Dienstag, 15. Juli 2014

Was Eigenes! Kartoffel aus dem Sack ...

Heute reden wir mal übers Essen - und über nix anderes. Essen ist ein Genuss, man muss sich Zeit nehmen - für die Zubereitung und fürs Essen. Kochen mit einfachen Lebensmitteln und wenigen Zutaten. Bei uns gibt es keinerlei Fertiggerichte, mittlerweile backe ich auch wieder mein Brot selber, nicht nur - aber oft. Asienimporte von Fertigbrötchen haben mich zur Besinnung gebracht.

Gemüse jeglicher Art, einfach kleinschneiden, viel Zwiebeln nicht vergessen, in einer Schüssel mit Olivenöl mischen, salzen, pfeffern, Kräuter der Provence. Auf ein Backblech mit Backpapier geben und im Ofen backen bis es gar ist. Ein wirklicher Genuss, Frankreich auf der Zunge - und es reicht meist auch für den nächsten Tag.
 Mr. Wonderful, der sich neuerdings in meine Küche drängt (das gilt es zu verhüten), wollte Kartoffelchips machen. Trockene Scheiben mit Salz. Zahnarzt läßt grüßen. Den Rest habe ich übernommen. Dünne Scheiben aus Kartoffeln, bewährte Methode, Salz, Kräuter der Provence (sehr wenig), Olivenöl - aufs Papier und hmmmmmmmmm, superlecker! Nicht ganz fest, sonst verbrennen sie ja, aber ein Hochgenuss.
 Eine Bekannte erzählte mir von Gebäck - ich esse sowas sonst nicht gern, backe es aber. Sie hätte es immer ihrer Tochter vor den Klassenarbeiten gefüttert, und sie wurden nie verhauen. Das mag nun auch an der Intelligenz des Kindes liegen, aber die Zutaten überzeugten mich.
Hildegardkekse, Energiekekse, aus einem Buch mit Rezepten von Hildegard von Bingen. Faul, wie ich bin, hab ich einfach dicke Rollen gemacht, es wurden vier - und in Scheiben geschnitten. Das Rezept reicht für eine Familie mit 10 Kindern, ich schwörs!

Zwei Rollen hab ich einer Bekannten gebracht, sie hat sie für sich gebacken.

Nervenkekse

1,25 kg Dinkelmehl
500 g kalte Butter
300 g Rohrzucker
400 g gemahlene Mandeln
4-5 Eigelb
4 Eier
50 g Zimt
50 g Muskat
15 g Nelken
½ Tl. Salz
Wasser nach Bedarf

30 Minuten bei 180-200 Grad backen

 Wieder Kartoffeln, diesmal zu früh aus dem Sack geholt. Ich dachte immer, ich gieße zu viel und stellte beim Ausschütten fest, ich gieße zu wenig. Einen Sack zu durchdringen, erfordert viel Wasser. DieKartoffeln sind klein, reichen aber für mehrere Mahlzeiten. Außerdem hab ich zu früh geerntet. Beim zweiten Sack bin ich schlauer. *Inca Bella*, eine Kartoffel, die ich mit einer anderen und zwei Kartoffelsäcken aus England mitgebracht habe. Die andere, Bonnie, ist ein Hochgenuss. Ich hab schon mal darüber berichtet.
 Und ständig Salat vom Hochbeet, er schmeckt anders. Kopfsalat weich wie Butter.


Da sind sie, die Kartoffelsäcke. Der Rest kam in einen Zementkübel und aufs Hochbeet. Wir kaufen momentan keine Kartoffeln, wir ernten. Wer sich dafür interessiert, klickt einfach hier. Es ist unglaublich interessant, eine Wissenschaft für sich. How to grow potatoes in bags? Bitte hier klicken!

