Sonntag, 28. April 2013

Tulipa infernalis x Schneckli eimeri

 Da steht man frühmorgens auf, zückt die Kamera (und das Schneckenkorn), um dann - noch Schlaf in den Augen - diese gruseligen Farben zu erblicken! ICH hab sie nicht bestellt, kennt ihr jemanden, der in seiner Tulpentüte das hatte, was er eigentlich wollte? Ich kaufe Queen of the Night, weiße Tulpen, Prinzessin Irene, aber doch nicht solche Farben! Ungern erinnere ich mich an den Sonntagmorgen, als ich noch im Hemd die Riesenrotentulpen samt Knollen aus den Beeten riss, um bei meiner Nachbarin zu klingeln um ihr einen schönen Sonntag zu wünschen, die ihrerseits leicht irritiert auf den seltsamen aus der Art geratenen Blumenstrauß blickte um mich zu fragen, ob ich vielleicht die Zwiebeln wiederhaben wolle?
 O.k., in dieser Ecke zwischen all den herrlichen Brunneras sind die Farben gerade noch erträglich, aber auch nur, weil bald die Blütenblätter abfallen. Braucht der Mensch Tulpen? Brauche ich sie?
 Zart hingegen kommt das Epimedium x warleyense Orangekönigin daher, hier gefällt mir der sanfte Orangeton. Es müßte allerdings versetzt werden, fristet es doch in einer Parkplatzlösung zwecks Vermehrung ein karges Dasein.
 Hinter der Bank hört unser Grundstück auf, hier verschwimmen die Grenzen manchmal für fremde Augen
 Zur Bewältigung des Gartenfrustes, der ja täglich in irgendeiner Weise umherschleicht, sei es durch die Schnecken, den ungepflegten Garten einiger Nachbarn usw. habe ich mir in grauer Vorzeit, so ungefähr ab meinem 18. Lebensjahr, eine eigene Staudengärtnerei angelegt, mitleidig topfe ich alles, was nicht schnell genug um die Ecke ist. Kein Sämling entkommt mir, es sei denn, es ist Hahnenfuß oder dieses ekelige Springkraut, dass ich gestern nach dem Regen in Massen in einer Gartenecke entdeckte und mir einen Zeitplan für die kommende Woche machte. Raus muss es, es versaut mir den kompletten Garten.
 Dieses Etwas hat sich noch nicht entpuppt, rot ist es - geöffnet war es noch nicht, und ICH habe es nicht gekauft, es war der Handel, der mit seinem Produktionsüberschuss die Tüten falsch befüllt.
 Eine Augenweide hingegen sind meine Hostas, hier Raspberry Sorbet, schon sehr weit ausgetrieben, da es viel Sonne abbekommt. Vor lauter Tulpenfrust habe ich gestern in schierer Verzweiflung von meiner Hosta Leather Sheen einen Abstich gemacht, der zwei Hörnchen enthielt und vier abbrach. Man sollte es einfach lassen an solchen Tagen.
 Bitte sagt mir nicht, dass das Rot dieser langstieligen Tulpen, die weiß sein sollten, aber gut zu der Bank passt - ich könnte mich entschließen, euch nicht mehr zu besuchen.
Mr. W., der in allem, aber wirklich allem, immer etwas Positives zu sehen pflegt, verbringt nun sein Wochenende, selbst im Regen, damit, mit einem Baueimer alle halbe Stunde die Beete zu säubern, denn die Schnecken haben es auf mich abgesehen. Waren einstmals die Spanische Wegschnecke und ihre schleimigen Gefährten meine ganz persönlichen Feinde und Schlafräuber, so sind es heute die kleinen Gehäuseschnecken und ihre fetten Schwestern. Noch bevor die, die ich mit Scheckenkorn zum Mahl einlade, verrecken, haben sie schon die Monarde meiner Freundin plattgemacht, auf die ich doch so besonders acht gebe, weil sie gigantisch wird und außerdem von ihr ist. Es ist 6.45 Uhr, ich hab von Schnecken geträumt - wieso ist Mr. W. noch nicht auf seiner Runde?

Mittwoch, 24. April 2013

Visite in der Kinderstube

 Die Kinderstube rief nach mir. Bepackt mit Kamera, Schneckenkorn und Handschuhen machte ich mich auf den Weg. Es hat sich gelohnt. Im letzten Jahr gesetzt finde ich diese Ecke einfach nur klasse. Waldsteinia ternata passt einfach hervorragend zur neuen Zierkirsche mit diesem unaussprechlichen japanischen Namen. Ich hatte darüber berichtet. Die kleinen Alchemillas passen auch sehr gut dazu. Bei ihnen muss Mutter Gärtnerin allerdings aufpassen, dass sie niemals überwuchert werden - sonst sind sie weg.

