Montag, 27. Mai 2013

Chester Grosvernor Garden Center

 Am Rande von Chester liegt das Grosvernor Garden Center, bis dato hatte ich es noch nicht gekannt. Aber jetzt! Und wie! Hütchen gefällig? Das Grosvernor ist ein Riesencenter, von Garten allerdings erst am Ende eine Spur. Es überwiegt der gute Kaufhauscharakter. Ich vermisse meinen Staudengärtner, bisher bin ich nur einem begegnet. Nobel, gute Qualität - das ist das Grosvernor in Chester. Delikatessen, Seifen, Badezusätze, Cremes, Cookshop, Bekleidung für sie und ihn und es, auch es - das Tier. Es kommt hier fast so gut weg wie das Kind.
 Speziell für meine Freundinnen, die Ladygardener-Bekleidung lieben, dies hier: Teuer, aber sicher deswegen nicht besser. Ich persönlich bevorzuge alles, was man richtig dreckig machen kann. Und einen Hut benötige ich im Garten auch nicht.


 Ich glaube, in GB darf man mehr giften als bei uns, das Segment gegen Schnecken, Ungetier aller Art und Unkraut ist riesig - fast unüberschaubar. Alles ist da, und alles auf einem Fleck. Da kann man in Deutschland lange nach suchen.
 Schön oder nicht schön, das ist hier die Frage.
 Kommen wir also zum Cookshop - dies hier kannte ich noch nicht. Und das will doch glatt was heißen. Genau meine Farben. Ich brauche aber nichts.
 Ist das nicht herrlich? Dubbe an Dubbe, würden die Hessen sagen. Punkt an Punkt!
 Und wieder Cath Kidston, die Tassen sind schon wieder teurer geworden, jedes Jahr eine Preiserhöhung, das ist mit mir nicht zu machen. Ich bin bereits in den Streik getreten. So schön sind die Tassen nun auch nicht.
 Herzig, was?
 Wenn man an den Regalen entlangstromert, meint man, alles mitnehmen zu müssen. Und kann doch nicht, weil man schon soviel hat. Ich spreche natürlich im Besonderen hier von mir, heul!
Kommen wir nun zu den Pflanzen, die hier eindeutig viel zu kurz kommen. Im Bereich Saisonales ist alles da, aber ansonsten vermisse ich Vieles. Irgendwie habe ich hier wie in Deutschland den Eindruck, dass im Garten momentan die Pflanzen viel zu kurz kommen und die Dekoration zu hoch geschraubt wird. Für mich ist das kein Garten mehr. Schade eigentlich. Und Geschmackssache natürlich. Dekoration sollte sich unterordnen, in dezenten Farben sein. Ich weiß, meine Bank ist rot, aber dafür der Rest nicht unbedingt.
Wieder habe ich so viele neue Eindrücke gewonnen, dass ich glaube, meinen Garten umräumen zu müssen, wenn wir nach Hause kommen. Einige Ideen habe ich bereits.
Doch bevor es soweit ist, sammele ich weiter Eindrücke - und Matratzen.

Es lebe die Queen.

Mittwoch, 22. Mai 2013

Vibrierendes Chester

 Vibrierend - aufregend - das pralle Leben - Chester - mal wieder da. Ich liebe diese Stadt, man weiß nie, wohin man zuerst sehen soll. Die Häuser, die Shops? Tearooms oder Straßenmusiker? 


Ich gehe in einen Antikshop, schmal, überfüllt, nichts für mich. Mit dem Rucksack bleibt man überall hängen, und momentan stehe ich nicht auf Antics.
 Der Uhrturm ist mein Wahrzeichen, das ist Chester, direkt neben dem schönen Hotel, dessen Preise mir viel zu hoch sind. Aber irgendwann - werd ich mal eine Nacht hier wohnen.
 Ein Mini - auch das ist England, aber der wahre Brite fährt einen echten, alten kleinen Mini, hab ich zumindest im Fernsehen gesehen.



