Montag, 5. September 2016

Achtsamkeit




Die Zeit ist so schnell geworden, nicht alle nehmen sich Zeit für die wirklich wichtigen Dinge im Leben. Etwas mit Achtsamkeit erledigen, eigentlich alles, nicht durchs Leben hetzen, Dinge tun, weil sie getan werden müssen. Sondern die Dinge so erledigen, dass man im Moment des Erledigens bei den Dingen oder Menschen ist. Das ist mir wichtig und wird mir immer wichtiger.
Kürzlich sah ich einen Jugendlichen mit stark gesenktem Haupt auf der Straße laufen, den Blick fest auf sein Handy gerichtet. Sieht er die Menschen, die Pflanzen am Straßenrand, die Autos, die er gefährden könnte? Sein Kopf war so stark geneigt, dass mein erster Gedanke war: Der kriegt mal Halswirbelprobleme!





Viel diskutiert, doch es ändert sich nichts: Texte, die in den Blogs geschrieben werden, werden nicht mehr richtig gelesen. Bei Facebook wird nicht mal mehr ein Satz von den meisten gelesen, an den Kommentaren bemerkt man das. Achtsamkeit? Ich möchte, wenn ich mit Menschen Umgang pflege, wirklich auf sie eingehen, ihre Texte lesen und einen echten Kommentar schreiben. Und auch im richtigen Leben sind die Menschen das Wichtigste für mich.



Ein Buch und ein Text  haben meine Denkweise und Sicht der Dinge in den letzten zwei Jahren maßgeblich verändert:
Wer losläßt,hat zwei Hände frei! (Master Han Shan) Ein Manager auf dem Weg zum Mönch, ein schwerer Unfall verändert die Sichtweise eines Managers.

Und dann ein Brief von Steve Jobs, dem Gründer von Apple, der die Computerindustrie maßgeblich mit gestaltete. Dieser Brief kursiert überall, angeblich ist er von ihm. Selbst wenn er es nicht wäre, so enthält er genau das, was ich empfinde und weitergeben möchte.








Die wirklich wichtigen Dinge im Leben sind nicht Geld, Autos und Urlaub oder gar Macht (die so sehr geliebt wird) – es sind Gesundheit, Liebe, die strahlenden Augen meiner Enkelkinder, und Menschlichkeit. All dies kostet nichts – und gibt einem so viel! Freundschaft ist, wenn sich jemand auch dann noch meldet, wenn ein Freund erkrankt ist. Doch schamhaft wird sich vielerorts abgewendet, ich habe das bei einem Familienangehörigen erlebt. Worte, die dann fehlen, weil man nicht mehr weiß, was man sagen soll. Dann bleibt man einfach weg. Das ist nicht mein Weg, ich finde immer Worte. Mittlerweile verstehe ich Menschen, denen ihr Tier das Liebste ist. Früher habe ich über den Spruch gelächelt, der bei meiner Tierärztin hing – doch es ist so viel Wahrheit in ihm.

Achtsamheit!

Nun wende ich mich meinem Garten zu, denn auch er gibt mir viel!



Kommentare:

  1. Liebe Sigrun,
    wie schön, wie aufrüttelnd und anrührend, dass Du diesen Post veröffentlicht hast. Ich denke wie Du, und muss mich doch dabei ertappen manchmal über etwas, zumindest teilweise hinwegzugehen, weil mir etwas anderes wichtiger erscheint...

    An meiner Pin-Wand habe ich folgenden Spruch von Meister Eckehard hängen:
    Immer ist die wichtigste Stunde die gegenwärtige.
    Immer ist der wichtigste Mensch der, der dir gerade gegenüber steht.
    Immer ist die wichtigste Tat DIE LIEBE.

    Ich denke sehr oft an diesen Spruch, besonders dann, wenn ich einem Menschen gegenüberstehe und gedanklich schon wieder ein ganzes Stück weiter bin...und ich fühle mich schlecht, wenn ich mich genervt fühle von (für mich) belanglosen Dingen. Für mein Gegenüber sind sie nicht belanglos...Es ist auch bezeichnend, dass der oben zitierte Spruch halb verdeckt unter anderen Merkzetteln hing...
    Ich werde ihn jetzt textlich größer fassen und zentriert in die Mitte setzen!

