Freitag, 6. Oktober 2017

Nach dem Urlaub - der etwas andere Willkommensgruß

Wir sind gestern Abend spät aus dem Urlaub zurückgekommen, eigentlich sollte in diesem Bericht etwas anderes stehen, nämlich etwas über all die schönen Erlebnisse, über die Freude, das Glück, das wir empfanden. Doch es kam anders. Ich berichte euch später darüber. Sicher ist es einigen aufgefallen, dass ich nicht da war, ich hab so wenig kommentiert.
 Am ersten Tag zu Hause gibt es viel zu tun, alles will ausgepackt werden, die Wäsche dreht sich in der Maschine, ich hatte Massage. Und dann bellte ein Hund. Er bellte öfter und ich kannte seine Stimme nicht. Erschrocken dachte ich daran, dass evtl. ein Nachbar einen neuen Hund haben könnte, sowas mag ich gar nicht. Ich nahm den Schlüssel und ging in den Garten, um die Quelle des Unmuts zu ergründen. Es war mein Garten, der Hund war bei mir. Er war kurzbeinig, trug ein rotes Mäntelchen und einen Senderkasten am Hals. Damit kenne ich mich nicht aus. Wofür ist das? Weiß das jemand? Der Hund bellte den Zaun an und wollte weiter. Ich rief ihn, er kam und ich schickte ihn zum Tor quer über das Hanggrundstück, damit er sich entferne. Er kam willig mit und bellte weiter. Unsere Grundstücke sind offen, jeder kann rein.
 Ich rief laut, wem wohl der Hund gehöre, von den Nachbarn kam ein: uns nicht. Und dann kam ein Nachbar und sagte, der Hund ginge von Grundstück zu Grundstück. Und gegenüber lag ein junges, ganz junges Reh - er hatte es gerissen. Blutend lag es mit einem glatten Bruch da, das kleine Ding. Der Jäger war gerufen. Weil aber niemand kam, den Hund einzufangen, rief ich die Polizei an. Sie würden rumfahren. Aha. Der Förster kam - und erstach das Reh. Ich bin geschockt. War nicht anders zu erwarten. Eine Operation wäre zu teuer. Es ist ja nur ein elendes kleines Tier. Was soll man dazu sagen? Nichts. So ist die Welt und das Gesetz. Den Hund nahmen sie mit. Angeblich um den Sender auszulesen und ihn seinem Besitzer zu bringen. Ich rief bei der Polizei an und sagte, sie brauchen nicht mehr kommen. Das wären sie allerdings sowieso nicht. In dem Fall, so der Polizist, sei der Förster zuständig. Aber niemand kann doch wissen, ob es dieser Hund war? Was ist, wenn ein Hund in meinen Garten kommt? Leinenpflicht? Gibt es nicht, der Hund würde alleine nach Hause finden. Aha. Wieder fehlten mir die Worte. Von mir wurde verlangt, dass ich zurückriefe, wenn die Sache sich klären würde aber mich ruft niemand zurück, um mir zusagen, sie kämen sowieso nicht. Was ist das für eine Reaktion?
30 Minuten später blieb mir fast das Herz stehen. Unsere Katzen sind noch in der Pension, sie werden heute Abend abgeholt. Was wäre gewesen, wenn der Hund sie draußen erwischt und getötet hätte? Nur ein Sachschaden. Eins steht fest: Wenn ich ein Tier hier erwische, dass sich an den meinen vergreift, erschlage ich es. Egal, was andere davon halten.

Soviel zu meinem Urlaubsende, wir waren in Schottland, mehr als drei Wochen, wie ihr sehen könnt. Wenn ich mich abgeregt habe, darüber mehr. Und über den Brexit.

Kommentare:

  1. Na das ist ja echt ein dicker Hund, im wahrsten Sinn des Wortes!
    Schön dass du wieder da bist, ich hab dich echt vermisst.

