Sonntag, 9. Dezember 2012

Ehrenamt im Advent und auch für den Rest des Jahres?

 Kürzlich waren wir auf dem Weihnachtsbasar der Lebenshilfe Gelnhausen und wieder einmal stellte ich fest, was Menschen auf die Beine stellen können - nicht für sich, für andere! Im Ehrenamt.
Menschen für Menschen, die unsere Hilfe gebrauchen können. Als ich dann erfuhr, wieviel erwirtschaftet wurde, war ich einmal mehr begeistert. Grünes haben wir nicht gekauft, weil ich das selber mache. Aber Gestricktes.
 Ehrenamt - mein Leben lang habe ich welche gehabt, seit ich 13 Jahre alt war, meist zwei parallel. Irgendwann sagte ich mir dann: Es reicht. Sollen jetzt die anderen mal ran. Und nun hab ich schon wieder eines, ein Schönes, und es macht mir Spaß.
Aber wo sind sie - die anderen? Die kein Ehrenamt haben und meinen, sie hätten so schon genug zu tun?
In Zeiten wirtschaftlicher Flaute, im Zeichen Europas und allem, was dazugehört, wird das Ehrenamt nötiger denn je, denn die Kassen sind leer, so leer, wie es leerer kaum noch geht.
Wo sind die, deren Kinderzimmer so voller Spielzeug sind, dass sie nicht mehr wissen, was sie zu Weihnachten noch schenken sollen? Jedes Jahr das Gleiche, auch ich muss sehr überlegen, noch ein sinnvolles Geschenk anbringen zu können. Gestern sah ich eine Sendung über Geschenke, da war ein Elternteil sehr bescheiden, dass es trotz sehr gutem Verdienst nur *150 Euro* für ein Geschenk investieren wollte. Viel Geld, finde ich. Viel!
Und dann saß ich in meinem warmen Wohnzimmer, zwischen all meinen Büchern und meinem Ofen und dachte: Mensch, du hast es gut, trotz allem - gut! Du hast gesunde Enkel und Kinder, also ist es recht, dass du wieder ein Ehrenamt hast, obwohl du nicht wolltest.

Ich wünsche euch allen einen schönen zweiten Advent!

Sigrun

Kommentare:

  1. Wir von der Lebenshilfe Würzburg (ChristophorusSchule )haben heute bis Dienstag auch einen Stand auf dem Weihnachtsmarkt in Würzburg. Unser Bastelkreis trifft sich das ganze Jahr einmal im Monat zum Basteln für unsere Kinder. Aber dieses "Ehrenamt" macht ja auch viel Freude und hoffentlich gute Einnahmen bei diesen Gefrierschranktemperaturen.
    Viele Grüße und einen schönen Adventssonntag wünscht Irene

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  2. Ich denke, ein Ehrenamt gibt einem wirklich das Gefühl, gebraucht zu werden, nützlich zu sein...kein Geld diese Welt kann da mithalten! Ich habe mir fest vorgenommen, wenn die Kinder größer sind, mich auch für ein Ehrenamt hier in unserer Gemeinde umzusehen! Einen schönen zweiten Advent wünscht Lotta.

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  3. liebe Sigrun
    Du hast komplett recht.
    da es uns momentan jedoch neben Job und Kids nicht im grossen Rahmen möglich ist freiwilligenarbeit zu leisten, so spenden wir wenigstens regelmässig einen Teil an wohltätige Institutionen in der Nähe. Da weiss ich wos geld hinkommt und was damit gemacht wird.
    Ich hoffe ihr habt den Markt genossen.
    Grüess Pascale

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  4. Es ist zum Teil wirklich faszinierend, was durch Ehrenämter alles geschafft wird! Ich habe auch seit meiner Jugend immer wieder diverse Ehrenämter und das ist gut so! Gestern war ich z. B. in einer Veranstaltung für die Indienhilfe, die hier komplett ehrenamtlich organisiert wird! Es wurden Teile aus 4 Musicals aufgeführt und die Zuschauer konnte "ersteigern", ob die Geschichte gut oder schlecht ausgehen sollte! Eine witzige Idee!!!
    Viele Grüße von
    Margit

