Donnerstag, 26. Juli 2012

Nach dem Regen - brüllend heiß

Nach wochenlangem Regen das dicke Ende - Temperaturen, die ich nicht brauche. Mir hat das Wetter eigentlich gefallen, außer dass man nicht so gut krauten konnte. Die Annabelle hat sich wunderbar von selber abgestützt und liegt auf dem Buchs. Ich kenne eine Frau, die stäbt jede Blüte. Dafür möchte ich meine Zeit nicht verwenden.

Darf ich vorstellen? Meine Baumpeperonis! Sie sind einfach gigantisch hoch, wie immer, wenn ich sie an der Hauswand ziehe. Im Beet klappt das natürlich nicht. Wir ernten schon fleißig, und seht ihr? Im großen Kübel vorne das ist eine Campanula punctata - eigentlich zwei. Im letzten Jahr hab ich sie dort geparkt, weil ich sie dringend haben mußte (Beetroot und Kent Bells) und nun sind sie auch explodiert - rund um den Topf laufen sie, das gibt viele Pflanzen!


Pinoccios Nose, die lange Nase, ist meist fast 30 cm lang. Und giftig - furchtbar scharf.

Um den Phlox habe ich mich nicht sehr gekümmert in diesem Jahr, keine Extradüngung, und er wächst doch. Weil es so viel geregnet hat. Wenn es so heißt bleibt, werde ich gießen müssen.


Den Namen dieses Phloxes hab ich vergessen, überhaupt sind mir die Namen nicht mehr so wichtig. Ich hab sie aber notiert. Wer mich von früher kennt, wird den Kopf schütteln, ich mußte immer alle Namen wissen.


Die Monarden sind nicht ganz so üppig wie im letzten Jahr, woran das wohl liegt?


Ein Geschenk aus Oberschwaben ...




Blutweiderich - in einem Anfall von *weißichnichtwas* hab ich daneben ein Stück Knöterich in ritzerot gesetzt, gruselig, das muss wieder geändert werden.


Auch Geschenke, wunderschön!

Hosta *Yellow Polka dot Bikini*, ich hab sie gekauft, als sie noch richtig teuer war. Mittlerweile habe ich eingesehen, dass man einfach nur zwei oder drei Jahre warten muss, dann kauft man sie viel günstiger. Aber die Gier ...

So gern hätte ich viel mehr Land, damit meine Kinder ihre Wurzeln in die Erde strecken können - so müssen sie leider in Töpfen bleiben.


Agastache foeniculum

Samstag, 21. Juli 2012

Wer hätte das gedacht - Highgrove gardens


Wer hätte das gedacht ….

Seit ich von diesem Garten erstmals hörte, war es mein größter Wunsch: Einmal im Leben den Garten von Prinz Charles zu sehen. Insgeheim war ich so vermessen, zu glauben, er würde mir alles zeigen. Aber das kann man nicht erwarten, der Mann hat viel zu tun, und jetzt hat er seit Jahren ja auch endlich seine große Liebe Camilla, und für eine deutsche Gartenwütige sowieso keine Zeit!

Als ich 2005 die Cotswolds besuchte, sprach ich mit meiner Vermieterin über diesen Wunsch. Sie zuckte mit den Schultern, das gehe nicht, you have to be a member of two garden societies, außerdem müssen sie mindestens drei Jahre warten, und dann geht das sowieso nur in einer Gruppe. Bäh, wieder ein Tiefschlag für mein Seelenleben. Aber ich bin doch Mitglied in zwei Gartengesellschaften, na ja, in deutschen, das zählt wohl nicht.
Es grummelte jahrelang in meinem zarten Seelchen, aber ich bin hartnäckig. Und manchmal schlägt das Schicksal erbarmungslos zu. Es schlägt zu in einem Klingeln, einem hartnäckigen Telefonklingeln. Atemlos keuchte meine Freundin ins Telefon, es gibt eine Sonderfahrt (ohne Mitgliedschaften), ich fahr mit, hast du Lust? Ich hatte, binnen 10 Minuten war ich angemeldet, und binnen einer halben Stunde waren wir fünf! So einfach ist das – auch wenn’s gedauert hat.