 Astantia major 'Sunningdale variegated' hat ein gelbes Kind geboren, mal sehen, wie es sicht entwickelt. Ich mag Sämlinge, die nicht invasiv sind. Sie werden in aller Regal getopft und an liebevolle Gärtnerinnen verschenkt. Das Duftveilchen oben ist umwerfend, es kam von alleine und samt sich nicht sehr aus. Hingegen das weiße und Sororia Freckles empfinde ich mittlerweile als nervig, weil ich regelmäßig ausrotten muss.
 Hat man sowas schon mal gesehen? Ein dreifarbiges Etwas, eine Traubenhyazinte, bekam ich beim Einkaufen bei Gaissmayer geschenkt. Links daneben Brunnera mac. 'Hadspen cream'. Noch heute trauere ich diesem Garten hinterher, Hadspen Garden, er war so schön. Die Gärtner sind gegangen, der Erbe hat alles eingeebnet. Nicht jeder hat eine Hand für den Garten.
 Nach Sonne sehnend streckt die Hosta 'Sagae' ihre Arme hoch in die Luft, ich kann sie fast jährlich teilen und bedaure es unendlich, keinen größeren Garten zu haben, in dem eine Hosta endlich mal wachsen kann, wie die Natur es vorgesehen hat. Schade.
 Ich liebe dieses Farbenspiel im Frühling, bald fängt der gelbe Holunder an zu blühen. Es ist mir jetzt endlich gelungen, einen Steckling zu bewurzeln, die anderen sieben sind verschieden. Hatten wohl keine Lust.
 Getopft sind auch fast alle Geranium- und Brunnerasämlinge, einige schon verschenkt. Zum Wegwerfen sind sie viel zu schade, weil jeder Sämling anders aussieht und anders blüht. Gestern habe ich wieder getopft, u. a.auch Helleborus, der in der Buchshecke hing.

Bei steigendem Blutdruck hab ich wieder eingekauft, Pulsatillahybriden (Papageno) wieder mal, ich hab sie direkt einer Gärtnerin vor der Nase weggeschnappt, aber sie hat sie mir gegönnt. Die mauvefarbenen sind umwerfend, eine sogar gefüllt gezackt. Ich bete sie dreimal täglich an. Bei meinem Staudengärtner sitzen sie in Steintrögen, mehrere Jahre alt, wieso hab ich immer an ihnen vorbeigesehen und im letzten Jahr erst losgelegt? Unverständlich. Unsrer Katze ist das völlig egal, sie hat mir heute morgen in eine Pflanze erbrochen, ich hab gleich gegossen. Können die nicht auf den Rasen kübeln? Die andere hat mir das Hakonegras abrasiert, es scheint gut zu schmecken. Oben rechts blüht Viola labradorica lila mit ihrem blaubraunen Blattwerk. Im Garten meiner Freundin bildet sie einen Teppich, sie hat sie von mir. Mein Garten hingegen mag sie nicht, ich muss sie päppeln wie ein krankes Kind, diese hier sitzt in einer alten Salatseie.

Nun hab ich Erbarmen mit euch, ich bin fertig. Ungern zwar, ich könnte noch eine Stunde weitererzählen, aber ihr habt alle draußen zu tun. Frohes Schaffen!

Sonntag, 21. April 2013

Sonntag auf der Scholle

Omphalodes verna

 Sonntag, 7 Grad, 8.00 Uhr, die Sonne scheint. Grund genug, gleich in den Garten zu gehen, wenn alle noch schlafen. Dann ist es am Schönsten. Ich gieße die Neugesetzten, ob Staude oder Strauch. Alles will Wasser. Hier auf dem Berg ist so viel Wind, alles ist sofort wieder ausgetrocknet.
 Jetzt ist sie voll aufgeblüht, meine schöne Zierkirsche. Ich hatte sie das letzte Mal schon vorgestellt.
 Da ich alles Weiße besonders gerne mag, ging ich in die Baulschule, um eine neue zu kaufen, leider hatte sie ein falsches Etikett, mit Brille wäre es nicht passiert, aber ich verließ mich auf die Fachkraft, das war ein Fehler. Nun eruieren sie beim Zulieferer, welche ich gekauft habe. Sie bleibt auf alle Fälle, sie ist kleinwüchsig und sitzt nun vor der Haustüre.
 Als wäre es nicht schon genug, sitzt auch hier eine Namenlose im Hang, ich kaufte sie für fünf Euro als Überbleibsel im Winter, sie hatte mein Mitleid und wie man sieht, dankt sie es mir.

