Sonntag, 30. April 2017

Blind date in Franken - wenn vier sich treffen und verstehen

Mein neues Hobby sind Blind dates. Wirklich. Letzten Sonntag hatte ich auch eines und gestern wieder. Für beide mußten wir lange fahren - denn ich war nicht allein. Mein Chauffeur war mit.
 Wir fuhren gestern nach Franken, um einen Garten kennenzulernen, von dem ich - so glaube ich - schon vorher fast jede Pflanze kannte. Vom Bild. Es ist der Garten von Sabine und Reinhard vom Blog Garten - Träume und Räume. Ein kurzes Telefonat vorher, kichern in der Leitung auf beiden Seiten - und schon ging es los. Da wir eine Stunde zu früh waren wie üblich, sahen wir uns noch den Nachbarort an. Leider reichte die Zeit dann nicht mehr für den Trödelladen. Sabine und Reinhard wohnen jetzt 2010 in ihrem Haus, einem alten Bauernhaus, in dem es viel zu tun gab vor dem Einzug. Auch draußen - und noch heute gestalten sie ständig den Garten um - was mir sehr bekannt vorkommt, bei uns ist es ja auch so, wenn auch jetzt im kleineren Rahmen.
 Wir saßen draußen, wir saßen drinnen, aßen und lachten, die Sonne kam und ging. Doch es ist Frühling, er ist nicht mehr aufzuhalten. Ich lerne Caruso nun persönlich kennen. Singen kann er nicht, aber krähen, das hat er mir jedoch nicht vorgemacht.
 Die Philosopie der beiden: Es wird nur gegossen, was essbar ist. Der Rest kann zu sehen, wie er zu Rande kommt. Auch dort wird es immer trockner, wie überall. Offensichtlich kommen aber die Pflanzen mit dem zurecht, was von oben kommt.
 Ihr kennt ihn, Mr. Wonderful immer im Dienste der Nation - diesmal beim Fotografieren. Vom Salat haben wir gegessen.
Diese Art, die Tulpen einzeln zu stecken, habe ich erstmals in Pashley Manor in England gesehen. Sehr schön.
 Wer eine Mauer hat, hat ein weiteres gestalterisches Element im Garten, dass unbezahlbar ist. Dahinter wohnen ruhige Leute, nur manchmal kommt Besuch. Es ist der Friedhof.
 Unsere Gastgeber ernähren sich, was das Grüne betrifft, weitgehend aus dem Garten, Eier haben sie auch.
 Erdbeerbeet
 Die Weinlaube, schön muss es da sein, wenn alles grün ist.
Am Teichufer
 Das ist Caruso, der Hahn im Korb - geschmückt mit buntem Federkleid

 Bald werden die Hochbeete vor Gemüse überquellen, es lohnt sich.
 Zwei, die sich sofort verstanden: Carusos Chef und Mr. Wonderful
 Reinhard stellt Skulpturen her, sie sind sehr ansprechend. Stellt euch vor, das Kraut ist hoch und ihr seht nur die weiße Blüte, wie schön!
 Als wir nach Hause fuhren, sagte ich zu meinem Chauffeur, dass ich mir ein Leben in einem Bauernhaus ohne Oberstock direkt auch vorstellen könnte. Denn unten ist genügend Platz, dass man nicht ständig hochlaufen muss.
Die Gegend in Unterfranken ist sehr schön, fährt man durch die Dorfstraßen sieht man wunderschöne Häuser. Liebevoll gepflegt und mit Wein oder anderen Pflanzen bewachsen. Auch eine Gegend, die ich mir vorstellen könnte. Wenn es nicht so weit von den Lütten wäre ...

Donnerstag, 27. April 2017

Gärtnern im englischen Stil


Die Gestaltung der Gärten ist so vielfältig wie die Gärten selbst- jeder ist anders. Oben mein bescheidenes Anwesen! ;)
 In Hidcote Manor liebe ich die Eiben, die Weite, die Magnolien