Hätte ich einen größeren Garten, hätte ich vier Hochbeete - und mehr Kartoffeln. Kartoffelkäfer haben wir keine. Dafür Ameisen, da muss man achtgeben. Ameisen im ganzen Garten, das Hochbeet ist überfüllt davon und ich muss ständig Futter streuen. Über Nacht kommt im Garten irgendwo ein Hügel hoch. Backpulver hilft ja angeblich auch, nur hab ich das noch nicht feststellen können.

Wenn man eigene Lebensmittel zubereitet, genießt man sie mehr, man weiß sie mehr zu schätzen. Wir kaufen doch nur noch ein, haben keine Arbeit damit. Dafür nehmen wir Gift in Kauf. Bestrahlte Lebensmittel. Meine Baumschulerin hat mir von einem Bauern erzählt, der seine Kartoffeln kurz vor dem Ernten mit diesen Gift spritzt (Name will ich hier nicht nennen, jeder kennt es, Wege entunkrauten etc.), damit er mit dem Laub nicht mehr so viel Arbeit hat. Ist das zu fassen? Wir kaufen dann Kartoffeln beim Bauern, ach so gesund - und sie sind vergiftet.
Einen Weg zurück gibt es nicht mehr, denke ich. Trotzdem habe ich ein gutes Gefühl, wenn ich selbst etwas erzeuge.

Kommentare:

  1. Es ist wirklich abartig, was da in unserem Sinne, denn wir sind die Endabnehmer und ziemlich faul und geizig, passiert. Aber ändern wird sich nix, denn es ist so sehr eingefahren, man merkt es (leider) bei sich selber. Man muss sich mal alleine die Schulkantine, die unsere Gesamtschule hat, durch den Kopf gehen lassen. Bratrollen zum Frühstück! Und auch wenn wir Zuhause *predigen*, man läuft, gerade in jungen Jahren, mit der Masse. An der Bushaltestelle ist ein Mc D. Und kein Geld mitgeben, das haben wir getestet, dann wird bei den anderen mitgegessen...!
    Dein Gemüsebackblech werde ich mal machen. Echt easy und bestimmt richtig lecker!
    Liebe Grüße schickt Dir die Elke

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  2. Oh das sieht ja aller lecker aus. Da hötte ich
    jetzt schon Hunger drauf.
    Wir haben auch das meiste Gemüse im Garten,
    da wächst Zucchini, Kohlrabi, Bohne, Erbsen,
    Tomaten, Gurken, Salate, Kräuter, Lauch, Sellerie,
    Zwiebeln, Knoblauch seit heuer (denn der ist am
    meisten mit Pestiziten belastet, der auch China)
    und Kartoffeln bekommen wir von meinem Onkel.
    Schon toll, wenn man das selbst hat, man kann
    das schon mit einem viel besseren Gefühl
    genießen.
    Glg Christiane

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  3. Wir holen unsere Kartoffeln auch beim Biobauer, meistens jedenfalls. Salat haben wir grad selber genug im Garten, so viel können wir gar nicht essen! Deine Gemüsepfanne werde ich morgen mal ausprobieren, die sieht echt lecker aus!

    LG Lis

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  4. Great to see your potato bags working so well. Less success here. The foliage has grown enormous and is now flopping all over the place, making them untidy and very difficult to water. I think I put them in too much shade. Oh well, try again next year!!

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  5. Hmm, das Blechgemüse sieht so lecker aus, das muss ich auch unbedingt mal ausprobieren!
    Hätte ich keinen Vollzeitjob würde ich auch noch viel mehr Gemüse anbauen. Aber auch unsere beiden kleinen Gemüsebeete und 10 großen Gemüsekübel versorgen uns im Sommer schon ganz gut mit leckerem Gemüse. Salat aus dem eigenen Garten schmeckt so gut, dass ich gar keinen gekauften mehr mag. Ich habe mal Kartoffeln in großen Kübeln angebaut, mich würde interessieren, wie hoch der Ertrag aus Deinen Kartoffelsäcken ist. In den Töpfen lag die Ausbeute so zwischen 600 g und 1 kg, je nach Sorte.
    Ameisen haben wir auch jedes Jahr massenhaft, es ist manchmal eine Plage. Backpulver hiflt wirklich nicht.

