Dienstag, 30. Juni 2015

Punktlandung!

Wir haben zur Punktlandung angesetzt und sind wieder da. Pünktlich zum Rosenschneiden, zum Unkrautstechen, zum Hitzewelle ertragen.
Was für ein Temperaturunterschied - doch es macht mir nichts aus. Wir sind zwar da, aber noch nicht wirklich. Diese 12 Tage wirken lange nach, genau wie die letzten. Schottland - ein Land zum Eintauchen. Nicht für jeden, aber für die, die es lieben - so wie wir. 

Auch diesmal waren unsere Tage ausgefüllt mit vielen persönlichen Gesprächen, die Menschen dort sind sehr aufgeschlossen, neugierig auf uns wie wir auf sie. Und jeder war schon mal irgendwie in Deutschland, oder kennt jemanden der es war. Und Whisky kennen sowieso alle - da wo wir waren. Es gibt wohl kaum eine Destillery, in die wir nicht gekrochen sind. Mr. Wonderful war ja richtig süchtig danach - ich brauch jetzt ne Weile keine mehr.

Wie ich sah, ist Frau Zöbeli auch zurück - dort hab ich bereits gelesen und werd es nochmals tun, vielleicht ist das eine Ecke für uns. Ich glaube, ihr nächster Roman wird dann von Tieren handeln, und von Verliebten, denke ich. Gell, Alex?? Wenn du eine Beratung zum vierten Buch brauchst, Alex, Whisky wäre ein Thema. Wir könnten eine Co-Produktion starten.

Nun tauch ich wieder ab. Der Monat wird heiß, nicht nur im Garten. Viele Erfreulichkeiten! Nach und nach werde ich euch jetzt besuchen.

Sigrun

Sonntag, 28. Juni 2015

Rosenschönheiten und andere

Heute hinke ich ein paar Tage hinterher, weil ich die anderen Beiträge dazwischen vorbereitet habe. Planung heißt die Devise! Hab ich von Lis gelernt! So kann man regelmäßig veröffentlichen, auch wenn man mal keine Zeit hat. Papaver somniferum, ein einjähriger Mohn, ich sammele immer eifrig Samen, damit es auch im nächsten Jahr für eine Blüte reicht. Ist er nicht traumhaft?
 Wenn man wie ich oft ohne Brille einkaufen geht, kommt es zu Unstimmigkeiten - auch im Garten. Ich sollte mir das wirklich abgewöhnen. Ein blindes Huhn findet zwar auch Körner, aber manchmal auch falsche Stauden. Ich dachte, vier besondere Kräuter gekauft zu haben, das hab ich wohl auch. Einjährig sollten sie sein. Sind sie nicht. Eines ist sogar läufig und eine winterharte Staude, wie meine Freundin beim Graben nach dem Etikett festgestellt hat. Und so habe ich frei nach Gaissmayer mal schnell ein Gestell entwickelt, an dem es klettern kann. Geht doch!!
 Ja, so sieht der ganze Garten aus. Mittlerweile habe ich aus Angst, dass das Gras gar nicht mehr kommt, den Sprenger laufen. Es ist auch noch brauner als auf dem Bild.




 Erdbeerernte im Hang, es sind Walderdbeeren, fitzelklein.
 Mein Phygelius blüht jetzt, nachdem er mal geschlappt hat, wunderbar. 10 Liter trinkt er am Tag. Auch nicht jedermanns Sache.
 Und die Rosen blühen und blühen und verglühen, aber schön sind sie. A Shropshire Lad ...

 Die Handyfotos sind halt nicht so schön, aber ich dachte, bevor sie verglühen, drück ich mal ab ... Colette
 A Shropshire Lad
 Miranda, mein Dauerblüher, auch mit kaltem Herz geschnitten
 Campanula Sarastro, 10 Liter am Tag - verheiratet mit einem orangen Hellenium und einem rosa Phlox, eine geniale Kombi
 Mein ganzer (vernachlässigter) Stolz: Ghislaine de Feligonde, ein Gigant!
 Constanze Spry

 Wie meine Freundin sagte: Der Strauch Physocarpus Diabolo links sieht das ganze Jahr gut aus


