Freitag, 23. Mai 2014

Gang durch den Hang

 Durch den Hang bin ich mit euch noch niemals gegangen. Als wir das Haus übernahmen, standen dort die Pflanzen der 70iger, Kiefern, Thujas, lauter übles Zeug. Der Hang ist der Bauaushub des Hauses. Nie habe ich verstanden, wie man ein Haus bauen und nicht mal den Aushub wegfahren lassen kann. So teuer ist das nicht. Ich hab den Hang selbst noch nie betreten, er ist sehr steil. Mr. Wonderful als Bergziege allerdings kann das. Der Hang vor dem Haus ist sein Projekt, da mische ich mich selten ein. So selten, dass ich mich jahrelang wunderte, dass die Spirea (kleine Kugel rechts im Bild mit weißen Blüten) nie wächst. Dies führte ich auf die Trockenheit zurück. Bis ich letzte Woche begriff: Er schneidet sie. O.k., sein Hang.
 Den Weg gab es bis vor fünf Jahren noch nicht. Auch die Bepflanzung hat sich sehr geändert. Wo früher Thujakugeln wuchsen, haben wir Blühsträucher gesetzt, und ganz viel Geranium macrorrhizum. Wir hatten nicht die Möglichkeit, viel zu verändern, der Hang besteht aus nacktem Lehm. Nach und nach füllt Mr. W. Blumenerde in die Lücken. Das Geranium hält dem Hang, der immer in Vollsonne steht, stand. Wenn es auch im Sommer ein wenig verbrennt, es läßt sich leicht vermehren. Er hat es wie einen Fluss gepflanzt, der durch den Hang nach unten fließt. In diesem Jahr stehen dort viele Akeleien und Fingerhüte, die sich ausgesamt haben, sie sind willkommen. Überall wächst Gras, vom Nachbarunkrautgrundstück zugeflogen. Es ist kaum zu beherrschen.
Ich sage immer: Wenn du die Zeit für den Hang im Garten investieren könntest, wäre das prima.
 Stolz sind wir auf unsere Eiben. Sie waren an dieser Stelle schon vor uns da. Wegen Privatsphäre zeige ich nichts vom Haus, darum könnt ihr den Hang nur teilweise sehen. Das Haus sieht man sowieso kaum, die Eibenhecke macht das nicht möglich. Den Blick von dort nach unten über die Berge kennt ihr. Eine Freundin sagte mal: Du und deine Burg! Die Hecke hält Blicke fern.
 Wild sind auch die Hasenglöckchen, deren Laub man jetzt im Vordergrund sieht. Immer Sommer haben es die Pflanzen noch schwerer, gießen hat wenig Sinn. Sie müssen damit leben, dass die Sonne knallt. Am Rand nach unten wächst Efeu, das sieht man hier nicht. Aus alten Zeiten steht rechts noch ein Pfitzerwachholder, sonst würde uns Nachbars Kraut total zudecken. Seine Zweige nehme ich dankbar für die Winterabdeckung.
Geht man den Weg weiter, den Mr. W. in Eigenregie während meiner Abwesenheit gegraben hat, kommt man zum vorderen Gartenteil, dem Sitzplatz. Ihn liebe ich sehr, weil man mich nicht sehen kann, wenn ich mich dort aufhalte. Die Kinder lieben den Weg auch, sie fragen immer, ob sie mal durchdürfen. Ohne Erlaubnis nicht, denn es ist gefährlich am Hang für kleine Kinder. Dort gibt es Walderdbeeren, die sie pflücken dürfen.