Die Vorfreude war einfach riesig, besonders bei zweien, ich war ja schon öfter mal über’n Kanal, aber die anderen nicht. Kaum Zeit, sich am Bus zu verabschieden, düsten wir los, eingewickelt in einen Schal mit britischem Muster – auf gen England (Cotswolds) und hinterließen staunende Männer, einsam stehend auf einem Busparkplatz.


Wäre ich alleine gewesen, hätte ich ne CD mit *Roule, Britannia* eingeworfen, immerhin hat die Queen in diesem Jahr 60jähriges Dienstjubiläum, das ist ein Ereignis, was es außerdem zu feiern galt. Der Tag rückte näher, der Besuch von *Highgrove* stand nun unmittelbar bevor. Ich habe keinen Hut und bedauerte dies fast. Nur fast. Von einem Bobby überprüft, durften wir dann endlich durch das Tor fahren und wurden von einem netten Herrn in Empfang genommen, der unsere Pässe überprüfte. Er fand mein Foto prima, auch noch, als ich ihm erklärte, es wäre schon uralt. Briten sind höfliche Menschen.

Von einer Dame wurden wir im *Orchard room* in Empfang genommen, durften die feine Toilette benutzen und dort schon gleich mal die Lavendelprodukte testen, die man im Shop dann auch kaufen kann. Der Erlös geht selbstverständlich an karitative Einrichtungen, da der Prinz sehr sozial eingestellt und engagiert ist. Unsere Führerin hieß Cecily, eine kapriziöse Person so um die vierzig, mit Hütchen, versteht sich – und Stockschirm. Es hat sich mir nicht erschlossen, ob sie ihn zum Aufstützen oder für Regengüsse verwendete. Sie war sympathisch – und los gings.


Fotografieren war untersagt – das kann man verstehen. Es gibt ja auch genügend Bildmaterial in Büchern. Als Prinz Charles das Haus neu erwarb, gab es noch keine hohen Hecken und die fürchterlichen britischen Paparazzi machten ihm das Leben schwer. Drum sehe ich ihm das auch nach, dass ausgerechnet ich, seine größte Verehrerin, nicht fotografieren durfte. Wir alle haben Herzensbilder mit nach Hause genommen. Wo soll ich anfangen? Ich weiß es nicht. Der Garten war, obwohl ich so viele Bilder gesehen habe, doch ganz anders als ich erwartet hatte, denn – mein Wahlspruch – ich traue keinen Foto, das ich nicht selbst gefälscht habe.


Der Garten von Highgrove, oder die Gärten, spiegelt die Seele eines feinfühligen Menschen mit viel Kunstverstand und Sinn für Tradition wieder. Gut beraten durch Lady Salisbury und anderen Kennern hat er einen Garten entworfen, für den mir die Worte fehlen. Vor allen Dingen fiel mir auf, dass überall seine Großmutter im Geiste zugegen war, ihr hat er Farben gewidmet, mit ihren Lieblingsfarben wurden Tore gestrichen. Dieser Garten ist Nahrung für die Seele, er ist friedlich, grün, und so unendlich natürlich. Man findet keine Springbrunnen, sondern plätschernde Steine. Man findet keinen englischen Rasen, sondern einfach gemähte Wiese, und dass direkt vor dem Haus, neben dem Thymianpfad, wo die herrlichen Eiben stehen, die seine Gärtner nach eigener Fasson schneiden durften. Prinz Charles hat offensichtlich Vertrauen in seine Gärtner, so mutig wäre ich da nicht. Wenn mein Mann die Eiben schneidet, krieg ich immer Bluthochdruck.





