Freitag, 18. Juli 2014

Garten ohne Geld

 Mit dem Euro kam eine Veränderung im Staudenverkauf - so hab ich es empfunden. Über Nacht wurden die Pflanzen viel teurer. Schon damals habe ich darüber nachgedacht, dass ich für mein Geld eine entsprechende Gegenleistung erwarte. Ich kaufe zu 95 % beim Staudengärtner, und der bekommt mein Geld gerne. Im Discounter und in diesen neuen Gartenmärkten, wo man die Allerweltsware günstig bekommt, kaufe ich nicht. Das hab ich nur getan, als ich noch nicht wußte ...
Die großen Staudentöpfe sind doch für den schnellen Genuss gezüchtet, mit dem entsprechenden Dünger programmiert und gestaucht darauf, dass sie schnell eine Terrasse füllen sollen. Die Meisten kommen nicht über den Winter. Wer beim Staudengärtner kauft, ist da besser dran. Du hast keinen in deiner Nähe? Man kann sich Pflanzen schicken lassen. Man kann sie aber auch kostenlos bekommen - oder sie selber ziehen.

Mein Garten steht unter liebevoller Beobachtung - mir entgeht kein Sämling, entweder er kommt auf den Kompost oder in den Topf, eher selten ins Beet. In letzter Zeit topfe ich nicht mehr so oft, meine Freundinnen sind durch mich gut bestückt, man will sich doch nicht noch unbeliebt machen. Im Garten ruht ein kostenloses Potential - man muss es nur erkennen und nutzen.
Seht ihr rechts? Ging grad erst auf -
die Kronenlichtnelke (Lychnis coronaria), die rot blüht, manchmal auch rosa und weiß, je nach dem, wie sie sich gemischt haben.
 Der  kleine Waldgeißbart (Aruncus aethusifolius) hat einige Sämlinge gemacht, einen davon habe ich unter einen Strauch gesetzt. Die Gartenlandschaft verändert sich mit den Sträuchern, ich brauche niedere Stauden, sehr nieder - für Halbschatten oder Schatten.


Hat man Freunde, hat man Hostas. Wenn ich teile, bin ich großzügig, und so bekommt wieder jemand kostenlose Pflanzen aus einem gesunden Garten ohne Gift. Natürlich gewachsen.


In diesem Jahr reifen viele Mohnkapseln in meinem Garten, im nächsten Jahr wird es sicher wieder eine neue Sorte geben, sie vermischen sich. Sooo schön! Im letzten Jahr bekam ich Samen, in diesem gebe ich zurück.


Sedum und Sempervivum vermehren sich leicht und werden gerne angenommen.


 Das Silberblatt (Lunaria anua) stellt seine Samen leuchtend zur Schau, trocknen lassen, ins Beet ribbeln und verschenken.


Viele Geraniumsorten samen sich sehr gut aus, manche zu gut -  wie dieses hier. Phaeum samt sich sehr aus, wird halt hoch. Trotzdem - ich würde es nicht missen wollen.


Auch Sträucher samen sich aus, natürlich oft nicht sortenecht. Dies hier, das kleine Grüne in der Mitte, ist ein Sämling von Physocarpus opulifolius 'Diabolo', er ist grün und wird so bleiben, obwohl seine Mutter braune Blätter hat. Aber ist das wichtig? Es würde mich freuen, wenn er in einem anderen Garten weiterwachsen würde. Einen braunen Sämling gibt es auch, ebenso wie einen neuen Vibirnum opulus, der so schöne rote Beeren im Herbst hat. Ein gemeiner Strauch, wie man sagt, ein Allerweltsstrauch, trotzdem hab ich drei davon, weil er so schön ist.

Viele Stauden samen sich wunderbar aus, wie Brunnera, Alchemilla, Pullmonaria (Lungenkraut). Die meisten Stauden lassen sich durch Abstechen vermehren. Vielleicht gebt ihr mal was weg? Es gibt so viele Neubaugärten, da fehlt dann oft das Geld für gescheite Pflanzen.

Und eben war ich im Ort unterwegs, da stand doch glatt ein Tisch vor einem Gartenmarkt: Kostenlos zum Mitnehmen! Na denn, ich hab mir zwei Astilben gegriffen.

