Montag, 29. Februar 2016

Der lebende Wahnsinn!




Der lebende Wahnsinn!

Handwerker – ein Thema für sich. Es gibt solche und solche, die meisten kommen mit mir zurecht bzw. ich mit ihnen.
Mein Rolladen war defekt, schon lange. Und nun wollte ich endlich einen neuen, wer mag es schon, wenn einem ständig einer auf den Schreibtisch guckt? Also Angebot einholen, bestellen, alles ging fix. Weil ich meine Handwerker kenne, und gerade diese waren schon mal da, gab ich exakt an, welche Leitern mitzubringen sind. Und sie haben mir sogar die Zeichnung gezeigt, die der Verkäufer ihnen gemalt hat. Arbeiten am Hang sind oft nicht leicht – besonders für mich, denn bei Arbeiten, die IN meinen Pflanzen stattfinden, bin ich nervenschwach, sehr sogar.

Meine Katzen klemmte ich ins Wohnzimmer, damit sie uns nicht zwischen den Füßen rumliefen. Bedacht hatte ich nicht, dass auch dort ein Rollladenspanner ausgetauscht werden sollte. Und so kochte ich Kaffee, sang mein Lied (die Katzen dürfen auf keinen Fall entwischen, immer sofort alle Türen zu) und sprang zwischen zwei Zimmern und fünf Türen hin und her, die Blutdrucktabletten im Gepäck. Beim nächsten Mal, so versicherte ich mir, sind alle Katzen unten eingesperrt, egal, wie lange die Handwerker bleiben. Wenn mein Kater flöten ginge, so würde ich mir das nie verzeihen. Er ist und bleibt mein bester Freund! 
 Dies ist der alte Tunnel

Und dann kam, was kommen mußte: Die Katze schiss mir ins Wohnzimmer, weil sie nicht auf ihre Toilette konnte (Haustüre stand weit auf)  – ein untrüglicher Duft zog durch die Räume. Glaubt ihr, ich hätte gefunden wo es war? Kater und Katze belästigten den Handwerker im Wohnzimmer, ich sprang zwischen ihnen hin und her und roch und roch. Mist. Nichts zu finden. Dann ließ der Handwerker die Tür auf – ich brüllte ihm hinterher, er zuckte und schloss die Tür. Infarkt, ich komme! Besitzer von freilaufenden Katzen können nicht nachfühlen, was ich durchgemacht habe. Als ich dann die Handwerker mit einem Trinkgeld durch die Tür schob, ging ich der Sache auf den Grund: Im hinteren Teil des Wohnzimmers fand ich die Bescherung, und sie war nicht so, wie sie normalerweise sein sollte. Nämlich fest. Sie war also weich – das war nicht gut. Denn die Katze wollte spielen, schoss in ihren Rascheltunnel, der wiederum durch die Bescherung schoss … und den Rest möchte ich ungern erläutern. Jedenfalls ruht nun der Rascheltunnel in der Mülltonne (er war noch keinen Monat alt), das Wohnzimmer ist frisch gewienert, alle Lappen gewaschen und Sterilium auf dem Boden verteilt. Ich wußte ehrlich nicht, wie beweglich und flott ich sein kann, wenns pressiert!

Das Ende vom Lied: Die Katzen haben einen Virus, der Tierarzt ist mein bester Freund und gelegentlich wische ich noch. Kann ja vorkommen, bei uns doch auch!

Freitag, 26. Februar 2016

Geschmäcker sind verschieden oder wie ich beim Anlesen eines Buches den Autor nicht leiden konnte



Gespannt war ich, lange jetzt – auf dieses Buch. Und da ich so viel lese, kaufe ich die Bücher oft gebraucht. Da kommt man gratis zu Randbemerkungen, darf ich euch sagen. Ich hab mich köstlich amüsiert, bin aber erst auf Seite 40. Jakob Augstein – was wußte ich von ihm? Nichts, außer dass er einen berühmten Vater hat. Da dachte ich, wenn so einer ein Gartenbuch schreibt, da muss ich es lesen. Ich mache ja auch ständig irgendwo einen Strich in ein Buch, mal mit Bleistift, mal mit Marker, da läßt sich nichts revidieren. Drum verleihe ich bestimmte Bücher auch nicht, man kann dann zu viel über mich aus den Randbemerkungen erfahren.

*So ein Quatsch*, steht da zu lesen. Und durchgestrichen: *Unsinn* Ich teile die Meinung des Vorbesitzers, er ist mir direkt sympatisch, möchte ihn gerne kennenlernen. Interpretiere hinein, dass er sicher wie ich ein Freund britischer Gärten ist (oder ist es etwas eine *sie*?) Denn wer liebt sie dort nicht, die Eibe? Taxus in all seinen Variationen, er ist doch aus dem Garten gar nicht wegzudenken. Natürlich gehört sie, die Eibe, nicht in alle Gärten. Aber ein Formschnitt, ein Topiary, oder eine Hecke zur Einrahmung eines Bereiches – es gibt nichts Besseres. Leider glauben Menschen in Deutschland, dass sie durch Friedhofsraketen wie Thujas durchaus zu ersetzen sind. Wirft man mir jetzt Intolerenz vor? Gerne, ich nehme es an – das ändert aber nichts an meiner Meinung. 

