Sonntag, 4. August 2013

Sind meine Pflanzen glücklich?

Sonntag Morgen, ich gieße meinen Garten. Vieles sitzt viel zu eng. Indoor habe ich es geschafft, zu minimieren. Outdoor bin ich dabei - heute gehen wieder zwei Hemerocallismutterpflanzen weg und diese Woche war es schon einmal so. Ich habe sogar Hostamutterpflanzen verschenkt, ich will die behalten, die für mich die Besten sind. Die großen und sehr großen gebe ich weg, es ist schon viel weniger geworden. Denn weder ich noch meine Pflanzen sind mit der Enge glücklich. Oder doch? Ich auf alle Fälle nicht (mehr). Oben ist eine XL, Montana aureomarginata. Sie werde ich behalten. Ich sah sie bei Planwerk in einem Zementkübel, gigantisch. Es gefiel mir so gut, dass meine Freundin mir eine kaufte und schenkte!
Plötzlich waren die Sämlinge da, den Namen hab ich schon vergessen. Sie werden dick und fett, blühen zartgelb und kamen in einer Pflanze vom Staudengärtner mit mir heim. Wie auch in meinen Töpfen verstecken sich dort oft Samen, die hier erst aufgehen. Sie ist schön - zugegeben - aber ich habe alle Mutterpflanzen ausgerissen. Sie sind invasiv. Nun sind sie schon wieder da und ich weiß nicht, was ich damit soll. Stehen direkt neben meinen neuen bodendeckenden Phloxen, die ich als Alpine gekauft habe. Also können die Sämlinge nicht bleiben. Denn: Mit Sicherheit wären die Phloxe damit nicht glücklich.
Und wenn nirgendwo etwas geht - sie finden immer einen Platz - die Samen von Plantago major, Sorte entfallen. Direkt an den Grenzsteinen sitzen sie noch im Beet, dick und fett, ohne Mehltau, wie immer behauptet wird. Rote und grüne, ich habe schon wieder vier getopft und werde sie verschenken. Sie scheinen glücklich.
Diese Pflanze ist auf alle Fälle sehr zufrieden mit ihrem Dasein, stapft bei 36 Grad den Hang rauf und runter, um drei Meter Holz nach hinten zu tragen und zu stapeln. Auf alle Fälle darf sie bleiben, ohne sie geht hier nichts!
Böse Zungen behaupten, bei uns könne man an keinem Tisch mal was essen. Eine Tasse Kaffee geht aber immer. Außerdem stimmt es nicht, unter dem Freisitz ist ein neuer Tisch, der ist nicht belegt (vermutlich, weil dort Schatten ist und sowieso nichts wächst). Ich bekenne mich schuldig!!
Aber die Semperviven sind zufrieden, sie wachsen und füllen die Schalen. In der Schale, in der scheinbar nichts wächst, ist trotzdem etwas drin, es ist nur klein. Eine ganz neue Sorte.
Glücklich? Himmelsstürmer, zwei Sorten. Die linke ist übermächtig, die rechte geht zurück. Also muss die Linke was hergeben, damit alle wieder zufrieden sind. Ich weiß, was meine Kinder brauchen.
Der Knöterich läuft in Reih und Glied vor dem Eupatorium. Ich bin unschuldig, er hat sich von alleine dort hingesetzt und sieht wunderbar aus. Ist also zufrieden.
Unglücklich ist auf alle Fälle das Gras, es wird immer brauner. Wir hatten seit Wochen keinen Regen mehr. Ich habe bereits 16 Kubik Wasser verbraucht, das gibt eine satte Rechnung, und das im Kurgebiet. Dreimal so teuer wie sonstwo. Wer einen Garten will, muss das aushalten können, die anderen Gärten sehen aus wie Wüste Gobi.
Nicht zufrieden bin ich mit Sackerde, von der ich sehr viel brauche. Egal was ich bezahle, es ist nur Mist drin. Rindenhumuserde, was ist das denn? Dicke fette Stücke, saure Erde, man sieht es manchmal direkt, dass es den Pflanzen nicht gefällt. Bei meinem Gärtner habe ich mir einen Sack mitgenommen für acht Euro, sie ist wunderbar, die Erde. Aber ehrlich - das kann ich mir nicht leisten. Ich benötige sehr viel davon, weil ich immer topfe und sie auch in den Beeten verwende.

In diesem Jahr habe ich viel weniger verbraucht - ich reduziere - auch wenn alle sich totlachen, wenn ich es sage - man sieht es aber langsam.
Ich geh nun raus, eine Sempervivenschale (groß) muss neu gesetzt werden. Die übrigen Kinder gehen nachher weg - ich werde sie nicht setzen (ich schwörs).

Euch allen einen schönen Sonntag!

