Montag, 28. Oktober 2013

Marigold Cottage Garden, Lincolnshire

 Heute möchte ich einen weiteren Garten der Gartenreise nach Lincolnshire vorstellen, Mariegold Cottage Garden (bitte klicken, sehr informativ). Ein Garten am Meer in Sutton-on-Sea. Es ist der Garten von Stephanie Lee, der wildesten Gartenhummel, die mir je begegnet ist. Das Ehepaar war jahrelang beruflich u.a. in Asien, hieraus ergeben sich div. gestalterische Elemente, die nicht auf den ersten Blick sichtbar sind.
 Stephanie war außer sich vor Freude, wir waren die erste deutsche Gruppe, die ihren Garten besichtigt hat. Entsprechend war der Empfang. In der schönen Küche fanden wir ein Riesenkuchenbuffet, flankiert und vorbereitet von der Frau Mama und der netten Nachbarin. Ich glaube, ich hab noch nie so viel Kuchen gegessen wie auf dieser Reise, aus Anstand, versteht sich!;))
 Wenn man die Besitzerin reden hört und ihre Körpersprache betrachtet, so weiß man: diese Frau ist rund um die Uhr im Einsatz für den Garten, vermutlich auch in ihren Träumen. Als ihr der Garten zu klein wurde, kaufte sie mal eben das Nachbarhaus und gärtnerte dort weiter - und, jetzt kommts, dies tat sie gleich nochmal. Jetzt sind es drei Häuser mit Gärten, ineinander übergehend.
 Stephanie hat auch eine Staudengärtnerei, da kann sich manch ein Gärtner hier in Deutschland eine Scheibe abschneiden. Alles ist etikettiert und nach Farben geordnet, ihr Mann John war für den Verkauf zuständig, alles hobbymäßig. Sie bietet  Gartenworkshops an. Unermüdlich sprangen wir durch ihren Garten, jede Frage wurde beantwortet und wißt ihr was? Sie hat sich gefreut über die Fragen und sagte mir: Endlich mal jemand, mit dem ich über den Garten reden kann und der weiß, wovon ich rede. Der Satz könnte von mir sein!
 John - der auch für alles handwerkliche zuständig ist.
 Und so saßen wir auf Mäuerchen, auf Bänken und Stühlen, bemüht, all die Kuchen zu vernichten, indess es ist uns nicht gelungen, es waren einfach viel zu viele. Hatte ich mal erwähnt, dass ich Ingwerkuchen liebe?
 Diese Mauer hat mit Asien zu tun, ich kann es aber nicht erklären. Hier ein Bild aus einer Ecke des Pflanzenverkaufs.
 John hat einen perfekten Gemüsegarten. Ich war fast sauer, dass er einen solch gigantischen Knoblauch hat, bei mir wird der nie so groß. Er steckt ihn schon im Herbst. Na ja, das mach ich auch, aber bei mir wird er anders. Sicher liegt das auch am Klima. Noch immer liegt ein Zettel an meinem PC, auf dem ein Name steht: Codonopsis. Kleine Glöckchen wanderten an einer Holzwand hoch. Natürlich war mir klar, dass ich mal wieder das Nachsehen hatte: Hier nicht winterhart.

 Eine glückliche Reiseleiterin, die ihren Tee trinkt.
Auf der Seite von Stephanie findet man auch sehr interessante Fotos von einer Reise nach China - sehr interessant.

Wie schade, dass Lincolnshire so weit entfernt ist, durch diesen Garten würde ich öfter schlendern, er ist so wunderschön. Auf den Strand habe ich kurz ein Auge geworfen und mir eine kleine Muschel für mein Kästchen eingesteckt und war mir sicher - hier komme ich wieder her.

 Die letzten drei Bilder erreichten mich am Dienstag um 17.00 Uhr, so sieht es jetzt dort aus!

