Samstag, 31. März 2012

Keine Lust auf Frust

Was für eine Frust - und darauf gar keine Lust. Nach dem langen Winter habe ich so viele Verluste im Garten wie noch nie. Ein Highlight allerdings ist das Veilchen auf dem obigen Bild, es duftet auch - wie mir jemand sagte, der mit der Nase bis auf den Boden kommt! Bei meinen täglichen Rundgängen wird die Liste der Verstorbenen immer länger, es ist sehr frustrierend, zumal manche Sachen gar nicht so einfach wieder zu kaufen sind, weil sie von weit herkommen. Ich sage mir dann: Jeder entstandene freie Platz ist eine Chance für Neues!

Für meinen neuen Außenanschluss (den zweiten) habe ich einen schönen Schlauch gekauft und mit der Fee Kapuzinerkresse in gelb, wie ich sie noch nie gesehen habe, zerzauselt irgendwie. Ich will sie mal ausprobieren.

Eine Liste zum Heulen:

6 Rosen
11 Phloxe, mindestens
6 Brunneras
?? Hellis alle runtergefroren, mal sehen, ob die wieder kommen
6 Geranium bis jetzt
1 Hosta bis jetzt
1 Hemerocallis
8 Heucheras
2 Corydalis
6 Monarden
1 Astilbe
3 Tiarella
3 Echinacea
Viola labradorica

Totalausfall bei Geranium hatte ich noch nie. Sorten, die als unverwüstlich gelten - erfroren. Ich bin fassungslos. Meine frischgesetzten Brunneras am ehemaligen Kompostplatz sind bis auf zwei gar nicht erst erschienen. Zwei Brunnera Betty Bovering blühend in weiß - auch nicht mehr da. Da kommt auch nichts, ich hab gegraben. An unterschiedlichen Stellen im Garten, man stelle sich das mal vor!

Wie ich erfahren habe, sieht es bei den Staudengärtnern auch ganz schlecht aus, meinen habe ich besucht und schon mal angefangen, Nachschub zu kaufen. Er tut mir leid, so viele tote Kulturen, ein Jammertal.

Wenn jemand eine wirklich gute Brunnera sucht: Jack Frost! Sie steht wie eine eins, ich hab gleich noch eine gekauft.


Im Ort gibt es viele schöne Sachen zu kaufen, alles Gewächshauskulturen, nichts für mich. Ich kaufe gerne beim Staudengärtner direkt. Da weiß ich, es ist winterfest - außer in diesem Jahr, da ist alles anders.

Magnolia Stellata steckt mir jetzt noch in der Nase, ich habe zwei ältere Exemplare bei einem Mac Donalds gesehen, wie weiße Sterne, die vom Himmel fallen.


In der Baumschule meines Vertrauens habe ich Einiges geparkt, bis das neue Beet mal fertig ist, aber das dauert noch.

Die nächsten zwei Wochen werden kalt , und manchmal auch frostig. Es ist erst März, sagt mein Gärtner. Wir vergessen das gerne, wenn die Sonne scheint.


Aber welcher GartenliebhaberIn will schon bis Mai warten? Auf der Fensterbank gedeihen die Peperonis, heute stäbe ich sie. Auf dem Hochbeet bricht gerade der neue Spinat die Saatrille auf, ich freue mich - auf ihn und auf frostfreie Zeiten.


Euch wünsche ich eine schöne Zeit - für kühle Zeiten gibt es herrliche Bildbände über Gärten.


Sigrun

Sonntag, 25. März 2012

Nymans

Ende April, Nymans, ein wunderschönes Anwesen des National Trust. Die letzte dort wohnhafte Familie, Familie Messel, kam aus Darmstadt, nicht sehr weit von hier. Sie waren Planthunter, eine Ausstellung mit Fotos und Erklärungen belegt das. Das Gebäude brannte später nieder, nur ein kleiner Teil wurde für die Touristen wieder hergerichtet, ein Zimmer mit einer Bibliothek - very british!


Oben zu sehen: Viburnum x burkwoodii 'Mohawk', ein wunderschöner Strauch!

Die Gärtner waren fleißig bei der Arbeit, wie das wohl in jedem Garten zu dieser Zeit normal ist.




Ich mag hohe Mauern, hier hinter einem großen Feld lila Kugelprimeln.

Blick durch eine Tür - herrlich!

Diese Bänke hätte ich am Liebsten eingesackt, ich denke, später werden sie entweder ausgeräumt oder mit Pflanzenkübeln rundherum dekoriert.



Überall Azaleen und Rhodos, in allen Größen. Die Rhododendronbäume versetzen mich immer wieder in Erstaunen, man muss den Kopf hoch heben, um in ihre Blüten sehen zu können.