    LG Lis

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  2. So ist die Welt heute, Sigrun. Wir Alten/ Älteren wissen wenigstens, dass es auch mal anders war und sich nicht alles nur um Geld und um Profit drehte... Schade, dass Dein 'Willkommen zu Hause' so aufregend, traurig und ärgerlich beginnen musste. Reg Dich ab. Es bringt ja nichts. Knuddel Deine Katzen und freu Dich, dass sie an einem sicheren Ort waren. Gib den schönen Erlebnissen, der Freude und dem Glück einen Platz in Deinem Herzen...
    Liebe Grüße
    Edith

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    1. Das hast du sehr schön gesagt, Edith! Den Platz in meinem Herzen hat Schottland sowieso. :)

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  3. Das gibt's doch nicht.... Ich hätte gedacht, die Polizei erstattet wenigstens Anzeige gegen den Halter. Wildernde Hund gehören verboten und jeder Hund gehört angeleint. Wollte sich die Polizei die Arbeit sparen. Da bleibt einem ja die Spucke weg, wirklich. Du solltest damit zur Presse gehen.
    VG
    Elke

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  4. Liebe Sigrun,
    das ist eine sehr unbefriedigende Situation für dich und so schade, dass das Rehkitz nicht gerettet wurde.
    Lg Eda

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  5. Hallo,
    als Hundebesitzerin möchte ich jetzt auch gerne meinen Kommentar abgeben: also ich kenne keinen Hundebesitzer, der seinen Hund absichtlich in fremde Gärten laufen oder herumstreunen lässt. Leinenflicht hin oder her, es kann tatsächlich schon mal vorkommen, dass der Hund einfach ausbüchst. Ist mir auch schon passiert - der Wind hat das Gartentor aufgedrückt und weg war er! Da ist der Trieb dann einfach stärker!
    Ein Hund ist eben, wie übrigens auch eine Katze, halt immer noch ein Raubtier!
    Wobei Katzen ja wohl eindeutig die gößeren "Mörder" sind und nicht nur Mäuse jagen, sondern auch die einheimische Vogelwelt dezimieren und auch vor Fischen in fremden Teichen nicht halt machen.
    Unser Grundstück ist von einem relativ hohen und stabilen Zaun umgeben, was sämtliche Katzen der Umgebung nicht daran hindert, in den Garten zu kommen, Vögel und Fische zu fangen,die Nächte auf meinen Garten- und Terrassenmöbeln zu verbringen und ihren Kot überall zu hinterlassen (besonders im Sandkasten, als meine Kinder noch klein waren). Glaubst du, mir gefällt das? Fremde Katzen stehen bei uns vor der Terrassentür und warten, bis unser Hund sie sieht - wenn er dann draußen ist, springen sie über den Zaun! Auch nicht gerade die feine Art! Zu deiner Beruhigung kann ich dir versichern, dass ein Hundehalter erhebliche Probleme und eine relativ hohe Geldstrafe bekommt, wenn sein Hund ein Tier reißt. Abgesehen davon haben auch Hundehalter Mitleid mit anderen Tieren. Meine Goldfische hat mir noch niemand ersetzt und den Dreck fremder Katzen muss ich auch selber wegmachen!
    Sorry, aber das musste ich jetzt loswerden!
    Judith Baur

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    1. Judith, du mußt dich für deine Meinung nicht entschuldigen, ich rechne es dir an, dass du wenigstens deinen Namen genannt hast, was auch nicht immer vorkommt. Allerdings zeigt deine Reaktion mir, wie sehr du dich angegriffen fühlst, da ich dich sonst hier noch nicht gelesen habe!
      Ruf mal den Vogelschutzbund an, keine Katze hat es geschafft eine Art auszurotten - der Mensch schon!

