Donnerstag, 29. November 2012

Engel im Chor

 Es war einmal in der Vorweihnachtszeit .... eine weit  Ü40jährige Oma Siggi bastelte mit dem Kind einen Adventskranz für die  Frau Mama des Kindes , einen Engelschor, der eifrig sang - und ein Gesteck. Danach fotografierte Siggi alles. Die Geschenke wurden an die Frau Mama überbracht und die Fotos für den blog gesichtet. Doch wo waren sie geblieben? Die Kamera blieb stumm - kein Bild vorhanden. Wie kann das geschehen? Keiner weiß es - sicher war es die Weihnachtsmaus, die alles aufgefressen hat. Nun müssen die blog-LeserInnen mit dem vorlieb nehmen, was nachfotografiert wurde, doch es waren nur zwei Engel aus dem Chor, die anderen blieben verschwunden!  Die riesige Mistel hab ich noch nicht mal bezahlt - bringt das nun Ungück? Ich denke nicht.  Übrigens meine Devise für dieses Jahr: Es werdd nix gekauft! Mir nutze alles, was im Keller iss!
 ... und das ist viel - zu viel! Majorahn schenkte mir einstmals zum Geburtstag diese Holzsterne, also werden sie weiter genutzt.
 Diesen Kranz nun hab ich für mich gemacht, es fehlt nur noch eine dicke braune Kerze für die Mitte, die wird noch gekauft. Alles aus dem Keller, bis auf den Kranz, den hab ich gekauft für sechs Euro, weil ich keine Äste habe und die Äste, die es zu kaufen gibt, teurer sind als der Kranz. Den anderen Kranz, komplett selbstgemacht, kann ich nun leider nicht mehr vorführen.


... und als ob es die Engel in die Welt hinausposaunt hätten, dass ich sauer bin, schickte mir ein blonder Engel ein Paket mit lauter leckeren Sachen drin, alles hausgemacht!

Samstag, 17. November 2012

Eigenes Vogelfutter - own birdseed, selbstgemacht

 Es ist wieder soweit - die Vögel brauchen unsere Hilfe. Immer wieder höre und lese ich (wirklich Ahnung habe ich nicht davon), dass verschiedene Vogelarten Probleme haben. Spatzen haben wir hier keine mehr, ihnen fehlt die Lebensgrundlage, sagt mein Gärtner. Kein Efeu mehr an den Häusern, sie leben in Kolonien. Letzte Woche sah ich mal wieder einen Spatz, das hat mich sehr gefreut. Leider machen sich hier die großen Vögel breit, Rabenkrähen, Elstern und Co. Sie sind mir unangenehm, sie sind laut und verjagen gerne die kleinen Vögel und fressen ihr Futter. Ich möchte mir jetzt ein Vogelhäuschen besorgen, in dem nur kleine Vögel essen können. Vom Gärtner habe ich mir große Zapfen mitgebracht, um wieder Vogelfutter selber zu machen. Vor fünf Jahren startete ich schon mal, es ist immer sehr schnell leergefressen, ich kaufe auch zu.
 Die Zapfen versehe ich vor dem Füllen mit einer Kordel. Blockfett und Streufutter mischen (die Sonnenblumenkerne schwimmen oben auf), im Freien erkalten lassen. Danach den Moment abpassen, in dem das Futter fest wird. Es ist schwierig, meist ist es noch zu flüssig. Auf Backpapier lasse ich die fertigen Zapfen kühler werden.
 Und lege sie danach auf Küchentücher, in eine Schale und bringe sie in den Keller, wo es kühl ist. Im Laufe der Jahre hab ich festgestellt, dass die Vögel die billigen Fettkugeln aus dem Discounter nicht mögen, einfach weil sie wirklich billig sind. Ich gehe nun in die Tierhandlung, das Futter kaufen. Es kostet ein Mehrfaches, das ist es mir wert.
 Mein ewig depressiver Vogel braucht kein Futter, er sitzt in einer Pflanzwanne.
 Hier hin das fertige Produkt, die Meisen geben sich ein dauerhaftes Stelldichein. Für die Amseln lege ich heute Äpfel unter den Kirschlorbeer.
Mr. Wonderful sieht im Dunkeln. Er fand wieder mal einen Feuersalamander und hat das arme Tier mehrfach fotografiert, mit Blitz. Hoffentlich erholt sich das gelbe Wunder wieder von dem Schock. Ich fand kürzlich eine Esculapnatter, sie war ca. 1,5 m lang. Zuerst war ich erschrocken, aber sie hatte mehr Angst vor mir als ich vor ihr.
Bis Mitte der Woche sind die Temperaturen noch erträglich,  danach wird es kalt. Wir wollen noch eine Blutpflaume umlegen, sie bedrängt den Ahorn.

