Montag, 29. Mai 2017

Wunder der Natur - Hyacinthoides non-scripta in englischen Wäldern (Dorset)

Gestern Abend kam im Zweiten eine Sendung über den deutschen Wald. Da kam es mir doch gleich in den Sinn, über den englischen Wald zu schreiben. Habe ich doch erst vor zwei Wochen diese Aufnahmen gemacht. Wir waren auf dem Weg zu einem Besuch und fuhren durch einen Wald. Himmel, ja der auch, war es da blau. Einmal hatte ich Ähnliches in Wales gesehen, aber hier war es flächendeckend, der ganze Wald übersät mit dem englischen Hasenglöckchen, Hyacinthoides non-scripta.
 Für mich gab es kein Halten. Es war sowieso niemand in der Nähe. Den Wagen geparkt, Foto gezückt, Atmung flach. Sowas erlebt man nicht alle Tage. Diese Momente sind etwas so Besonderes, sie sind so wertvoll. Am Rande des Waldes sah es aus wie in kleinen Beeten, die die Natur selbst gemacht hat. Der Wald liegt in der Nähe von Bridport in Dorset.

 Keines der Aufnahmen kann zeigen, wie schön es dort wirklich war. Wir standen lange davor, Mr. W. ging auch einen Weg entlang. Mir genügte es, einfach staunend zu stehen und die Luft einzusaugen. In meinem Garten wächst das spanische Hasenglöckchen, ich muss mal auf die Unterschiede achten.
Wer Wert auf dieses Glöckchen legt, bei Sarah Raven im Katalog kann man sie bestellen als Knolle.
 Beete der Natur
 Neben dem Wald Felder - endlos und wir ganz alleine. Was für ein Tag!
Überall in England wächst am Rande  Cowparsley, der Wiesenkerbel. Ganze Straßenzüge sind damit eingesäumt. Ich weiß nicht, ob ihr euch das vorstellen könnt, aber es ist gigantisch. Dorset ist eine Reise wert, bevor all die Touristen dort einfallen. Es gibt malerische Dörfer, die aber nur schön sind, wenn sie nicht so überlaufen sind. Und dann die Strände und Felsen - aber darüber reden wir ein anderes Mal!

Samstag, 27. Mai 2017

Die Hostazeit fängt an!

Es ist wieder soweit - die Saison hat richtig angefangen. Blattläuse, Wühlmäuse und Zecken geben sich ein Stelldichein in unserem Garten. Doch hab ich die drei eingeladen? Ich könnte glatt auf sie verzichten. Aber nicht auf meine Hostas, obwohl mein Nachbar bei einem schweifenden Blick durch den Garten meinte, es wäre doch seeehr viel! *kicher* Das weiß ich ja, aber ich kann mich nur selten trennen. Und ich kaufe auch kaum noch was. Drei Stück dieses Jahr, als Ersatz für die Großen, die gegangen sind. Oben June Fever
 Halcyon war eine meiner ersten, sie ist eine der besten Hostas und Mutter vieler anderer.
 Auch June ist ein unbedingtes must have. Letztes Jahr habe ich großzügig eine entsorgt, da sie zurückfiel, d.h. sie wird wieder zur Halcyon, also blau. Ich hatte keine Lust, sie immer wieder auszugraben und die blauen Triebe zu entfernen. Ich hatte ja noch eine.
 Dieses edle Teil ist neu vom letzten Jahr und trägt den Namen First Blush. Sie treibt grün aus und überzieht sich mit einem lila Hauch. Vermutlich wird sie danach wieder grün, ich weiß es nicht mehr. Gestern haben wir den Flieder *Syringa chinensis* geschnitten, mit der Hand. Danach hab ich diese Hostas wieder nach links gerückt, damit sie mehr Schatten haben und mit einem Handfeger abgekehrt. Das gesamte Umfeld, weil der Flieder ja seine Brösel wirft.
 Ich bin mit meinem Bandscheibenbeet überhaupt nicht zufrieden. Seit der rote Acer tot ist, hat es keinen Schatten mehr und vieles wird verbrennen. Nachher stelle ich einen Sonnenschirm für die nächsten zwei Tage, es soll ja grottig heiß werden - und das mir, wo ich alles über 19 Grad als Strafe empfinde. Oben ein Sport von einer Kifukurin.
 Den Astrantien (Roma) kann das Wetter nichts anhaben, sie brauchen nur Wasser.
 Da sind sie, die elenden Kollegen, und untendrunter ruinieren mir die Ameisen die Pflanzen.
 Dieses Bild liebe ich!
 Tiny bubbles
Jetzt geht es meinen Semperviven an den Kragen. Ich muss das Garagendach leerer machen. Also pflanze ich wo es geht ins Beet. Und dann? Unkraut zupfen ist Meditation für mich, und da es an der Schräge und an der Trockenmauer ist, kann ich das auch. Diese hier werden nicht ausgepflanzt, sie sind recht neu. Semperviven sind wandelbare Gesellen, mehrfach im Jahr verändern sie die Farbe. Es gibt welche, die bekommen so viele Kinder, dass sie mir auf den Nerv gehen. Andere betrachtet man immer zweifelnd und denkt: Ich werf dich weg, die bist ein Pienzje (so empfindlich) und vermehrst dich auch nicht. Seit ich zurückbin, habe ich gesehen, dass die Fliege wieder in den Semps ist. Es ist eine besondere Art, die ihre Eier in die Schönheiten legt, die sich zu Maden entwickeln und alle Blätter vermatschen. Da hilft nur abzupfen und sprühen, sonst verliert man den ganzen Bestand. Und hier gibt es nur eine Chefa, nämlich mich. Ich lass mich doch von den Biestern nicht ärgern!