*Lieber ein Foto, billiger als das Original*, meinte ein Urlauber, mit dem ich an dem Schaufenster stand. 8000 Pfund, Kunst ist teuer.
Cupcakes, immer noch der Renner, ich habe mir eine Kollektion Werkzeug gekauft, damit ich sie verschönern kann, wenn ich sie denn mal mache. Mr. W. hingegen meinte gleich: Du mußt sie aber jetzt auch machen!
 Steamers, Cookshop, was für ein Laden! Jeder Cookshop ist toll, und jeder anders. Da lacht das Frauenherz, das könnt ihr mir glauben.
 In den großen Kosmetikläden bieten sie jetzt auch Tee und Kaffee an, anscheinend ist die Konkurrenz groß.

Lush, ein Begriff? Man riecht ihn bereits von Weitem, den Seifen- und Cremeladen, heute hab ich auch mal was gekauft, was ich sonst nicht mache. Sie sind teuer.

Über den Cookshop werde ich dann mal separat berichten, es lohnt sich - glaubt mir!

Mittwoch, 15. Mai 2013

Das große Staunen

 Momentan komme ich aus dem Staunen nicht mehr raus, bei jedem Gartengang entdecke ich etwas Neues. (oben Dodecatheon media) Ich habe Angst, dass der Dickmaulrüssler wieder zuschlägt, nicht im Land, sondern in den Töpfen. Zwei meiner Hostas hängen schlapp über den Topfrändern, noch hoffe ich, es war der Dünger. Die nächsten Wochen werden es zeigen. Ich habe keine Lust mehr, immer Nemathoden zu gießen, irgendwann hörte ich damit auf. Die Rüssler hatten mir alle Heucheras abgefressen, keine Wurzeln mehr vorhanden, allerdings nur im Topf. Vielleicht wäre es eine schicksalshafte Fügung, eine natürliche Reduktion meiner Töpfe, aber eigentlich will ich mich von keiner Hosta trennen, Mr. Wonderful auch nicht.
 Orange Marmelade, links , wächst nun im zweiten Anlauf, sie scheint empfindlich zu sein. Die Erste wollte hier nicht bleiben, wie andererorts auch. Recht *Jaws*, eine ganz tolle Hosta mit schmalen Blättern, ich liebe sie sehr.
 Passend zu meiner neuen Bayernlandliebe hatte ich mir *Lederhosn* bei Planwerk mitgenommen. Sie ist ein Bild von einer Hosta, noch nicht fertig ausgerollt, es stehen noch Hörner in den Startlöchern. Wenn sie fertig ist, sieht sie richtig speckig aus wie eine alte Lederhose. Traumhaft!
 Die neue Königskerze, deren Namen ich noch nicht verinnerlicht habe, öffnet irhe Blüten. Die Farbe ist nicht meine, ich bekam sie geschenkt.
 Mein Garten wird von der Familie geliebt, das Kind zählte Ameisen und Hostas, und hat sich allerdings bei Letzterem stark verzählt!  Oben rechts *So Sweet*.
 Aurikeln blühen auf den Leitern, *El Nino* rechts oben steht im Beet, eine der schönsten Hostas überhaupt. Sie stammt wie auch *June* von *Halcyon* ab, wie kann das Kind da anders werden? Einfach prachtvoll.
 Duftwolken schweben durch den Garten, Syringa chinensis blüht! Ständig hänge ich mit meiner Nase drin, wenn es feucht ist, hängt er etwas durch, dann muss man einen Bogen um ihn machen. Ich liebe an ihm den zarten Wuchs, die starren Flieder mag ich nicht.
 *Francee* und *Dreamqueen* hangeln um den besten Platz im Beet, am Ende werden sie sich arrangiert hben.
 Bald wird der Vogelkäfig weichen an eine andere Stelle, sonst gehen die Semperviven und das Sedum kaputt, weil sie kein Licht bekommen.
 Man riecht es! Flieder und Steak duften um die Wette!
 Vor ca. 10 Jahren bekam ich diese Tulpen geschenkt - sie kommen immer wieder, nicht immer so schön wie in diesem Jahr, aber sie sind da. Ein dankbares Geschenk.
 Noch sind die hohen Stauden im Beet ganz unten , aber in kurzer Zeit werden sie das Beet zudecken und mir Sichtschutz gewähren. Den brauche ich auch dringend. Ich mag lieber grünen Schutz als Holzwände.
 Eng wird's, im September gibt es Schlachtfest unter den Stauden in diesem Beet, ich fange aber jetzt schon mal zaghaft mit dem Teilen an.

