Sonntag, 23. Oktober 2016

Ohne Tiere leben? Geht nicht!

 Eigentlich komme ich aus der Stadt,  wir wohnten in einem Vorort mit groooßen Grundstücken - davon kann man heute nur träumen. Wir hatten Hasen, Hühner, Fasane, Ziegen, Schafe, Puten ... aber kein Tier zum wirklich Liebhaben. Denn alles war für den Teller bestimmt. Das war früher so. Und ich würde es wieder so machen. Eine Katze durfte ich nicht haben,  ich hab meinem Vater die Mausefallen verbogen, weil mir die Tierchen so leid taten. Später hatten wir einen Hund,  eine Beziehung zu ihm hatte ich nicht.
Micki war mein erster Kater, ihm folgen einige Katzen. Micki hatte seine Mutter mit 6 Wochen verloren, ich zog ihn groß. Nach zwei Jahren kam er nicht wieder, wie Kater das manchmal tun. Vielleicht wurde er auch überfahren, wir wohnten an einer Bundesstraße. Nach Micki kamen erst mal die Kinder, die waren wichtiger.
Micki war ein wirklich schönes Tier und sehr autark. Ich mußte erst lernen, dass Tiere so richtig zur Familie gehören können.
 Rasti war unser Hund - er war ein langhaariger Schäferhund und wurde ausgebildet. Allerdings war er schlauer als die Ausbilder. Als er einen Einbrecher stellen sollte, hat er ihn als Vereinsmitglied erkannt, er war ja nicht doof - und hat sich schlicht weg hingesetzt und sich gefragt, was dieser Mist jetzt wieder sollte!
Rasti wurde 12 und starb an Wirbelbrücken, die Wirbelsäule versteifte sich und er konnte nicht mehr laufen.
 Und das bin ich - mit meinen ersten Tieren! Mit Puppen wollte ich nie spielen, die hat mein Bruder übernommen.
 Killi war ein Zwergziegenbock, auch er war mein Kind. Er wurde groß, wollte noch immer auf den Schoß und ich hatte blaue Flecken an den Beinen. Irgendwann hat mein Vater ihn verkauft. Damals machte man keine Fisematenten.
Eine unserer Zwergziegen, es waren viele. Bei Geburten war ich immer dabei.
 Zwei unserer Katzen kann ich nicht zeigen, ich fand keine Bilder. Es ist ja auch schwierig, ich habe Tausende davon. Im sechsstelligen Bereich. Was sagt uns dieses Bild? Du kannst mich mal - aber sowas von! Toddi, die heute noch bei uns ist, links und Einstein (12) rechts. Den Namen gab ich ihm, weil er so schlau war. Leider war er später etwas gestört, weil er Harngrieß hatte und die Behandlung beim Tierarzt hat ihn verstört.
 Na also - geht doch! Links unsere italienische Donna (12), die wir dort mitgenommen haben, sie liefen alle auf der Straße rum und niemand kümmerte sich um sie. Der Tierarzt dort hat sie geimpft und das Dokument für uns gefälscht. Netter Kerl! ♥
 Das ist Zarah, sie folgte Micki. Sie war immer auf Achse und fing sogar Ratten. Abends saß sie mit uns auf dem Sofa - wenn sie Lust hatte! Sie wurde 14 Jahre alt.
Toddi (13 - lebt noch)
 Toddi
 Toddi - immer dabei, heute noch
Dann kam meine große Liebe Jamie, meine Älteste fand ihn mit drei Wochen in Frankfurt im Industriegebiet. Er war so süß, wie ein kleines Britenkind, war aber ein Mischling, das sah man schon. Die Tierärztin machte mir wenig Hoffnung, aber ich sagte: Ich schaffe das - und wir schafften es. Jamie sollte ein Junge sein, entspuppte sich aber als Mädchen. Auch Tierärzte können irren. Und zwischendrin mal ein Wort, auch an die Züchter: Auch wenn ein Kätzchen sehr jung von der Mutter weggenommen wird, kann es überleben und sich sozialisieren lassen. Bei den Züchtern ist nämlich der Aufschrei zu diesem Thema immer sehr groß. Jamie war mit drei Wochen sauber, ein vollwertiges Familienmitglied und akzeptierte mich als Mama und die anderen Katzen zeigten ihm, wo's langging. So!!
Jamie war so klein, dass er den Deckel eines Schuhkartons als Toilette nutzte, weil er nicht in eine Toilette kam.


