Dienstag, 28. Februar 2017

Neues vom Hang und Gartenreiseführer für Deutschland


Da bin ich wieder, frisch durchweht vom eisigen Wind aus dem Garten. Sturm hatten wir heute Nacht, aber man sieht eindeutig, dass das Frühjahr nicht mehr aufzuhalten ist. Die Töpfe der Hostas wurden allesamt rund ums Haus geputzt. Sie warten nun auf Dünger und eine dünne Erdschicht obenauf.
 Das neu angelegte Stück, wo einstmals die Rhododendron standen, ist weitgehend entunkrautet. Über den Winter hatte sich das kleine Springkraut breitgemacht und war mit Blütenansätzen, weiß leuchtend, bestückt. Wehe, man versäumt sie auszurupfen - dann hat man ein hundertfaches Ergebnis in wenigen Wochen.
 Leuchtend erscheinen die Bergenien im Licht, sie fristen ein weitgehend unbeachtetes Dasein am Rand eines Beetes vorne im Hang, eigentlich sollte ich mich mehr um sie kümmern.
 Eranthis hyemalis, der Winterling, blüht überall. Alle, auch die verschollen geglaubten, sind aufgetaucht - treue Gesellen in gelbem Gewand
 Die Schneeglöckchen sehen sich nach Sonne, sie möchten so gerne ihre Gesichter zeigen, doch heute stürmt es und ist grau - am Himmel hängen Regenwolken. Das wird wohl wieder nichts.
 Auf den Leitern warten die Saxifragen auf Dünger, geputzt ist alles, ich kann also demnächst mit dem flüssigen Dünger loslegen. Moderat, bloß nicht zu viel. Jahrelang habe ich überhaupt nicht gedüngt, da gingen sie rückwärts. Halbe Dosis Flüssigdünger und das Ergebnis bezaubert einem erneut.
 Bis das Gras entmoost werden kann, werden noch viele Wochen vergehen. Dann folgt die jährliche Prozedur mit Dünger und Nachsaat, das Ergebnis ist nicht gerade berauschend hier am Wald.
 Mein Korb Salat (Heucheras) richtet sich gerade, auch hier muss noch ausgeputzt werden, es sind sechs
 Eranthis hyemalis 'Schwefelglanz'
 Überall drängen grüne Spitzen ans Licht
Im letzten Jahr neu gesetzt rauben mir die Semperviven oftmals den Atem. Momentan verfärben sich fast alle.
Die Gartensaison fängt gerade an und schon wurde ich gefragt, ob es nicht ein Buch über Gärten in Deutschland gäbe - auch mit Privatgärten drin. Es gibt! Hier ist es - mit einigen wenigen Bildern aus dem Innenleben. Deutschland hat wunderschöne Gärten. Darüber haben wir bereits gesprochen. Die Eintritte sind deutlich preiswerter als in Großbritannien, viele empfangen uns, ohne dass wir überhaupt dafür zahlen müssen. Ich selbst war noch nicht in all zu vielen öffentlichen Anlagen, doch lohnt sich das Lesen des Buches auch für die, die in Deutschland ihre Urlaubstage verbringen bzw. in der Nähe wohnen.
 Viele Privatgärten findet man in dem Buch nicht. Nicht jeder ist bereit, seinen Garten für Besucher zu öffnen. Anmelden sollte man sich auf alle Fälle. Für die, die gerne mehr Privatgärten sehen möchten, empfiehlt sich ein Blick ins Internet, dort findet man Seiten zu den Öffungstagen und Zeiten der Privatgärten (klick). Offene Pforten findet man überall, mal mehr, mal weniger. Z. B. in Rheinhessen (Achtung, Schleichwerbung) *lach* Ich fahre dort jedes Jahr hin.

 Das Buch vom Calweyverlag ist sehr liebevoll gestaltet, man findet 1500 Gärten darin, Gärten in Deutschland. Teuer ist es auch nicht, allemal sein Geld wert.



Christina Freiberg
Garten Reiseführer Deutschland
Die 1500 schönsten Gärten und Parks
Mit einem Vorwort von Ronald Clark
 DEUTSCHE GESELLSCHAFT FÜR GARTENKUNST UND LANDSCHAFTSKULTUR E. V. (HRSG.)
8. vollständig überarbeitete und aktualisierte Neuauflage 2017.
768 Seiten. 238 Abb. und 16 Karten. Format 17 x 24 cm, Flexcover
€ [D] 29,95 / € [A] 30,80 / sFr. 42.50
ISBN: 978-3-7667-2200-3.

