann ich aus ihnen nichts mehr, die Zeit ist vorbei. Ich trete sie denen ab, die noch Infos brauchen. Und reiße gelegentlich eine Adresse oder ein Kochrezept heraus.


Wir haben schon angefangen, hohe Stauden runterzuschneiden, dann wird es nicht soviel auf einmal, wenn es richtig kalt wird. Über den Winter bleiben nur niedere Stauden stehen, die den Boden decken. Ich wünsche allseits einen sonnigen Herbst!

Freitag, 9. September 2011

Foodfestival Abergavenny, Wales, 17.9.-18.9.2011


Lang lang ists her, genau zwei Jahre! Dieser eine Tag im September war einer der Tollsten, die ich in meinen Urlauben erlebt habe. Ein Foodfestival – und das in Wales, wo doch alle sagen, die Briten könnten nicht kochen. Sie können es aber oftmals doch, nur anders, als wir es gewohnt sind. Zugegeben, Fish and Chips sind schon gewöhnungsbedürftig – eine Ansammlung von vielen Kalorien und ebenso viel Fett!
Aaaber – wer das sagt, kennt Scotch eggs noch nicht, oder einen Local Trout, eine einheimische Forelle, die so groß ist, dass sie hinten und vorne über den Teller ragt, dazu Gemüse und Kartoffeln. O.k., mittlerweile frittieren die Briten sogar Mars-Riegel, zuvor allerdings legen sie ihn in eine Art Pfannkuchenteig. Soll gut schmecken, ich hab es noch nicht probiert.




Und dann haben die Briten ja jetzt auch Nigella (Lawson), sexy Köchin im TV, die britische Antwort auf Alfred Biolek (nicht ernst gemeint)! Ich liebe ihre Sendungen über alles, sie kocht sinnlich und ihre oft einfachen Gerichte schmecken mir gut.
Ja, um der Vollständigkeit Willen darf man natürlich Jamie Oliver auch nicht vergessen.




Jetzt bin ich aber vom Thema abgewichen. Abergavenny, ein schönes Städtchen in Wales, walisisch: Y Fenni, liegt im Monmouthshire und genau 10 km von der englischen Grenze weg. Abergavenny hat ca. 14.000 Einwohner.
Wohl gefühlt haben wir uns an diesem sonnigen Tag, sauwohl! Ich wusste eigentlich überhaupt nicht, in welchem der vielen Stände ich mich zuerst vergraben sollte. Der Besuch auf dem Foodfestival hatte zur Folge, dass es im kommenden Jahr 13 Peperonibäume auf der Terrasse gab, den Pflanzen konnte man sie nicht mehr nennen. Noch heute zehren wir davon. Die Menschen waren alle freundlich und heiter, da kam kein Frust auf. Ich erinnere mich mit Grausen an einen gefüllten Hundeknochen, den ich dringend essen musste, mir nachher schlecht von der Sahne war und selbige mir den Arm herunterfloss. So bin ich halt. Grenzenlos gierig. Die Briten lieben Kochbücher, und da kommt man nicht umhin, welche zu kaufen. Schönere Bildbände gibt es kaum.



Neben unzählig leckeren Fressalien gab es natürlich auch Antics, Kruschel, Gitarren und Hüte und die göttlichen Haushaltsgegenstände, an denen ich nie vorbeigehe, ohne irgend ein Küchenutensil zu kaufen.




Das sind natürlich keine wirklichen Schafe, warum sie dort hingen, hat sich mir nicht erschlossen. Hat das einen tieferen Sinn?

















Oben links das sind die Kalorienbomber, von denen ich in jedem GB-Urlaub dringend einen essen muss. Einmal ist keinmal, oder?




Abschließend noch ein paar Links, die es lohnen, angesehen zu werden!




Snowdonia cheese




Schafsmilcheis *grusel*




... und dann noch den Chilipeter ...




Whiskytasting gefällig? Aber gerne doch!







Und dann nochmal alles zum Schmökern, es kann ja doch sein, dass der eine oder andere sich jetzt auf die Socken nach Wales macht!

Mittwoch, 7. September 2011

Trübe Aussichten

Wir hatten ein tolles, sonniges bisweilen heißes Wochenende, haben Gärten und einen Gartenmarkt besucht. Neue Heucheras sind bei mir eingezogen, zwei habe ich schon, wie peinlich. Ich verschenke sie bald weiter!
Im Garten gibt es nicht viel Neues. Man hat einfach Zeit, ihn zu genießen, wenn es nicht regnet. Gestern hat es gestürmt, da gehe ich nicht gerne in den hinteren Garten wegen der hohen angrenzenden Bäume. Einige Sommerblüher in Töpfen sind entsorgt, Kürbisse sind eingezogen und müssen noch ihren Dekoplatz finden, bevor sie in den Suppentopf wandern!


Das hohe Eupatorium (Hintergrund rot) blüht herrlich, durch den vielen Wind mußte ich eine Pflanze komplett aufbinden.