Jamie war zwei Jahre bei uns, dann kam er nicht mehr zurück. Ich weiß, dass ihm etwas passiert ist. Und trotzdem habe ich ganze neun Jahre auf ihn gewartet. Ich weine heute noch, wenn ich an ihn denke.
Und dann ist es wieder passiert: Ich hab meine allergrößte Liebe gefunden. Nie hätte ich gedacht, dass es nach Jamie noch eine Steigerung geben könnte. Dieser sture kleine Kerl, der grundsätzlich macht was er will, hat sich in mein Herz geschlichen und wird für immer drin sein. Wir sind eine Symbiose. Er läßt mich und ich lasse ihn, auch wenn es schwerfällt. Er ist so sanft und trotzdem eigenständig. Er klebt mir an den Socken. Mr. W. meinte mal: Ihr schaut immer nacheinander, ob es dem anderen gut geht. Und so ist es.
 Mein Ambereye ist immer in Bewegung, lange hält er es nicht aus an einem Platz. Mit drei Jahren erst wird er erwachsen sein. Jetzt ist er 18 Monte alt. Er ist noch lange nicht erwachsen. Still liegt er nur am Mittag, wenn er tief schläft.


Ich weiß nicht, ob sich irgend jemand vorstellen kann wie ich mich fühle, wenn er in die Freiheit geht. Ich kriege Blutdruck, schaue ständig aus dem Fenster und trotzdem lasse ich ihn, weil die Tierärztin mir dazu geraten hat - er will raus. Sonst würde er krank. Ich sehe das auch so.
 Ich glaube, nach ihm will ich keine Katze mehr, denn er soll mit mir alt werden. Man hat den Tieren gegenüber eine Verantwortung.
Meine beiden Männer: Fraser und Mr. Wonderful!

Kommentare:

  1. Liebe Sigrun,
    ich habe deinen süßen Bericht gelesen und vieles ist bei mir ähnlich. Das zeigt doch, dass jede Katze eine richtige Persönlichkeit ist und eine Beziehung zu ihrem Menschen hat, wenn er es zulässt. Wie schön, dass Toddi und der graue Prinz sich gut verstehn. Er sieht so flauschig aus, den muss man einfach liebhaben. Ich wünsche euch viele gemeinsame Jahre.
    Liebe Grüße, Johanna

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  2. Hallo Sigrun,
    du hattest es besser in deiner Kindheit. Ich wollte immer ein Haustier, habe aber nie eins bekommen. Erst, als ich schon fast erwachsen war, hat sich eine Katze bei meinen Eltern eingeschlichen und durfte bleiben.
    Jetzt habe ich seit 16 Jahren eine eigene Katze. Auch wenn es im Urlaub immer Organisation braucht, wird es nicht die letzte Katze sein.
    VG
    Elke

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  3. Das war ein sehr schöner und persönlicher Post, Sigrun! Ich musste mir doch einige Tränchen verkneifen, da ich im August meine Katze an eine misteriöse Krankheit verloren habe und noch nicht in der Lage war sie zu "ersetzen". Einfach ersetzen geht auch nicht, sie war meine erste eigene Katze.

    Sag mal, haben die Namen Jamie und Fraser zufällig was mit "Outlander" zu tun oder besser gesagt den Büchern von Diana Gabaldon? Wär sonst ein toller Zufall ;-)

    Liebe Grüße!
    Daniela

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    1. Du bist ein schlaues Kerlchen, Daniela. Die Namen kommen aus den Büchern, und im letzten Jahr hab ich auch einen sehr netten singenden Fraser in Schottland kennengelernt.