Kommentare:

  1. Hallo Sigrun, schoen beschrieben. Man glaubt es kaum, was in meinem kleinen Garten so alles aufgeht, auch kommt es manchmal angeflogen mit den Voegeln, leider kann ich sogut wie nichts wachsen lassen, ist eben sehr klein, mein Fleckchen. Ich habe auch schon ueberlegt, ob man eintopft und weitergibt/verkauft? LG von der sommerlichen Insel Gudrun

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  2. Die Sämlinge die ich so finde landen meistens in der Biotonne, ganz einfach weil ich hier überhaupt keine Abnehmer dafür habe! Und nur auf Verdacht sie ein halbes Jahr lang zu päppeln und zu gießen, dazu hab ich keine Lust. Hier gab es mal ein paar Jahre lang eine Pflanzenbörse wo man Stauden hinbringen und auch welche umsonst mitnehmen konnte, aber die ist mangels Nachfrage wieder eingeschlafen. Ich wohne halt in einer Ecke in der ein Staudengarten unnütz verschwendetes Land ist und nur der zählt, der die größten Kartoffeln hat :-)

    LG Lis

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  3. Wenn es die Zeit erlaubt topfe ich auch verschiedene Sämlinge ein und stelle sie vor den Garten! Eine gute Möglichkeit, überschüssige Pflanzen loszuwerden! Im Moment bin ich gerade so begeistert von meiner Monarde 'Gewitterwolke' - die hat einfach eine unglaubliche Farbe! Meine Nachbarin bewundert sie auch! Ich stimme Dir zu, dass es besser ist, seine Pflanzen beim Staudengärtner zu kaufen! Aber manchmal entdeckt man im Gartencenter doch auch richtige Schätzchen! Demnächst mehr auf meinem Blog!
    Viele Grüße von
    Margit

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  4. Das die Pflanzen mit dem Euro viel teurer geworden sind, habe ich auch so empfunden. Bei mir leben ja auch schon so einige Pflanzen von dir und haben sich auch bei mir schon wieder versamt. Ich mag es sehr, durch den Garten zu gehen, zu sehen, wie sie gedeihen und ich erinnere mich bei jeder, von wem ich sie habe. Ich mag ja alles, was eine Geschichte hat :)
    Schönes Wochenende und liebe Grüße vom Bodensee, Rafaela

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  5. Schöne Schätzchen hast Du.
    Da kann ich dir nur zustimmen, die erste Wahl ist immer die Staudengärtnerei, die mit viel Aufwand die Stauden vermehrt oder in Kronshagen eine riesig Auswahl von Züchtern kauft,
    aber ich sage auch nicht Nein, wenn die Hortensien Summerless für 5€ statt 24,- Eureo ausverkauft wwerden.
    Auch liebe ich es Sämlinge zu finden, sie wandern in mein Gierschbeet und es is erstaunlich was da alles schon den Giersch verdrängt, aber was ich gar nicht leiden kann, ist wenn man Freunde hat , die von einer gerade gekauften Staude gerne einen Abpflanzer hätte,dabei hat sie gerade Fuß gefasst!
    Grüße von Frauke

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    1. Ha ha, Frauke, das nennt man schnorren, das mag ich auch überhaupt nicht. Es sind auch immer die gleichen Personen, die solche Fragen stellen! Ehrlich, bei einer Endless Summer für 5 Euro würde auch ich nicht nein sagen!

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  6. Liebe Sigrun,
    Recht hast du! Als ich mit meinem großen Garten anfing, war ich sehr dankbar dafür, das Freunde, Familienmitglieder und Bekannte mir großzügig aus ihrem Garten etwas zur Verfügung stellten, angefangen von abgestochenen Stauden bis hin zu alten Tomatensorten. Heute freue ich mich immer sehr, wenn ich schöne Sämlinge verschenken kann, wie z.B. in diesem Jahr von Verbene und Gaura, über die sich eine Freundin sehr gefreut hat. Ansonsten kaufe ich bevorzugt beim Staudengärtner, vor allem auch, weil man interessantere und speziellere Sorten bekommt als im Baumarkt.
    Liebe Grüße
    Katharina
    Nordischeromantik.blogspot.de

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  7. Du hats voll und ganz recht.
    Die Pflanzen kosten mittlerweile ein Heidengeld.
    Außedem nehme ich auch liebe Pflanzen in meinem Garten auf, wenn ich weiß, das sie auch schon mal draußen gelebt haben und nicht aus dem Glashaus kommen.
    Ich shoppe immer auf Offenen Gärten und Gartenmärkten.
    Da bekommt man für ein bis zwei Euro einen Topf mit einer kleinen/mittleren und gesunden Pflanze.
    Oft auch Raritäten , wenn man in Gärten von Planthuntern :O) zu besuch ist.
    Ich mache es genauso. Meine Ableger gehen dieses Jahr auf das Ohnhortster Gartenallerlei (unser Gartenflohmarkt) sonst wechseln die Pflanzen auch bei meinem Offenen Garten den Besitzer.

    Also liebe Neu-Gartenbesitzer nicht so ungeduldig sein und mit bedacht kaufen.
    LG Petra

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  8. Ja...das wäre doch mal eine Idee...jeder Gärtner stellt ein kleines Tischchen raus...mit Sämlingen zum mitnehmen...Blöd nur für die Staudengärtnereien...;-) LG Lotta.