    Danke fürs aufrütteln!

    Alles Liebe Heidi

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  2. Ein wunderschönes Posting, liebe Sigrun ... das spricht mir aus der Seele.

    Alles Liebe von Herz zu Herz,
    Petra

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  3. Gute Gedanken, liebe Sigrun, von Glück kann der reden, der all das früh genug erkennt und nicht erst, wenn es zu spät ist, ihm keine Zeit mehr bleibt. Ich hatte auch Wünsche ans Leben, die ich mir erfüllt habe. Aber irgendwann war es für mich genug. Die Gefahr nach Gier ist groß. Aber - und da liegst Du vollkommen richtig - wenn man sich zurückbesinnt an die glücklichsten Momente seines Lebens, sind es die kleinen, die ganz einfachen Dinge: das erste Lächeln Deines Kindes, das erste gesprochene Wort, ein Picknick am Bach, einen Sonnenuntergang,alles Dinge, die kein Geld kosten, aber Achtsamkeit verlangen, überhaupt den Sinn dafür zu haben, diese schönen Momente erkennen zu wollen. Danke für den Post. Einen schönen Tag und liebe Grüße von Edith

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  4. Hallo Sigrun,
    das ist bei vielen Menschen wohl einfach Informations-Overflow oder wie man es sonst nennen soll. Zuviele Dinge erscheinen gleichzeitig auf dem Smartphone, da bleibt keine Zeit zum Lesen. Und Pokemons wollen ja auch noch gefunden werden. Und dann sagen die Eltern: "Pokemon ist doch super, gehen die Kinder wenigstens raus." Aber ohne etwas wahrzunehmen...
    Schöne neue Welt. Ich habe immer noch kein Smartphone und brauche auch keins. Es gibt genug Dinge in der nicht-digitalen Welt, die gesehen werden wollen.
    VG
    Elke

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  5. Danke für den tollen Post und auch die wunderschönen Bilder.
    LG Eva

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  6. Es wäre schon besser wenn die Menschen achtsamer mit ihrer Umwelt umgehen würden. Erst heute morgen hab ich auf dem Weg zum einkaufen etliche leere Flaschen und Dosen im Bach schwimmen sehen. Von da aus wandert das Zeug dann in die Flüsse und landet irgendwann im Meer wo es (wenn überhaupt) ewig dauert bis es verrottet.

    LG Lis

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  7. Ich lese hier so viele Beispiele zur Achtsamkeit....

    ... es wäre auch schön, wenn Führungskräfte ihre Mitarbeiter achten würden. Doch dazu sind sie nicht (mehr) in der Lage, weil sie selbst von "oben" getrieben sind ... von Früh bis Spät auf Erfolg getrimmt... wenn nur ja die Zahlen stimmen!

    Keiner ist mehr gegenwärtig, sondern immer schon einen Schritt weiter. - Und dann gibt es noch die anderen Nichtachtsamen, die in der Vergangenheit leben und mit ihrem Schicksal hadern.


    Liebe Sigrun, ein tolles Posting! Danke.
    VLG Sabine

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  8. Liebe Sigrun,
    jetzt versuche ich seit heute Vormittag Deinen Blog in die Liste meiner Lieblingsblogs einzureihen. Vergebens!!! Was ist da nur wieder los???
    Es ist nicht das erste Mal, dass dies nicht auf Anhieb klappt...
    Warten wir es ab...
    Alles Liebe und vielleicht schaust Du ja mal bei mir rein und entdeckst Dich dann doch...
    Heidi

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  9. Liebe Sigrun, du sprichst mir aus der Seele und genau so, wie du es beschreibst, sind viele meiner Gedanken und Erfahrungen. Ich denke, es ist wichtiger denn je, dass wir ganz "DA" sind, geerdet, aufmerksam, authentisch und ehrlich. Manchmal gelingt es besser, dann wieder nicht so gut, aber ich bin sowas von motiviert den Weg der Achtsamkeit zu gehen, weil ich merke, dass er glücklich macht! Es gibt also einen Lohn für die Bemühungen :-) Je schriller, lauter und schneller sich die Welt weiterbewegt, umso wichtiger ist es, dass es Menschen gibt, die wie das Auge des Hurricans wirken, in sich ruhend, vertrauensvoll und liebend. Ich bin auf dem Weg.... und dankbar.....

