Mittwoch, 30. März 2016

Cullen - zu sich selbst finden

 Während unseres zweiten Aberdeenshireurlaubes in Schottland hatten wir Cullen noch nicht besucht, und so taten wir es beim dritten Mal. Feucht war es von oben - Creamtea war leider ausverkauft, so blieb es beim Tee. Dann erkundeten wir diesen bezaubernden Ort - viele Ferienhäuser kann man hier mittendrin mieten - Parkplatz nicht garantiert. Wir waren sehr angetan und liefen überall herum.
 Wetterfeste Kleidung und einen Hund hatten wir an diesem Tag nicht dabei, drum fuhren wir im Wagen ans Meer, hinten zu diesem großen Parkplatz. Ich bin eben noch kein Schotte. Cullen liegt an der Nordküste von Aberdeenshire, aneinandergereiht sind hier viele kleine Orte, von denen jeder ein Juwel für sich ist.

 Hier müßte man mal Urlaub machen, befanden wir - und Häuschen hab ich auch schon gefunden.
 Ein Ort am Meer wie aus dem Bilderbuch
 ... und wieder ging mit Mr. W. der Spieltrieb durch, während ich im trockenen Auto saß und dem Treiben beiwohnte. Entspannen konnte man sich, neben uns ältere Paare im Wagen, die ihren Tee dort tranken. Mr. W. mußte klettern und ich sollte fotografieren und  mich aus dem Auto bewegen, ob ich nun wollte oder nicht.
 Ein Fake - das macht er immer, wenn er einen Felsen sieht!
 Ich konnte mir vorstellen, im Regen ein Buch im Auto zu lesen und öfter aufzuschauen, um die Wellen zu beobachten. Er sammelte mir Muscheln und Glas am Strand.
 Bei Sonne muss es hier noch viel schöner sein. Cullen, wir kommen wieder, es wird doch mal die Sonne durchkommen!
Und ganz am Ende für alle Botaniker: Ganz oben auf seinem Kletterfelsen wuchsen Strandnelken. Bezaubernd. Schottland ist eben immer eine Reise wert - und wenns ganz arg kommt und sehr regnet - gibts noch den Whisky!

Montag, 28. März 2016

Hochbeete - erfolgreich Gärtnern mit viel Ertrag

Ein Hoch aufs Beet, kann ich da nur sagen. Hochbeete sind praktisch, rückenfreundlich und unglaublich ertragreich. Mit den Schnecken haben sie es auch nicht so, nur manchmal, wenn man ein wenig Kompost untermischt, da schleicht sich ein Ei ein.
Seit vielen Jahren gärtnere ich auf meinem Hochbeet, alles wird riesig. Hochbeete sind leicht zu machen, Bretter, Nägel, Folie für die Auskleidung, Hasendraht gegen Wühlmäuse. Hochbeete kann man aus Paletten wunderbar kostengünstig machen, ich liebäugele seit geraumer Zeit damit, denn wir haben Paletten. Doch wohin damit? Mal sehen. Hochbeete sind mir in England ganz oft begegnet, in großen Gärten sechs Stück an der Zahl. Da ist man wirklich unabhängig. Hochbeete können auch ganz kleine Kästen aus Restholz sein, einfach auf Stelzen und ein wenig Farbe bilden sie einen tollen Blickpunkt.
Man sollte sich wegen der Fruchtfolge etwas informieren, und wem nichts einfällt, kann die Bepflanzungsratschläge von Experten in Anspruch nehmen. Bei mir wird besonders die Petersilie riesig, ich ernte zeitig und friere gleich ein, denn im späten Jahr sind irgendwelche Kleinlebewesen im Boden, die die Pflanze schädigen. Jährlich tausche ich deswegen an der Stelle die Erde grob aus und pflanze oder säe neu aus. Mein Mangold ist legendär, besonders der Farbige. Schnittsalat in Reihen begeistert mich auch immer wieder. Manchmal kommen wir uns wie Kaninchen vor, wir müssen ständig Salat essen.


Hier ein Bild aus Barnsdale in Großbritannien, so kann man ganz einfach aus Resten ein Hochbeet als Kräutergarten gestalten.

Über die vielen Möglichkeiten, ein Hochbeet zu bauen und zu nutzen, informiert dieses Buch von Dr. Folko Kullmann.
Dr. Folko Kullmann hat in Freising-Weihenstephan Gartenbauwissenschaften mit Schwerpunkt Pflanzenbau studiert und an der TU München promoviert. Anschließend arbeitete er in Europas größter Baumschule und im Botanischen Garten Kew, London. Seit 2004 lebt er seine grüne Passion auch als Buchautor und Gartenjournalist, Lektor und Übersetzer von Gartenbüchern aus. Seit 2008 betreibt er mit seinem Partner ein auf Gartenthemen spezialisiertes Redaktionsbüro in Stuttgart. Er ist Autor zahlreicher Gartenbücher.

Reihe: Garten Extra
144 Seiten, mit ca. 200 Farbfotos
Format: 18,5 x 24,2 cm, Hardcover
Preis: 16,99 € (D) / 17,50 € (A)
ISBN: 978-3-8338-4215-3
Erscheinungstermin: Februar 2015

Sonntag, 27. März 2016

Frohe Ostern euch allen!