      Sigrun

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  6. liebe Sigrun, Bestimmt kein schöner Empfang und du hast gemacht, was man machen kann und sollte. Das passiert eben mal wen man Natur liebt und hat.
    Was wäre gewsen wenn ihr noch eine Woche länger unterwegs wäret?
    Sei froh dass das Reh seinen Gnadentod fand, der Förster kennt sich da bestens au.
    Die Polizei sorgt sich um den Hund , er kommt bestimmt in die richtigen Hände, bis der Besitzer sich meldet.
    In der weiteren Familie haben wir Hunde , selbst keine, und es kommt immer mal wieder vor, dass trotz aller Vorsorge ein Tier sich losreißt oder ausbüxt.
    Wäre Eurer Garten hoch genug eingezäunt, so könnten Hunde und Rehe nicht dort eindringen und deine Katzen haben Ruhe.
    Wir selbst haben einen hohen Wildschutzzaun, da ein ständiger Rehwildwechsel uns alles abfraß. Und es gibt auch in den Nachbarorten auf dem Land Wildschweine.
    Mit Katzen habe ich nie Probleme gehabt, hier sind nur wenige , die bei uns im Garten auf Mäuse und Wühlmausjagd gehen. Vögel fangen sie höchstens kranke, die sind viel zu geschickt und haben auch hohe Bäume.
    Vögel werden eher vom Sperber gefangen, doch dass ist nun aml die Natur.

    Erhole dich gut, freu mich auf deine Schottlandbilder
    Liebe Grüße von Frauke

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  7. Liebe Sigrun, das ist tatsächlich eine ganz schlimme Erfahrung, die Du hautnah miterleben musstest - solche Bilder bleiben lange im Kopf und schmerzen - hier wegen des Reh, dem wirklich übel durch einen wildernden Hund ohne Leine etwas Schreckliches angetan wurde. So etwas habe ich auf unserem Hang gegenüber im alten Revier auch einmal mitansehen müssen und dem Halter, der weiter weg stand, war es nicht möglich seinen jagenden Hund zurückzurufen. Wenn es sich um einen Jagdhund - also den Hund eines Jägers handelt, dann wird ihm ganz sicher der Jagdschein erst einmal entzogen......nur ob es überhaupt gemeldet und damit auch angezeigt wurde, dass vermag ich aus Deinen Zeilen nicht ganz zu entnehmen. Der Besitzer eines Hundes mit Sender, der einfach die normalen Regeln und Gesetze in der Natur (Setzzeiten des Wildes auch Fasane und Feldvögel) auch dem steht eine Anzeige ins Haus. Das was Katzen aus ihrer instinktiven Wesensart mit Vögeln in Gärten und in der Natur u.a. anrichten - das ist allgemein bekannt - wird leider nicht strafrechtlich ermittelt oder verfolgt. Meine Erfahrung ist leider, dass es immer mehr Menschen gibt, die einfach keine Ahnung über Hundeerziehung oder über Hundewesen in bestimmten Rassen haben und ohne Leine loslaufen. Was dieser Hund - als evtl. nicht geführter Jagdhund da freilaufend gemacht und auch erlebt hat, wird ihn für das ganze weitere Hundeleben voraussichtlich immer wieder einholen und damit wird es sich wiederholen, wenn es keine Änderung der Haltung gibt. Kleine und große Hunde sind ebenso wie Katzen, die ja auch noch obendrein oft Freigänger bzw. freilaufend sind bei passender Gelegenheit und guter Nase immer wieder ihren Instinkt zu jagen bei passender Gelegenheit einsetzen, es sei denn, sie sind vernünftig und richtig erzogen, oder tatsächlich schon von ihrer Rasse oder Zucht an keiner Nasenarbeit interessiert. Ich bin keine Fachfrau - aber als fast lebenslange Hundehalterin und Hundebesitzerin weiß ich die Unterschiede - vor allem auch zu einer Hauskatze immer noch nicht, weil es halt so viele verschiedene Tierhalter/innen gibt und daher jedes Tier anders geprägt ist. Unsere hier lebendes Nachbarkatze wagt sich ständig ran an den Vogelkasten, schnappt nach den gerade ausgeflogenen Meisenkinder - alles dokumentiert und erlebt. Ich mache auch keinen Unterschied, weil Tiere eben Tiere sind und meist auch vom natürlichen Instinkt geleitet werden. Zum Schluss Dir natürlich hat all das einen Riesenschreck eingejagt und Dir auch ganz viel Herzeleid gekostet. Das alleine zeigt, in welcher schrecklichen Situation vor allem aber das arme kleine Reh war.
    Einen lieben Gruß an Dich
    Annemarie