Kommentare:

  1. Auf den Bildern sieht der Hang gar nicht so steil aus, aber ich weiss, wie sehr diese täuschen können. Schade, dass der Aushub damals einfach zu einem Hang aufgeschüttet wurde. Das andere Extrem, dass heute bei Neubauten vorherrscht ( meterhohe gerade Mauern, oben alles platt) finde ich aber auch nicht viel besser. Wenigstens einen Teil des Aushubes könnte man für eine natürliche Geländemodellierung verwenden.
    Lg Carmen

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  2. Jetzt verstehe ich das, wenn Du von einem Steilhang sprichst! Die bisherigen Bilder waren ja relativ flach! Es ist wohl schon eine gewisse Herausforderung, so ein Grundstück zu "beackern"! Da bin ich ja um meinen "Hang" auch wieder froh!!! Haha...
    Der verwunschene Weg ist natürlich klasse!!! Der würde mir auch gefallen!!!!
    Viele Grüße von
    Margit

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  3. Das ist ja witzig, dass damals der Bauaushub nicht weggefahren wurde. Wir hatten beim Bauen auch einen großen Berg aus Lehm und Steinen hinterm Haus. Einen Teil davon haben wir dazu verwendet, am Ende des Grundstücks einen Wall zu bilden, der jetzt mit Wildsträuchern bepflanzt ist. Ich hätte nie gedacht, dass darin überhaupt was wächst...
    Ich kann mir gut vorstellen, dass die Bearbeitung Eures Hangs ziemlich schwierig ist, aber Ihr habt das ja sehr gut gelöst, und es wachsen sogar Haselglöckchen bei Euch! Mögen sie Lehmboden?

    Liebe Grüße, Bärbel

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    1. Bärbel, unsere Hasenglöckchen mögen leider den ganzen Garten, ob nass oder trocken, steinig oder egal wo. Die Zwiebeln rutschen sofort so tief, dass du sie nicht ausgraben kannst. Ich hatte kürzlich darüber geschrieben.
      Hasenglöckchen sind dominant, ich mag sie nicht - mehr. Irgend eines vergißt du immer abzureißen und schwupp hat es sich schon wieder ausgesamt. Sogar zur Nachbarin, die läßt sie einfach stehen, dann samen sie zurück zu mir. Ehrlich gesagt versteh ich nicht, warum die Zwiebeln sofort abrutschen, und das in unserem schweren Boden.

      Sigrun

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  4. Als jemand, der seit Kindesbeinen an im Flachland lebt, haben Hügel welcher Art auch immer, etwas Besonderes. Und Dein Hügel und das, was Dein Mr.W. daraus gemacht hat, ist wirklich schön. Das allerdings im Erdaushub etwas richtig wachsen kann ist schon erstaunlich. Bei unserem Haus ist damals einiges von dem Erdaushub in den Vorgarten gekippt worden. Das macht uns heute nach 20 Jahren immer noch manchmal Probleme.

    Liebe Grüße
    Elke

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  5. Aber, aber Sigrun, Hasenglöckchen sind doch toll! Das sind doch die Bluebells, oder? Also ich liebe sie und bei mir dürften sie sich versamen, nur haben sie leider überhaupt keine Lust dazu *seufz*. Die Eibenhecke ist wirklich der Hammer... toll geschnitten. Wenn die Geranium blühen muss der "Fluss" traumhaft ausschauen... haste davon nicht auch noch ein Foddo?
    En liebe Gruess
    Alex

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  6. Ich habe mal gelesen, dass Hasenglöckchen (dieses Mal richtig geschrieben...;-)) einen leicht sauren Boden und keinen Lehmboden mögen. Hm, dann könnte ich es ja doch vielleicht mal mit ihnen versuchen, obwohl, wenn sie so dominant sind, vielleicht doch lieber nicht. Aber sie sind so schön!

    LG Bärbel

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  7. Sehr interessant...deine Hang-Geschichte....Wir hatten zum Glück keinen Aushub, wir haben keinen Keller....;-). LG Lotta.

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  8. Liebe Sigrun,
    der Hang sieht doch klasse aus! Für Männer scheint die Herausforderung " geht nicht" eine magische Anziehungskraft zu besitzen! Mit dem Weg und der Steinmauer wirkt das ganze schon fast mediterran und Deine Burg *grins*, wenigstens nicht langweilig gerade ;-)).
    Wenn ich das Wort Erdaushub lese bekomme ich glaube ich sofort ein paar graue Haare, unser komplettes Grundstück am Haus besteht aus Bauschutt! Deshalb bin ich so stolz auf unseren Gemüsegarten. Im letzten Jahr hat mein Schätzchen noch einen riesigen Fenstersturz aus dem Boden gegraben, wahrscheinlich wurde hier nicht nur eigener Aushub verteilt ...

