Montag, 27. August 2012

In meinem Reich

Heute gibt es Bilder aus meinem eigenen Garten - bevor ich dann als nächstes über den Bergziegengarten berichte! Meine Hostas stehen in diesem Jahr wirklich nicht so gut da, viele sind durchlöchert von Schnecken, einige von den Rüsslern verkaut und ganz viele von außen stark angefressen, von was entzieht sich meiner Kenntnis. Zudem haben sie unter dem Regen gelitten. Dies hinderte sie zumindest in diesem Gartenteil nicht am Wachsen, nächstes Jahr wird geteilt!
Die Phloxe sind nun fast abgeblüht, einige abgeschnitten und gedüngt, damit sie wenigstens nochmal zaghaft nachblühen, während die Astern bereits das Regime übernehmen. Kommt wirklich der Herbst?
Meine Hortensien blühen wunderschön, sie werden auch nicht vom Reh gefressen, denn DAS hat schon zweimal meine neuen Rosen geköpft, ich hasse Rehe!

Bunt und schön stehen die Peperonis auf unserer Terrasse und fest steht, im nächsten Leben werde ich Katze, so ein Leben hätt ich auch gern.

Im hinteren Garten stehen verschieden hohe Eupatorium (Wasserdost) nie mehr möchte ich sie missen. Sie bieten mir zusammen mit den Sträuchern, die ich vor drei Jahren bereits erwachsen gekauft habe wunderbaren Neugiersichtschutz.



Am ehemaligen Kompostplatz blühen nun auch die Hortensien und die Sträucher stehen gut da, wie immer wieder zu eng gepflanzt, ich lern das auch nie *heul*


Einzig die geschenkten Echinaceen, die ein Gartenfreund selbst gezogen hat, haben den letzten Winter überlebt, mein schönes dunkelrotes Helenium ist auch den Gang alles Irdischen gegangen.

Ein Einblick in das neue Beet, das im Frühling angelegt wurde (oben), unten links die Früchte von Euonymus planipes



Der hintere Garten - gut geschützt durch Sträucher

In diesem Gartenteil an der Hauswand sind die Hostas nicht so toll, sie stehen sehr schattig, ihnen fehlt das Licht. Da kann ich nicht helfen, so wachsen sie halt nicht so üppig. Das hat den Vorteil, dass man sie jahrelang nicht teilen muss.


Links oben Hosta Remember me, rechts der normale Wiesenknopf, Sanguisorba officinalis

Wie gesagt, der nächste Bericht ist einer aus einem Bergziegengarten, seilt euch schon mal an!

Freitag, 24. August 2012

Ausflug nach Callihausen

In diesem Jahr fahren wir im Sommer nicht weg, und da wir ohne Gärten nicht leben können, dachte ich, laden wir uns doch einfach mal bei anderen ein. Da brauch ich nichts zu kochen, werde betüttelt und sehe grün, grün, grün. Und so lenkte Mr. Wonderful unser Gefährt gestern nach Callihausen, damit ich fotografieren konnte.
Calli ist ein Stück älter als ich, aber ihr fragt jetzt hoffentlich nicht, wie alt ich bin? Meine Gartenfreundin sagt immer: Über vierzisch! O.k., das bin ich auch!

Calli ist narrisch mit ihrem Garten und sie freut sich immer über milde Gaben aus meinem Grün und ich bin froh, wenn ich es jemanden *aufdrücken* kann, sonst müßten wir vieles entsorgen, es wächst halt auch, das Zeug!

Diesmal bekam sie Fuchsien, Brunnera, Aster und Astilbe.

Unter dem Riesenschirm, den ich wirklich klasse finde, besah ich mir die neuesten Gartenmagazine, wenn ich schon keine aus England kriege.

... und eitel wie ich bin, mußte ich mich unbedingt im Spiegel ablichten. Sonst bin ich nämlich niemals auf Fotos, denn : ich mache welche. Wer macht, ist nicht drauf.

In all unseren Gärten findet man die Werke anderer Gärtner, getöpfert, geschmiedet, geschrieben, gesägt - einfach schön!

Bei mir hat sich Calli mit dem Hostavirus infiziert, sie leidet fast, wenn sie keine bestellen kann. Ich bin jetzt ziemlich immun - ziemlich.