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  5. Liebe Sigrun
    Ja, das habe ich auch so manche Jahre gemacht.... Für Ehrenämter findet man auch bei uns immer weniger Leute und mir geht's gleich.... auch ich mach heute noch zwischendurch immer wieder solche Freiwilligenarbeit. Einfach weniger als früher.
    Ich wünsche Dir einen gemütlichen Sonntag und grüsse Dich herzlichst Yvonne

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  6. Hm, bin ich jetzt ein schlechter Mensch weil ich noch nie ein Ehrenamt hatte? Oder zählen Elternbeirat im KiGa und in der Schule auch dazu? Das hab ich ich nämlich jahrelang gemacht und nicht nur bei einem Kind! Ansonsten bin ich für diese Art Ämter eher weniger geeignet, da ist mein Helfer-Gen irgendwie ein wenig verkümmert.....

    LG Lis

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  7. Liebe Sigrun,
    Du hast völlig Recht mit Deinen Gedanken! Wenn man/ich auch zunächst die Wut darüber beiseite schieben muß, WARUM eigentlich immer weniger Geld für die Bedürfnisse von uns Bürgern da ist!Unsere Wirtschaft funktioniert doch, Deutschland ist ständig Rekordweltmeister und wir Bürger zahlten 2012 Rekordsteuern. Man kann das Thema hier sicher nicht ausdiskutieren. Aber ich fand es im neuen Buch der Tochter von Altkanzler Helmut Schmidt ziemlich transparent analysiert, wie viel und trotz "Bankenkrise" mehr denn je von unserem Geld z.B. an Banken geht und in Boni für diejenigen fließt, die sowieso schon üppig haben.
    Entschuldige, wenn das wenig feierliche Gedanken sind! Ich bin ja trotzdem für Deinen Weg! Und da muß sich wohl jeder seine Themen raussuchen. Mit einer Freundin zusammen füttern wir seit Jahren eine heimatlose Katzensippe, lassen sterilisieren, vermitteln Jungkätzchen. Weil wir Tiere lieben und weil das ein kleines, diskretes Elend ist, was auf dem Dorf oft nicht so gesehen wird.
    Zugunsten von Mitmenschen habe ich zwar gerade kein Ehrenamt, aber, obwohl ich im Sommer mit meinen 65 Jahren in Rente gegangen bin, habe ich jetzt wieder angefangen, mit meinem know how Firmen zu unterstützen und sehe das auch als meinen kleinen Beitrag, Arbeitsplätze zu sichern.
    Und grundsätzlich: sich umeinander zu kümmern, als Mütter, Großmütter, Nachbarn, Kollegen u.s.w., das finde ich einen sehr wichtigen Beitrag von uns allen!
    Verzeih´, daß ich etwas redselig geworden bin, das Wort zum Sonntag sollte es nicht werden, aber einen ganz schönen Adventssonntag wünsche ich Dir!
    Herzliche Grüße
    Christel

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  8. Liebe Sigrun,
    ein sehr ans Herz gehender Post, aber sooooo wahr. Ich merke immer wieder, was ein Ehrenamt auch für mich bringt: Kontakte zu anderen, die ich vorher nicht kannte, neue Handarbeitstechniken, denn jeder kann etwas anderes, versucht etwas anderes.
    Du hast recht, ja es geht uns doch eigentlich sehr gut, der Flammen im Ofen sind herrlich anzuschauen, und man kann seinen Tag genießen.
    In diesem Sinne Dir eien schönen 2. Advent und liebe Grüße
    Roswitha

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  9. Hallo Sigrund
    Sehr schön geschrieben! Du hast völlig recht, mit den Geschenken wird oftmals einfach völlig übertrieben, man kennt fast keine Grenzen mehr. Man schenkt einer 10 Jährigen bereits ein I-Phone... da habe ich echt etwas Mühe mit. Ein bisschen Back to the roots wäre da schon nicht schlecht.
    Finde ich toll, dass Du ein Ehrenamt inne hast. Ich hatte auch eines bis September... naja, vielleicht nehme ich irgendwann auch wieder eines an, aber im Moment brauche ich noch ein Päuschen.
    Du hast recht, wir können wirklich dankbar sein, für das was wir alles haben. Alleine schon gesund zu sein, ist doch eines der grössten Geschenke.
    In diesem Sinne habe einen gemütlichen und besinnlichen 2. Advent.
    En liebe Gruess
    Alex