Vorbei am Kinderbaumhaus der Prinzen fanden wir dann auch die Wiese, die so bekannt ist (eine Teilnehmerin meinte, so war das doch früher bei uns auch und sie hat recht). Diese Wiese wird mit alten Geräten gemäht, das Heu auf Holzständer aufgebracht und trocknen lassen. Wenn der Samen der Gräser und Blumen ausgefallen ist, wird das Heu abgeräumt und als Futter für die Tiere verwendet. Danach werden die Bäume eingewickelt und die Schafe auf die Wiese geführt, damit sie mit den Hufen die Samen eintreten können und im nächsten Jahr alles wieder frisch erblühen kann. Ich hätte die Führerin umarmen können – so schön war dieser Bericht. Unter Bäumen stand ein kleiner Hund aus Weiden, eine Dame hatte ihn in Erinnerung an den Lieblingsterrier des Prinzen hergestellt.


Elton John hat einen Baum gespendet, auf dass es Schatten werde und Sting hat die Wiese mit Fritillarien bestückt. Ob ich auch mal was über den Teich schicke? Vielleicht einen Hostaableger?
Die *Daughters of Odessa* waren noch schöner als auf dem Foto – aber kleiner, als ich sie mir vorgestellt hatte. Ich durfte auch mal anfassen, wie wir alle. Eine Skulptur geht nicht so schnell kaputt.
Und dann das Highlight: Die Stumpery. Tief im Wald fanden wir sie, große Wurzeln aus Chestnut, Kastanien. Dazwischen Farne, Hostas und andere Schattenliebhaber. Und jetzt kommts: Es waren ganz normale Hostas, Gold Standard und ihre Geschwister, keine Besonderheiten. Es war grün, so herrlich entspannend. Kein Aufriss mit dem, was man haben sollte, weil alle es haben. Nein, einfach das, was hier am Besten passt, Farben der Natur, grün eben – und was den Gartenbesitzer widerspiegelt. Ich hielt die Luft an, wie lange hatte ich hiervon geträumt!



Am Ende unseres langen Spaziergangs wurden wir noch in den Teppichgarten geführt, einen orientalisch anmutenden Garten, der entstand, als der Prinz im Haus einen Teppich ansah – da sag mal einer, das wäre nicht kreativ. Ich war restlos begeistert!


Last, but not least, wurden wir wieder in den Orchard room geführt und durften dort unser Lunch einnehmen, ich hatte Hühnerbrust mit Salat und Brot, endlich mal etwas, was mir geschmeckt hat. Hurra - ein gutes Essen! Und nun wirklich zuletzt durften wir uns dem Shoppen zuwenden. Für meine Sammlung erstand ich Postkarten und ein Milchkännchen, und ich finde, das war gegen meine sonstige Gewohnheit wirklich wenig. Zu groß war der Eindruck, den der Garten in mir hinterlassen hatte, ich konnte mich dem schnöden Shoppen nicht richtig hingeben. Andere hingegen schon. Auf der Rückfahrt im Bus legte die Reiseleiterin einen Film ein, den man dort kaufen konnte. Prinz Charles spricht mit Alan Titchmarch, einem bekannten britischen Moderator, über seinen Garten. Ich ärgerte mich tierisch, dass ich diese Aufnahme nicht mitgenommen hatte, aber das lässt sich nachholen.


Der Prinz erzählt die Entstehung des Gartens, seine Philosophie, und das mit einer tollen tiefen Stimme, aufgeschlossen und locker, witzig. Da kann man mal sehen, nichts mit steif und britisch, einmal mehr war ich beeindruckt. Und eins weiß ich sicher: Da war ich nicht zum letzten Mal!
Und wer es bis hier durchgehalten hat, ist wohl wirklich interessiert – dem kann ich sagen: Nach Hause gekommen, ging ich in den Garten und stellte fest: Ja, das bist du, bis auf die paar Hostas, die zu viel hier sind. Aber das lässt sich ändern!