Ein schönes Wochenende wünscht Sigrun

Mittwoch, 14. November 2012

Shopping - Hatfieldhouse

 Shoppen wenn es draußen regnet, die andere Variante eines Gartenbesuches in Großbritannien!
Hatfieldhouse - eine sehr große Anlage, und auch sehr viele Geschäfte.
Welches große Mädchen kauft nicht gerne ein? Die Auswahl war groß, nirgendwo gibt es so viele verspielte Geschenke, so viele Anregungen wie in GB. Einen ähnlichen Puppenwagen hatte ich früher auch, die Betonung liegt auf *hatte*, niemand hat ihn aufgehoben.

Schade, dass ich mir keine Bänder mitgenommen habe, ich hätte sie so gut für Kissenhüllen etc. verwenden können.
In einem warmen heimeligen Laden hält man sich gerne auf.

Im Jahr des Thronjubliläums sind alle Häuser mit kleinen Fahnenketten geschmückt, auch meines. Dort hab ich sie mir gekauft, sie ist allerdings indoor, für draußen wäre sie mir zu schade und zu teuer.

Seht ihr das Schwein auf der Etagere? Ein Ausstechförmchen, ich hab es mitgenommen, es ist auch noch rosa lackiert, es ist quasi für mich entworfen worden, ich mag doch Schweine.

Viel Spaß beim Leergucken der Bilder!

Freitag, 9. November 2012

England im Regen - Hatfieldhouse

 Was für ein Tag! Man brauchte einen Regenschirm - und hatte keinen. Aber einen Schal! Hatfieldhouse ist  groß, man kann dort heiraten, shoppen und gut essen - und natürlich Garten anschauen, wenn nur das Wetter ein klitzekleinwenig besser gewesen wäre! Meine Kamera mochte das Licht auch nicht, aber besser so als gar keine Aufnahmen. Man braucht sich jetzt auch gar nicht beeilen, jetzt ist Hatfieldhouse erst mal geschlossen, es wird Winter. Das Haus ist bereits vierhundert Jahre alt, hier kann man alles nachlesen.
 Mein Garten war es nicht, das gebe ich zu, mal ganz abgesehen vom vielen Regen. Man sieht einen Garten, liebt ihn oder läßt es. Das Shoppen gefiel mir viel besser, es war dort auch trockener, aber davon berichte ich das nächste Mal. Ist man in einer Gruppe, fällt die zeitliche Abhängigkeit schon ins Gewicht, mir geht es jedenfalls so. Ich wäre gerne länger geblieben, hätte mehr Zeit für die Shops gehabt und einen Tee getrunken.
 Mauern liebe ich sehr, sie gliedern die Gärten, hier wie überall.

 Gefallen hat mir die Farbgebung in diesem Monat, dem Juni. Gena meine Farben, dezent und harmonisch.
 Die hohen Nepetas sind hier wie anderso so herrlich problemlos, ich habe sie auch bei mir im Garten sehr gern.
 Durchgehen - das hätte mich hier gereizt, wäre das Wetter eindeutiger gewesen. Aber mit feuchten Füßen durch das Gras laufen wäre unklug gewesen, wir hatten ja noch viel vor an diesem Tag.


Eiben, heilige Eiben - sie liebe ich am Allermeisten in britischen Gärten, sie haben einfach genügend Platz um zu wachsen, sich auszubreiten und trotzdem in Form geschnitten zu werden. Sie werden uralt. In Deutschland ist es ja gerade Tendenz, Siedlungshäuser nach vierzig Jahren abzureißen, wie soll dort ein Garten richtig wachsen und gedeihen?

Nun geh ich shoppen, da ist es nicht so feucht. Ich nehme euch im nächsten Beitrag gerne mit. Beschwert euch hinterher nicht, ihr hättet euch verzettelt oder zu viel Pfunde dortgelassen, GB ist sehr teuer geworden!