Heute wird ein schöner Tag, die Sonne scheint, die Wolken haben sich verzogen. Gartentag ist angesagt! Oben die Hosta *Pinapple poll*, sie bekommt einen anderen Standort, weil sie alles zudeckt. Wenn ihr mal was Großes Schnelles braucht, kauft sie euch. Ich hab sie von Planwerk mitgenommen und im letzten Jahr erst gekauft. Unfassbar, was sie da macht, sie deckt mir alles zu! Ich sags ja immer, der Garten hat ein Eigenleben - und das soll er auch!

Sonntag, 12. Mai 2013

Alles Kartoffel oder was?

 Themengerecht zum Beitrag in den Nachrichten über die Kartoffelmafia in Deutschland habe ich mit dem Kind Kartoffeldruck gemacht! Wir haben das Ausstechförmchen von Karla, dem Schwein, in die Kartoffel gedrückt und die überstehenden Ränder vorsichtig abgeschnitzt.
 Ich wollte den Stempel einfach nur mit einer Farbe bestreichen, das war jedoch viel zu simpel, das Kind hat mehrere Farben genommen. Mit einem Spüllappen ließ sich die Wasserfarbe einfach abwischen und die Farbe durch eine andere ersetzen.
 Es lebe die Kartoffel!!
 Vorher haben wir Vogelhäuschen aus dem Pfennigladen bemalt und wasserfest lackiert. Im Nachhinein frage ich mich nun, ob die Vögel erkennen, dass dies ein Dekohaus und kein Nistkasten ist? Meine richtigen Nistkästen sind nämlich rot und gelb und bereits bewohnt. Das Dekohaus hat zwar ein großes Loch, ist aber insgesamt viel zu klein.
Im zweiten Malgang erlernten wir das Mischen mit Deckweiß.

Sonntag, es regnet, es ist kalt, die Heizung läuft. Heute wird niemand in den Garten gehen. Beim Grillen gestern Abend schien noch die Sonne, was für ein Glück!
In Hanau ist Gartenfest, die Aussteller tun mir in der Seele leid, wer wird denn bei diesen Temperaturen dort hingehen? Wir nicht. Ich brauche auch nichts, ihr wißt ja, der Garten ist viel zu voll.

Das Unkraut stört sich nicht am Wetter, es wächst und wächst und wächst ....


Freitag, 10. Mai 2013

... wie die Liebe

 Rot wie die Liebe - Liebe kommt von Herzen - Rot wie Blut - - Rot wie die Tulpen, von denen ich nicht eine kaufte, die einfach in irgend einer Tüte waren. Im Laufe der Jahre sammelt sich da ganz schön was an! Zugegeben, gibt es eine Kamera, die Rot mag? Trotzdem sind sie wirklich so schrill wie auf den Fotos, ein dunkles Rot würde ich ja noch tolerieren. Aber irgendwie haben wir uns beide an sie gewöhnt, die Köpfe sind bei den Neuen derart gigantisch, dass sie ein ganzes Gartenbild dominieren.


 Das sind die Schärfsten, seltsam angefressen stehen sie im Beet, und doch sehen sie immer so aus. Warum werden solche Tulpen gezüchtet? Ist da ein Virus beteiligt?
 Physocarpus opulifolius *Red Baron* passt gut zu dieser Tulpe, sein Austrieb ist fast orange.
 Zierapfel in schrillem Pinkrot, eine überirdische Farbe, wenn man direkt davorsteht
 Der Gönner, der diese Handschuhe an Mr. W. verschenkte, wußte anscheinend, dass wir in diesem Jahr * zuuu viel Rot* haben und sie sich gut eingliedern würden
Immerhin - ein weißer Hintergrund: Die Säulenfelsenbirne *Obelisk*
Regelmäßig erscheint diese Tulpe in einem Beet, wo sie nun wirklich nicht hinpasst. Zwischen Brunneras mit blauer Blüte und Lungenkraut in lila-rosa dominiert sie das Beet. Was soll man machen, die Natur macht sowieso was sie will. So auch gestern, als wir kurz draußen waren und nicht mehr reinkonnten. Im strömenden Regen saßen wir zu Dritt unterm Dach und warteten auf das Ende, das aber nicht kam. So packte ich meinen Fotoapperat unter das Hemd und joggte zum Haus. Soll ich euch was sagen? Mir ist's egal - das ist Natur!