 In Sissinghurst liebe ich eigentlich alles, leider habe ich - und ich erwähne es schon wieder - noch nie die Rosa muliganii blühen gesehen, weil ich zu der Zeit noch nie dort war. Dieses Fenster oben erkennt sicher jeder?
 Im letzten Sommer hatte ich die Freude, die Wisterien blühen zu sehen! Was für ein Empfang! (Seht mal oben in den Header) :)
 Die Eiben hier im Hintergrund bilden einen ruhenden Punkt für die Augen.
Auch der Turm erfüllt dies. Er war jedoch schon vor dem Garten da! In Sissinghurst kann man lernen, muss aber realistisch bleiben. In großen Gärten machen kahle Stellen in den Beeten nichts aus, in unseren Hausgärten schon. Je kleiner der Garten, desto besser muss ein Garten gestaltet werden. Ich weiß, wovon ich rede. Planen auf dem Reißbrett kann ich nicht, ich muss das Beet sehen und dann pflanze ich - oftmals das, was ich gerade angeschleppt habe. Man lernt von Jahr zu Jahr dazu.
Der BLV Verlag hat ein Buch von Kristin Lammerting, Biologin und begeisterte Hobbygärtnerin, herausgegeben. Frau Lammerting hat die Welt bereist und viele Gärten gesehen und in diesem Buch ihre eigenen Erfahrungen, und das was sie aus der Welt mitbrachte, niedergeschrieben.
 Das Buch ist kein Bilderbuch, es ist aus der Praxis. Geschmückt mit vielen selbstfotografierten Bildern gibt Frau Lammerting in eingefügten Kästchen Tipps, wie man Wege, Beete und Hecken gestalten kann. Würde ich noch einmal anfangen, ich würde es besser machen, damals hatte ich keine Tipps zur Hand. Natürlich ist die Anlage eines Gartens auch von den zur Verfügung stehenden Mitteln abhängig, im Laufe meines gärtnerischen Lebens habe ich jedoch viele Gärten gesehen, die auch mit wenig Geld auskommen mußten. Die Liebe zum Grün macht es aus, es muss nicht jedem gefallen.
 Ich habe das Buch in einem Rutsch durchgelesen, das mache ich meist so. Man kann dann einfach nicht mehr aufhören. Wie ich euch schon sagte, hat der Verlag mir zwei Bücher geschickt - und somit ist das eine für euch. Jeder Kommentar bis zum 2.5.17 nimmt an der Verlosung teil. Ich freue mich für den, der gewinnt, denn es lohnt sich.
 
176 Seiten
BLV Verlag (7.10.16)
Deutsche Sprache
ISBN-10: 383541576X
ISBN-13: 978-3835415768
29,99 Euro

Mittwoch, 26. April 2017

Weiterhin frostig


Guten Morgen, heute Nacht hat es mal nicht gefroren, doch jetzt zeigt sich nach und nach, was wirklich geschädigt oder hinüber ist. Traurig - damit hatte ich nicht gerechnet. Aber wer rechnet schon damit!

Kletterhortensie
brauner Holunder mitsamt Laub
Blüten des gelben Holunders
Rosenneuaustriebe
12-15 Hostas
10 Epimedien
ca. 5-6 Farne
3 Astilben
(das Hochbeet lebt, es wird verpackt)
1 schöne neue Clematis, die hoffentlich wieder durchtreibt
2 Zierapfelbäume an den Blüten
Alle Buchsneuaustriebe
5 Spireen werden nicht blühen, keine weißen Wolken
Wein 
Jeden Tag sehe ich neue Schäden und heute Nacht wird es wieder frieren, morgen auch. Und die Schäden sind vorwiegend an exponierten Stellen, nämlich an denen, die man sofort sieht, wenn man durch den Garten geht. Ich hoffe, es wird vieles wieder durchtreiben - doch die Blüten sind hin. :(
In einem Beet betrachte ich seit Wochen den Austrieb einer gelben Staude und wußte bis gestern nicht, um was es sich handelt, ich hatte es nicht gekauft. Gestern fiel es mir dann ein: Zwei Stecklinge vom gelben Holunder! Wenigstens ein Lichtblick, im nächsten Jahr werden sie getopft.
In meinem nächsten Beitrag wird es eine Buchvorstellung geben. Es handelt sich um ein Buch von Kristin Lammerting *Gärtnern im englischen Stil*. Ich hatte ein Buch angefordert und es kamen zwei? Ihr wißt was das heißt: Eines ist für euch. Ansonsten ist das ja gar nicht mein Ding, andererseits bekommt nun eine von euch dieses Buch für den ambitionierten Gärtner(in) und Englandliebhaber.
Wir lesen uns! ♥

Sonntag, 23. April 2017

Am Ende einer Nacht - klingt wie ein Filmtitel, ist es aber nicht!

 Am Ende einer Nacht waren mehr Pflanzen erfroren als ich es je erlebt habe. Eigentlich habe ich es nur ganz selten erlebt, und nur bei wenigen Pflanzen. Nun wird nichts von meiner Erzählung über meine Epimedien, mind. 10 Stück sind erfroren, sicher, die meisten kommen wieder, aber erst im nächsten Jahr. Keine filigranen Blüten mehr. Die, die ich schon fotografiert hatte, könnt ihr ansehen - der Rest ist hin. Wie ihr aber oben seht - der Garten lebt weiter nach dem Frost. Wenn auch viele Blüten braun sind, viele Farne hängen und einer immer noch nicht ausgetrieben hat.
 Farne sind fragile Gebilde, die noch nicht aufgerollten Blätter werden hoffentlich hochkommen. Ich habe den Eindruck, bzw. es ist so, in diesem Jahr sind auch einige Hostasorten an den Blättern kleiner. Der Winter war lang und zu warm, dann war es kalt und ich hatte sie nicht gegossen. Ich tue das nie im Winter in den Töpfen. Dadurch verliere ich gelegentlich Minis, das ist aber nicht schlimm. Nur die Harten kommen in den Garten. Pienzjer (Weicheier) können wir hier ohnehin nicht gebrauchen! :)
 Epimedium franchettii
 Nach und nach schneide ich jetzt das Erfrorene ab
 Auch das Hakonegras täuscht, es hat sich eingerollt und wird sich vermutlich nicht mehr öffnen, dann schneide ich es nieder in der Hoffnung, dass es wieder kommen wird. Ein Hingucker weniger. Die große Hosta Sagae (der Liebling von Steiniger Garten) habe ich im letzten Sommer in zwei sehr großen Stücken an den HVX-Virus verloren. Jetzt ist mir die Liberty erfroren, auch ein Hingucker. Beides brauche ich nun neu, auf sie werde ich nicht verzichten.
 Epimedium x cantabriense habe ich noch vor dem Frost fotografiert
 Die Orangekönigin war mit der Blüte durch, jetzt wird sie komplett vom Laub bedeckt, sie ist unkaputtbar und wächst bereits im Rasen (soweit man es so nennen kann)
 Epimedium Black sea hat auch schon vor dem Frost geblüht - zartgelbe Engel auf dunklem Laub
 Die Blüten des gelben Holunders hat der Frost erledigt
 Apfelbäumchen auch
Epimedium Firedragon
Erfroren nun auch das Epimedium Amberqueen, das zuvor jedoch schön geblüht hat.