Ich liebe meine Eiben, sie sind heilige Bäume, niemals würde ich eine entfernen. Sie mögen keinen nassen Fuß, kommen aber sonst mit allen Gegebenheiten gut zu recht. Gedüngt wurden sie noch nie. Sie nehmen nichts übel – im Gegensatz zu mir – und wachsen sogar weiter, wenn man sie auf Stock setzt (runter bis auf die Erde). Meine Oma hatte eine mitten im Garten, ich vermute, ein Sämling von Taxus baccata, sie war viele Meter hoch und breit, niemals geschnitten und ich fürchte, sie war einfach dort aufgegangen. Etwas unpassend, so mitten im Garten und vollständig umrundet von Gemüsebeeten, denn im Krieg brauchte man nur Gemüsebeete und wenige Blumen. 

Als mein Bruder den Garten übernahm, fällte er den Baum, ich war traurig, bin ich doch mit ihm großgeworden – also mit beiden quasi, mit Bruder und Baum. Andere Besitzer, anderer Geschmack. Nicht hingegen überfiel er den wild wachsenden Buchs an der linken Seite, weil seine Kinder sich dahinter verstecken konnten. Die Eibe rächte sich – der Buchs ist befallen von Raupen, aber nur bis zu einer gewissen Höhe. Lernen wir daraus, dass der Zünsler nur bis zu einer gewissen Höhe agiert? Wegen mir kann der Buchs weg, ich konnte ihn sowieso nie leiden. Und mit meinem Bruder habe ich gegrollt. Die alten Bilder hat mein Mann in stundenlanger, wochenlanger Kleinarbeit eingescannt, ich bin ihm hierfür sehr dankbar. Sonst wären sie verloren.

Nun ist der Garten fast gänzlich mit ödem Gras eingesät, kaum einer kümmert sich um ihn. Wäre er doch meiner!

Der Ort meiner Kindheit - ich denke so gerne daran zurück und ich weiß, dass sich unsere Kleinen in meinem Garten auch so wohlfühlen, bekomme ich doch oft gesagt: Wenn ich groß bin will ich auch so einen Garten wie du einen hast.

Zurück zum Buch. Menschen finden bei Einnahme eines Suds von 50-100 Gramm den Tod, beschreibt der Autor. Kennt ihr irgend jemanden, der einen Eibensud zu sich nimmt? Es sei denn, er tut dies in selbstmörderischer Absicht? Mir hat man beigebracht, die roten Kugeln sind giftig, und heute weiß ich, dass es nur die Samen sind, das rote nicht. Meine Kinder haben mit den Kugeln *Kochen* gespielt, ebenso mit der Saat des Goldregens, sie leben heute noch – munter schenken sie mir Enkelkinder!

Weiterhin ist Herr Augstein der Ansicht, dass ein Taxus nur als Randbepflanung auf Friedhöfen geeignet ist. Na gut, er ist noch jung, jünger als ich, er kann ja noch lernen. Vielleicht war er ja auch schon in britischen Gärten – und vielleicht revidiert er seine Meinung bis zum Ende des Buches. Ich bin ja gerade am Anfang, und ich habe auch schon viel gegrinst beim Lesen. Besonders über die Orchestermusiker, die er beschreibt.
Ich sag euch demnächst, wie das Buch ausgeht. Gartenbeschreibungen sind manchmal spannender als ein Roman – und er meint ja auch, Garten light gibt es nicht – entweder alles oder nichts, drum raus auf die Scholle, der Winter ist bald vorbei.

Dienstag, 23. Februar 2016

Rosemoor Teil 2


 Platz braucht der Mensch - und in Rosemoor (Teil 1)  ist er vorhanden! Dieses Angebot an Stauden, Sträuchern, Zwiebeln und Bäumen ist überwältigend. Man kann wirklich zu jeder Jahreszeit dorthin reisen.