      Sigrun

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    2. Ich lese die Bücher nämlich gerade. Man kann Ähnlichkeiten erkennen ;-)

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  4. Oh Sigrun, was für ein wunderbares Posting! Deine Beziehung zu deinen schönen Tieren wärmt einen das Herz! Ich wünsche dir viele schöne Jahre mit dem Schönsten von allen und kann mir vorstellen, was es für Gefühle gibt, wenn er dann mal nach draußen geht... als meine Söhne anfingen Auto zu fahren, war ich immer irgendwie nervös bis sie wiederkamen. Neue Situation, wenig Erfahrung, man kann nur hoffen und vertrauen, dass alles gut geht. Ich mag auch die Bilder mit den Ziegen, ich mag die :-) Wir selbst hatten nie Haustiere und sie sind mit bis heute irgendwie fremd, aber ich sehe sie gerne an und empfinde die vielen "wilden" Arten, die in unserem Garten vorbeischauen oder da wohnen irgendwie als der Familie zugehörig (auch die Mäuse und Maulwürfe) so verrückt das klingen mag, obwohl ich sie nicht namentlich kenne ;-)))))) Aber da sind so viele! Es wäre eine unvorstellbar triste Welt ohne die Tiere....

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  5. Danke für den tierischen Blogeintrag. Sehr schön.

    Was machte die Katze da im Klo?

    Liebe Grüße

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    1. Haha, die sitzt dort, gewissermaßen eine Sitzung .... :)

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  6. Bin ja von meinem ersten Atemzug an mit Tieren aufgewachsen, aber jetzt möchte ich definitiv keines mehr. Unser Leo war aber auch die einzige Katze zu der ich einen festeren Bezug hatte, ihn kann eh niemand ersetzen!

    LG lis

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  7. Liebe Sigrun,
    was für ein schöner Text! Den hast Du mit einer echten Leidenschaft und Liebe für die Katzen geschrieben.
    Viele liebe Grüße
    Loretta

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  8. Ich kenne es ja gar nicht aus der Kindheit, ein Tier zu haben. Aber ich bin froh, meinen Kindern ihren Wunsch nicht abgeschlagen zu haben. Die Katze ist nun meine beste Freundin bzw ich ihre. :) Aber danach wird es keine mehr geben. Ach ja, ich finde es auch richtig, dass du ihn rauslässt. Lieber ein kurzes schönes Leben als eins in Gefangenschaft.

    Viele Grüße
    Margrit

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  9. Liebe Sigrun,
    das ist ein wunderschöner Post von dir, sehr berührend.
    Ein Leben ohne Tier kann ich mir auch nur schwer vorstellen. Nach meinem ersten Hund und meiner Katzendame waren wir kurz ohne Vierbeiner. Die Nächte waren länger, nichts musste organisiert werden, kein Fressen angeschleppt werden und doch-nach einem guten Jahr haben wir wider besseren Wissens wieder einen Hund. Die Nächte sind zu kurz, die Frisur von Wind und Regen ruiniert aber ich bin wieder glücklich.
    Herzliche Grüße,Jo

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  10. Liebe Sigrun
    Jööö.... so herzig!
    Einen gemütlichen Abend wünscht Dir Yvonne

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  11. Liebe Sigrun, ein wundervoller Post. Wenn man Katzen liebt, wird man wohl immer wieder eine haben. Zu manchen Tieren baut man eine ganz besondere Beziehung auf.

    Lg kathrin

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  12. Ach was für ein rührender Post.
    Mir kullert grade etwas Wasser aus den Augen. Mit Luna verband mich auch etwas ganz besonderes "sie ist dein Hund", sagte meine Nachbarin immer. Gerne hätte ich wieder eine Katze. Aber die momentane Situation lässt es nicht zu. Mietwohnung, viel Arbeit, selten zuhause. Es wäre unfair für das Tier.
    Ganz lieben Gruß, Gudi

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  13. Das ist ja ein wunderbarer Rückblick, angefangen sogar mit den ersten Plüschtieren...:-) Vor allem die Baby-Katzenfotos sind so süß....Toddi, so winzig im Wäschekorb und Fraser sieht immer gut aus.
    LG Sigrun

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  14. Das ist ja eine richtige "Liebeserklärung"!!! Ich habe selbst keine Haustiere, kann aber verstehen, wenn man sich ein Tier hält! Was ich allerdings nicht verstehen kann, welche zum Teil eigenartige Züge die Tierliebe oft annimmt! Dass man sein Tier mag, ist ja logisch! Manches kann ich aber nicht mehr nachvollziehen. Habe da leider sehr abschreckende Beispiele im Bekanntenkreis.
    Viele Grüße von
    Margit