Doch trotz all der Schönheit im Garten und auch anderswo bin ich immer noch sehr wütend und entsetzt über die Dickmaulrüsslerplage, die hier durch Sackerde entstanden ist. Überall dort, wo sie ausgebracht wurde bzw. in Töpfe gefüllt, rüsselt es unglaublich. Zweimal schon haben wir jetzt Nemathoden ausgebracht, der Hersteller der Erden hat Kontakt zu uns aufgenommen und gemeinsam wollen wir den Garten begehen, damit er auch glaubt, dass es aus der Erde kommt, den so viele Zufälle gibt es nicht.


Und dann bekomme ich heute eine Mail der Fuchsiengärtnerei Friedl, die nochmals ihre herrlichen Pflanzen anbietet, bevor der Winter kommt. Frau Friedl verweist hierin auf eine Seite auf ihrer Homepage, die ich euch nicht vorenthalten möchte.




bitte nach unten scrollen. Wenn man bedenkt, wie viele Eier jeder Käfer legt, gruselt es mich vor dem nächsten Jahr. Ich kaufe mir jetzt ein Gerät, mit dem man die Nemathoden direkt beim Gießen verteilen kann, dann muss ich nur noch den Schlauch halten und nicht mehr die vielen Kannen schleppen.




Fast mit schlechtem Gewissen habe ich mir wieder neue Sempervivum gekauft (nicht diese), aber Mr. Wonderful meinte, Semps gehen immer, da brauche ich kein schlechtes Gewissen zu haben. Mal sehen, ob er das auch noch sagt, wenn er die Schalen im Spätherbst wegräumen darf.



Meine Hortensien, hier Limelight, färben sich jetzt ins rosa gehende. Die dicken Blütenköpfe sind fest, man glaubt es kaum. Anschließend werde ich sie verbasteln.



Ach ja, ich hab zwei neue geschenkt bekommen: Hydrangea paniculata *Wims red* und *Vanilla Fraise*.

Donnerstag, 1. September 2011

September - Wetterumschwung

... und schon ist es September. Es war ein Gartenjahr voller Höhen und Tiefen. Jetzt ist das Wetter morgens sehr kühl und am Nachmittag kann man schon wieder im T-Shirt raus. Jetzt gibt es aber kaum noch was zu tun. Ich kann mich also bis zum Abräumen der Beete entspannen.
Die Astern blühen schon fast alle, der Phlox ist bis auf zwei durch. Die Rose Beety Prior legt jetzt nochmal gewaltig los.


Das Helenium ist auch fast abgeblüht, bis auf die Plantaguineas und ihre Kinder blühen auch keine Hostas mehr. Die schöne rotblättrige Cimicifuga hat jetzt die Blüten geöffnet.


Unsere Katze genießt die Sonne, die den ganzen Tag scheint. Sie kommt erst am Abend zu Hause. Viele Astern blühen, eine verschollen geglaubte ist auch wieder da. Herrlich - die Farben passen einfach immer zusammen. Auf unserem Grundstück gibt es auch drei Astern, die hier entstanden sind. Ich liebe sie alle.




Viele meiner Rosen fangen jetzt nochmal richtig an zu blühen, hier Colette.


Phlox Herbstfreude hab ich mir gestern gegönnt (links). Er wird sehr hoch und blüht als letzter zusammen (aber nicht nebeneinander) mit Blue boy. Wunderschöne Blüten!


Die Aster ist hier entstanden. Leycesteria formosa, friert, wie der Name schon preisgibt, jedes Jahr bis zum Boden runter um dann neu aufzuerstehen - ein Halbstrauch eben.

Man darf sich nicht durch die Blüten täuschen lassen, die Fuchsien sind übel dran. Eine habe ich entsorgt.Pilze,wenig Blüten. Dieser Regen war die Pest für meine schönen Pflanzen. Wochenlanger Regen, das kann auch nicht gut sein.



Sanguisorba officinalis blüht sagenhaft. Obwohl ich ihn so schlecht behandelt habe. Eines Tages grub ich ihn aus und stopfte ihn in den Kompost, ich hatte keinen Platz. Genau ein Jahr später beim Umsetzen fanden wir ihn im Kompost, lebend! Da dachte ich, wer so kämpft, hat Besseres verdient. Jetzt sitzt er dort, wohin ergehört - feucht!

Vorsicht - nicht gruseln! Heute morgen habe ich einen Topf Semperviven ausgeleert, der immer weniger wurde. Seit Wochen hatte ich ihn im Auge, die Erde war immer leicht aufgeworfen. Ich fand 9!! Engerlinge von Dickmaulrüsslern in ihm. Man, was hatte ich einen Hals. Nun habe ich den Verdacht, weil die Rüssler in diesem Jahr ganz arg im Garten wüten, dass ich ihn mit 10 Sack Erde, die ich auf dem Beeten verteilte, eingeschleppt habe. Das ist ja gut möglich. Aber gut machen kann ich es nicht, nur Nemathoden gießen. Wir kaufen jetzt vermehrt zertifizierten Kompost bei uns im Werk. Sehr zu empfehlen, weil er kein Unkraut enthält.