Samstag, 3. November 2012

Abbey House Gardens, Malmesbury, Wiltshire

 Es wirft sich die Frage auf, welche Bekleidung man im Garten wählt - trägt man schicke Designermode für die Gärtnerin, den Gärtner oder trägt man die alten Sachen auf, die man sonst in den Sack gesteckt hätte? Es gibt GärtnerInnen, die lösen dieses Problem anders: Sie gärtnern nackt! Dabei drängt sich mir gerade der Gedanke auf, wie ich verkratzt und mit Rosendornen in einem edlem Körperteil durch den Garten wandele. Für mich wäre es nichts, aus rein praktischen Gründen, und auch wegen der Nachbarn, die dann Steine nach mir werfen würden. Wem wäre also dann geholfen?
Ich für mich trage alte Kleidung auf.
 Da die Briten schon immer anders waren als der Rest der Menschheit - sie fahren auf der linken Straßenseite - gärtnern manche eben nackt, ich finde das klasse. Ich habe eine Bekannte, die tut das auch, hier. Also sind die Briten doch nicht gar so anders. Über die Skulptur oben habe ich lange nachgedacht, meine Mitreisenden standen auch lange davor, um die verwirrten Glieder zweier Männer im Geist zu sortieren. Wir waren in Wiltshire, Malmesbury, und besuchten Abbey House Gardens.
Die Besitzer, Ian und Barbara Pollard, sind sehr nette Menschen, ich habe beide kennengelernt. Im Netz fand ich auch Videoclips, die die Gärten zeigten, als sie entstanden. Da wurde mit sehr viel Manpower und körperlichem Einsatz vom Besitzer himself ein wunderschöner Garten angelegt.
 Auch das britische Fernsehen drehte einen Film über die nackischen Gärtner, leider habe ich ihn nicht gesehen.
 Das Haus ist wunderschön, genau meine Kragenweite. Im Winter möchte ich es allerdings nicht heizen müssen.
 Schon im Bus gackerten die Damen über die nackten Gärtner, ich hatte mich nicht vorbereitet und stürzte blind ins Vergnügen. Kannte kein Bild des Gartens, kein Bild der Besitzer. Lasse mich gerne überraschen und gehöre nicht zu den Menschen, die sich wochenlang auf einen einzigen Garten vorbereiten. Ich will mich entspannen und keine Abhandlung schreiben.  So ging ich also nach den ersten Aufnahmen schnurstracks zum Ende des Gartens und wollte ihn von hinten aufrollen. Das hab ich dann auch! Aber sowas von ...
Auf einer Leiter stehend fand ich einen Gärtner, der eifrig Kletterpflanzen an einer Pergola beschnitt. Man kann sich nicht vorstellen, wie schnell frau denken kann! *good morning*, und *der hat aber lange Haare* und *irgendwie unten nix an*. Aha, ich hatte den Besitzer gefunden. Wir begrüßten uns, nachdem ich festgestellt hatte, dass er genau so wenig interssant aussieht wie die meisten Männer unten ohne, und mehr habe ich dazu auch nicht zu sagen!
 Einen wundervollen Hintergrund hat der Garten in der Abbey, leider hatten wir keine Zeit, sie zu besichtigen. So schade, das werde ich privat nachholen. Der Ort muss auch interssant sein. Mr. Pollard ist auch eine sympatische Frau, schlank, nicht mehr ganz jung und mit langem Haar, dass dringend eine neue Färbung vertragen könnte. Beide Besitzer erinnerten mich an die Flower-Power-Zeit, für die ich noch zu jung bin! Oh, ich bin mal für was zu jung ... kommt immer weniger vor in letzter Zeit!
 Schach ist ein Spiel, dass für mich unerreichbar ist, ich kann nicht logisch denken. Nicht, weil ich eine Frau bin, ich denke eben anders.
 Magisch zog mich das Wasserbecken an, von allen Seiten hab ich es fotografiert. Silberne Metallkugeln drehten sich auf der Wasseroberfläche.

 Hatte ich in meinem letzten Bericht nicht etwas von kastrierten Sträuchern gesagt? Hier gehören die Formschnitte einfach hin, Großbritannien ist das Land des Topiary.
Herrlich, was? Ich liebe dieses Bild
Im vorderen Garten (nicht hier auf diesem Bild) findet man in einer Ecke eine Karre mit einem Sarg, dahinter ein Mönch, der sein Gesicht nicht zeigt. Muss mal ein Pestwagen sein, passend zur Abbey. Ich hab mich fast gefürchtet, es sah alles so autentisch aus.
Als bekennende Sammlerin von Geranium fand ich eine Sorte, die ich nicht kannte. Alle waren sehr bemüht mir zu helfen. Der Besitzer holte sogar sein Bestandsbuch, wälzte Bücher mit seiner Gärtnerin (nicht seine Frau), um mir zu helfen. Am Ende wußte ich zwar nicht, welches Geranium es war, aber das Engagement war beachtlich. Das ist er links, ein spannender Mann. Mit langen Stiefeln bis übers Knie, dazwischen bis zum Shirt nix, gar nix. Also mag er wenigstens keine verstochenen Beine.

Wie immer war die Zeit zu kurz, zu kurz für die Abbey, das Dorf und den Garten, zu kurz für das Studium der männlichen Anatomie! Bis zum nächsten Mal, Malmesbury!