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  10. liebe Sigrun dies zu erfahren und zu erfassen bedarf auch Weisheit und Zeit. Ich denke nicht jedem ist es gegeben und ich habe auch verständnis für unsere andere Zeit.
    Bei voller Berufstätigkeit und einer lebhaften Familie als Alleinerziehende fand ich mein Innehalten im Sport.
    Und doch gibt es auch bei anderen vieleicht nur kurze Momente der Ruhe und des Rückzugs, die wir vielleicht nicht sehen.
    Grüße von Frauke

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  11. Ich gebe Dir schon recht, dass man achtsamer sein sollte. Aber gerade bei den vielen Blogs, ist es manchmal nicht ganz einfach, alles ganz genau zu lesen. Und wenn ich einen Blog lese, möchte ich auch noch einen Kommentar dazu hinterlassen, weil sich der Autor ja auch viel Mühe mit seinem Beitrag gemacht hat! Das ist nun mal auch für mich sehr aufwändig und da kann es schon mal vorkommen, dass man Etwas übersieht. Ich finde das aber eigentlich nicht soooo schlimm! Auf jeden Fall ist es keine böse Absicht!
    Viele Grüße von Margit

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    1. Ja, liebe Margit, du bist auch eine so treue Kommentierseele und ich freue mich immer sehr, wenn du etwas nach einem Blogbeitrag schreibst.
      Ich muss leider meine Blogliste von Zeit zu Zeit überarbeiten, nicht weil ich nicht mehr gerne lese, sondern weil es mich überfordert, soviele neue Beiträge vor mir zu haben die ich noch nicht gelesen habe. Aber dein Blog lese ich immer gerne, auch wenn ich nur äusserst selten kommentiere!
      Lg Carmen

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  12. Liebe Sigrun, Du hast es wunderbar auf den Punkt gebracht!
    Wie viel reicher wird das Leben, wenn man es immer öfter achtsam erlebt und die anderen so nehmen kann, wie sie sind. Grad bei kleineren Kindern merke ich, wie sehr sie es geniessen, wirklich als sie selbst wahrgenommen und gesehen zu werden. Deshalb bin ich auch so gerne Babysitter.
    Dir alles Liebe
    Renate

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  13. Du hast vollkommen recht mit deinen Worten. Aber leicht ists nicht immer in unserer Leistungsgesellschaft.
    Mein Lebensmotto: Gib jedem Tag die Chance, der schönste deines Lebens zu werden.
    Auch ein Aufruf zur Achtsamkeit, zum bewussten Wahrnehmen von Welt und Umwelt.

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  14. Liebe Sigrun, ich kann Dir nur beipflichten, Du hast vollkommen Recht. Eigentlich ist es total schade, dass sich so viele nur noch in ihr Handy verkriechen und ihre Umgebung nicht mehr wahrnehmen! Ich habe das auch schon öfter beobachtet. Die Oberflächlichkeit in manchen Kommentaren ist mir auch nicht entgangen...

    LG kathrin

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  15. Schöner und vorallem wahrer Text, liebe Sigrun! Mich ärgert es, wenn ich nach einem Blogbeitrag per Mail Fragen bekomme, obwohl alles da stand, wenn man den Text gelesen hätte...
    ich kann mittlerweile ganz gut abschalten und mich der schnelllebigen Welt komplett verschliessen.
    Genau wie mein Leitspruch: das Glück beginnt, wo man die Zeit vergisst.
    Sorgen macht mir nur, dass unsere Kinder in dieser leistungsorientierten Welt mithalten müssen.
    Liebe Grüsse
    Carmen