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  9. Liebe Sigrun,
    wir haben hier immer noch Purpurglöckchen, die meine Oma in ihrem Blumenbeet hatte. Und das hat sie, als sie 1996 zu meiner Tante zog, dran geben müssen. Ich muss immer an sie denken, wenn ich sie sehe.
    Ich kaufe gemischt. Am liebsten in der Gärtnerei, denn da kann man entdecken und z.B. auch einen leckeren Kaffee zwischendurch schlürfen ;o) Aber zuletzt, als ich in einen Discounter ging, strömte mir der herrliche Geruch von Lavendel entgegen und ich musste einfach mitnehmen ;o) Oder die fast vertrocknete Tellerhortensie, die dann hier wieder zum Leben erweckt wurde.
    Generell teile ich gerne und bekomme auch gerne was ab :o) Im September kommt eine Freundin, die den Hang begrünen möchte und nimmt von meinen, bei Nacht gemopsten, Geraniumsen mit ;o)
    Liebe Grüße, Elke

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  10. Hallo Sigrun.
    Viele schöne Pflänzchen hast du in deinem Garten. Ich habe auch so riesige Hosta wie du ich mag sie auch sie füllen auch so schön Ecken. HIiiiiiiiii. Ich bin auch deiner Meinung Pflanzen vom Gärtner zu kaufen, da weiß man was man hat.
    Schönes sonniges WE und liebe GRÜße Jana.

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  11. Liebe Sigrun, wunderbar dass Du Deine Pflanzen mit anderen teilst! Ich mache das auch wann immer ich kann und ich einen Abnehmer fuer sie finde, was manchmal gar nicht so einfach ist! Dir ein schoenes Wochenende,
    Christina

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  12. Hallo Sigrun,
    ich gebe auch immer gerne Pflanzen weiter. Außerdem tut es mir auch immer leid Pflanzen auf den Kompost zu werfen. Kann mich noch gut an meine Anfangszeit im Garten erinnern. Ich habe damals ganz viele Leute wegen Ablegern angesprochen. :)
    Liebe Grüße
    Dagmar

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  13. Ich versuche auch, den Staudengärtner zu unterstützen. Dass deren Ware hochwertiger ist, glaube ich gerne, kann es aber nicht wirklich bestätigen. Manche Pflanzen vom Gartencenter wachsen genauso gut. Aber am meisten Spaß macht es natürlich eigene Sämlinge oder Stecklinge hochzupäppeln. Liebe Grüße Ute

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  14. Von einigen Stauden erkenne ich inzwischen die Sämlinge, aber im Frühjahr hatte ich Sonnenhüte vermutet, die sich als Astern herausstellten. Na, mit der Zeit wird das schon werden. Manchmal schenke ich der Nachbarin meine überschüssigen Pflanzen. Dieses Jahr habe ich von ihrem Garten einen Kugeldistel-Sämling bei mir gefunden und brauche sie nun nicht mehr kaufen.
    Liebe Grüße und ein schönes Wochenende
    Sigrun

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  15. Liebe Sigrun
    Ich grabe auch immer wieder mal was aus und gebe es weiter. Und wenn ich jetzt grad mal so überlege, passiert das eigentlich immer wieder - wie am, Freitag Verbena Bonariensis an eine Freundin. Wir waren auf einer Gartenmesse und sie wollte sich welche kaufen. Und in meinem Garten kommen die bald wie Unkraut. Tja, obwohl es recht trocken war, konnte ich zwei Töpfe mit Jungpflänzchen füllen. Und gestern musste ich auch lachen. Wir waren eingeladen und vor zwei Jahren habe ich den Beiden einen Schneckentopf mit Hauswürzchen mitgebracht. Tja, gestern haben sie mir dann unser damaliges Präsent präsentiert. Der Topf steht noch immer im Steingarten. Und ringsrum haben sich zig neue Hauswürzchen zwischen den Steinen angesammelt. Die Kollegen haben riesig Freude dran.
    Liebe Grüsse
    Ida

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  16. Liebe Sigrun,
    sicher nehme ich lieber was aus Gärten mit. Da kann man die Pflanze ja meist auch in groß bewundern und weiß was der kleine Zögling mal wird! Ich kaufe gerne in unserer Baumschule ein, die ziehen vieles selbst und haben ein sehr gutes Fachwissen. Wenn ich allerdings große Bäume die sonst ein Vermögen kosten mehr als günstig ergattern kann, darf es auch schon mal ein Baumarkt sein :-)). Eine Endless Summer für 3 Euro, die kann man einfach nicht stehen lassen, oder? Ich schau halt immer mal hier und da und voller Stolz kann auch ich schon bald die ersten Ableger verschenken. Ich kenne noch ganz viele Menschen die gerade ihren Garten gestalten und die Freuen sich genauso wie ich wenn man diese Aufgabe mit kleinem Geldbeutel bewältigen kann!

    Herzlichste Grüße aus einem jetzt verregneten Garten

    Alexandra

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