Ohne jammern zu wollen, liste ich mal ungefähr auf, was es erwischt hat (wie gesagt, noch nie in meinem langen Leben zuvor):

Kletterhortensie
brauner Holunder mitsamt Laub
Blüten des gelben Holunders
Rosenneuaustriebe
12-15 Hostas
10 Epimedien
ca. 5-6 Farne
3 Astilben
(das Hochbeet lebt, es wird verpackt)
1 schöne neue Clematis, die hoffentlich wieder durchtreibt
2 Zierapfelbäume an den Blüten
Alle Buchsneuaustriebe
5 Spireen werden nicht blühen, keine weißen Wolken
Wein
Laub der Rispenhortensie
2 Saxifraga
usw.

Auch die grüne stehende und die gelbe sind erfroren, ausgerechnet auf der Terrasse, wo ich sie nicht austauschen kann.

Ich denke, es gibt schlimmere Dinge im Leben, wenn man sich die Welt anschaut. Meine Pflanzen kommen wieder oder es ist die Chance zu Neuem!

Sigrun

Donnerstag, 20. April 2017

Marwood Hill, North Devon GB


Marwood Hill, das bedeutet für mich Sommer, Sonne, Scones und Freundinnen - und daran werde ich mich immer erinnern! Marwood Hill liegt in Norddevon, der vormalige Besitzer und Begründer des Gartens ist bereits verstorben und das Anwesen wird, wenn ich mich recht erinnere, von einem Trust weitergeführt. Kommt man zum Eingang hin, beginnt der Teil mit den Agapanthus in vielen Sorten, so wundervoll! Das Licht war grell, es war Sommer - und doch sprechen die Bilder für sich.
Man sagt, dort gäbe es die besten Scones, sogar auch salzig, das ist jetzt *in*.
 Verläßt man den Garten, gibt es auf der linken Seite eine kleine Gärtnerei, die jedoch geschlossen war, diesmal - beim nächsten Mal war sie offen, ihr wißt sicher, was dann geschah! :)

 Blau und gelb, wohin das Auge reicht. Wir konnten uns kaum lösen und haben auf dem Anwesen sehr viele Fotos von uns gegenseitig gemacht und viel gelacht. Das ist nicht auf jeder Gartenreise so, manchmal passt es von der Gruppe her einfach nicht. Das ist mir bisher allerdings nur einmal passiert, und ausgerechnet da war Mr. W. dabei - der hat bestimmt gedacht: Weiber!

 Sag nochmal einer, lila und gelb passt nicht. Es ist halt Geschmackssache.
 Aus meinem Garten wegen der Kinder verbannt, durfte ich hier den Eisenhut in Fülle genießen.

 Beim zweiten Besuch war das gelb weg - jemand hatte es gestohlen! Ich kann es bis heute nicht verstehen. Die schönen hohen gelben Pflanzen waren verschwunden.

 Geht man den Hang hinunter, kommt man zum ruhigen Teil, wo man die Astilbensammlung findet. Viele Bäume wachsen dort, die ich noch nicht gesehen habe.

 Eine Mutter badet ihre Kinder. Ich liebe diese Bronzestatuen


 Auch ein Abbild des Gründers ist vorhanden, sinnierend blickt er auf seine Bäume
Und so ging es eigentlich die ganze Zeit - Handys oder Fotos hoch - und klick. Was für ein Spaß.

Ich möchte nochmals auf die Scones zurückkommen. Sie sind wirklich extrem gut und direkt für uns frisch gebacken. Manchmal bekommt man welche aus der Tiefkühltruhe, das schmeckt dann gleich nicht mehr so gut. Angrenzend ist ein Shop, klein - aber oho. Ein anderes Mal zeige ich euch Bilder von den schönen Dingen, die man dort kaufen kann.