Donnerstag, 24. Oktober 2013

Herbst

 Herbst, der Rasen ist gedüngt, schön grün ist er wieder geworden - innerhalb kurzer Zeit. Die Farbenpracht ist fast unwirklich, keines der Bilder ist bearbeitet, der rote Ahorn ist wirklich genau so. Es brennt fast in den Augen, wenn man ihn ansieht. Die Bäume im angrenzenden Wald - besonders die Ahörnchen - tun ein Übriges, um meinen Garten schön aussehen zu lassen.
 Der Orystachys hat sich verzaubert, die Bienen hocken unentwegt auf ihm. Ich habe jedoch gehört, dass er nie wieder so schön werden soll wie er jetzt ist - das Produktionsgewächshaus der Gärtner hat eben mehr Möglichkeiten als meinereiner. Schön ist das Samenkränzchen, das eine Gärtnerseele für mich gemacht hat.
 Die Tage sind gezählt, an denen der Tisch mit der Dekoration dort stehen wird, am Wochenende schreddern und räumen wir, wenn die Zeit reicht, räumen wir auch die Möbel weg. Ein neuer Kärcher ist bestellt, das alte Ding vom Discounter röchelt nur noch, wir wissen nicht, was ihm fehlt.
 Ein neuer Schredder ist eingezogen, 13 Jahre hat der Alte seinen Dienst hier getan, als Teilzeitjob, drei- viermal jährlich, mehr nicht. Dafür sind 13 Jahre wenig, finde ich. Und zeitgleich mit seinem Ableben hustete der Mäher, ich googele schon nach dem Nächsten, Winterpreise müssen genutzt werden. Wieso sind eigentlich immer drei Teile gleichzeitig kaputt?
 Die Aster Pansus Snowflurry hängt über der Mauer, die Art Pansus aufrecht stehend dahinter.
 Sechs Mützen habe ich bereits genadelt, dies hier ist Modell Erntefreude - da die Besitzerin ständig irgend etwas erntet und verarbeitet. Das Label mußte noch angenäht werden. Natürlich macht man richtige Boshis mit bunterer Wolle, aber  Frau in mittleren jugendlichen Jahren würde sie nicht aufsetzen (ich vielleicht schon), drum kriegen all meine Freundinnen gediegene Farben, es sei denn, sie wünschen es bunt. Nun backe ich Brot (hier mit Tapenatefüllung), der Ofen wärmt und die Katze hockt faul rum. Kollege Osterhase hat bereits zur Flucht angesetzt, er ist aber winterfest. Die Zeit der Eintöpfe hat begonnen.
 Sieben Kürbisse warten hier auf Verarbeitung und nicht gelogen - die Hosta unten steht wirklich noch so da! Aster Pansus *Blauer Mond* liegt flach auf dem Boden, wie es sich gehört. Sie muss noch an eine Mauer gesetzt werden, damit sie hängen kann.
Heute gibt es Linseneintopf, die Hälfte zum Einfrieren. Meine Restlebenszeit ist zu kurz, um meine Tage mit Kochen zu verplempern. Oder, was meint ihr?

Montag, 21. Oktober 2013

Kentisch!!

 Kurz war die Zeit, so kurz wie nie zuvor ( so kamen mir die 9 Tage vor) - wir hatten Unterhaltung - rund um die Uhr. Mit einem Kind zu reisen ist etwas ganz anderes als seelenruhig durch die Orte zu schlappen. Wachsam muss man sein, immer eine Hand bereit - fast hatten wir vergessen wie das ist. Ich dachte zuerst, man spart auch Geld, das war ein Irrtum. Ich selbst konnte zwar nicht einkaufen, das Kind schon - und das nicht schlecht.
 Und so kam es dann auch, dass nur die Handtaschenkamera zum Einsatz kam, und die Große blieb im Koffer. Doch seht mal selbst, Kent ist immer eine Reise wert! Shoppen inbegriffen. In Cranbrook kamen wir pünktlich zu einem Fest vorbei, es gab Äpfel en masse und eine Militärvorführung.
 In Sissinghurst begrüßten wir alle die Pflanzen wie alte Bekannte, es verändert sich dort ja nichts. Nur im Shop - da gab es Neuheiten.
 Cath Kidston und alle anderen Läden wurden besucht und für gut befunden, allerdings kann ich langsam die Sachen von Cath Kidston nicht mehr sehen, es ist auch alles sehr teuer.
Sind sie nicht schnuckelig mit ihren bunten Perücken?
Rye am letzten Tag, ein wunderschöner Ort, und ich habe fast nichts gekauft. Vielleicht werde ich ja doch noch auf meine alten Tage vernünftig!

Samstag, 5. Oktober 2013

Zeit für Kränze - Herbstkränze aus dem Hause Hillsidegarden

 Der Sommer war sehr groß ... wie schon Rilke sagte. Trocken war er, manchmal sehr nass. Das Gras hat sich noch nicht erholt. Gestern haben wir geschreddert, ich habe den Herbstrasendünger verteilt, weil es regnen sollte, und heute ist es dann soweit. Der Staudengärtner hat erklärt, dass die Echnacea Ceyenne spirit bei jeder Pflanze eine andere Farbe hat - sehr spannend.
 Die Zieräpfel werden langsam reif und werden schon eifrig von Meisen und Amseln besucht, obwohl sie noch so hart sind und nur zur Deko neigen, für mich jedenfalls. Voll hängt er, der Apfelbaum, den ich einst mit der Bemerkung bekam: Weil du keinen Platz hast, einen kleinen Baum. Ein großer ist er geworden! Margrit kochte Paprika ein, Calli verwurstelt alle Pflaumen und Äpfel die sie bekommt. Dank der Erinnerungen aus meiner Kindheit, in der ich ständig pflücken mußte - Widerworte wurden nicht geduldet - hab ich heute ehrlich keine Lust mehr auf diese Spielchen, ich friere nur ein, was ich will - und nicht was ich bekommen könnte.