Die GärtnerInnen vom Hillsidegarden wünschen euch allen  
ein schönes Osterfest! 

Gestern haben wir den ganzen Tag gegärtnert und ich habe momentan wenig Zeit für den Blog. Das ändert sich aber wieder. Es ist so viel zu tun - düngen, teilen, krauten, Kompost ausbringen usw. Ihr kennt das!
Die Handwerker werden bald fertig, dann geht das Kampfgärtnern weiter. Alles will wieder an seinen Platz und dann muss saubergemacht werden.

Dienstag, 22. März 2016

Bayrisch kochen, und wichtige Arbeiten im Garten

Die Temperaturen steigen, man kann zeitweise wieder draußen arbeiten. Ich hatte  berichtet, dass wir die rote Bank ersetzt haben. Die neue mag ja stabil sein (sie hatte sehr gute Bewertungen), aber sie gefällt mir nicht sehr. Nachdem sie fertig geölt war, sah sie scheckig aus, meine anderen Teaksachen (hochwertig) sind gleichfarbig. Kennt sich jemand hier mit Teak aus? Sie ist so stark gemasert, dass es mich stört (hier ist sie noch nicht geölt). Und auf der Verkaufsseite sah sie anders aus. Gleichfarbig.
 Im Garten blühen immer noch die Märzenbecher, es ist ja auch März. Pullmonaria officinalis 'Sissinghurst White' zeigt jetzt ihre schönen weißen Becher.
Sie blühen schon so lange und werden es noch Wochen tun: Helleborus orientalis, Sämlinge und Sorten, eine Pflanze für intelligente faule GärtnerInnen. Ehrlich.
Wenn es mir nicht zu kühl ist, zupfe, topfe, dünge ich. Topfen mag ich am Liebsten. Am Wochenende habe ich neue Stecker bzw. Löffel besorgt, die ich beschrifte und hineinstecke, denn ein Helleborussämling gleicht dem anderen. Alle topfe ich nicht, ganz klar. Aber die vom gefüllten weißen usw. Meine Handwerker wollen bis Mitte nächster Woche fertig sein - doch Achtung! Nach den Osterferien geht es weiter, das Gartenhaus wird gestrichen. Jetzt werdet ihr sagen: Könnt ihr das nicht selber? Es ist ein großes Haus, Mr. W. ist nicht immer verfügbar und ich kann es nicht. Also lassen wir es vom Fachmann machen, dann hält es auch länger. So, wie es jetzt ist, beißt es sich mit der neuen Hausfarbe. Da zucke ich nur noch mit den Augen. Das werden lange Wochen, bis meine Handwerker wieder kommen!


Die langen Wochen werd ich mir dann mal mit Kochen vertreiben, denn mein neues Buch ist wirklich klasse. 


Die neue Bayrische Küche – Liebeserklärung an ein Buch

Wie viele wissen, mag ich Bayern sehr. Leider komme ich nicht so oft dorthin, wie ich es gerne würde. Vom BLV Verlag bekam ich ein Buch zur Buchbesprechung – staunend saß ich davor. Schon der Einband zeigt Geschichtsbewußtsein. Und so stellt Florian Lechner seine Rezepte auch vor: Eingebunden in die Tradition – neue Rezepte! Beim Lesen fühlt man sich, als würde man den Koch persönlich kennen. Als Kind oft auf dem Hof seiner Großeltern im Chiemgau, kaufte er mit zehn Jahren sein erstes Kochbuch und wurde später Koch. Für seine Familie wünscht er sich einen Bauernhof. Vielleicht hat er ihn mittlerweile ja .
Mit Lebensmitteln aus der Region zaubert er wundervolle Gerichte, so schmackhaft, dass mir beim Ansehen der Bilder das Wasser im Munde zusammenlief, obwohl ich gerade gefrühstückt hatte.
Mein geliebtes Liebstöckel benutzt er sogar für Desserts. Wer in seinem *Moarwirt* ißt, kann da auch gleich übernachten. Die Preise kenne ich nicht, aber ich werde mich darum kümmern. Wenn es erschwinglich ist – da will ich hin!
Das Format des Buches finde ich ansprechend, die Bilder erstklassig. Es ist ein solides Buch, ganz aus Bayern! Und ausgezeichnet vom ‚Gault Millau‘.
Wenn ich Sterne zu verteilen hätte, es gäbe fünf! Ein tolles Buch! Euro 29.99.

·  Gebundene Ausgabe: 256 Seiten
·  Verlag: BLV Buchverlag; Auflage: 1 (15. September 2013)
·  Sprache: Deutsch
·  ISBN-10: 3835411519
·  ISBN-13: 978-3835411517
·  Größe und/oder Gewicht: 19,7 x 2,7 x 30 cm
 

Überhaupt möchte ich mal eines sagen: Die Bayern haben sehr viel Nationalstolz (drum haben sie ja auch ein Königreich *kicher*). Da kann sich manch Bundesland ein Stück davon abschneiden. Traditionen halte ich auch hoch - innerfamiliär. Das ist wichtig. Wer keine Vergangenheit hat - hat keine Zukunft.
In diesem Sinne: Frohes Gärtnern.