 28 Grad - wie erwähnt - viiiel zu warm für mich. Es war aber so, Sommer ist heiß. Man geht in praller Sonne (es gibt wenig Möglichkeiten sich unterzustellen) durch die Anlage. An diesem Tag war eine Antikausstellung, es wurde gut gekauft. Auch von mir. Ehrlich - ich habe jetzt fünf gläserne Puddingformen und zwei aus Porzellan - ich weiß nicht, was ich damit soll. Aber ich kaufe. Es ist England, ihr wißt.
 Einen Quellstein in meinem eigenen Garten könnte ich mir vorstellen, oder?
 Fuchsien mit Acanthus

 Weiß jemand, was das ist? (Nachtrag: Penstemon)
 Gelb und lila sind eine sehr schöne Kombination, wenn man Platz hat.
 Die Agapanthus wachsen dort unten ganz normal im Freien. Man könnte neidisch werden (wenn man viel Platz hat), aber ich bin es nicht. Hab mich ausgetobt in den Jahren mit meinen Agapanthus, die Nachbarn versorgt und im letzten Jahr die zwei letzten verschenkt. Besser Pflanzen haben, die in unser Klima passen. Jeder dorthin, wohin er gehört. Aber auch hier jeder nach seiner Fasson. Heute Nacht dachte ich über ein Folienhaus für Tomaten nach, doch wohin damit? Es soll sich ja lohnen sagt man.
 Federmohn hatte ich im Garten auch mal, er wollte nicht - doch dort will er, wie man sieht.
Ist das nicht herrlich? So sieht ein Staudenbeet aus. Und beim nächsten Mal sprechen wir über die weißblühende Staude im Vordergrund - ich muss sie haben - irgendwann!

Samstag, 20. Februar 2016

Sonnenaufgänge, Sonnenuntergänge


Glück gehabt, ich habe einen freien Stuhl gefunden. Noch geht die Sonne nicht unter, und aufgegangen ist sie schon längst. Edith von *Staudenflüstern* hätte gerne die Sonne gesehen, wenn sie auf- oder untergeht. Ich schreibe jetzt nicht zu jedem Bild, wo es ist - denn manchmal kann ich das nur an Datum oder Uhrzeit festmachen. Es ist nicht wichtig, Hauptsache - ES IST! Oder war.
 Das ist mein Lieblingsbild, nicht gefärbt, nicht bearbeitet. Das mach ich sowieso eher selten.
 Immer in der Nähe des Rettungsringes? Nein, der war zufällig da.
Der Deutschen liebstes Spiel: Stühle besetzen. Egoismus. Wer seine Schlappen erkennt, darf sich schämen! Meine Freundin Jane sagte gestern: Die hätte ich über Bord geworfen und mich hingesetzt. Das nächste Mal räume ich einen Stuhl frei, das geht einfach nicht. Ich glaub, das machen nur die Deutschen.

 ... und dazu einen Mai Tai ...
Überhaupt mache ich beim nächsten Mal einiges anders, ich hab viele Ideen. An frischer Luft, mit der Kamera. Ach, Edith, du wolltest noch wissen, was Mr. W. so sagt, wenn ich alleine in Afrika unterwegs bin? Nichts natürlich, du kennst mich nicht. Ich bin nicht zu bändigen.

Ein schönes Wochenende!

Donnerstag, 18. Februar 2016

Praia, Santiago, Cabo Verde

Neuer Tag, neuer Hafen. Heute mal Praia auf Santiago, Kapverden. Die Menschen hier sehen anders aus als auf der letzten Insel. Schwarzafrikaner, so habe ich es verstanden. Arbeit fehlt zumeist, viele stehen am Hafen, gelangweilt - und warten auf die Touristen, bieten ihre Taxen an.
Die Busse für die Aidagäste stehen in Reih und Glied, um sie auf ihre Ausflüge zu bringen.
Zuerst dachte ich: Mensch, sind wir hier in Griechenland? Akropolis? Aber nur ein Gedanke, es ist Praia.

Ich liebe Sonnenauf- und untergänge, immer wieder schön, egal wo.
An diesem Tag hat keiner der angebotenen Ausflüge zu meinem Rücken gepasst. Zu sportlich, zeitlich zu lange. Also machte ich mich alleine auf den Weg. Mit einem Shuttlebus fuhr ich in die Stadt. Vorher wird man darüber informiert, dass man sein Geld, die Pässe und Wertgegenstände in der Kabine lassen soll, da es immer wieder zu Überfällen komme. Große Kamera, daheim in der Kabine gelassen, mit der Kleinen im Bus. Ich fühle mich nicht wohl, das wird mir schnell klar. Ich sehe Menschen, die Waren verkaufen, am Boden, schon aus dem Bus. Nachher erzählten andere, die Frauen verkaufen auf dem Markt die Dinge, die wir in die Kleidersäcke stecken. Traurig.
Der Palast des Präsidenten, ich laufe hinter einer geführten Gruppe her, in der scheinbaren Sicherheit. Irgendwie beschleicht mich Angst. Ehrlich. Meine Nackenhaare stellen sich, ich werde angebettet, ich bin allein.
Der Park des Präsidentenanwesen, bewacht von freundlich lächelnden Soldaten mit Gewehren.