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  10. Liebe Sigrun,
    Tja, das ist so ein Thema :-)
    Mein Mann sagt immer, wieso überhäufst du
    dich immer mit soviel zusätzlichen Zeugs, wenn
    du hinterher fix und fertig bist? Aber so ist es eben,
    die Leute fragen und ich kann einfach nicht nein
    sagen :-) und, wenn ich was mache dann immer richtig!
    Ich freue mich einfach, wenn ich was helfen kann :-)
    Ganz viele liebe Adventsgrüße Urte

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  11. Hallo Sigrun ist schon eine tolle Sache sich so einzusetzen.Finde ich gut das du das alles machst.Sind sowieso immer die gleichen die irgendwas machen und andere helfen.
    Schade -----------------das wenige Menschen so eingestellst sind wie du.
    Jedenfalls gab es schöne Sachen auf dem Bazar da findet jeder was und tut ein gutes WErk.
    Schönen gemütlichen Adventssonntag und liebe GRÜße Jana.

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  12. Ohne Ehrenämter wären wir wohl alle aufgeschmissen! Trotzdem habe ich keines, und das ganz bewusst. Wir hatten 15 Jahre Hauptämter bei einer der großen Kirchen inne. Da bekommt man ganz automatisch gleich die Ehrenämter mitgeliefert (war jedenfalls dort so). Da kamen dann pro Tag gerne 15 - 16 Stunden zusammen. Auch Samstag und Sonntag.

    Als ich in Rente ging, habe ich mir geschworen, dass ich kein Ehrenamt mehr annehmen werde. Und dabei ist's geblieben.

    Was die sinnvollen Geschenke anlangt, bei uns gibt es in der Hauptsache Bücher und jemand wünschte sich ein selbst gebautes Hochbeet. Dieser Wunsch wird gerne erfüllt.

    Schönen 2. Advent, Brigitte

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  13. Auf die Gefahr hin, dass das nicht gern gelesen wird, muss ich nun doch auch noch einen Wehrmutstropfen abgeben: ich habe eine Freundin die Bibliothekarin ist - eine studierte. Die findet in ihrem Beruf keine Stelle mehr, weil es so viele Ehrenamtliche gibt, die diese Arbeit unentgeltlich machen. Ich habe zwar großen Respekt davor, was viele Ehrenamtliche leisten, aber ich finde, damit werden eben oft auch Kosten ganz bewusst eingespart. Und das ist nicht immer richtig.
    LG von Ute

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  14. Liebe Sigrun,
    was wären wir nur ohne die ganzen Ehrenämtler, vieles würde nicht so reibungslos funktionieren. Ich finde es klasse, wenn du dich bei der Lebenshilfe einsetzt und wünsche dir viel Spass dabei. Ich habe zur Zeit nur ein relativ kleines Ehrenamt, aber sobald ich in Rente bin möchte ich mich wieder mehr einbringen.

    Ganz liebe Grüße
    Dagmar

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  15. Liebe Sigrun
    So schön und liebevoll dargestellt von ehrenamtlichen HelferInnen der Weihnachtsbasar. Da gibt man gerne ein wenig mehr aus als geplant war. Das ist so eine Sache mit dem Ehrenamt. Ich helfe auch ehrenamtlich in einem Seniorenheim, das wissen nur ganz wenige und wenn dann heben sie die Augenbraue und sagen: was Du... wieso... ich sage: wieso nicht ich, auch Du könntest etwas machen. Es gibt so viele Lebensbereiche wo man sich stundenweise Einsetzen kann. Auf jedenfall freue ich mich immer auf die Begegnungen mit den SeniorenInnen und es entstehen meist gute Gespräche.

    Ich wünsche dir eine gute Woche.

    Herzliche Grüsse
    Elisabeth

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  16. Ute, ich verstehe genau was du meinst und ich teile deine Meinung auch, ich bin in manchen Bereichen dagegen, Ehrenämtler einzusetzen.

    @ all: Nicht dass da Mißverständnisse aufkommen: Ich habe kein Amt bei der Lebenshilfe ich war dort Gast. Mein Amt ist woanders.

    Sigrun

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