 Jacques Cartier
 Ein Wunder der Natur - mein einjähriger Mohn
 Campanula punctata Elisabeth, dieses Beet gieße ich fast täglich, es ist so trocken wie Brot und staubt. Im Herbst muss ich darauf mal flächig Kompost verteilen, vielleicht wird es dann besser.
 Mutterkraut gibt es in diesem Jahr so gut wie keines, selbst wenn, dann ist es klein und kaum sichtbar. Mr. W. stellt mir auf der Terrasse und an einigen Gartenplätzen die Kannen gefüllt so, wie ich sie brauche, weil ich keine tragen darf. Den Rest mach ich mit dem Schlauch.
Dieser Rittersporn hat eine Geschichte: Ich fand ihn so schön, warum eigentlich? Seine Schlüpferfarbe will sich nicht integrieren. Dann stellte ich ihn mit 6 Trieben auf die Bank, um ihn am nächsten Tag zu setzen. Durch den Wind oder eine Katze flog er um und verlor vier Triebe. Zwei hab ich grad mal und sie blühen. Bisschen elend. Dafür sitzen noch zwei weiße Euphorbien im Korb, die decken dann alles zu. Der Rittersporn ist aus der Magic Fountain Serie. Wer bis hier durchgehalten hat, kriegt einen Orden. Ich geh dann mal Koffer packen.

Mittwoch, 24. Juni 2015

Castle Fraser, Aberdeenshire

 Beeindruckend erhebt sich die Burg hinter dem Garten - Castle Fraser. Der Garten wird bei uns immer zuerst besucht, denn er ist lange vor dem Schloss offen. Gerne erinnern wir uns an unseren ersten Besuch, während dessen wir eine österreichische Führerin kennenlernten, die als Volunteer kostenlos für den National Trust for Scotland arbeitete. Diesmal fragten wir wieder nach ihr, sie war nicht mehr da. Sie folgte ihrem Mann, der im Öl arbeitet, in ein anderes Land. Doch wir lernten einen netten Herrn kennen, der uns von ihr berichtete. Dort, sagte er, in diesem Cottage, hat sie gewohnt. Und für uns Wiener Schnitzel gemacht. Er deutete auf ein Cottage hinter dem Wald.
Der Herr berichtete uns von dem unglaublichen Engagement der Ehrenamtlichen, die sogar im Winter arbeiten, wenn das Schloss geschlossen ist für Besucher. Dann, so sagte er, reinigen wir die Dinge. Mit Handschuhen, Polster werden mit Tüchern belegt und erst dann vorsichtig abgesaugt, damit der alte Stoff auch ja keinen Schaden nimmt. Wir waren - wieder einmal - stark beeindruckt.
 Der schöne Walled Garden ist erst in den Jahren 2003-2005 wiederbelebt worden, als wir das letzte Mal da waren, war er schon schön, diesmal war er besser.

 Sehr wichtig sind diese ummauerten Gärten früher gewesen, als die Menschen auf den Ertrag der Gärten angewiesen waren. Es gab ja noch keine Supermärkte.


 Natürlich fanden wir im Küchengarten auch das von Mr. Wonderful so sehr geliebte Mangold in Farben wieder!;))



 An diesem Tag wurden in einem Anbau Produkte aus dem Garten sowie Blumenzwiebeln verkauft.
Ja tschüss dann - wir kommen sicher bald wieder!

Samstag, 20. Juni 2015

Jamie und Clare - Over the sea to Skye

Hat nicht fast jede von uns die Geschichte von Jamie und Clare gelesen? Ich bin versunken in diese Bücher und kaum wieder aufgetaucht. Schottland muss man bereist haben, um seine Magie zu verstehen. Mein Jamie allerdings sah damals ganz anders aus, viele empfanden es ebenso. Mein Jamie war groß, breitschultrig und hatte langes rotes Haar.
 Als wir diesen Steinkreis im letzten Jahr besuchten, mußte ich sofort an Clare denken. Ihr werdet gleich verstehen warum. Als ich die Bücher las,  2003, bekam ich eine kleine rote Katze, sie hieß Jamie, obwohl sie weiblich war. Und damals kaufte ich mir in England natürlich den Tartan der Frasers, Fraser Hunting, ein bedecktes Stück Stoff, die Hauptfarben sind braun. Ich kaufte einen Schal. Später kaufte ich auch den roten Tartan der Frasers. Und Castle Fraser hab ich zweimal besucht.
 Die Steinkreise haben eine magische Anziehungskraft, nicht alle wirken auf mich, aber viele. Auch in Cornwall stand ich einmal im Sturm in einem Steinkreis und habe die Kraft des Platzes gespürt. Inmitten des Platzes war ein kleines Feuer und ein toter Frosch. Sicher hatten Frauen sich hier getroffen, um eine Zeremonie abzuhalten.
 Sehr ihr die Aufziehenden Wolken? Gleich kommt ein Wetter. Und dann geht Clare durch den Stein.
 Die Sonne bestrahlt den Platz, während es rundherum bereits dunkel ist. Natürlich mußte ich alle Steine anfassen.
 Und hier ist der Eintritt in die andere Welt, hier geht man durch den Stein, wenn man dazu berechtigt ist, in eine andere Zeit. In Clares Zeit? 1743 oder 1945? Wie findet ihr die Verfilmung und wie die Musik? Skye, eine Insel zum Träumen. Den Skyeboatsong kenne ich seit 1996, als wir selbst dort waren und die Kassette im Auto rund um die Uhr lief. Sicher haben die Kinder das Trauma heute noch!;)) Als ich hier vor den Steinen stand, lief mir ein Schauer über den Rücken. Jamie und Clare, war für ein Paar!
 Noch als ich dort war, bestellte ich mir via Internet einige CDs, unter anderem diese: nehmt euch Zeit, es ist wunderbar! Die Schottische Nationalhymne spricht für sich, wenn man die Geschichte des Landes kennt. Und wer die Geschichte kennt, versteht auch, warum viele Schotten gerne unabhängig wären. Doch da gehen die Meinungen auseinander, ich verstehe beide Seiten.
Das war 'meine' Geschichte für Jamie und Clare, es könnte doch hier gewesen sein?