Nun verabschieden wir uns aus diesem schönen Garten, winken nochmal kurz unterm Schirm durch in den Garten und machen uns auf in den nächsten ... er folgt in Kürze!

Montag, 20. August 2012

Stolz und Vorurteil - Groombridge Place

Die Werke von Jane Austen gehören zwar gelegentlich zu meinem Lesestoff, aber an einem Ort, an welchem ein Buch verfilmt wurde, war ich noch nie.


Groombridge Place, da werden Bücher lebendig!


Groombridge ist ein *moated house*, ein von einem Wassergraben umgebenes Herrenhaus, in das ich gnadenlos sofort eingezogen wäre, Geister mitinbegriffen, hätte ich schlechte Installationen und zugige Fenster in Kauf genommen.


Groombridge liegt in der Grafschaft Kent in der Nähe von Tunbridge Wells, wo man *flüster* als Mädchen sehr gut einkaufen kann, auch als älteres Mädchen.


Dem Anwesen gehört auch ein Erlebnispark an, den ich aber nicht besuchen wollte, ich bin interessiert an Gärten, an sonst eher wenig, außer natürlich an Shops und Buchläden (ich fühle Mr. Wonderful gerade stöhnen).
Im Garten findet man auch das übliche Gewächshaus, dort werden die vielen frostempfindlichen Pflanzen überwintert, z. B. Begonien und Geranien.


Empfangen wird man von etlichen Pfauen in verschiedenen Federkleidern, mal weiß, mal blau. Sie sind zahm. Der wilde Wein hatte es mir sofort angetan, und wer mich kennt, weiß, dass ich mir gleich einen gekauft habe, nicht in Groombridge, aber im Gartencenter. Leider ist er mir dieser Tage etwas verglüht in der deutsch-afrikanischen mittelhessischen Zone.


Und da sind sie nun - die Bilder der Filmaufnahmen des Klassikers Pride and Prejudice mit Elisabeth und Mr. Darcy, die sich endlich nach endlosen Wirrungen am Ende kriegen - sonst wär das ja auch eine ganz schlechte Geschichte, oder?


Vielleicht genügen meinen Lesern die vielen Bildern nicht, weil sie nicht bunt sind, aber ich liebe nunmal die Eiben mehr als alles andere, es sind heilige Bäume, besonders für mich. Und bei ihnen ertrage ich auch die Kastration, ansonsten bin ich kein Fan von Topiary, dem Formschnitt. Ich mag es nicht, beschnitten zu werden, egal in welchen Entscheidungen und ich ertrage es auch bei Pflanzen ganz schlecht, aber die ausladenden Eiben wären sonst in Gärten wenig zu ertragen. Als geschnittene Elemente geben sie den Gärten einen ruhigen Rahmen, sie gliedern Räume und entspannen das Auge des Betrachters.



Ich bin kein Schachspieler, trotzdem nahm ich auf der Bank platz und verweilte dort eine Zeit lang.



Ist es nicht schön? Doch der Schein trügt, viele der Eibensäulen, ebenso viele der Wachholder und ähnlichen Formschnitten sind tot, es wird wohl schwierig, die Elemente zu ergänzen, es muss aber sein, denn ich fand den Anblick der braunen Bäume nicht sehr schön.


Wie alt diese Eibe ist, habe ich mir nicht gemerkt, aber sie hat schon sehr viel mehr erlebt als wir alle zusammen.








Der Schreckmoment - als ich gerade in diesem stillen Gartenteil ankam, ging die Fontäne hoch, denn ich bin bekennender Frühaufsteher. Die Anwohner waren jetzt sicher auch alle wach, mir entfuhr nämlich ein lauter Schrei.





Wunderbar, diese Bäume sind sehr alt, wie alt genau? Ich weiß es nicht. Ich hätte es erfragen können.


Auch den Namen dieser Pflanze weiß ich nicht (mehr), ich fand sie nur so toll in Kombination mit dem Auto.


Mammutbäume


Da ist wieder eine alte Eibe, please do not climb the tree - wäre ja auch echt schade, wenn ein Ast brechen würde. Im Garten meiner Oma stand eine alte Eibe, sie war am Ende (unbeschnitten) so groß, dass sie in der Breite sechzig Prozent des Gartens einnahm, und der Garten war groß. Nun gibt es sie nicht mehr.