    Liebe Grüße aus einem seit zwei Tagen mit Landregen gesegnetem Garten

    Alexandra

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  9. Liebe Sigrun,
    auch mir gefällt Euer Hang sehr! Er ist gewiss eine ziemliche Herausforderung, arbeitsintensiv und anstrengend. Aber Ihr habt ihn so toll bepflanzt, dass er sogar ein bisschen poetisch wirkt, mit lauter kleinen phantastischen Hang-Geschichten gespikt.
    Hab ein schönes und hoffentlich sonniges Wochenende!
    Liebe Grüße,
    Siret

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  10. Das Schwein im Vorpost ist der Hammer! Gestern habe ich ein grünes mit Punkten gesehen. Im Grunde ist mir so etwas sonst viel zu kitschig, doch ich liebe Schweine sowieso.
    Habe es gerade meiner besseren Hälfte gezeigt und gefragt, ob er so etwas sehr furchtbar findet, doch zu meinem erstaunen wäre er gar nicht abgeneigt. Um meinen Geburtstag herum, muss ich das Schwein noch mal deutlicher erwähnen, vielleicht bekomme ich eins.
    Den Hang finde ich gar nicht so übel, auf den Fotos wirkt er allerdings auch nicht so steil. Dass die Kinder da gerne lang huschen, kann ich gut verstehen.
    Sag mal, gab es inzwischen die Auflösung, was nun dein neues Beet beinhaltet, falls es denn eins ist? Ich habe nichts mehr darüber gefunden.
    Kann es sein, dass du mir einen Tausch vorschlagen wolltest? Meine Bergflockenblume (Jordy) wuchert genau so, wenn man sie nach der Blüte nicht abschneidet. Ich schneide sie aber, weil die Bergflockenblumen meistens Mehltau bekommen. Nach den schnitt treiben sie schnell wieder aus und blühen auch noch mal nach. Jordy wird bei mir Hüfthoch, ist somit größer.
    Meintest du mit rotem Mutterkraut Tanacetum coccineum 'Robinsons Rot' - Bunte Gartenmargerite?
    Die habe ich bereits als rosa Varaiante und eigentlich auch keinen Platz mehr, bzw. blühen dann auch viele Rosen in dieser Farbe und das wird mir dann, glaube ich, zu viel des Guten.
    Ich kann aber gerne einen verblühten Stängel von Jordy stehen lassen, damit er Samen bildet und dir diese zu schicken, wenn du möchtest.

    Liebe Grüße, Vera

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    1. Vera, nein, ich wollte keinen Tausch vorschlagen. Ich hab alles, was ich pflanzen kann. Das was ich noch möchte, hat hier leider keinen Platz mehr. Na immerhin, zwei Geum hab ich gestern untergebracht.

      Sigrun

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    2. Wieder mal nur die Hälte gesehen, in der Voransicht zeigt blogger nicht den kompletten Text. Ja, genau,dieses Tanacetum hab ich, so steht es in meiner Liste. Rosa wirkt aber nicht so wie das rote, es ist ein Knaller, das Auge guckt sofort da hin. Hätte ich nicht gedacht, mein Staudengärtner hat mir das empfohlen.

      Sigrun

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  11. Solch ein Hang ist ganz sicher eine gärtnerische Herausforderung, aber auch sehr schön anzusehen. Ich find ihn wunderbar gelungen, die Zusammenstellung der Pflanzen ist einfach toll. Ja, und lachen musst ich neulich über das herrliche Hausschwein. Ein echter Hingucker und bestimmt für manchen Spass zu haben ;-))
    Ich wünsch deir eine schöne Woche
    Liebe Rosaliegrüße

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