Mittwoch, 17. Juni 2015

Cove, Scottish Borders und ein Abend in Northumberland

Auf dem Heimweg von unserem Cottage in Aberdeenshire tingelten wir langsam die Straßen entlang, wir hatten keine Eile bis zu unser nächsten Übernachtung in einem Manorhaus in Northumberland. Und so kamen wir in einen kleinen Ort, von dem ich noch nie gehört hatte: Cove, Scottish Borders, das Grenzland zu England. Wir suchten uns einen Platz zum Parken und gingen die schmale Straße entlang. Unter uns das Meer, ein erhebender Anblick. Doch vor mir sah ich dieses Memorial in Cove, ich wußte ohne zu lesen um was es sich handelte. Zu oft schon hatte ich dieser Bilder gesehen, zu oft Gedichte gelesen.  Een boot is noch buten, dieser Satz hat sich mir tief eingeprägt. Oder der Film: Die Islandfischer, ich hab ihn in französischer Sprache gesehen. Frauen und Kinder, die auf ihre Männer warten, die zum Fischfang hinausgefahren sind und nicht wiederkommen. Elf Männer haben 1881 ihr Leben verloren. Viel, für einen so kleinen Ort. Sie alle hinterließen Frauen und Kinder. In diesem Ort fanden wir keine Geschäfte, es war noch so ursprünglich.
Wenn ich es richtig verstanden habe, ist der Ort Privateigentum, der Hafen ebenfalls.
 Wir fuhren weiter, nach Northumberland. Auch hier waren wir noch nie, eigentlich hatte ich das Gebiet immer nur als Durchfahrtsmöglichkeit nach Schottland gesehen. Was für ein Fehler! Nur einen Abend und eine Nacht waren wir da - und haben doch soviel gesehen. Als wir zu unserem, vom Hausbesitzer vermittelten, Abendessen in ein In (Restaurant mit Pub) fuhren, war es schon dunkel, es war Herbst. Auf den Straßen liefen die verrückten Rebhühner vor uns her, nach links nach rechts, sie wußten nicht, was sie wollten. Entsprechend viele hatten den Zickzacklauf nicht überlebt, es lagen genügend tote Vögel auf der Straße. Es gab nicht viele Häuser, mitten im Land, einige Gehöfte, wunderbare Ausblicke. Eine Zeit zum Loslassen und entspannen. Diese Fotos stammen vom Handy, entbehren jeglichem Qualitätsanspruch, ich finde sie aber wundervoll.
 Es kam mir fast ungehörig vor, in der untergehenden Sonne dieses Haus in seiner Privatheit zu fotografieren.

Ist das nicht herrlich? Wir bekamen unseren Tisch, bestellten und aßen und ich fand es mehr als merkwürdig, dass die Einheimischen eine andere Speisekarte erhielten als wir, das ist Abzocke. Sowas kenne ich allenfalls aus der Türkei. Da es nur ein Abend war, beschloss ich, mich nicht aufzuregen.

Irgendwann möchte ich in dieser Gegend einen Urlaub machen, es lohnt sich. Und irgendwann hab ich noch einen weiteren Bericht im Auge, ich war überrascht, was wir alles fanden auf unserem Weg.