Für Besucher hat man ein Kricketfeld errichtet. Da ich aber die Regeln nicht kenne und ich mich traute mitzumachen, bleiben die Spieler allein.




Beginn einer Stumpery? Wie herrlich ist es, wenn eine Staude die Möglichkeit hat, sich auszubreiten und nicht wie bei mir, ständig Begrenzung in ihrem Ausbreitungsdrang zu erfahren.

Ruinen, Eibenhecke, ich wünschte, ich könnte so schneiden.






C'est moi - beim Shoppen, kein Pflanzenjäger, nicht dort. Aber ein Teekannenjäger!

Dienstag, 20. März 2012

Vitamin D pur ...

Ich hab rote Backen, Sonne pur - Vitamin D für die nächsten zwei Wochen, mindestens! Das ist so wichtig, damit es einem gut geht. Hab ich grad wieder gelesen in meinem neuen Buch, das ich im letzten Beitrag erwähnt habe. Es ist ausgelesen. Der Garten lebt - aber wie! Nach dem Regen sprießt es nur so aus allen Ecken - die Sträucher haben größere Knospen bekommen, das Lungenkraut blüht (noch nicht alles), die Krokusse geben ihr Letztes - ein Garten ganz in lila!
Der Zahn der Zeit nagt an meinem kleinen Gnom, an mir auch - aber was macht es schon. Über den Winter ist die frisch bepflanzte Napfkuchenform verrostet, jetzt kann ich sie verschenken. Vorher war sie mir zu *sauber*
Unten links ein Sempervivum, ein Sämling von *Schwarzer Peter*



Es summt und brummt in allen Ecken, Hummeln, Ameisennester (die brummen nicht) und viele viele Schmetterlinge tummeln sich im Garten.



Heute habe ich entgegen meinen Versprechungen mir selbst gegenüber zwei Steigen getopft - aber ich bin entschuldigt, es war eine Auftragsarbeit. Ich bin der geborene Vermehrer - und entdecke, wie Mr. Wonderful immer entrüstet feststellt, aus 100 Meter einen klitzekleinen Löwenzahn, den er dann im Hang entfernen soll. Er steht direkt drüber - und sieht ihn nicht. Männer haben einen eingeschränkten Blickwinkel! ;))





In diesem Sinne, laßt es euch gut gehen! Die Scholle ruft, ich muss weitermachen.

Donnerstag, 15. März 2012

Frühsommer bei Gaissmayer

Im Mai wars dann auch wieder soweit, Ende Mai. Wir fuhren in den Süden, und wie immer muss ich dann der Staudengärtnerei Gaissmayer in Illertissen einen Besuch abstatten. Ich liebe den Einfallsreichtum, seinen oder den der Mitarbeiter, wer immer die Dekorationen macht - ich weiß es nicht.


Das kleine Cafe war noch geschlossen, es war sehr früh am Tag.



Mit einer Gartenfreundin sind wir durch die Pflanzenquartiere gezogen und haben fotografiert. Papaver Orientale blühte gerade, es waren viele. Die Knalligen würde ich mir nicht in den Garten holen, die anderen schon. Es kommt halt immer darauf an, wo es hinpasst.

Wie ich jetzt bei ihm las, ist es Zeit, die Pfingstrosen zu bestellen. Sonst sind die guten Sorten ausverkauft. Und nein, ich arbeite nicht dort und bekomme keine Provision. Es ist mir aber ein Anliegen, GärtnerInnen dazu zu bringen, anstatt im Gartenmarkt doch mal beim Staudengärtner vorbeizusehen, das Angebot ist dort so vielseitig und man wird sooo gut beraten. Ich kaufe nur noch direkt beim Staudengärtner, eigentlich schon seit ich weiß, dass es diesen Beruf gibt.



Brunnera Jack Frost oben links kann ich nur empfehlen. Es ist die beste Brunnera, die es für mich gibt. Sie samt sich willig aus und besiedelt große Flächen, wenn man sie läßt. Im Frühling geht man mit dem Rechen drüber, fertig! Man muss nichts zurückschneiden.



Diesen Eisbecher habe ich für Lis mitgebracht, aus Illertissen, um ihr den Mund wässrig zu machen. Sie weiß schon, woher er ist. Nirgendwo habe ich in Bayern, wo wir anschließend waren, ein so gutes Spaghetti Carbonara bekommen, ich fahre extra deswegen wieder nach Illertissen, und zu Gaissmayer natürlich, das versteht sich.


Aschließend möchte ich noch zwei Dinge erwähnen:


Gestern fand ich beim Lesen meines neuen Buches Dieter Gaissmayer wieder, lobend erwähnt von einem Lebensmitteljournalisten. Gaissmayer ist der Einzige der in diesem Buch gut wegkommt. Vorhin habe ich eingekauft, und genau darauf geachtet, dass ich das Richtige kaufe!