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  8. Liebe Sigrun,
    das ist wirklich kein schönes Urlaubende. Ich kann verstehen, dass dieses Erlebnis dich erschreckt hat. Aber es hilft nicht, sich aufzuregen. Ich wünsche dir, dass die schönen Urlaubserinnerungen wieder die Oberhand gewinnen.
    Liebe Grüße
    Heike

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  9. Das ist natürlich der Hammer! Dass ein Hund ausbüxt, kann ich mir schon vorstellen! Aber irgendwie kommt mir das alles sehr eigenartig vor. Hund mit Mäntelchen und Sender! Ist nur ein Gefühl...
    Wer zieht denn einem Hund ein Mäntelchen an? Das sind doch meist diese zitternden, kleinen Schoßhündchen!
    Mein Verhältnis zu Hundehaltern ist sowieso etwas gespalten. Ich finde, viele sind einfach unmöglich. Tut mir leid! Und manches Mal geht für mich die Tierliebe ein wenig zu weit. Aber, das ist ein anderes Thema.
    Kein schöner Einstand nach dem Urlaub... ich wünsche Dir trotzdem ein schönes Wochenende!
    Viele Grüße von
    Margit

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  10. Liebe Sigrun,
    das ist wirklich ein unschönes und auch aufwühlendes Erlebnis beim Nachhausekommen. Bei "Wildunfällen" ist zudem immer der Förster/Jagdpächter zu informieren und ich denke, er hat das kleine Reh von seinem Leiden erlöst. Ob aber wirklich der kleine bemäntelte Hund allein derjenige war???...nachhören würde ich da nochmal.
    Ein schönes Wochenende wünsch ich dir und dass die Urlaubserinnerung dich nun erfeuen.
    Lieben Gruß von Marita

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  11. Liebe Sigrun, ja Tiere sind auch in Österreich laut Strafgesetzbuch als Sache qualifiziert. Kommen sie zu Schaden, gilt dies als Sachschaden und wird auch so abgehandelt. Allerdings ist es aber auch so, dass den Hundehalter eine Art "Obsorgepflicht" für sein Tier trifft. Er darf es grundsätzlich nicht unbeaufsichtigt durch die Gegend strawanzen lassen. Tut er es trotzdem, muss er für den durch das Tier entstandenen Schaden aufkommen. Er haftet dafür.

    Es wäre auch furchtbar gewesen, wenn der Hund anstatt des Rehs, ein Kind angegriffen hätte. Dann läge nicht nur ein Sachschaden vor... Wir wären dann wohl bei Körperverletzung, Schmerzensgeld, usw. im Hinblick auf das betroffene Kind. Von den anderen verletzten Vorschriften ganz abgesehen. Solche Fälle splitten sich ja ganz schnell in einen strafrechtlichen, zivilrechtlichen und verwaltungsrechtlichen Aspekt.

    LG Kathrin

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  12. .....so ist die Natur, manchmal hart und grausam und leider versagt die "Krone der Schöpfung" in vieler Hinsicht :(
    Liebe Sigrun ich hoffe Du hast Dich von dem Schreck erholt, Grüße Deine Fellnasen,
    Heidi

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  13. Oh, das ist ja furchtbar. Ich hätte auch meinem Ärger Luft gemacht. Meine Schwester in Leipzig hatte letztens zwar keine Hundeprobleme, dafür aber nächtliche Ruhestörung im Haus in Form einer lärmenden Diskothek im Keller. Auch hier war die Aussage der Polizei...wir kommen nicht. Das schaffen wir gar nicht, zu viel anderes zu tun. Meine Schwester hatte eine schlaflose Nacht. Irgendwann 3 Uhr nachts kamen sie doch und klingelten auch noch an der Tür obwohl sie da im Bett versuchte, zu schlafen. Heul!
    Aber absolut daneben ist es ja, einen Hund alleine durch die Gegend laufen zu lassen. Es spielen ja manchmal auch kleine Kinder im Garten....wir hatten in Freiberg auch nie einen Zaun und auch hier ist das Grundstück auf einer Seite offen. Muss man eigentlich beim Ordnungsamt anzeigen!
    LG Sigrun

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