Ich freue mich immer wieder über die unglaubliche Größe der britischen Gartenanlagen, weil man in Deutschland ja sowas kaum sieht, verständlich, mit der Gartenkultur ist es soweit ja auch nicht her. Solange noch munter Friedhofsraketen (Thujen) gepflanzt werden, in Reih und Glied, und nach jedem Winter gejammert wird, dass wieder ein paar gestorben bzw. im Sommer vertrocknet sind, hat man es nicht richtig begriffen. Thujen brauchen Wasser, und sie bekommen es oft nicht. Ich mag sie nicht. Wir setzen auf Eiben, sie sind stabil und gesund. Nun hab ich mich wieder bei der Nation unbeliebt gemacht, so bin ich halt. Ich mag mich trotzdem!




Es empfiehlt sich wirklich, über die Geschichte von Groombridge nachzulesen, es ist ein geschichtsträchtiges Anwesen.

Mittwoch, 15. August 2012

Kopflos in Oxford

Geschafft - endlich da! Oxford - wie lange wollte ich schon hierher. Viel Zeit hatten wir nicht, aber es hat gereicht, um sich einen ersten Eindruck zu verschaffen. Cath Kidston war meine erste Anlaufstelle, ich fand mich dort etwas kopflos wieder, aber die Zeit reichte für eine neue Tasse. Als ich das erste Mal hierher wollte (nach Oxford, nicht zu Cath), stand die Stadt unter Wasser, die Anwohner machten vorne die Tür auf, damit das Wasser hinten rauslief, Keller gibts ja meist nicht, die unter Wasser stehen könnten. GB ist das Land der Extreme, in vielen Bereichen.
Das nächste Mal, wenn ich mehr Zeit habe, setz ich mich in den Touribus und mache eine entspannte Rundfahrt, schieße Bestaufnahmen und nicht nur Schnappschüsse.


Auf einer Bank an diesem Friedhof hab ich meine Wunden geleckt, ich bin es ja nicht gewöhnt, ohne meinen Taschenträger zu reisen, diesmal war Mr. W. leider nicht dabei. Also mußte ich selber ran, Rucksack und Taschen, Foto rechts immer in der Hand.


Versäumt habe ich eine Flasche Pimms zu kaufen, das Nationalgetränk der Briten, nach dem Tee, versteht sich. Das ist ungefähr so wie Aperol Spritz in Deutschland, alle Welt trinkt es. Mir war er zu schwer, mein Rucksack hätte das nicht mehr verkraftet, von mir mal ganz abgesehen. So reichte es nur zu Currypulver und Himbeermarmelade - seedles.

Oxford ist eine junge Stadt, viele Studenten tummeln sich hier. Ich liebe diese Städte, sie sind so offen. 'Waterstones' kann ich sehr empfehlen, hier in diesem Kaufhaus findet das royale Frauenherz alles, was noch in den Rucksack passt - sollte er voll sein, halt in Tüten - wie in meinem Fall. Schließlich hat die Queen Dienstjubiläum, da mußten einige Beweise her.

Ein Infostand


Nochmal bei Cath




Im Covered Market, einer Markthalle, fand ich viele Schönheiten, gekauft habe ich nichts. Dort werden Torten hergestellt, die preisverdächtig sind, essbar sicher nicht. Ich kenne britisches Zuckerwerk - not for me! Realy!

Im Übrigen mag ich die Gerüche dort nicht, die Metzgereien haben so einen eigenartigen Duft, da wird mir übel. Also kaufe ich nirgends was. Das ist halt nicht mein Ding.











Bei einem Juwelier fand ich für mein Armband noch die Towerbridge, einfach dranmachen und anziehen, immer werde ich bei ihrem Anblick an diesen Urlaub und an meine Begleiterinnen denken. Wir haben viel gelacht. Adé Oxford, ich hatte ja nicht viel Zeit, aber beim nächsten Mal bring ich Mr. Wonderful mit, da werden die Tüten wieder schwerer - und nach Tetbury gehen wir dann auch.