Kommentare:

  1. Nicht alles was wir im Garten heranziehen oder kaufen, entwickelt sich auch so wie wir uns das vorstellen. Ich muss auch einige Sachen verkleinern, nur habe ich leider keine Abnehmer und so wandern die Pflanzen auf den Kompost. Tut mir zwar in der Seele weh, ist aber nun mal nicht zu ändern.
    Deine zweibeinige Pflanze musst du gut pflegen, dafür bekommst du nämlich keinen Ersatz :-)

    LG Lis

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  2. Ich bin immer wieder begeistert, was bei Dir alles wächst! Plantago major habe ich so noch nie gesehen! Aber auch Deine Semperviven sind einfach großartig! Nicht zu vergessen die besondere "Pflanze", die so fleißig Holz aufschichtet!!!!
    Bei uns hat es heute Nacht ein wenig geregnet... allerdings verdunstet das sofort wieder nach der wochenlangen Trockenheit!
    Ich bin ja eher so für 20 bis 25 Grad... aber wir können es nicht ändern! Jetzt mache ich auf jeden Fall erst einmal ein Nickerchen im kühlen Haus!!!!
    Viele Grüße von
    Margit

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  3. Wenn die Pflanzen auf den Kompost gehen, wandern sie ja in den Naturkreislauf zurück. Ist insofern halb so schlimm.

    Könnt Ihr bei Euch keinen Brunnen bohren, um die Wasserkosten zu reduzieren?

    In das Klagelied über die Erde stimme ich mit ein - habe sogar schon Plastikstücke in Erde gefunden. Unglaublich, oder?

    Viele Grüße
    die Füchsin

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  4. Die Pflanzen, die Du uns hier zeigst, sind auf jeden Fall glücklich, das sieht man ihnen deutlich an. Schade, dass ich nicht in Deiner Nähe wohne. Ich würde Dir gerne helfen, einige Deiner unter Platznot leidenden Pflanzen glücklicher zu machen. ;o)

    Herzliche Grüße und Dir ebenfalls einen schönen Restsonntag,
    Iris

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  5. Ich glaube schon, dass deine Pflanzen glücklich sind. Du kümmerst dich ja liebevoll um sie und auch im Sommer müssen sie keinen Durst leiden.
    Ich werde mich auch von einer großen Hosta (Mutterpflanze) trennen, sie ist einfach zu groß geworden.
    Das Ausdünnen muss von Zeit zu Zeit einfach sein.
    Eine Glanzmispel musste auch weg, sie nahm anderen Pflanzen einfach zu viel Licht.
    So ist das halt in einem Garten.
    Trotzdem ist deiner wirklich wunderschön, du kannst stolz darauf sein.

    Super, dass du auch den Edersee kennst. :-)

    Liebe Sonntagsgrüße schickt dir
    Christa

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  6. Das ist doch ein guter Ansatz, nur die schönsten Sachen zu behalten, wenn man in Platznot ist. Klingt fast wie ein Tip aus meinem Feng Shui Buch. Nur das behalten, was man nutzt oder an dem man Freude hat. Die Semperviven sind toll und auf jeden Fall glücklich. Na, und einen Gärtner hält es doch sowieso nicht lange am Tisch, oder?
    LG Sigrun

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  7. Die Plantago major kenne ich gar nicht, die Saamen sind wunderbar. Ich möchte die Schalen mit Semperviven auf dem Tisch gerne sehen.

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  8. Ich bin da ganz pragmatisch.
    Pflanzen die nicht glücklich sind, kommen im nächsten Jahr wohl selten wieder. Dann lerne ich daraus, dass es der falsche Standort war.

    Viel Spass beim austopfen, umpflanzen und verschenken.

    Grüess Pascale

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  9. Hallo Sigrun.
    Und ob deine Pflanzen glücklich sind aber ganz bestimmt,sonst würden sie nicht so prächtig blühen.
    Die Hosta sind ja so dankbar ich habe auch riesen Pflanzen davon.
    Schön hast du es.
    Angenehme neue Woche und liebe GRÜße Jana.

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  10. Haha, mein Deutsch ist ganz schlecht. Es soll sein dass die Schalen auf Ihrem Tisch in dieser Weise sehr schoen aussehen. Entschuldigung, ich denke dass ich naechstes Mal wieder auf Englisch Kommentar gebe.
    Liebe Gruesse,
    Janneke

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  11. Hallo Sigrun,
    der Wegerich sieht ja wirklich orginell aus! Mit dem Regen hatten wir jetzt etwas Glück bei uns hats am WE ergiebig geregnet und die Wassertanks sind auch wieder voller.
    Die besondere Pflanze mußt du auf jeden Fall behalten, wer bei diesen Temperaturen so freiwillig schuftet!
    Liebe Grüße
    Dagmar

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  12. Also wenn Deine Pflanzen nicht glücklich sind, wenn sie mit Kurwasser und genialer Erde versorgt werden, dann weiss ich auch nicht mehr. Da müssen meine schon härter durch. Wenn die Regentonne leer ist, wird mit dem extrem kalkhaltigen Wasser gegossen. Aber sie sind tapfer und nehmen was sie kriegen können :o).
    Hab einen herrlichen Sommerabend.
    En liebe Gruess
    Alex