 Die neuen kleinen Hostas werden hoffentlich gut über den Winter kommen, sie werden an die Hauswand gerückt.

 Die letzten Neu- und Umpflanzungen sind erledigt, die Hortensienblüten wie durch eine Eingebung gestern geerntet und verarbeitet, wer weiß, wie lange sie noch so schön geblieben wären.
 Ghislaine de Feligonde, meine schöne Strauchrose, gibt ihr Letztes und die Herbstzeitlosen erstrahlen in sanftem Glanz.
 Mein Ahorn macht mir leichten Kummer, er hat zwischen den großen Ästen einige kahle Stellen, ich wage nicht darüber nachzudenken, was daraus werden könnte.
 Gut - lange genug auf die Folter gespannt, der erste Kranz von Hydrangea Endless Summer. Ich bekam sie als Steckling mit Wurzeln vor einigen Jahren. Heute ist sie ein großes Kind - ausgewachsen. Der Kranz des letzten Jahres hängt noch immer im Esszimmer, blau und rosa strahlt er durchwachsen mit Echinaceablüten.
 Die schöne Annabelle habe ich gerupft für dieses Werk - man braucht dafür mehr Blüten als man eigentlich denken sollte.

 Seit unsere Katze alleine mit uns ist, hat sie sich uns noch mehr angeschlossen und verfolgt mich auf Schritt und Tritt, wobei ich manchmal auf sie trete, was ihre eigene Schuld ist. Bisher hat sie keinen Schaden genommen. Sie ist jetzt 10 Jahre bei uns.
 Ein warmes Zimmer haben wir, dank des Holzes, das Mr. W. Stück für Stück den Hang hochgeschleppt hat.

 Müßte man sie nicht ständig stützen, wäre ich von den hohen Astern, speziell Aster laevis Arcturus rechts unten noch mehr begeistert. Sie wiegen sich wie eine Fee im Wind auf ihren fast schwarzen Stielen.
Zu guter Letzt: Seit Wochen bittet mich der sagenhafte Mr. Wonderful, doch endlich die auf dem Rasen liegenden Euphorbien (euphorbia seguieriana ssp. niciciana) zu schneiden, aber sie waren nie wirklich trocken, bis vor ein paar Tagen. Nun sind sie verwurstelt und dürfen trocknen. 
In den Fässern murmelt leise das herniedertropfende Regenwasser und ich verlasse euch nun und wünsche ein kreatives Wochenende!

Mittwoch, 2. Oktober 2013

Offener Garten bei Gruenzeux

Es war mal wieder soweit, eine Einladung kam per Mail und da wir sonst nichts vorhatten fuhren wir zum zweiten Mal in diesem Jahr hin! Gruenzeux hatte das Tor geöffnet und viele gingen hindruch.
Gruenzeux, das beinhaltet: einen Gartenbesitzer, der mindestens genau so verrückt ist wie ich, ich glaube jedoch, er ist noch schlimmer. Und einen modernen Garten, in einem Neubaugebiet. Im Garten findet man auch einen Senkgarten, der mit viel Liebe gestaltet ist.

Seine Passion sind die Semperviven und die Saxifraga, sie sind überall zu finden, auf Tischen, Bänken, darunter, im Gewächshaus, auf den Dächern. Unglaublich, aber wahr! Gruenzeux bietet Kurse an, z.B. über die Herstellung von Betongefäßen, wie man sie hier sieht.
Das Meiste ist käuflich zu erwerben, die Besucher haben das Angebot reichlich angenommen.
Am Teich findet man ein Wasserspiel
Mr. Wonderful war an diesem Tag recht kopflos, wie zu sehen ist. Ich habe nämlich zweimal eingekauft, die Hostas wollten ergänzt werden.


Ein Teil der Sammlung ...
Diese Fratze hat es mir angetan, im Frühling werde ich eine kaufen.

Auch von den niedrigen Astern ließ ich mich überzeugen und bin sofort zu meinem Staudengärtner gefahren, um neue zu kaufen, die heute noch eingegraben werden. Das Wetter ist noch schön, der Rasen will auch noch gedüngt werden. Leider ist es schon wieder sehr trocken.
Blick über den Senkgarten

Wir verabschieden uns für dieses Jahr von der deutschen offenen Gartenpforte, letztes Wochenende haben wir zwei Gärten gesehen. Und einer schöner als der andere. Beide an einem Neubau.

Heute morgen hat es gefroren, mein Auto war vereist. Der Ofen brennt jetzt täglich, Holz haben wir genug vor der Hütt'n. Ich wünsche eine schöne Restwoche!