Freitag, 29. Juni 2012

Tweed im Garten?


Darf ich vorstellen? Mein Lieblingsbuch der Woche - in einem Rutsch durchgelesen, es sind auch sehr viele Bilder drin. Man findet bekannte Namen, versteht plötzlich, warum eine Pflanze sooo und nicht anders heißt und lebt förmlich in diesem Buch mit! Ich kann es wärmstens empfehlen, gibts beim Buchhändler meines Vertrauens *Amazon* auch als gebrauchte Bücher, sprich man kauft *wie neu* und ist damit gut bedient, in der Regel ist es ein neues Buch.
Sie sind wieder da, meine überwinterten Lieblinge, die Fuchsien von Rosi Friedl. Nochmal möchte ich sie aber nicht zum Überwintern weggeben, es ist doch eine arge Arbeit, für den der sich ihrer annimmt. Ich kauf dann lieber zwei neue.



Die Fruchtstände finde ich auch sensationell, sie sind bei der hellrosa oben so groß wie eine Sauerkirsche, nur lang.

Die weiße, meine Liebste, wurde schon am Tag ihrer Heimkehr von einem Dickmaulrüssler angefallen, sie hat sich wohl aber gewehrt, sie lebt noch.



Hemerocallis, ein Schock selbst für mich, die schöne Cartwheels, farblich zwischen dunkelgelb und orange, sensationell, nur leider mal wieder in die Ecke gedrängt, weil mir der Platz fehlt.


... noch eine, hier mit Rose Colette, schon leicht von der Sonne heute verglüht. Wir warten minütlich auf ein Gewitter, es darf durchaus etwas regnen, ich habe trotzdem heute schon die neuen Bäume und Sträucher gewässert, weil der Zierapfel seine wunderschönen Früchte abgeworfen hat, ein sicheres Zeichen dafür, dass er mit mir meckert!


Der gute *Charles Austin* macht seinen Namen Ehre, er ist das Highlight am Treppenaufgang, aber nicht mehr lange, es ist der letzte blühende Zweig.


Hoffentlich kommt morgen das nächste Buch, ich kann es nicht erwarten. Momentan sind Gartenbücher angesagt!

Montag, 25. Juni 2012

Quer durch den Garten!

Quer durch den Garten ... kann man essen, schnippeln, fotografieren, jäten. Die Tomaten sind gekauft, aber das Grüne, alles, wächst bei uns. Das Basilikum halte ich auf der Wohnzimmerfensterbank, immer zwei Töpfe, damit ich ständig ernten kann. Ich verwende mehrere Samensorten. Zimt, Zitrone etc. Selbst die schwarze Kapuzinerkresse kann man essen! Allerdings ist mein Hochbeet eine einzige grünrote Masse, viel zu voll durch das enorme Blattwachstum in diesem Jahr. Ganz leise hat sich ein Muskatellersalbeisamen breit gemacht, jetzt blüht er schon ...

Edit: Natürlich ist es keine schwarze Kapukresse, es ist eine Petunie. Weiß der Deibel, was mich da geritten hat! *schäm*

Ganz oben links, *heul*, dieses Jahr ausgesät aus einem Samen aus England eine rote Rudbeckie, gestern Abend abgebrochen im Sturm. Nun steht sie in der Küche in einem Glas. Adé Samen!
Die Fuchsien, die mir eine freundliche Gärtnerin überwintert hat, blühen bereits und die Rosen sind fast duch, unten links Charles Austin, rechts New Dawn am Rosenbogen.
In der Mitte links Yellow Polka Dot Bikini und rechts Abby, beides sehr wüchsige Hostas.



*Beetroot* heißt die schöne rote Campanula punctata, sie ist aber eher rosa, im letzten Jahr war sie wirklich in der Farbe von *Roten Beeten*, rechts *Kent Bells*



Die Geraniumblüte gehört zu einer Colageranie, wieder so ein neumodisches Zeug, was nach Cola riecht. Gegessen habe ich die Duftgeranie noch nicht.