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  15. Ooooh, so wunderschöne Geschichten über deine Tiere.. Ich hoffe du wirst mit deinem grauen Kerlchen alt werden, wie du es dir gewünscht hast! :)
    Wir haben gerade Kaninchen, die im Garten rumhoppeln dürfen. Ab und an gibt es davon auch Bilder auf meinem Blog :)
    Liebe Grüße
    Tatjana

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  16. Was für eine wundervolle tierische Zeitreise!! Du wohntest in der Stadt so wie meine Oma (großes Grundstück mit Hühnern & Co.), dort war ich immer gerne. Leider starb sie früh, da war es vorbei mit der leicht ländlichen Herrlichkeit der Vorstadt. Meine Mutter hatte gar keinen Draht zu Tieren und einen Putzfimmel. In der Reihenfolge durfte ich haben: Guppys, 3 Hamster, 2 Wellensittiche. Auf der Parzelle zwei Sommer lang je 2 Kaninchen. Aus. Den Hund gab es erst im eigenen Haus, in der elterlichen Wohnung hatte er Zutrittsverbot.
    Mr. Bernsteinauge ist ein Herzensbrecher, in den hätte ich mich auch hoffnungslos verknallt, da bin ich sicher. Viele schöne Jahre mit diesem tollen Tier wünsche ich Euch!
    Liebe Grüße von Karen

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  17. Liebe Sigrun, Dankeschön für deine so schön beschriebene Zeitreise. Mein Mann und ich waren über jedes Bild entzückt und haben voller Aufmerksamkeit deine Zeilen dazu gelesen. Ein Tier zu pflegen und zu schützen bedeutet ja nicht nur Arbeit, sondern eben auch unzählige Momente der Rührung und Freude. Tja und ganz nebenbei wird auch noch die Seele gestreichelt ... WUNDERBAR
    LG von mir Dany

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  18. Es war schön, alle Tiere zu sehen. Ich stimme zu, dass ein Haus kein Haus ohne einige Tiere ist, um es zu teilen. Ich bin nicht überrascht, dass Ihre aktuelle Katze hat Ihr Herz gestohlen, er ist so schön! Sarah x

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  19. Liebe Sigrun!

    Ein Leben ohne Tiere geht und es ist oft auch viel einfacher! Aber es ist nicht so schön wie mit Tieren! In meiner Familie hat es immer Haustiere gegeben, Katzen und Hunde aber auch Kaninchen, Meerschweinchen, Ratten, Hamster, Fische, Schildkröte... und wir haben sie immer mehr oder weniger geliebt!
    Deine Lebensgeschichte mit Deinen Katzen finde ich sehr berührend geschrieben und ich wünsche Dir, dass Fraser sehr alt wird an Deiner Seite!

    Liebe Grüße,
    Ingrid

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  20. Liebe Sigrun,
    man merkt, wie sehr du mit dem Herzen dabei bist und man kann es mitfühlen, wenn man deinen Text liest. ich bin mit Tieren aufgewachsen und kann mir für meinen Sohn auch nichts anderes vorzustellen. Er ist total katzenverrückt, auch wenn er das Wort "Katze" noch nicht aussprechen kann. Er nennt alle Katzen "Memm" - warum auch immer!
    Liebe Grüße
    Katharina

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  21. Ach liebe Sigrun,
    ein schöner Text und eine richtige Liebeserklärung.
    Ich hoffe, dass dein Goldaugenjunge immer bei dir bleibt und mit dir alt wird!
    Aber ich finde es auch gut, dass du ihn ruhig raus lässt.
    Wenn auch schweren Herzens. Ich hab auch immer Blutdruck,
    wenn ich mit dem Auto angefahren komme und unsere beiden Schlingel
    begrüßen schon mein Auto auf der Straße.
    Oder sie laufen mir und dem Kleinen bis zum Kindergarten hinterher.
    Sie sind eben Streuner und brauchen viel Freiheit.
    Liebe Grüße Urte

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