    Liebe Grüße, Bärbel

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  6. In Österreich wächst der Bedarf an echten Bioprodukten stark, die Leute sind bereit mehr Geld dafür auszugeben und ja, wo sonst, als in einem relativ reichen Land (weltweit gesehen) wäre das möglich. Immer mehr Bauern stellen um, allerdings ist nun der Subventionstopf leer. Wir stopfen das Geld im Moment in eine Pleitebank. Trotzdem habe ich den EIndruck, dass sich kaum jemand Zeit nimmt selbst Lebensmittel im Garten herzustellen und überhaupt selbst zu kochen...
    Dein Salat sieht wunderbar aus und das Gemüse vom Backblech liebe ich auch :-)
    Liebe Grüße
    Elisabeth

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  7. Mmmhhhh lecker!!!! Dieses Backofengemüse mache ich auch öfters!!!! Dein Salat sieht wirklich sehr gut aus!!!! Kein Vergleich zu den Supermarktprodukten!!! Sollte die Nervenkekse wohl auch mal bei meinen Jungs ausprobieren... oder sollte ich die größere Portion davon verdrücken???? Haha...
    Viele Grüße von
    Margit

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  8. Kartoffel aus dem Sack, dass ist doch eine gute Idee. Mein Garten ist nicht gross genug um Kartoffeln zu wachsen aber mit solchen Säcken ist es Möglich um etwas einigartigs und unbesprüht zu essen. Ohne Zwei9fel schmecken diese Kartoffeln viel besser wie aus dem Laden.

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  9. So...nun habe ich Hunger....und der Kühlschrank ist leer....muss ich wohl bei dir vorbeikommen....;-) LG Lotta.

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  10. Ach ist das wieder schön und so lehrreich....wie gut, dass ich heute hier vorbeischaue.....Ein Hochbeet wird meinem GG nicht mehr aus dem Kopf gehen....es steht auf der Wunschliste ganz oben....aber nicht nur das....die Kartoffelsäcke habe ich gestern bei Weltbild.de gesehen.....muss ich sofort bestellen - die nächste Saison wartet....Im Eimer - das hat schon im alten Garten geklappt....auch wieder die Erkenntnis: Bloggen bildet schon ein wenig!!!
    Wuff und LG und Du hast mit allem so recht!!!
    Aiko und sein Frauchen

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  11. Liebe Sigrun,

    menno, das hätte ich mir auf keinen Fall mir leerem Magen ansehen sollen. Lauter leckere Sachen die sicher sehr gut schmecken. Ja, selbst gezogen, selbst verarbeitet das ist schon etwas besonderes und sollte doch viel öfters gemacht werden♥

    Herzliche Dienstagsgrüße
    Kerstin

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  12. Hallo liebe Sigrun,

    Dein schöner Post hat mir heute wieder richtig Lust auf Gemüse aus dem Garten gemacht.
    Ich überlege auch schon ein weiteres Hochbeet aufzustellen und die Kartoffelsäcke sind sehr überzeugend - das eigene Gemüse ist einfach am besten!

    Liebe Grüße
    Ingrid

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  13. ich hätte Bedenken wegen der Kunststoffe , denn sind es geprüfte Folien ??
    Das kannst auch einfacher haben, so sah ich in einem Beitrag im Fernsehen ein Minihochbeet aus Paletten , das immer wieder mit Erde / Kompost aufgefüllt wurde, und die kartoffeln könne sich auch Feuchtigkeit vom Boden hochziehen,
    das Problem sind nicht die Käfer eher die Braun- und Krautfäule , die auch von Tomaten übertragen wird
    ich habe lieber die kartoffeln in der Erde . so wie es immer angebaut wurde, und wichtig ist eine weitgestellte Fruchtfolge, im Augenblick ernte ich die Sieglinde

