Samstag, 19. Dezember 2015

Gedanken zu Helleborus und der warmen Wintertemperatur


         In den letzten drei Tagen habe ich zwei Helleborus gekauft, einer ist aus der Goldcollection und für meine Freundin bestimmt. Staudengärtnereien haben nun geschlossen, ich weiche auf die Gartenmärkte aus, woanders bekomme ich keine Pflanzen. Am Liebsten nehme ich Sämlinge von anderen bzw. welche aus meinem Garten oder bestelle im Fachhandel, aber in der dunklen Jahreszeit ist manches anders.

Helleborus x Nigercors *Candy Love*, Neuheit
 
So ging ich in meinen Lieblingsblumenladen, sie haben oft sehr schöne Helleboren vor der Tür stehen, schön und teuer! Diesmal war ich ziemlich ernüchtert. Von ca. 20 Pflanzen war nur eine gesund, und die habe ich gekauft. Helleboren kommen aus großen Gewächshäusern, stehen eng an eng und werden öfter mit Gift besprüht, damit sie durchhalten, bis sie in den Handel kommen. Anders ginge es nicht, Pilze und Viren würden sie dahinraffen. Meine Gärtnerfreundin sagt immer: Ich greif sie nicht an, sie sind so voller Gift. Das stimmt. 

Im Blumengeschäft war man über meinen Einwand, dass alles krank ist, nicht sehr erbaut – ich habe gesagt, ich kenne mich aus. Da mußte sie zugeben, dass sie bereits einen entsorgt hat und dass die anderen nicht gut aussehen, weil es so warm sei. Das lasse ich mal so stehen, ich bin nicht sicher, ob es an der Wärme liegt. Fest steht, dass eine Blumenbinderin von Stauden oftmals keine Ahnung hat, vor zwei Jahren wußte sie nicht mal, was ein Helleborus ist, als ich danach fragte.

Im Garten sind alle prall und gesund, und ich möchte, dass es so bleibt. Wenn die Blätter schwarz werden, werden sie sofort geschnitten, viele schon vor dem Winter. Denn nicht alle Blätter schützen den Pflanzenkern, also können sie auch weg. Coniothyrium hellebori, die Schwarzfleckenkrankheit, tritt immer wieder auf, aber wenn man achtsam ist und befallene Pflanzenteile entsorgt im Restmüll, hat man es meist im Griff. Man kann auch ein Pilzmittel spritzen.

Der schwarze Tod, Black Death Virus, ist nicht behandelbar, da es sich um einen Virus handelt. Die Pflanzen gehören komplett in den Restmüll. Für Laien schwierig, ich kenne diese neue Krankheit auch noch nicht. 

Meine Erfahrung zeigt mir, dass man die Helleboren wie alle anderen Pflanzen auch nicht zu dicht pflanzen darf, sie brauchen Luft um zu leben. Der Wind weht die Feuchtigkeit hinweg, die Pflanzen bleiben gesund. Ich hab noch nie etwas gespritzt. Der Boden sollte nicht überdüngt sein, sonst werden die Pflanzen mastig und sind anfällig für Krankheiten. Sie bekommen Kompost und Biogemüsedünger, das wars. Und im letzten Jahr habe ich gelernt: Sie sind nicht empfindlich gegen die Teilung. Jahrelang dachte ich, sie nicht anrühren zu dürfen wegen ihrer langen Wurzeln. Das stimmt nicht. Nachdem man mir sagte, Spaten mittendurch, mache ich das – und siehe da – kein Problem. So habe ich viele geteilt und den Rest verschenkt. Getopft in einem schönen Tontopf ein kostbares Geschenk, denn die Schönheiten blühen nicht im ersten Jahr und ein Sämling braucht lange, bis er eine prächtige Pflanze ist.
Apropos, ich habe viele Keimlinge entdeckt, das freut mein Gärtnerinnenherz! ♥


Kommentare:

  1. I enjoyed reading you could not resist to buy a Hellebore before Christmas. It is the same like I do. I have many Helleborus orientalis in the garden, bought and self sown. When I see the wonderful white Helleborus niger in flower at the garden centre before Christmas I can't resist and buy another one. It is a fact that this Hellebore often is not very healthy, the niger hellebores almost always get black leaves. The orientalis hellebores never give problems and are doing very well here, only they are mostly not in bloom with Christmas.
    Have a nice Sunday !
    Janneke

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  2. Schön, daß du deine 2 neu erworbenen Hellis zeigt`s, das freut mich, willst du mir ihren Namen auch verraten? Ich hab ja auch 2 neue gekauft, die im Nov./Dezember blühen sollen. Sie heißen "Wintertraum und Eisbreaker Max" und blühen schon. Ich bin mal gespannt, ob sie im nächsten Jahr auch so blühen. Auch ich habe festgestellt, das viele unter ihnen, die zum Verkauf stehen, entweder gelb sind oder unten drin Schimmel angesetzt haben. Fragen stellen, sollte man in einem Gartencenter ja auch nicht, sie haben meistens auch keine Ahnung. Die Hellis sind genau so eine Wegwerf-Ware geworden wie die Weihnachtssterne auch.
    Einen schönen 4. Advent dir und Mrs W. von Ilona

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    1. Der erste wurde verschenkt und der zweite hat (weil aus Gartenmarkt) keinen Namen, leider.

