Montag, 29. Oktober 2012

Herbst im Paradies Teil 2

 Und weiter gehts ... im Paradies von MajoRahn, dem Garten in Rheinhessen, wo Pflanzen noch wachsen dürfen, wie sie eigentlich sind. Immer mehr komme auch ich zu der Einstellung, dass ich immer weniger schneiden möchte, es sei denn, es ist zwingend nötig.
 Wer Platz hat - darf - wachsen lassen, die schönen Miscanthus-Gräser mit Blick ins Weite.
Als ich diese Aufnahmen machte, war es gegen Abend, der Himmel hing voller Regenwolken, und kaum war ich fertig, kamen die Tropfen auch schon runter. Daher sind die Aufnahmen nicht so, wie ich sie gerne hätte.
 Semperviven, wohin das GärtnerInnenauge blickt. Zeit wirds, sie im Garten einzusammeln und für den Winter zusammenzustellen.
 Blick ins Weite, das liebe ich so sehr.

 Gut beschirmt stehen Fuchsschwanz und Miscanthus in Eintracht nebeneinander
 Gediegene Herbstfarben, Ruhe für das Auge des Betrachters
 Hostas unter einem Baum, im Hintergrund wieder ein Herbstbeet
 Was der wohl denkt? Wie gut, dass er keine Kälte spürt, mittlerweile hat es geschneit, aber es wird nicht liegenbleiben.
 Willkommen zum Tee bei MajoRahn, bitte Untertasse entleeren, sonst friert sie auf! *kicher*

 Sanft runden die Köpfe der roten Heucheras das Beet ab, das von Gräsern und Astern bewachsen ist
 Man muss diesen Garten *BEGEHEN*, mit dem Auge kann man das nicht alles begreifen, und man muss sich zwei Stunden Zeit nehmen, und trotzdem hat man nichts alles gesehen. Es ist normal, denke ich.
 Die Kranz-Deko ist wieder mit von der Partie, sie verfolgte mich durch den ganzen Garten. Wenn ich nicht schon zwei hätte und Unfrieden befürchten würde - ich hätte sie eingepackt.
Ein guter Tee zu Kerzenlicht, schöner kann für mich ein Nachmittag nicht enden. Obwohl ich ja erst kam, als die Kuchenzeit vorrüber war, der Garten war mir auch wichtiger.

Grad las ich in einer kleinen Schrift über den *Hausmeisterschnitt* im Garten, will heißen, man bestelle sich einen Allrounder für Haus und Hof und lasse absäbeln, was das Zeug hält. Liebe GartenbesitzerIn, so muss das nicht sein. Auch Pflanzen haben ein Recht auf freie Entfaltung, und was man so viel schneiden muss, ist einfach zu groß. Meine Nachbarn haben das auch noch nicht begriffen. Es gibt für jede Gartensituation die richtige Pflanze. Lange habe ich gebraucht, um das zu verstehen und ich lerne täglich dazu. Was ist es für eine Freude für mich, das Eupatorium (Wasserdost) und Helianthus salicifolius (weidenblättrige Sonnenblume) wachsen zu sehen, wie sie sich ausbreiten, manchmal quer zum Weg liegen. Ja denn, dann binden wir sie - aber nur wenns nötig ist -  ein wenig auf. Der Dost steht sowieso von alleine und verzaubert mit seinem Duft bis in den November. Wie kann es möglich sein, dass eine verblühte Staude noch immer solches Parfüm verströmt?

Müssen es denn immer die großen Namen im Garten sein? Auch wenn sie für das jeweilige Klima des Gartens nicht geeignet sind? Nur - weil es ein Magazin empfiehlt? Ich liebe meine Rudbeckia Goldsturm, im Frühling wird sie endlich einen anderen, besseren Platz erhalten. Oft höre ich: Wie, das Unkraut meinst du? Die hat doch jeeeder! Ja, aber sie ist treu, wüchsig und gut für meinen Garten. Mir gefällt sie.

Jetzt bin ich aber arg vom Paradiesgarten abgeschweift, in meinen eigenen. Oder doch nicht? Irgendwann erzähle ich mal was über*jetzt, sofort, gleich, hoch und blühend*, auch eines meiner Themen.

Einen schönen Herbst wünsche ich allen LeserInnen, es wird wieder wärmer, dann kann man draußen fertig aufräumen. Die Stühle und der Tisch müssen noch unters Dach!