Sonntag, 15. Juli 2012

Gipfelstürmer

Alle wollen hoch hinaus, nur der Regen, der fällt tief, fällt aufs Dach, rutscht in Wasserfässer, macht den Garten fast unbegehbar, und vor allen Dingen - unbearbeitbar. Das Unkraut wächst genau so schnell und fast so hoch wie die Echinacea, weit über einen Meter. Zwischen hohen Stauden stehen Milchdisteln, die man erst sieht, wenn sie den Samen bereits auswerfen.
Die neue Rudbeckie aus einem Samen aus England ist wunderbar - und hoch.


Der Wiesenknopf muss überall gestützt werden, an allen Seiten, sonst kippt er völlig.

Schön ist er ...


Die Blüten der Sonnenblume, die ein Kind im Hochbeet versenkt hat, werde ich wohl nicht mehr sehen, so hoch sind sie. Einfach unglaublich ...


Der Regen hat es geschafft, dass der lila Salbei verticilia *Purple rain* sich so breit gemacht hat, dass die neue knallrote Monarde es nur geschafft hat, einen Stängel in die Höhe zu schieben. Der Regen hat es gemacht, die Natur zeigt uns, wie es geht - auch anders geht. Das Rot passt übrigens überhaupt nicht in mein Farbschema, aber nach den diesjährigen Winterverlusten hätte ich alles gekauft, nur bunt!

Ebenfalls auf dem Hochbeet ragt ein Muskatellersalbei weit in die Luft und drückt den Knoblauch weg, denn in der Komposterde gehen manchmal Stauden auf. Ich bin zu schwach, sie auszumerzen, sollen sie halt wachsen.

Heute hat es wieder geschüttet was das Zeug hält, trotzdem scheint momentan im Regen die Sonne, gleich werden wir wieder einen Regenbogen haben.

Donnerstag, 12. Juli 2012

Bradford on Avon

Geschlossen, ich war viel zu früh. Kein Mensch nimmt um 10.00 Uhr morgens einen Creamtea zu sich, auch nicht in Bradford on Avon. Ich war total verliebt in diesen Ort und bin es noch. Und ich habe beschlossen, bei meinem nächsten Aufenthalt die Uhrzeit genau einzuplanen und dort Tee zu trinken.
Ihr sehr doch ein, dass man an einem solchen Ort einkehren muss? Krumm und schief das Haus, man fühlt sich um Jahrhunderte zurückversetzt in der Zeit, und das Haus steht und steht und steht ... und moderne Häuser werden nach 40 Jahren abgerissen!
Step back in time to the glorious Victorian era - genau das werd ich tun.


Ich liebe den gelben Sandstein der Cotswolds, in Ehren ergraut. Manchmal ist er ein bisschen dreckig, aber würde er mir besser abgestrahlt gefallen?



Wie man sieht, gibt es durchaus außer labberigem Toast auch richtige Brötchen, allerdings nicht überall. Aber immer mehr, nur mit dem Brot - da haperts noch ein wenig. Im Supermarkt gibt es Vollkornbrot aus deutschen Landen - eingeschweißt.


Meinen Frust über den nicht erhaltenen Creamtea hab ich natürlich in diesem Geschäft oben ausgelassen, sie hatten so wunderschönes Porzellan. Brautmoden gab es auch.






Ich erinnere mich noch daran, als ich vor Jahren das erste Mal das Wort *Dandylion* ausgesprochen habe und man hat mich ausgelacht. Ich war nicht beleidigt, heute kann ich es richtig.







Ich liebe die Cotswolds sehr, man findet auf kleinem Terrain so viele schöne Häuser, Gärten, verwunschen, heimelig. Man findet dort auch das Geld, Schauspieler und Musiker etc. haben sich dort Anwesen hinter hohen Hecken erworben, ich kann das gut verstehen. In Tetbury, einer wunderschönen kleinen Stadt, kann man herrlich Antiquitäten shoppen, wenn man das nötige Kleingeld mitbringt. Selbst der britische Thronfolger wohnt hier, kurz um die Ecke, kein Schild weist auf sein Anwesen hin. Muss es auch nicht - es weiß sowieso jeder und viele arbeiten dort.