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  13. Guten Morgen liebe Sigrun
    Glückliche Pflanzen? Also wenn ich in deinen Garten schaue, dann sehe ich nur Glück - und wahrscheinlich ebenso glückliche Pflanzen, die so toll versorgt werden. Hm, aber irgendwie, ja ganz leise verstehe ich dich. Bei mir sind nicht halb so viel Pflanzen wie bei dir, ja wahrscheinlich nicht mal ein Viertel. Und es hat sogar noch Platz draussen auf den Tischchen, um sogar zu essen, oder derzeit bin ich wieder dran mit Töpfern im Garten ... da wirds dann schon enger. Aber auch ich schaue mich dauernd um und frage mich v.a. bei den riesigen Topfpflanzen (Agapanthen), was den letztlich aus all den werden soll. Hm, aber gerade eben ist wieder eine Hortensie eingezogen und ich weiss noch immer nicht, wohin mit ihr ... wahrscheinlich doch in einen Topf - Hiiiilfeeeeee :-)
    Nun, auch bei uns ist es staubtrocken und wir sind am Giessen schon längst nicht mehr aus der Tonne und auch ich bin gewappnet auf eine saftige Rechnung. Aber ich könnte es mir nie verzeihen, wenn wegen meiner Faulheit Pflänzchen eingehen müssten.
    Ich wünsche dir eine wunderschöne Woche und schick herzliche Grüsse
    Ida

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  14. Ich finde, alles sieht sehr zufrieden aus!
    Liebe Grüße,
    Markus

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  15. Also falls jemand mal etwas abzugeben hat, der soll sich doch bitte bei mir melden. Wir haben da noch Platz, geben Pflanzen ein würdiges Zuhause.
    Wir würden uns auch erkenntlich zeigen. Versprochen.

    Der Garten sieht so wunderbar aus. Hach, ich will auch. Aber so ein Garten muss halt immer wachsen und wer eben nicht unendlich viele Euronen ausgeben kann, der muss sich begnügen mit dem langsamen Wachsen der wenigen Stauden, um sie dann zu teilen und den Garten zu füllen.

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  16. Ich finde auch, dass sich dein Garten sehen lassen kann. Deine Pflanzen müssen also glücklich sein. Das mit der Erde kann ich gut verstehen. Wir haben in diesem Jahr auch sehr, sehr viele Säcke gekauft und es ist nicht leicht gute Erde zu bekommen. Vor allem, wenn man keinen Torf möchte. Egal, wo man nach Erde schaut, die meisten Sorten, die im Handel angeboten werden, haben Torf als Grundlage. Und hat man dann endlich Erde ohne Torf gefunden, dann ist sie teuer. Ein Ärger!
    LG
    Ute

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  17. Hallo Sigrun,
    da kann ich auch ein Lied von singen - meine Pflanzen stehen immer viel zu eng, auch dicke Hostas. Hier ist es auch sehr trocken, das bisschen Regen hilft nicht viel, wenn es dann wieder heiß und sonnig wird. Mein Salvia verticillata macht um diese Zeit immer schlapp, statt zu blühen. Also, der ist jedenfalls sehr unglücklich bei mir.
    VG
    Elke

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  18. Oh Sigrun,
    ein wunderbarer Post. So viele Themen und Fotos, weiß gar nicht wo ich anfangen soll. Zu allem fällt mir was ein ;-)
    Am besten gefällt mir deine hitzebeständige wander- und schlepprobuste Riesenpflanze. Wie gut, dass sie öfter mal den Standort wechselt ;-))))))))))))
    Eins würde ich mit Sicherheit mit Ja beantworten, nämlich deine Frage im Posttitel!!!
    Würden sie alle so herrlich treiben und wachsen, fühlten sie sich nicht pudelwohl bei dir? Na eben! Die Frage war hoffentlich nur rethorisch gemeint, gell?
    Hast du schon überlegt, Pflanzen zu verkaufen? Jeder, der sie liebt wäre glücklich, bei dir Stauden zu bekommen: Mit Liebe bedacht und großgezogen! Ich würde gleich zuschlagen...
    Liebe Grüße
    Elisabeth

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  19. Was für ein Garten!!!!!
    Auch ich bin Hosta und Sempervivum Liebhaber.
    Leider fressen Schnecken Löcher in die Hostablätter.
    Mit Trockenheit kann ich auch dienen.
    Wir haben große Holzfässer, die sind mit Folie ausgelegt, in jedes passen 2000 Liter rein. In dieser Art auch noch zwei kleinere, alles Wasser vom Dach wird aufgefangen. So kommt man über eine Durststrecke.
    Wünsche Dir weiter viel Freude an Deinen schönen Pflanzen.

    LG
    Brigitte

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