Alte Kaserne. Ich laufe weiter, solange ich bei der Gruppe bin. Eine am Boden sitzende Frau mit Bauchladen verkauft einzelne Zigaretten. Armut.
Der Guide steht noch am gleichen Platz, an dem ich den Bus verlassen habe, er trägt ein Aidaschild. Neben ihm steht ein Taxifahrer, der mir unfreundlich frustriert ein Taxi anbietet. Vermutlich weiß er, dass ich als Frau alleine nicht bei ihm einsteigen werde. Ich setze mich in den Bus, fahre zurück - ich habe einfach Angst. Am Schiff stehen Polizisten, die ganze Zeit. Alle halbe Stunde kommt ein Offroader der Polizei und spricht mit den Polizisten. Ich bin dann eben an Deck und beoachte von dort aus das Leben.
Auf der Heimfahrt sah ich noch viele Gruppen von Menschen, die Waren verkauften
Junge kräftige Männer ohne Arbeit. Nehmt keine Pässe mit, kein Geld. Ich verstehe warum. Sie haben doch oft keine andere Wahl. Sie strahlen Frust, Hoffnungslosigkeit und Testosteron aus. Beim nächsten Mal nur in einer Gruppe, so viel steht fest. Andere waren mutiger, sie gingen in Gruppen oder als Paare in die Stadt, ich war aber allein. Blöd von mir. Meine Freundin, die Jahre in Afrika lebte, sagte mir, ich hätte recht getan, zurückgegangen zu sein. Egal, eine Erfahrung mehr - und Demut, dass es mir gut geht.

Dienstag, 16. Februar 2016

Vorfrühlingsgruß aus meinem Garten

Heute sende ich euch einen Vorfrühlingsgruß aus dem Garten - Sämlinge meiner Helleborus orientalis (in der Mitte und rechts oben aber eine Sorte) und Schneeglöckchen (Galanthus). Momentan läßt es sich ganz schlecht fotografieren, es regnet, alles ist Matsch und durch den Frost sind viele Blüten beschädigt, die sich schon auf Wärme eingerichtet hatten. Wie immer - die Natur macht was sie will.

Sonntag, 14. Februar 2016

La Palma - unter Kakteen und Palmen

 Mein liebenswerter Taxifahrer parkte mich an einem Ort der Verheißung - Plaza de La Glorieta, dem Gartenlaubenplatz. Was für ein profaner Name. Während er Bananen shoppte, natural, versteht sich für die Gattin, ging ich über diesen wunderschönen Platz. Der Platz wurde vom einheimischen Künstler und Architekten Luis Morera entworfen. Ich war entzückt! Gefliester Boden, Lavegestein eingelegt zum Kreis, Pflanzen, die man bei uns nicht findet.
 Die Bilder sind viel zu hell, das weiß ich. Ohne Sonnenbrille ging da gar nichts, es war unglaublich hell - und regenfrei - zum Glück. Ich gebe zu, ich bin verliebt in diese Insel. In keine andere so sehr (außer GB), aber in diese.
 Kennt ihr noch den Christusdorn? Dieses stachelige Gebilde, dass wir früher in fast jeder Wohnung hatten? Hier wächst er in freier Natur, und blüht auch mal in gelb.

 Aloe Vera blühend
 Ich weiß nicht, um welchen Kaktus es sich handelt, aber die Fruchtstände waren gelb - im Gegensatz zu einem gegenüber - in rot.

 Ein solches Mosaik könnte ich mir im Bad vorstellen

 ... und in rot - wie schön!

 In der Ortschaft - einfach zauberhaft, diese pralle Fülle
Die historischen Balkonanlagen bekamen wir auf vielen Inseln erklärt. Da darf man nicht rauchen!;)
 Im Hafen lagen zwei Segler, auch auf ihnen kann man urlauben
 Während der Fahrt kam ich an einem Kakteengarten vorbei - fotografiert durchs Fenster. Hatte ich schon erwähnt, dass das Taxi einen Stern hatte (aus D) und der Sitz so flach war, dass ich um meine Scheiben fürchten mußte? Es war eine Qual, da zu sitzen, aber ich hielt durch.

 Wir kamen an einem Haus vorbei, wo meine neue Liebe, der Elefante, wuchs. Seht mal selbst!


 ... und hielten an einem alten Grundstück, es wuchs Wein. Der Wein liegt dort auf dem Boden. Ich hab nie wirklich verstanden warum - aber das lese ich noch nach.
 Diese Palmen sind jung - sie haben noch keinen hohen Stamm.

 Bodega - eine alte, wie gerne hätte ich mal ein Schlückchen an einer noch funktionierenden probiert, doch es war einfach keine Zeit.

 Da unten unter den Folien wachsen *Banana plastico*. Ich bin natürlich für natural, die krummen kleinen.

La Isla Bonita - und das zu recht. Bis wieder mal...