Doch lest selbst:


Vom Verzehr wird abgeraten, Hans-Ulrich Grimm


Wie uns die Industrie mit Gesundheitsnahrung krank macht.



Vielen vielen Dank für die rege Diskussion zum Thema Pinterest in meinem letzten Beitrag, es war schön, dass auch Frauen sich äußerten, die sonst nicht hierher kommen.


Meine Meinung zu dem Ganzen hat sich nicht geändert. In meiner Kindheit hat man mir beigebracht, sich nicht mit fremden Federn zu schmücken, so will ich es doch auch weiter halten!

Dienstag, 13. März 2012

Geklaute Bilder

Hallo an alle,

könnt ihr mir mal erklären, was das soll?

Jemand hat einfach meine Bilder genommen und woanders hingepinnt! Ist das rechtlich erlaubt? Ich denke mal nicht! Ich bin sauer, jetzt weiß ich wieder, weshalb ich meine Bilder immer kennzeichne.

Hat jemand schon mal was von pinterest gehört? Ich jedenfalls nicht, ich bin eigentlich nicht so im Netz unterwegs. Was würdet ihr tun?

Sigrun

Sonntag, 11. März 2012

Sonntag am Hang

Sonntag, wenig Zeit - doch eine Stunde mußte sein! Alle Stauden müssen nach und nach zurückgeschnitten werden, der Hahnenfuß muss raus. Zu meinem wirklichen Schrecken fand Mr. Wonderful unter drei ausgegrabenen Rosen, die den Winter nicht überlebten, Riesenwurzeln vom weißen Felberich, Lysimachia Clethroides. Gruselig, einen Durchmesser von 50 cm pro Stück!


Die ganze Ecke wird jetzt umgegraben, vorher die Pflanzen raus, damit sich das Teufelszeug nicht mehr so verbreitet!

Ich zeig euch oben meine Neuerwerbung, Galanthus *Magnet*. Zwei Töpfchen hab ich mir vom Staudengärtner mitgenommen und ins große Hostabeet gesetzt. Mögen sie sich in Stille vermehren!

Übrigens: Ich weiß nicht mehr, wer mir damals die Lysimachia gegeben hat, er/sie muss mich wirklich gehaßt haben!;)) Und falls ich sie mal weitergegeben habe, geschah dies ohne Absicht - ich wußte es noch nicht besser.

Der Name dieses Schneeglöckchens ist mir grade nicht gegenwärtig und somit nicht wichtig - es ist nur riesig im Vergleich meiner normalen Glöckchen!

Der Winter hatte es doch tatsächlich in sich, soo viele Rosen sind komplett abgestorben, da erholt sich nichts mehr. Nach nunmehr zwölf Jahren hier habe ich entschieden, dass keine Neuen bzw. nur noch alte Rosen gekauft werden, die als sehr winterhart gekennzeichnet sind. Und so habe ich auch gleich drei neue geordert!


Es soll in den nächsten Tagen wärmer werden, ich wünsche uns allen ein gutes Gartenwetter!


Grüße vom Hang

Mittwoch, 7. März 2012

Garten der Besinnung - ein Garten in Oberbayern

Maites Garten liegt in Oberbayern, das Kontrastprogramm zu einem Bauerngarten zum Beispiel. Lange dachte ich über einen Blogtitel nach, bis Mr. W. aus dem Hintergrund rief: Garten der Besinnung! Ja, das trifft es punktgenau.
Maites Garten bietet in jeder Ecke etwas Besonderes, die Zeit dort war für mich viel zu kurz, um ihn richtig zu erkunden. Wenn ich mir die Bilder ansehe, fällt mir immer etwas Neues auf, aber es ist nicht genug, Bilder sind eben nur Bilder, und alles habe ich auch nicht aufgenommen. Der Garten ist ein Spiegel ihrer Seele.


Die Gartenkinder passen nirgendwohin so gut wie in diesen Garten, sie haben einen direkten Bezug zu der Gartenbesitzerin.


Ruhig ist er, dieser Garten - ich hab mich sofort wohlgefühlt. Grün ist er, nicht so bunt wie mein eigener. Ich hätte auch gern einen ruhigeren Garten, aber das ist hier schlecht machbar.




Ich mag das Asiatische, wenn es passt. Einfach irgendwo in einen normalen Garten eine Asiaecke, das passt für mich nicht. Maites Garten ist durchdrungen von diesen Geist, das habe ich sofort gespürt.



Versteht ihr, was ich meine?



Herrlich ist es, eine Vollblutbayerin in diesem Garten den bayrischen Dialekt sprechen zu hören. Eigentlich erwartet man ganz etwas anderes ...