Die letzen Osterglocken verblühen, die Brunneras fangen mit dem Blühen an. Der ganze Garten ist voll davon, eine der besten Gartenstauden, die ich kenne. Sie versamen sich, sind aber leicht zu händeln. Besonders viele Kinder bekommt bei mir Jack Frost, die Sämlinge sind sehr begehrt, ich topfe sie fast alle. Als wir am Donnerstag das Beet vor der Haustür umkrempelten, geschah etwas Seltsames. Normalerweise rollt der mir angetraute Mr. Wonderful grundsätzlich seine Augen groß wie Suppenteller, wenn ich sage: Bitte nicht wegwerfen, ich topfe es. Egal, um was es sich handelt. Beim Ausräumen des Beetes flog alles in die Tonne. Diesmal war er derjenige, der jammerte, weil die Lungenkräuter (Pulmonaria) doch so schön blühten! Sie sind aber teilweise schon invasiv, aber auch gut auszustechen.

Neue große Helleborus orientalis wurden gepflanzt, beim Setzen bat ich Mr. Wonderful (ich darf mich nicht bücken), doch zuvor die Blüten zu entfernen, damit die Kraft beim Wurzeln bleibt. Laber, Rhabarber, als ich wieder hinguckte, waren alle Blätter ab und die Blüten standen noch dran. Ich fing an zu grinsen als er bemerkte, welchen Fehler er begangen hatte. Mit seiner Erlaubnis darf ich mich hier auch drüber amüsieren. Um ihn zu trösten, sagte ich ihm, dass bestimmt neue Blätter nachwachsen werden, auch wenn es schon die diesjährigen Neuen waren. Muss ich halt ein bisschen mehr düngen.

Die Farne fangen an, ihre Rollen zu öffnen, ein erhebender Anblick jedes Jahr. Leider ist einer dabei gewesen, den ich besser nicht gekauft hätte. Bereits seit Jahren entfernt, schickt er seine Läufer noch immer durch den Garten. Ich kann das nicht ausstehen.

Die Sonne scheint, die Scholle ruft - ich wünsche allen einen schönen arbeitsreichen Sonntag im Garten.

Mittwoch, 17. April 2013

Ein echter Kracher - Papagenohybriden

 Der Besuch beim Staudengärtner hat sich wieder mal gelohnt. Eigentlich wollte ich nur für meine Tochter die versprochenen Pulsatilla (gewöhnliche Küchenschelle) holen, aber da waren sie dann, die göttlichen - die Papagenohybriden, von der jede anders aussieht. Für meine Tochter hab ich eine weiße und eine rote Küchenschelle gekauft, und für mich? Au weia, ich fahr nochmal hin, wenn die anderen aufgeblüht sind. Jede anders, guckt doch mal. Nur rechts oben, das ist eine normale rote Glocke. Es ist wie eine Offenbarung, wenn man in ihre Gesichter schaut. Selbst Mr. Wonderful, der jedem neuen Topf gespalten gegenübersteht, hat sich neugierig über die Kiste gebeugt.
 Jovibarba heuffeli 'Roter Strain' wird einen Ehrenplatz in einem Tontopf erhalten, wie die vielen anderen auch, die ich eigentlich nicht kaufen wollte.
 Wir wußten es alle: Wenn es warm wird, kommt der Frühling mit brachialer Gewalt über uns. Meine rosa Zierkirsche ohne Namen blüht seit drei Tagen, und bald wird die Pracht vorbei sein.
Im letzten Jahr neu gepflanzt *Prunus incisa Kojou no mai'*, sie soll nicht hoch werden (1 m) und ich hoffe das stimmt. Weiß läßt sich ganz schlecht fotografieren, aber sieht edel aus, einfach klar, wie fast alles weiße. 

Die Brunneras in Sorten fangen im Garten an zu blühen, rasant jetzt. Sämlinge sind für Freunde getopft, alle letztjährigen Geraniumsämlinge ebenfalls, schon zeigen sich die neuen Keimblätter der diesjährigen Kinder.
Alle vermißten neu gesteckten Blumenzwiebeln erscheinen nun, zu spät, aber sie sind da. Es war ja lange kalt.
Ich wünsche euch frohes Schaffen im Garten, diese Woche soll es ja noch angenehm sein.
Auf meiner Fensterbank schießen die Zucchinis jetzt in die Höhe, zu schnell, wie immer.