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  16. Hallo Sigrun,
    schöner Text. Vieles liegt sicher an unserer heutigen Lebensweise. Es ist sicher immer besser weniges gut und richtig zu machen als vieles nur oberflächlich. Daher habe ich auch für mich beschlossen nicht alle neuen Medien zu nutzen sondern nur Ausgewählte. Und die dann aber intensiver.Man hat es ja schliesslich selbst in der Hand....
    LG Dagmar

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  17. Liebe Sigrun,
    ja, solche Dinge sind mir auch schon oft aufgefallen, wie du sie hier erwähnst. Das viele so vieles auf einmal erledigen, gar nicht mit dem Gedanken bei den Dingen sind, die sie gerade tun. Nur möglichst jede Menge in möglichst wenig Zeit erledigen. Dazu bin ich aber auch nicht der Typ. Wenn ich Essen koche, dann dauert es meist recht lang. Allein schon bis der Salat geputzt und angemacht ist. Wenn die Familien dann warten muss, sage ich: Es ist halt mit Liebe gekocht. Sie schätzen mein Essen… und toleriert die Wartezeit *lach*.
    Auch das Kommentieren in Blogs beansprucht eine Menge Zeit. Ich husche halt nicht von Beitrag zu Beitrag und schreibe: Tolle Fotos, schönen Gruß. Ich schaue und lese erst mal genau, manchmal auch zweimal, um darauf eingehen zu können. Dementsprechend bekomme ich auch nicht so viele Kommentare täglich hin. Ob den Bloggern die andere Variante lieber ist, weiß ich nicht. Es ist halt so bei mir *lach*.

    Auch das Einkaufen zieht sich oft lange hin. Ich kann nicht einfach so an Bekannten vorbeigehen ohne Hallo zu sagen. Oft entwickelt sich ein Gespräch daraus und derjenige muss sich etwas von der Seele reden…. Und die, die ich nicht kenne, bekommen wenigstens ein Lächeln. Was wäre doch die Welt so kalt, wenn jeder nur an einem vorbeihetzt. Das wäre nichts für mich.
    In meinem Glückstagebuch steht so manches Mal: Papa hat mich heute angestrahlt als ich gekommen bin. Auch wenn er dement war, er hat seine Freude uns zu sehen immer gezeigt und dieses Strahlen habe ich immer noch vor Augen, wenn ich an ihn denke. Und das entschädigt für so vieles. Wahrscheinlich wie du es bei deinen Enkelkindern empfindest. Die habe ich halt noch nicht *zwinker*.

    ♥∗✿≫✿≪✿∗♥
    Herzlich grüßt
    Uschi, die nun zu gerne wissen würde was das für ein Spruch war bei deiner Tierärztin *lach*

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  18. So true are your words about shining eyes of grandchildren. I like to take walks and look for rocks, leaves and anything in nature with my grandchildren. I do need to keep them away from too much computers, t.v. and other devices that can take over their natural thought process. More communication with family and friends to just chat and share life experiences from their own lips. I love reading your blog and seeing your most lovely pictures of your travels and flowers , the pretty Pink one shared is a beauty. Gonna take it slow today and not be in a rush for anything.
    Thank you for visiting my blog and your kind comment.

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  19. Ich stimme mit Ihren Gedanken gibt es so viel mehr im Leben als Reichtum. Ich finde, mit nicht mehr arbeiten werde ich viel mehr Zeit mit anderen zu sprechen haben und so viel gewinnen aus in Community-Projekten verbindet. Sarah x

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  20. Liebe Sigrun,
    Dein Artikel spricht mir wirklich aus dem Herzen, sehr schön geschrieben.
    Vielleicht wäre diese Doku

    Speed - Auf der Suche nach der verlorenen Zeit (2012)
    (nicht zu verwechseln mit dem amerikanischem Film)
    was für Dich.

    Viele Liebe Grüße
    Loretta

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  21. Ein toller Bericht,den man vielmehr befolgen sollte! Das mit dem Kinderaugen stimmt, wenn mich meine kleine ansieht oder mir ein Bussi gibt, dann gibt mir das viel! Mich stört diese Oberflächlichkeit die oft herrscht und teilweise Arroganz!! Das Buch muss ich mir gleich mal ansehe auf Amazon, danke für den Tipp! Lg babsi

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