Gestern war Sturm mit Regen, so Vieles im Garten wurde einfach umgehauen, heute hatten wir unsere liebe Mühe mit dem Anbinden, einiges allerdings ist unwiderbringlich verloren.


Oben Mitte Hemerocallis *Pandoras Box* und unten eine Blüte einer selbstausgesäten Hosta, mit Duft, blaues Blatt.


Neu gepflanzt blüht dreifach die Rose *Jaques Cartier* links und rechts der Rambler *Kir Royal* am Obelisken.


Es regnet viel, der Rasen ist noch grün. Das Wetter ist, wie es ist. Bald bestellen wir Brennholz für den nächsten Winter, heute schon ist die Heizung wieder an, weil ich so friere bei dieser Kälte. Ehrlich gesagt ist mir das lieber als 30 Grad und pralle Sonne. Ich wünsche euch eine schöne Gartenwoche!

Freitag, 15. Juni 2012

Es war da ...

Ihr kennt das doch sicher alle: Man hat vor dem geistigen Auge ein Bild, wie es sein soll, man ist gewöhnt an einen bestimmten Anblick, wenn man durch den Flur läuft, man schaut aus dem Badezimmerfenster und alles ist grün - grün? Heute war es braun. Ich konnte meinen Augen nicht glauben, das Hirn befahl: Ignorieren, was nicht sein darf, kann nicht sein! Und doch - es war braun - ES war da, und ES war nicht geneigt, zu verschwinden! ES kommt auf langen Haxen daher, springt über Zäune, frißt alles ab was mir und meiner Nachbarin liebt ist und schmeckt angeblich lecker, mir aber nicht! (oben Rose Colette, besonders schmackhaft)
Schon angezogen fürs Gassigehen, warf ich all mein Gepäck in die Ecke und sprang in den Garten, sämtliche Bandscheiben völlig ignorierend und klatschte und schrie, was die Lunge hergab. Sie hat ein enormes Volumen - wenn man mich reizt!
ES liebt den Salat meiner Nachbarin, und sie hat ein ganzes Beet voll, danach kommt es zum Dessert zu mir und meinen Rosen.
ES liebt keine Hostas, und somit erübrigt sich die Frage, warum ich so viele habe. ES mag auch keine Hortensien, also werde ich mehr davon anpflanzen. Phlox hingegen mag ES so sehr, dass in manchen Gärten keiner mehr steht. Nur bei mir, wegen der Lunge und so ...


Moni hatte nach dem Stachys gefragt, nun blüht er, es ist Stachys macrantha superba. Schön ist er, ES war noch nicht da.

Das rote Geranium hat sich durch die rote Bank gemogelt, noch blüht es, aber ES mag Geranium im Frühstadium sehr, ebenso die Rose *Belle sans Flatterie*.


Charles Austin, noch unversehrt

jedoch am Rosenbogen sind drei frische Triebe von *American Pillar*, einem Rambler, abgefressen, noch bevor sie sich hochschieben konnten.

New Dawn hat es geschafft, sie kam hoch und blüht!

Wo waren wir gerade? Ach so, das Lungenvolumen. Als ich mit Schreien und Toben fertig war, war das Reh immer noch bei Nachbars. Es läßt sich nicht von Hunden und nicht von Katzen beeindrucken, und ich kann ja schlecht rüberhüpfen, das verbietet meine Erziehung. Außerdem krieg ich das Beinchen nicht so hoch.


Als ich endgültig das Haus verließ, stand das Reh immer blöd da und grinste hämisch, als ich zu schreien anhub. Es grinste, ihr könnt es glauben.


Oben rechts *Madame Knorr* unten die völlig erblühte *Jaques Cartier*

Aber an *Ghislaine de Feligonde* kommt ES nicht ran, sie steht vorne am Aufgang, das wäre zu öffentlich. Aber wer weiß ...