Sonntag, 8. Juli 2012

Frühstück in Windsor

Einmal Windsor Castle sehen, das war unser Wunsch! Doch die lange Anfahrt vom Cottage nach Windsor verursachte mir einen knurrenden Magen, und da ich weiß, dass dies gar nicht geht, schlug ich vor, nach einer Scheibe Toast doch in Old Windsor ein *Full englisch* zu mir zu nehmen, das volle Programm, alles, was die Briten an Frühstück zu bieten haben. Spät war es, als wir im Restaurant ankamen, schon 11.00 Uhr, aber sie ließen uns noch ein.
Old Windsor ist so ein hübsches Städtchen, entlang des Flusses, man kommt automatisch vorbei, wenn man nach Windsor fährt. Also hielten wir an. Menschen haben dort ihre Hausboote stehen, führen ihre Hunde spazieren.

Das Frühstück war dann doch anders, als ich erwartete, es wurde nicht serviert, es gab ein Buffet und schnell sollte es gehen, man wollte schließen - bis zum Lunch. Also luden wir uns die Teller voll, tranken unseren Tee und aßen die Teller leer, fix und restlos.


Am Castle angekommen war die Fahne unten, die Queen war nicht zu Haus. Muss sie ja auch nicht, als Queen hat man einige Unterkünfte, in manchen zieht es, aber man liebt sie alle. In Windsor findet man dann das volle Touriprogramm, ich liebe es, obwohl es so herrlich dekadent ist. Postkarten kaufen, Schaufenster ansehen, die üblichen Andenken mitnehmen. Fürs Hinsetzen - keine Zeit - wir wollten doch weiter. Weiter in die *Edinburgh woolen Mill*, meinem Lieblingsladen, der leider ein ganz anderes Programm fährt als früher, noch vor einigen Jahren. Aber alles ist im Fluss, alles ändert sich. In den Schaufenstern fanden wir bunte Kuchen, überzogen mit Marzipan, Geburtstagstorten, bei Starbucks, meinem Lieblingskaffeeladen, tranken wir einen Kaffee (Gudrun, ich weiß natürlich, dass duuu lieber woanders trinkst).



Mr. Wonderful studierte mal kurz das Whiskyprogramm, kaufte aber nichts. Er ist immer sehenswert - dieser Laden.






Auch für eine Stadtrundfahrt reichte die Zeit nicht, wir liefen sie zu Fuß ab, wenigstens teilweise. Ich wollte doch wenigstens mal über die Brücke nach Eton, einmal wenigstens. Etwas trostlos kam es mir vor, beim nächsten Mal sehe ich mir das genauer an.



Also rechts rum, ab nach Eton, einmal über die Brücke. Studenten überall.


Wir hätten auch das Taxi nehmen können, aber soweit dachte ich nicht. Es ist schon ein Stück zu laufen. Und da sind wir nun und genießen den Ausblick nach Eton, auf der Brücke stehend.


Auf dem Rückweg nahmen wir noch in Windsor die üblichen Touriläden mit, dass muss einfach sein.



Queen Viktoria auf ihrem Sockel, da steht sie nun und erinnert daran, dass sie einige Jahre mehr als Regentin im Dienst war als die derzeitige Majesty, Queen Elisabeth. Aber nicht mehr lange. Ihr 60igstes Thronjubliläum hat sie ja nun auch erreicht.
Da die Zeit drängte, man hat ja nie genug Zeit, sich alles anzusehen, ging ich schnell noch ins Publisheroutlet und kaufte Bücher (die ich nicht tragen konnte) und dann gings es weiter - zum nächsten Garten, den ich mir ansehen wollte. Hätte ich gewußt, dass im *Windsor Royal Shopping* center auch Crabtree & Evelyn zu finden ist, hätte ich mir die Zeit genommen. Damals wußte ich noch nicht, dass ich bald wieder da sein würde, aber davon erzähle ich ein anderes Mal!