Dienstag, 23. Oktober 2012

Herbst im Paradies - wenn Gärtnerinnen gärtnern ... Teil 1

 Nach eigenem Bekunden wohnt Anne im Paradies - ich stimme ihr zu. Und wünsche ihr, dass sich die paradiesischen Verhältnisse trotz Windrädern, Flugzeugen und Nachbarn noch lange erhalten werden, denn der Garten hat es verdient. Es ist ein Garten, der mir sehr nahe ist, auch ich finde mich in ihm wieder. Mal ganz abgesehen davon, dass auch in meinem Garten Pflanzen aus diesem Garten wachsen, besonders der Wasserdost, der mir so viel Freude macht und den ganzen Garten mit seinem Duft überzieht.
 Dieser Garten hier besticht durch seine Natürlichkeit, Anne vermeidet es ihn zu kastrieren,wie ich es nenne. Lediglich das Buchscareé wird geschnitten, ich würde es genau so machen.  Im Vorbeigehen bepflanzt sie mal hier schnell einen Kaffeekannendeckel mit Semperviven, und dort biegt sie kurz die Metallhülle eines Sektkorkens zu einer kleinen Figur. Liebe in allen Ecken, sogar die Enkelkinder dürfen mittun.
 Wir lieben es, altes Küchengerät mit Wurzen zu bepflanzen. Anne, könntest du das hier nochmal ins Wasser tauchen - ich glaub, die rutschen bald raus. ;)
 Ein Bauerngarten ganz nach meinem Geschmack. Unscheinbar schmiegen sich die Tontöpfe an den Lattenzaun, den ein Gemälde schmückt - ein Gemälde aus Semperviven - wer hat denn die Feder dort hingesteckt?
 Hier wird gelebt - aber sowas von! Wäscheklammern zeugen von geschäftigem Treiben, sie sind keine Dekoration. Das muss man ertragen. Huch, ich sehe doch noch geschnittene Kugeln, sie gliedern sich hier gut ein in die natürliche Form des Gartens, den eine Apfelernte ungeahnten Ausmaßes in diesem Jahr überrollte. Wie ich eben las, von einer ebensolchen Welle Endiviensalates überspült wurde!

 Da ist es, das Carreé, geschmückt mit Napfkuchen aus Semperviven, sie ist nun mal unsere Wuzzequeen, daran beißt die Maus keinen Faden ab.
 Niemals hätte ich mich an diese gewagte Kombi getraut, ich hab ja auch keinen Platz dazu. Es sieht gut aus!

 Einstmals fand der Träger seine Aufgabe in der Küche, für Weckgläser, in denen sicher auch Äpfel eingekocht wurden.
 Schon lange hatte ich keine eigenen Fuchsschwänze mehr, drum freut es mich besonders, hier welche zu finden.
 Hohe Gräser wogen durch den ganzen Garten, sie haben Platz und dürfen das. Auch ich besitze ein Miscanthus aus diesem Garten, gerade jetzt erst schiebt es die Blüten hoch, die sich aber sofort öffnen. Sie haben ja auch keine Zeit mehr, es wird kalt.
Das größte Insektenhotel Hessens, so war das doch, oder? Anne hat einen begnadeten Ehemann, er hat zwei rechte Hände, unendlich Geduld (auch für seine Frau) und das nötige Wissen.

Bald geht es weiter mit meinem Bericht aus diesem Garten, ich konnte unmöglich 100 Bilder in diesem Post pressen. Weiterhin möchte ich noch auf eine Diskussion über Deko im Garten hinweisen, vielleicht lest ihr euch mal ein, ich finde das Thema selber sehr spannend und dachte oft darüber nach, einmal darüber zu schreiben, fürchtete mich jedoch vor der Rache Montezumas, denn es ist ein heikles Thema - so finde ich.

Donnerstag, 18. Oktober 2012

Der Garten glüht

 Eine Woche alt sind die Bilder meines Herbstes, aber ich zeige sie, weil sie es wert sind.
Bald werden die Semperviven wieder unter den Dachvorstand getragen, damit sie im Winter nicht zu nass stehen. Der Enkianthus, hier noch feuerrot, hat jetzt fast alle Blätter abgeworfen.

 Einer meiner bevorzugten Sträucher ist Vibirnum opulus, die roten Beeren im Herbst, das rote Laub, er gibt alles her, was ich gerne im Garten habe.
 Wie eine Wolke hängt die Aster Pansus Snowflurry über die Steinmauer. Im letzten Jahr habe ich darüber berichtet.
 Dieser kleine Freund ist ebenfalls Vibirnum opulus, er ging in einem bayrischen Garten auf, ist drei Jahre alt (vorher saß er zu karg) und darf seit zwei Wochen im neuen Heckenteil wachsen.
 Alles glüht, der rote Ahorn ist mittlerweile knallrot und die Blutpflaume hat keinen Platz mehr, sie wird gefällt.


 Der Rasen ist vom Düngen wieder herrlich grün geworden und geht gut versorgt in den Winter

 Überall gingen in diesem Jahr bedingt durch die Komposterde die Veilchen *Viola labradorica*, das Grönlandveilchen mit blauem Blatt, auf. Im Boden ist es nicht so wüchsig, dafür in allen Hostatöpfen. Manchmal kämpfen die beiden um die Vorherrschaft.

 Auch für den Besuch gab der Garten sein letztes

Bald werden die Farne vom Laub zugedeckt, dann kommt die kalte Zeit. Vorher allerdings genießen wir erst mal das kommende warme Wochenende, der Garten braucht uns, die hohen Stauden müssen geschreddert werden, sie decken dann den Boden als Flächenkompostierung und gewähren so ein gutes Wachstum im kommenden Jahr.

Samstag, 13. Oktober 2012

Kränze binden in Rheinhessen

 Wie in jedem Jahr traf man sich in Rheinhessen wieder zum Kränzebinden. Die Bilder sprechen für sich!
 Herzlich...
 ...befestigt mit Zahnstochern bzw. Heißkleber

 Mein Lieblingskranz (nicht von mir)







...dieses Objekt ließ sich ganz schwer fotografieren, weil es immer, wenn ich näher kam, mit mir schmusen wollte!