      Sigrun

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  3. Nachdem ich letzten Winter so wunderbare Helleborus auf einigen Gartenblogs gesehen hatte, wollte ich eigentlich auch welche pflanzen. Das habe ich dummerweise bisher versäumt. Vielleicht halte ich auch noch im Gartencenter danach Ausschau. Ich hätte nicht gedacht, daß sie sich so problemlos teilen lassen.
    LG kathinka

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  4. Das sind ja zwei sehr hübsche Exemplare. Ich mag sie zu gerne. Mal sehen, ob und wann meine blüht.

    Viele Grüße
    Margrit

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  5. Liebe Sigrun, das sind ja zwei wunderschoene Hellebores, die Du da erstanden hast! Mir gefaellt vor allem die zweite mit dem ungewoehnlichen altrosa Ton auf der Rueckseite der Bluetenblaetter. Hellebores habe ich hier nur einmal in einer Gaertnerei gesehen und das war eine Helleborus niger. Ich glaube, in San Diego ist es einfach zu warm und trocken fuer sie. Schade, dass sie so unter Krankheiten leiden. Ich dachte immer das sie ziemlich krankheitsresistent sind.
    Dir einen schoenen vierten Adventssonntag!
    Christina

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  6. Hallo liebe Sigrun,
    ich habe mir vor ein paar Tagen auch zum ersten Mal 2 Christrosen in den Vorgarten gepflanzt und bin gespannt, wie sie sich entwickeln. Erstaunt war ich allerdings darüber, dass sich die Blütenfarbe nach ein paar Tagen von Weiß auf fast Rosa und Gelb verändert hat. Die Sorte weiß ich allerdings nicht. Muss ich nochmal nachschauen.
    Viele Grüße Doris

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  7. Die zweite hat eine tolle Farbe! Ich habe vor ein paar Wochen ein Exemplar beim Discounter erstanden. Die haben zum Teil richtig tolle Pflanzen. Eine Pflanze habe ich vor einer Weilevin den Garten gepflanzt. Die Pflanze dieht heuer allerdings nicht besonders gut aus! Die Blätter sind angefressen! Schriebst Du nicht mal, dass das der Dickmaulrüssler ist?
    Viele Grüße und einen schönen 4. Advent wünscht Dir
    Margit

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  8. ...da muss ich mal ums Hauseck schauen, was meine macht...
    Liebe Grüße!

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  9. Die zweite hat eine tolle Farbe! Ich habe vor ein paar Wochen ein Exemplar beim Discounter erstanden. Die haben zum Teil richtig tolle Pflanzen. Eine Pflanze habe ich vor einer Weilevin den Garten gepflanzt. Die Pflanze dieht heuer allerdings nicht besonders gut aus! Die Blätter sind angefressen! Schriebst Du nicht mal, dass das der Dickmaulrüssler ist?
    Viele Grüße und einen schönen 4. Advent wünscht Dir
    Margit

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  10. Zum Glück sehen meine Pflanzen im Garten gesund aus...stehen aber auch nicht zu eng. Bei meiner Lieblingsblumenhändlerin habe ich letztens ein wunderschönes Exemplar entdeckt...aber es war mir zu teuer...jetzt ärgere ich mich ein wenig...;-). Dir einen schönen vierten Advent! LG Lotta.

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  11. Hallo Sigrun,
    ich habe es aufgegeben mit Helleborus niger. Die sind einfach zu zickig, blühen mal und sterben meist ab ohne zu blühen. Die vom Züchter sind aber vielleicht robuster als die gepäppelte Gewächshausware, vielleicht sollte ich noch mal eine kaufen, die ohne Gewächshaus ausgekommen ist.
    VG
    Elke

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    1. Die Züchter haben auch Gewächshäuser, täusche dich da mal nicht. Wenn du Glück hast, teilen sie noch vom Acker direkt. Das ist sehr gut. In Holland gibt es eine große Gärtnerei, die mal jahrelang pausierte, weil der Wurm drin war. Nun bieten sie Biopflanzen an, jetzt läuft es wieder. Irgendwann fahr ich da mal hin.