    übrigens ist die Sorte mayans Gold oder auch Marzipankartoffel? eine große Sortentenauswahl gibt es bei Ellund
    Grüße von Frauke

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  14. Liebe Sigrun, mensch, da läuft mir ja gleich das Wasser im Mund zusammen *lach*. Die Idee mit dem Backofengemüse ist super - dazu ein schöner Quark-Kräuter-Dip - mmmmhhh. Werde ich mir gleich mal für die nächste Woche auf meinen Einkaufszettel schreiben. Vielen Dank für die Idee! Liebe Grüße
    Anja

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  15. Hallo Sigrun
    Ja, grad gestern hab ich erfahren, dass auch das Korn kurz vor der Ernte nochmal mit einem Gift bespritzt wird, damit irgendwas abstirbt und das Korn sich dann leichter ernten lässt. Jawohl und auch das haben wir dann im Brot. Ich sage Dir, eines Tages vergiften wir uns noch selbst. *grmpf*. Aus Mangel an Zeit, habe ich in diesem Jahr aber kein eigenes Gemüse gesetzt, sonst hatte ich das immer in Zinkwannen und Töpfen. Hmm, ich werde das wohl im nächsten Jahr wieder pflanzen. Von einem Hochbeet träume auch ich ... aber aus Mangel an Land und Sonne (in meinem Schattengarten) wird's wohl ein Träumchen bleiben.
    Jetzt hab ich glatt Hunger bekommen nach Deinen Fotos... also auf zur Kühlschrankplünderung :o)
    Ein leicht verfressener Gruess
    Alex

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  16. Hallo Sigrun,
    ein Beitrag ganz nach meinem "Geschmack"! Die Kekse werde ich auf jeden Fall mal testen und wir haben zwar keine 10 Kinder aber sind zu acht ;-)). Die Kartoffeln hatte ich im letzten Jahr auch im Kübel und bereue es bitter, dass ich dieses Jahr keine gesetzt habe! Dafür kommen die im Beet liegengebliebenen.Sie haben den Winter gut überstanden und eine Pflanze habe ich aus Neugierde beerntet, siehe da, richtig viele Kartoffeln :-)). Was wir so alles mitessen, darüber versuche ich mir weniger Gedanken zu machen ... habe ich doch sämtliche Berichte schon durch ... einfach abartig! Brot habe ich früher auch selbst gebacken, heute komme ich damit nicht mehr hinterher. Im nächsten Jahr wollen wir einen Backofen bauen und dann wird die Sache wieder interessant! Gegen Ameisen gieße ich eine Lavendel - Thuja Mischung, das hilft hier total gut. Irgendwann fragte mich mal jemand ob ich schon mal eine Ameise unter einem Thuja gesehen hätte ... äh nein! Die Mischung benutze ich seit Jahren erfolgreich !

    Liebe Grüße und unsere neue Liege würde ich für Dich auch an einen Baum hängen, für die rückenfreundliche Entspannung!

    Alexandra

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  17. Liebe Sigrun, was für ein wundervoller Post. Mein Walti ist ja der Gemüsegärtner jnd ich darf jetzt in seinem Garten auch aus dem Vollen schöpfen. Also die Sackkartoffeln, das müssen wir nun wirklich auch mal ausprobieren.
    Liebe Grüsse
    Ida

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  18. Liebe Sigrun,
    Der Post gefällt mir sehr!
    Schade, dass man nicht einfach unter einer Käseglocke leben kann.
    Bei uns riechen wir auch nicht nur frische Landluft,
    sondern oft genug die frisch versprühten Pestizide - es ist einfach ein Jammer!
    Ganz viele liebe Sommergrüße sendet dir Urte

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  19. Ihr Essen sieht so leicht und lecker. Wir haben noch nie in-Taschen sehr erfolgreich den Anbau von Kartoffeln. Sarah x

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