Euch wünsche ich ein sonniges Wochenende, mich findet ihr im Untergeschoss, wo es sehr kühl ist. Ab 25 Grad bin ich weg!

Dienstag, 23. Mai 2017

Charityshops und Meer - Urlaub, England pur!

 Endlich! Wieder im gelobten Land - eigentlich war das gar nicht geplant, aber manchmal muss es sein, wenn das Meer ruft! Wir hatten für einige Tage ein Appartement auf Portland gebucht - eine Halbinsel unterhalb von Weymouth in Dorset. In Dorset war ich zwar schon, hab mich aber immer nur kurzzeitig wegen eines Gartenbesuches dort aufgehalten. Ein Fehler! Das Wetter war diesmal gemischt, es gab auch einiges von oben in feuchter Form. Das erste Mal, dass ich das erlebt habe. Dann geht man halt in Shops, schaut sich die Auslagen an oder trinkt einen Tee, vom Lunch erst gar nicht zu sprechen.

 Kurz vorher habe ich ein Blinddate verabredet, das wird doch nicht etwa mein neues Hobby? Es ist so schade, dass wir alle so weit auseinander wohnen. Man sieht sich vielleicht einmal im Leben, und wir haben uns sofort sehr gut verstanden. Briten sind ja oftmals erst etwas zurückhaltend, Sarah war es nicht. Schon vor der Haustür wurde ich mit einer herzlichen Umarmung empfangen, als würde man sich schon länger kennen. Und irgendwie ist das doch auch so, man kennt seit Jahren den anderen Blog und macht sich einen Eindruck von dem Menschen. Wir durften Sarah, ihre Familie, den Hund und die Katz kennenlernen, Sarah vom Blog Down by the Sea. Es war ein wunderbarer Nachmittag. Im Garten waren die Pflanzen oftmals größer als bei uns, das liegt einfach am Klima, fast könnte man neidisch werden. Ich hab mich nicht getraut, zu fragen, ob ich fotografieren darf, weil ich nicht wußte, ob es recht ist. Und so gibt es keine Bilder von dem schönen Garten. Ihr findet sie aber auf dem Blog von Sarah.
 In Weymouth fanden wir auch dieses skurile Kunstobjekt. Da ist wohl einer abgesoffen.
 In Beaminster sah ich ein Schild: Antikmarket! Da gibt es kein Halten, und so habe ich wieder einiges nach Hause geschleppt. Oben Suppenlöffel, die haben dort eine andere Form als bei uns.
... und Buttermesser, damit man die Scones schön einstreichen kann!
 Portland ist schön, viel Wind, wie überall am Meer und meist sah ich sehr durchgeschüttelt aus. In meinem Alter ist das allerdings nicht mehr so wichtig. Die langen Strände, das ist einfach Ruhe für das Auge.
 In ganz Dorset wächst der Centranthus ruber wild, wohin man auch sieht.Und noch etwas: Die Strandnelke wächst dort in Kolonien, und immer zartrosa. Sozusagen endemisch, aber nicht wirklich. Andere Farben gibt es nicht. Wo sie nicht wächst, legt man Gitter und siedelt sie an. Herrlich!
Kinder lernen segeln. Übrigens ist Portland das beste Segelgebiet der Welt, und dort fand auch eine Olympiade in 2012  statt. Deswegen fuhr ich dort hin, weil ich so völlig unsportlich bin! *kicher*
In Windsor fanden wir ein Amphibienfahrzeug vor. Es nennt sich Duck, und es sind Überbleibsel aus dem letzten Krieg. Wie erstaunt war ich, als das Ding plötzlich auf der Straße an mir vorbeifuhr.