Nun habe ich mir aber im Angesicht völliger Machtlosigkeit etwas überlegt, was ich tun kann. Mäuse turnen vor meiner Nase, ohne sich am Störsender zu stören. Sie winken mir munter aus dem Mauerritzen zu, meine Katzen fangen welche, aber nicht genug. Bei der letzten Wühlmaus bin ich mir sicher, dass sie mir den Mittelfingergezeigt hat. Wofür habe ich das Geld ausgegeben? Für nichts. ES macht mich fertig, alle sind gegen mich.

Das kann ich nicht zulassen, am Ende brauche ich einen Psychiater. ES hat direkt vor meinem Fenster seine Losung hinterlassen und meine Kletterrose gefressen. Ich muss reagieren, ich brauche zwei Meter hohe Zäune, Stacheldraht, Selbstschussanlagen und einen Vorderlader. Das seht ihr doch auch so???

Montag, 11. Juni 2012

Es ist nicht alles Gold, was glänzt!

Golden strahlt mich der Mangold auf meinem Hochbeet an, doch es ist nicht alles Gold was glänzt, so jedenfalls sieht es der mir Angetraute. Oben possiert er über dem Mangold im Klostergarten, zuvor allerdings meinte er: Ich hasse Mangold! Es ist fast wie ein Spiel - stehe ich vor meinem Hochbeet und bestaune den gelben Mangold (bunten habe ich nicht in diesem Jahr) tönt von hinten der Standardsatz: Ich hasse .... bla bla bla. Er ißt ihn DOCH- weil er es gar nicht bemerkt, wenn ich ihn unter dem Gemüse verstecke!
Nun wollen wir zum eigentlichen Thema kommen,weswegen ich eigentlich hier bin, dem Garten! Alle Rosen blühen, einige sind fast durch. Rosa mundi wird nun herrlich ergänzt durch den Philadelpus meiner Nachbarin.


Campanula persicifolia wandert durch den Garten in blau und weiß, meist dürfen sie bleiben. Sie bilden oftmals auch aufdringliche Nester, die anderen Pflanzen unterdrücken, da muss ich dann eingreifen.

In der Mitte Geranium sanguineum 'Max Frei', es benötigt kein Wasser, ist unaufdringlich und niedrig und fügt sich überall ein, wo diese Farbe gewünscht ist.


Rechts blüht Geranium endressii 'Rosenlicht', links sieht man die Hosta Julie Morss. In diesem Jahr ist das Blattwachstum bei den Hostas viel zu gigantisch, auch bei anderen Stauden ist das oft so. Die Hostablätter legen sich über zarte Stauden. Im nächsten Jahr ist das hoffentlich wieder normal, sonst verliert man so viel.


Campanula punctata 'Elisabeth' ist eine herrliche Pflanze, leider hat sie bei mir nicht den Platz, der ihr eigentlich zustehen würde, den Platz einer Königin. Es ist ja alles viel zu eng hier. Ich warte momentan noch auf drei weitere Punctatas, bin sehr gespannt, besonders auf 'Beetroot'.


Hosta 'Golden Meadows'.


... und mal näher - eine blaue C. persicifolia.

Meine zweite Lieblingspflanze, die Brunnera. Mit ihren herzförmigen Blättern gibt sie immer ein harmonisches Bild im Beet ab. Ich freue mich über jeden Sämling, auch wenn ich ihn vielleicht verschenken muss. Bitte seht euch unbedingt Katrins Bericht über die Brunnera an, ich liebe ihren blog! Links oben ist ein Sämling von B. 'Looking Glas' und rechts eine B. 'Jack Frost' - für mich die beste Brunnera.


Hosta in der Mitte ' Dream Queen'.


Hosta Plantaguinea 'Grandiflora' ist noch nicht so ...grandi, sie ist noch ein Baby.



... und hier fällt mir gerade der Name nicht ein, dafür ist das Bild farbecht.


Im ganzen Garten summselt und brummselt es. Hummeln, Bienen, Hornissen und Wespen geben sich mit den vielen Schmetterlingen ein Stelldichein, und warum? Weil an vielen Stellen u. a. die Katzenminze in hohen Sorten wächst.