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  12. Bis jetzt hatte ich mit Hellis noch nie Probleme, doch beim Einkauf bin ich auch vorsichtig! Orientalis bestelle ich nur bei A. Pe*ers und die niger (teilweise vom Gartencenter) bleiben so lange im Topf, bis ich sehe dass da nichts mehr passieren kann. Ich habe meine Exemplare allerdings noch nie gedüngt, die sind auch ohne Dünger sehr wüchsig und und vor allem vermehrungsfreudig

    LG Lis

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  13. Hallo Sigrun, schön sind deine Exemplare - bei mir wollen die H. niger nicht so recht, dafür blühen und knospen schon drei H. orientalis. Allerdings sehen zwei weitere Züchterpflanzen vom letzten Jahr gar nicht gut aus, fast blattlos sitzen sie in der Erde... ich hoffe, sie haben sich noch nicht verabschiedet.
    Einen schönen 4. Advent wünsche ich dir - LG Marita

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  14. Die Niger wollen doch fast nirgends so recht, sie brauchen halt Kalk, dann geht es.

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  15. Liebe Sigrun
    ich hab zwar noch keine solch wundervolle Pflanze in meinem Garten , aber was nicht ist kann ja noch werden ,grins.
    ich gebe es zu , du hast mich mit dem Beitrag schon fast dazu ermutigt , von wegen die braucht Platz zum Atmen und man muss da nicht ständig düngen ( ich vergesse das sowieso die meiste Zeit) und man könne sie gegebenenfalls auch mit dem Spaten trennen....in meinen Ohren klingt das wunderbar. Hab vielen Dank für all die tollen Info's.
    Einen wunderschönen 4.Adventsonntag ,
    liebe Grüsse
    caro

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  16. Danke Sigrun, da habe ich was gelernt. Meine wenigen sehen gut aus. Ich glaube, der Garten könnte noch ein paar mehr davon vertragen. LG Karen

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  17. Danke Sigrun, da habe ich was gelernt. Meine wenigen sehen gut aus. Ich glaube, der Garten könnte noch ein paar mehr davon vertragen. LG Karen

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  18. Bei Gold Collection, die Du gekauft hast, weiß ich nicht so recht, ob sie eine H. niger (Christrose) oder eine H. orientalis (Lenzrose) ist. Meine, kräftig rosa und im Garten ausgepflanzt, war (!) auf jeden Fall anfällig, hat einen Winter überdauert und sich dann verabschiedet. Nun habe ich zwei Pflanzen dieser Sorte in Kübeln. Sie blühen und sehen bis jetzt sehr gesund aus. Bei mir bekommen sie etwas Oscorna und pulverisierte Eierschalen. Peter Jahnke ( Helen Ballard / Schliemann / Jahnke) empfiehlt bei Lenzrosen den Rückschnitt sämtlicher Blätter im Dezember/ Januar. Damit habe ich gute Erfahrungen gemacht. Da die Blätter sich nach außen ausbreiten, sind sie m.E. sowieso kein Winterschutz für die aus der Mitte austreibenden Knospen. Einen schönen 4. Advent Edith

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    1. Weder, noch, Edith. Es gibt noch viel mehr Arten.

      Sigrun

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  19. Hallo,
    bei uns im Garten blühen die Christrosen seit Ende Oktober und bislang unermütlich, trotz der Wärme.
    Zumindest die früh blühenden Sorten, die blühen den ganzen Winter hindurch, die anderen Sorten blühen erst im Frühjahr und auch nur 2 Wochen lang...
    Gruß
    Marc

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  20. Hallo Sigrun. Die zweite H. gefällt mir ausgesprochen gut. Ich hoffe, sie wird deinem Gärtnerherz lange Freunde bereiten.
    Ich passe bei meiner Niger auch höllisch auf, schwarze Blätter werden sofort abgeschnitten. So behandelt hatte ich bisher noch nie Probleme.
    Aktuell habe ich noch zwei Sorten, eine "Sternii" und eine Orientalis. Sie schieben Knospen. Auf dem Balkon gepottet stehend hoffe ich auf eine gute, gesunde Überwinterung.
    LG Gudi, bei der seit 1 Woche alles anders ist (du verstehst...?!)

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  21. Hallo Sigrun,
    hätte ich auch nicht gedacht, daß man sie auch teilen kann. Ich gebe keinen normalen Dünger sondern nur etwas Kalk jedes Jahr. Vielleicht sollte ich doch mal düngen. Bei uns hat die Staudengätnerei übrigens geöffnet, allerdings sind viel Stauden in einem spez. Winterquartier. Dafür ist dort jetzt mehr Deko zu sehen und es werden Tannenbäume verkauft.
    LG Dagmar

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  22. Hallo Sigrun, ein interessanter Artikel. Die Schwarzfleckenkrankheit war mir bekannt, aber der Black Death noch nicht. Bislang machten vor allem Schnecken meiner Helleborus zu schaffen.

    lg kathrin

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