Donnerstag, 5. Juli 2012

Ein wenig Nähe?

Eines Tages entdeckte ich in meinem Garten eine neue Pflanze, es war ein Mohn. Er war einjährig und ich erkundigte mich: Papaver somniferum. Seitdem bekomme ich Samen von vielen GartenfreundInnen und gebe auch gerne welchen weiter. Oftmals werden die Blätter schon pilzig, während es oben noch munter blüht, das muss man aushalten können, wenn man die Samen ernten möchte!

Wer weiß es? Mir wäre es nie aufgefallen, was für eine Schönheit er ist, Allium tuberosum, der Schnittknoblauch, hätte ich ihn nicht von Majorahn bekommen, wir essen ihn, wir lassen ihn aber auch blühen und geben ihn weiter.
Und hier, für Daphne, eine Leserin, nochmal ganz aus der Nähe: Stachys monnieri rosea. Ein zauberhafter kleiner Liebling in zartem Rosé.


Sie ist im Regen eine wirkliche Schönheit, aber ohne Regen auch. Hemmerocallis *So Lovely*, eine langbeinige grazile Dame. Gestern meinte Mr. Wonderful, sie wäre aber sehr hoch in diesem Jahr. Das ist sie immer.


Eine halbgefüllte Geranie, ich wählte sie aus,weil ich bei der Terrassenbepflanzung in diesem Jahr auf Gewächse setzte, die wenig Wasser benötigen, wie Geranien, Papaver Somniferum, Agastache foeniculum (sie blüht noch nicht) usw. Wirklich viel Wasser benötigen die Taglilien.


Blüte der Colageranie, reibt man die grünen Blätter, duftet es nach Cola. Auch ohne Duft besticht sie durch ihre Zartheit.


So sieht ein Papaver somniferum aus, wenn er blüht, es gibt viele Varianten davon. Leider habe ich keine komplett gefüllte Sorte, sie wuchs bei mir nicht so. In Holland sah ich dieser Tage eine Reihe voll gefüllter Möhner und ich war wieder hin und weg.


Nepeta sibirica, manches Jahr erscheint sie nicht, und in diesem Jahr wandert sie durch die Beete, das soll man verstehen? Alle anderen Nepetas bleiben am Platz und erscheinen zuverlässig in jedem Jahr.


Die erste Blüte in diesem Jahr, ein Geschenk, verwaschen in der Farbe, sie geht mir fast bis zur Brust. Echinacea, ihr Heilwirkung ist nach wie vor umstritten, ich glaube aber daran. Glaube versetzt bekanntlich Berge und somit auch Erkältungen ins Nirvana.


Prall und voluminös ihr Auftritt in diesem Jahr: Annabelle, eine staudige Hortensie, man kann immer mal wieder einen Teil abstechen.

Etwas bescheiden zeigt sich der Rambler *American Pillar* in diesem Jahr, obwohl er gut gedüngt wurde.

Insgesamt kann man sagen, in diesem Gartenjahr sind alle Stauden größer als sonst, ich vermeide es daher, sie zu versetzen, weil ich glaube, dass sie im nächsten Sommer wieder normal sein werden. Durch die Größe bedrängen sie die Pflanzen etwas, aber das ertrage ich, ich mag es ohnehin gerne voll, da kommt wenig Unkraut durch. Ich erhielt vor zwei-drei Jahren einen hohen Wasserdost (Eupatorium), er ist so mächtig, dass ich mir Gedanken um die umstehenden Stauden mache. Schon im Frühling stach ich ab und gab weiter, aber trotzdem ist er mächtig wie ein Baum. Also kriegt er im Herbst nochmals eins auf die Mütze. Wenn das auch nicht funktioniert, muss ich eine bedrängte Staude eben umsetzen.