In GB gibt es viele Charityshops, oftmals mehrere in einer kleinen Stadt. Natürlich kriechen wir in jeden, Mr. W. zu den Schallplatten, ich zum Geschirr! Ein Charityshop ist ein Laden, in dem Menschen die Dinge hinbringen, die sie nicht mehr benötigen, auch Bekleidung und Hüte. Wir haben schon viel gekauft.Warum gibt es in D solche Läden nicht? Zu Hause angekommen, hat Mr. W. die Platten geputzt, trockengetupft und dann gab es PARTY!! ♥


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Mr. Wonderful, mein unermüdlicher Chauffeur, fuhr uns überall hin, wo es schön war. In Corff Castle blieb ich unten, er ging alleine.
 Und als wir dann die Unterkunft wechselten und in ein Inn zogen, wurde es spannend. Es gab unglaublich viele Biersorten, auch lokale und ich durfte testen, bevor ich bestellte. Das ist mir ja noch nie passiert, das sollte ich in D mal verlangen! Es gab natürlich auch Cider, nette Menschen und viel Kontakt zu den Einheimischen. Ich bin ja nicht schüchtern.

 Ein schöner Pub war das, so gut hat es mir noch nirgends gefallen. Nun bin ich auch Besitzerin von zwei britischen Tomatenpflanzen. Ich wollte mich kurz hinlegen und Mr. W. ging unten einen Kaffee trinken. Bestürzung allerseiten, man trinkt doch Bier - um 12.00 Uhr Mittags. Er kam hoch, kicherte und stellte mir zwei Tomatenpflanzen auf den Bettpfosten, die hätte er gegen drei Cigarillos aus Cuba getauscht. Das nenne ich ein Geschäft - vermutlich für den Züchter. Haha.
Natürlich haben wir auch viele Gärten besichtigt,  und haben ganz besondere Highlights gesehen, doch das alles zu berichten in einem einzigen Post wäre ein abendfüllendes Programm! Drum lasse ich euch mal meine zwei neuen Busse da und verschwinde wieder in den Garten. Übrigens, ich bin jetzt Gintrinkerin! ♥♥♥

Sonntag, 21. Mai 2017

Wieder da - volles Programm!

Hosta Kiwi full Monty in unserem Garten mit Geum etc.

Hallo ihr, ich weiß, dass mich einige vermißt haben. Es geht mir gut, wir hatten viel zu tun und waren auch ein wenig weg - und kommt man heim, da geht es ja gleich weiter. Der Garten ist völlig zugewachsen, Stellen, die ich vorher noch zu leer glaubte, sieht man gar nicht mehr, irgendwie gefällt mir alles nicht und ich möchte die Planierraupe bestellen - doch Mr. W. ist dagegen. Der Rasen ist hoch, der Salat bald zu essen und überall ist es bunt - zu bunt momentan. Das ändert sich bald, wenn alles abgeblüht ist. Dann wird es ruhiger in unserem Garten. 

Ich muss euch nicht sagen, dass meine Einstellung zum Garten und der Planierraupe natürlich auch einen Grund hat, denn im gelobten Land ist alles schöner, größer, grüner, feuchter (diesmal) und besser gepflanzt. Hilfe - ich muss alles ändern.

Letzten Freitag gab es hier 32 Liter Regen, alles dampft, es ist stickig und ich war nicht da -  weil ich dort war. Auch dort war es sehr feucht, so feucht habe ich England noch nie erlebt. Diesmal war es 50/50, man glaubt es kaum. Und prompt kommen die Bemerkungen: Da regnet es doch sowieso immer - und genau das stimmt nicht. Dort regnet es wie überall, nur diesmal mehr - und hier auch. Wir hatten solchen Hagel, als wir dort fuhren, dass wir dachten, das Auto wäre beschädigt. Aber alles ist gut.


In Regenzeiten geht man essen, shoppen und von Dorset bis Essex kenne ich nun in der Tat so gut wie alle Supermärkte. Nur in einem Gartencenter waren wir - warum auch, bei uns ist alles dicht. Und trotzdem haben sich da sechs Pflanzen in den Kofferraum geschlichen, unglaublicherweise. Drei davon hat man mir geschenkt, sowas ist mir auch noch nicht passiert. Es gibt so viel zu erzählen, das gibt es halt immer. Ob ich jemals alles schreiben kann? Mein geduldiger Undergardener fuhr mich an alle Orte, die ich mir vorgestellt hatte - und wir fanden auch neue. Wir lernten Menschen kennen, besuchten eine Bloggerin aus Dorset zu Hause und das war das schönste Erlebnis in diesem Urlaub. Es war ein Blinddate. 

So, und jetzt mach ich mich auf die Scholle, denn wir sind erst vor wenigen Stunden hier gestrandet - das Auto voller Goodies, die ausgeräumt werden müssen. Die Bilder habe ich schon dort vorsortiert, sonst wird mir das zu stressig. Und genau das brauche ich nach einem Urlaub nicht.