Sonntag, 14. April 2013

Klein - und schnucklig fein, ein Gärtchen in Rheinhessen

 Was für ein schöner Tag - Sonne den ganzen Tag, Sonntag - heute - und ein Besuch in Rheinhessen.
 Die Besitzerin ist dekosüchtig, Sammlerin auch von alten Sachen. Sehr kreativ, sie kann aus allem etwas machen und kann auch - fast - alles brauchen. Davon profitieren viele.

 Der Garten ist klein, hat eine schöne Terrasse, die liebevoll dekoriert ist. Hieran schließt sich ein Beet an, dass im kleinen Hanggarten nach hinten ansteigt.

 Völlig klar, dass ich hiervon geschnorrt habe, denn dieses Rot habe ich in meinen Frühjahrssemps noch nicht.

 Wenn die Gärtnerin nicht auf Knien durch den Garten robbt, backt sie auch Pizza und Brot in diesen tollen Ofen.
 Im rechten Teil befindet sich ein Teich, ich kann nur momentan keine Bilder zeigen, da der Garten sich im Umbau befindet. Warten wir also noch ein Weilchen.
 Links neben dem Ofen
 Und ist der Garten noch so klein, Kräuter müssen einfach sein. Und ein paar Salatpflanzen unter Hütchen.
Abschließend noch einen herzlichen Dank an die Gärtnerin, es ist immer wieder schön, durch den Garten zu gehen.

Mittwoch, 10. April 2013

Die Gärten von Demen

 Die Gärten von Demen - sie lagen auf dem Hinweg einer Reise in den Niederlanden. Ich war gespannt was da kommt, offen für alles. Ein Rosen- und Pflanzenverkauf sollte sein, Pflanzen haben wir keine gefunden.
 Aber dafür lecker Käs', leider konnten wir den nicht kaufen, sonst hätten wir den Bus ausgestunken.


 Anstrantia Roma, wenn ich mich nicht irre. Sie ist wirklich schön!
 Die formalen Hecken gefielen mir gut. Ganz begeistert waren wir vom einjährigen Mohn, leider gab es keine Samen zu kaufen. Wie schade. Damit könnte man doch ein Geschäft machen.


Diese Ecke fand ich etwas trist, wie eigentlich einige Stellen im Garten. Ich fand, dem Garten fehlte der Pepp, nicht überall - doch oft.



 An lauschigen Ecken konnte man seinen Tee trinken.

Beim Flohmarktverkauf hat mein Auge sich gleich auf ein Teeservice in türkis gelegt, was würde ich darum geben, es mitgenommen zu haben, jetzt wo ich es sehe, hätte ich es sooo gerne. Es würde gut passen.
Abschließend kann ich sagen: Hier muss ich nicht wieder hin, der Garten ist schön, aber nicht für einen weiteren Besuch.

Mittwoch, 3. April 2013

Sandy Lane - Träume in Wiltshire

 Es war einmal ein Tag im September. Es regnete, fotografieren wurde zur Qual. Ich hab es trotzdem getan, das konnte man sich einfach nicht entgehen lassen. Wahrgewordene Träume offenbarten sich mir, als ich die Straße entlang ging. Hier gab es fast nur Reet, die Dächer berührten teilweise fast den Boden.
Wiltshire, ein Ort namens Sandy Lane. Ich werd ihn nie vergessen.
 Wie schade, dass man nicht hineinsehen kann, dachte ich. Zuhause angekommen, fing ich an zu googeln und fand ein Haus namens Appletreecottage in diesem Ort, dass gerade verkauft wurde. Und dachte: Frau, jetzt sind wieder deine romantischen Neigungen mit dir durchgegangen, denn wirklich haben willst du das nicht. Die Folgekosten für die Renovierung, obwohl ja noch jemand drin wohnt, willst du nicht tragen. Ich kenne alte britische Häuser, viele haben es arg nötig.
 Trotzdem, träumen wird man ja noch dürfen.

 Das ist es, der Name stand am Tor. Ca. 500.000 Pfund sollte es kosten. Ich hoffe, es hat einen liebevollen Besitzer gefunden. Der Garten war so schön, genau für mich wäre er gewesen. Mein Gatte hätte natürlich auch mithelfen dürfen (müssen).



Ich glaube, der Ort bestand nur aus einer einzigen Straße, aber ganz genau erinnere ich mich nicht mehr. Es gab einen Pub. Vielleicht fahre ich ja nochmal hin, wenn die Sonne scheint.