Donnerstag, 7. Juni 2012

Das Rosenresli - die Zeiten ändern sich

Es gab mal eine Zeit, vor ca. 10 Jahren, da nannte man mich das Rosenresli. Doch die Zeiten ändern sich, heute bin ich kein Resli mehr. Mein Garten mag die Rosen nicht sehr, der Boden ist zu schwer, zu fest, zu viele Steine. Nach wenigen Jahren ringeln die Wurzeln der Rosen, die Rose hat keine Kraft mehr und ich entsorge sie.

Nur wenige haben überlebt, wie oben *Ghislaine de Feligonde*, eine Kletterrrose, die ich als große Strauchrose halte.

Kathryn Morley, sie hat mit zwei anderen Engländerinnen überlebt, mehr oder weniger, üppig ist sie nicht.

Die Meisen hatten zwei meiner Kästen besetzt, dieses Nest wurde nicht ausgebrütet, die Eltern waren so eifrig, die Eier wohl tot. Schade, ich hab das Nest für die Kinder in eine Schale gelegt


Charles Austin, eine große Strauchrose, steht beim ehemaligen Resli am Haus, direkt neben dem Eingang. Dort wachsen alle Rosen, vermutlich ist der Boden durch das Bauen vor gefühlten Jahrhunderten dort lockerer und weniger steinig.


Mal wieder Constance Spry, ebenfalls am Haus, aber am Obelisken wachsend. Sie hätte gerne eine Wand, aber ich will keine Löcher in der Hauswand haben. Als ich hier anfing, hatte ich mal 80 Rosen, im alten Garten waren es hundert oder mehr. Heute sind es keine zwanzig mehr, es ist aber gut so, der Garten läßt sich leichter pflegen

Meine geliebte Miranda hab ich zu Ehren des Besuches ins Haus geholt, die Blüte hielt sich mal schlappe zwei Tage im Wasser, man läßt sie besser am Strauch. Eine herrliche Rose, der Duft ist umwerfend!


Nicht eine Blüte von Madame Hardy ist schön in diesem Jahr, obwohl die Rose voll davon ist. Alle Blüten haben einen Schaden, sind kleiner und das grüne Auge kommt nicht richtig raus. Mädesüß direkt davor liegt wegen ständigen Starkregens platt bzw. wurde von mir gestützt.


Ei, die Louise! Louise Odier trägt an dünnen Stängeln viele Blüten, mit ihren Wuchs bin ich nicht so ganz zufrieden, obwohl sie seit elf Jahren richtig geschnitten wird.

Belle sans Flatterie stütze ich auch immer, ich habe ihr einen Obelisken übergestülpt, sie neigt gerne ihre Zweige weit runter, das sieht sehr unschön aus. Eine sehr gesunde alte Rose, einmalblühend.


Kir Royal steht im gleichen Beet wie Madame Hardy, die Füße im Wasser. Da sie eine sehr gute ADR Rose ist, hält sie das aus, hätte ich nicht gedacht.


Rosa Mundi, Gallica Versicolor - treibt hier munter Ausläufer quer durchs Beet. Sie blüht einmal.



Die schöne Miranda, ein echter Hingucker


Nochmal - vom Regen leicht angeschlagen


Charles Austin, die Blüten sind lange stabil


Die heißgeliebte Constance Spry, wenn die Pracht vorbei ist, schneide ich sie ziemlich, denn sie hängt doch sehr im Weg am Aufgang.


Mit Spannung erwarte ich die Blüten von Jaques Cartier, von denen ich drei neue gepflanzt habe. Ich kenne die Rose, nur auf Stamm ist sie mir erfroren. Nun sitzen sie im neuen Beet, weil sie extrem winterhart sind.


Gestern sah ich Augusta Luise mal wieder, sie ist wirklich wunderschön, aber ich habe keinen Platz mehr. In der Nase steckt mir noch *A Shropshire Lad*, wenn mal wieder ein Platz für eine große Strauchrose frei wird.