Bis bald also!

Mittwoch, 3. Mai 2017

Der Regen ist da - die Gewinnerin auch!

Endlich hat es geregnet, bis jetzt 33 Liter. Darüber freuen wir und der Garten sich sehr. Der Kater weniger, er darf nicht raus. *kicher*
Er mault und kratzt an der frisch gestrichenen Tür. Wenn ich es nicht selbst erleben würde, würde ich nicht glauben, dass ein Kater so singen kann.
 Den Semperviven auf dem Dach tut der Regen auch gut, von einem Tag zum anderen sind einige mächtiger geworden.
Das Buch *Gärtnern im englischen Stil* hat Edith gewonnen, Edith Wenning vom Blog *Staudenflüstern*. Es freut mich für dich, Edith! Bitte schreib mir schnell deine Anschrift per Mail (steht rechts).
Momentan habe ich viel zu tun, drum muss es für heute genügen. Manchmal hat man Tage, da gibt es nichts, und andere, da hat man viele Termine. Lasst es euch gut gehen.

Sonntag, 30. April 2017

Blind date in Franken - wenn vier sich treffen und verstehen

Mein neues Hobby sind Blind dates. Wirklich. Letzten Sonntag hatte ich auch eines und gestern wieder. Für beide mußten wir lange fahren - denn ich war nicht allein. Mein Chauffeur war mit.
 Wir fuhren gestern nach Franken, um einen Garten kennenzulernen, von dem ich - so glaube ich - schon vorher fast jede Pflanze kannte. Vom Bild. Es ist der Garten von Sabine und Reinhard vom Blog Garten - Träume und Räume. Ein kurzes Telefonat vorher, kichern in der Leitung auf beiden Seiten - und schon ging es los. Da wir eine Stunde zu früh waren wie üblich, sahen wir uns noch den Nachbarort an. Leider reichte die Zeit dann nicht mehr für den Trödelladen. Sabine und Reinhard wohnen jetzt 2010 in ihrem Haus, einem alten Bauernhaus, in dem es viel zu tun gab vor dem Einzug. Auch draußen - und noch heute gestalten sie ständig den Garten um - was mir sehr bekannt vorkommt, bei uns ist es ja auch so, wenn auch jetzt im kleineren Rahmen.
 Wir saßen draußen, wir saßen drinnen, aßen und lachten, die Sonne kam und ging. Doch es ist Frühling, er ist nicht mehr aufzuhalten. Ich lerne Caruso nun persönlich kennen. Singen kann er nicht, aber krähen, das hat er mir jedoch nicht vorgemacht.
 Die Philosopie der beiden: Es wird nur gegossen, was essbar ist. Der Rest kann zu sehen, wie er zu Rande kommt. Auch dort wird es immer trockner, wie überall. Offensichtlich kommen aber die Pflanzen mit dem zurecht, was von oben kommt.
 Ihr kennt ihn, Mr. Wonderful immer im Dienste der Nation - diesmal beim Fotografieren. Vom Salat haben wir gegessen.
Diese Art, die Tulpen einzeln zu stecken, habe ich erstmals in Pashley Manor in England gesehen. Sehr schön.
 Wer eine Mauer hat, hat ein weiteres gestalterisches Element im Garten, dass unbezahlbar ist. Dahinter wohnen ruhige Leute, nur manchmal kommt Besuch. Es ist der Friedhof.
 Unsere Gastgeber ernähren sich, was das Grüne betrifft, weitgehend aus dem Garten, Eier haben sie auch.
 Erdbeerbeet
 Die Weinlaube, schön muss es da sein, wenn alles grün ist.
Am Teichufer
 Das ist Caruso, der Hahn im Korb - geschmückt mit buntem Federkleid

 Bald werden die Hochbeete vor Gemüse überquellen, es lohnt sich.
 Zwei, die sich sofort verstanden: Carusos Chef und Mr. Wonderful
 Reinhard stellt Skulpturen her, sie sind sehr ansprechend. Stellt euch vor, das Kraut ist hoch und ihr seht nur die weiße Blüte, wie schön!
 Als wir nach Hause fuhren, sagte ich zu meinem Chauffeur, dass ich mir ein Leben in einem Bauernhaus ohne Oberstock direkt auch vorstellen könnte. Denn unten ist genügend Platz, dass man nicht ständig hochlaufen muss.
Die Gegend in Unterfranken ist sehr schön, fährt man durch die Dorfstraßen sieht man wunderschöne Häuser. Liebevoll gepflegt und mit Wein oder anderen Pflanzen bewachsen. Auch eine Gegend, die ich mir vorstellen könnte. Wenn es nicht so weit von den Lütten wäre ...