Doch vergißt sie ihre Herkunft nicht, es gibt im Garten auch altes bayrisches Handgerät.


Es gibt auch eine Fotografie von uns beiden, in diesem stillen Garten - aber die ist geheim, geht nur uns was an - und Mucki, den Kater.

Auf der Heimfahrt zu unserer (Ferien)wohnung sah es dann so aus, ruckzuck war es schwarz, es kündigte sich ein Unwetter an, sie haben es auch angekündigt. Allein - das Unwetter kam nicht. Die Eile war umsonst. Übrigens: Die Bilder sind vom Mai!

Sonntag, 4. März 2012

Frankfurt Messe - Land & Genuss


Hm, lecker, kann ich euch sagen! Ich genieße nämlich gerade - wie gut dass mich keiner sehen kann. Wir waren in Frankfurt auf der Messe *Land & Genuss*. Eigentlich wußten weder wir noch meine Tochter, was genau uns erwartete. Macht euch einfach selbst ein Bild, ich erklär ein wenig, was wir gesehen haben.


Der Parkplatz war gut zu erreichen, alles war ausgeschildert. Es gab auch keine Schlangen an den Kassen.

Ich muss gleich sagen, viele Pflanzen gab es nicht, es war ja auch keine Gartenmesse. Für mich war es eine Genussmittel- und Werbung-für-Landurlaub-Messe, in erster Linie.


Italien mit hochwertigen Produkten - ich liebe sie - war seeehr vertreten. Teils fühlte ich mich wie in der Toscana, das hab ich auch gesagt.





Die Schäferei Krauthan war auch vertreten, ich möchte doch gleich mal etwas Werbung für unsere Region machen!




Prinzipiell war ich schon vom Probieren satt, als Mr. W. zum Essen lud. Genießen konnte man u. a. an einem Biostand, alles vegetarisch, wir aßen warm.


Freudig begrüßte ich den Senf aus Monschau - und kaufte einen Topf mit Feigensenf - wie immer!

Die Gärtnerei Löwer war auf einem großen Terrain vertreten, hier durch Herrn Ingo Bohl, der einen interessanten Vortrag hielt. Zu sehen gab es Kräuter, Frühlingspflanzen, Hochbeete als Anregung für den eigenen Garten etc.


Hochwertige Schokoladen, Scheren, Samen, von allem gab es etwas. Verschiedene Regionen aus Deutschland warben für Urlaub auf dem Lande, die Stände habe ich nicht speziell fotografiert, weil es mich nicht interessierte. Wenn ich dort Prospekte mitnehme, versanden sie bei mir. Ich beschäftige mich erst mit einer Region, wenn ich mich für einen Urlaub dort wirklich interessiere. Auch die Weinstände, von denen es zahlreiche gab, habe ich erfolgreich umschifft, ich kann nicht um 11.00 Uhr vormittags Wein probieren.





Für die Kleinen gab es Ferkel und Kälber, auch ein Pferd und Kühe, jedoch nehme ich an, dass dies nicht das Ziel der Messe war, denn kein Landwirt kauft auf einer Genussmittelmesse z. B. einen hochwertigen Traktor.


Unsere Ausbeute: Cantucini, Feigensenf, Chilipulver (von denen ich probiere, ob die Saat vielleicht hier keimt), zwei Scheren für den Garten, und .... hm, sowas von lecker - Köstlichkeiten vom Stand des Herrn unten, er ließ sich bereitwillig fotografieren, der Werbung wegen. Ich fühlte mich noch einmal wie in der Toscana, wobei ich blind auf die Auslagen starrte, völlig übersehend, dass die Produkte wirklich alle aus der Toscana kamen.


Mandelgebäck aus Italien, ohne Milch, ohne Mehl, ohne Butter. Das Beste, was ich je gegessen habe. Zwei Stück habe ich geschafft, sie sind sehr sättigend, die restlichen heben wir uns für später auf!


Insgesamt können wir sagen, es war schön - aber unsere Erwartungen haben sich nicht ganz erfüllt. Das Wort *Land* impliziert für mich mehr - mehr Tiere, mehr nichtessbare Produkte,
mehr hessische Anbieter, die ich auch privat erreichen kann. Vermutlich ist aber für einen kleinen hessischen Betrieb die Standgebühr und alles, was damit verbunden ist, viel zu hoch.


Die nächste Messe wird für uns eine Gartenmesse sein, aber in zwei Jahren gehen wir sicher wieder auf Genusstour nach Frankfurt! Vielleicht ist dann auch das Wetter besser und wir können am Main flanieren, damit die gefutterten Kalorien der hochwertigen Köstlichkeiten gleich ein bisschen verarbeitet werden!