Samstag, 25. Februar 2017

Wie verschieden sie doch alle sind - manchmal auf den zweiten Blick

Gestern, am Freitag, trieb der Sturm sein Spiel mit uns. Es hagelte, stürmte und regnete, der Himmel war grau. Es war kalt. In den wenigen sonnigen Minuten ging ich gut verpackt in den Garten, um die Blüten zu fotografieren. Ich hoffe, ihr freut euch daran, ich hab es auch getan. Von wenigen weiß ich die Namen, die anderen sind (Schilder) nicht mehr da, es ist mir auch recht egal. Hauptsache - schön! Bisher sind immer alle wiedergekommen, die Wühlmäuse finden sie sicher zu klein oder mögen sie nicht, die schönen Schneeglöckchen.
Vor 16 Jahren bekam ich eine Hosta geschenkt, eine alte Sorte, und mit ihr in ihrer Erde ein paar Galanthus nivalis, kleines Schneeglöckchen. Es hat sich dank der Ameisen wunderbar vermehrt und ich pflanze auch welche um, aber nicht zu viele, dann ist das Risiko auch nicht so groß, dass man sie beim Unkrautjäten umhaut. Sind sie nicht alle schön? Die großen sind viel zu teuer, wachsen langsamer und sind mittlerweile ein Sammelobjekt erster Güte. Ich halte mich da raus. Manchmal kaufe ich mir eines, das einen gewissen Betrag nicht übersteigt. Wenn man sieht und auch liest, wie langsam sie sich vermehren, so ist dieser Preis auch gerechtfertigt.
 Eranthis hyemalis, der Winterling, blüht jetzt an ganz vielen Orten im Garten. Manchmal findet man welche an Plätzen, and die man sie nicht gesetzt hat, dann wurde gegraben und rücksichtslos sind die kleinen Dinger umgesetzt worden, ohne sie bemerkt zu haben. Und weil es eben so ist, achte ich auf die zwei besonderen Sorten auch entsprechend, sie sitzen da, wo niemand gräbt. Ebenso halte ich es mit den Alpenveilchen.
 Dieser Winzling ist ein Solitär, bisher ist er ein Einzelstück, ich habe ihn aber auch im letzten Jahr erst bekommen. Ablegeranfragen sind daher völlig sinnlos *grins*.
Heute geht es in den Garten, der Undergardener ist zu Hause. Endlich geht es weiter. Ich oben, er am Boden. Mal sehen, was ich wieder umsetze von den kleinen Dingern in Gelb oder Weiß, in the green, ihr wißt schon. Ein schönes Wochenende wünscht Sigrun

Mittwoch, 22. Februar 2017

Plas Brondanw, Wales, Teil 2


 Zufällig bekam ich heute diese Bilder vor Augen und da dachte ich, ich zeige sie noch. Als Fortsetzung zu Teil 1, Plas Brondanw in Wales.
 Es ist ein so wundervoller Ort, besondes im Frühling, wenn die Bluebells in den Wäldern blühen. So schade, dass es so weit weg ist!







 Viele Worte sind hier nicht nötig, im ersten Teil habe ich ja schon berichtet. Mai - was für ein schöner Monat!


Die Eiben sind wie immer meine Favoriten, ich hoffe, es hat gefallen!

Dienstag, 21. Februar 2017

Tim Raue - My Way

 Seht ihr gerne Kochsendungen? Ich eher weniger, das Einzige, was ich mal ansehe, ist Tim Mälzer und Vincent Klink, aber nur sporadisch (obwohl wir früher mal bis zu acht Gänge gekocht haben). Und drum wußte ich auch nicht, wer Tim Raue ist. Ihn möchte ich nun vorstellen. Das Buch vom Calwey Verlag beeindruckt zuerst durch die Größe und die Qualität. Zum Aufklappen in der Küche ist es weniger geeignet, es ist groß und in Stoff gebunden. Ein Buch für ambitionierte Hobbyköche und auch solche, die das Handwerk beruflich ausüben.

 Tim Raue wurde in Berlin geboren. Seine Biografie hat mich bewegt. Nach seiner Aussage kommt er aus der Gosse (ich würde es nicht ganz so hart formulieren, weiß jedoch was er meint). In die falschen Kreise geraten, zog er von der Mutter zu seinem Vater, der Alkoholiker war. Später ging er nach Berlin zurück. Offensichtlich war ihm jedoch immer bewußt, dass er intelligent ist. Er zog sich in einem Bauwagen zurück und bildete sich durch das Lesen div. Zeitschriften wie Spiegel etc.
 In der letzten Buchbeschreibung wurde um Bilder aus dem Buch gebeten. Hier sind sie. Das Entré des Buches besticht durch großformatige Bilder aus Berlin, am Ende des Buches im gleichen Format Bilder aus Asien, denn dieses Buch richtet sich an Köche mit der Vorliebe für den Asiatischen Style.
 Tim Raue hatte es sicher nicht leicht im Leben. Als Kämpfer hat er sich durch alle Fallstricke des Lebens gebracht, war in verschiedenen Küchen tätig und ist nun einer der besten Köche Deutschlands, mit Restaurants hier und in Asien. Da bleibt sicher nicht viel Zeit für Freizeit. Tim Raue hat seine Berufung gefunden.



DER AUTOR (Verlagsangabe)
Tim Raue
wurde in Berlin-Kreuzberg geboren und wurde mit gerade 23 Jahren Küchenchef in einem der besten Berliner Restaurants. 1998 erhielt er vom Feinschmecker den Titel Aufsteiger des Jahres. Der Gault-Millau kürte ihn 2007 zum Koch des Jahres, vom Guide Michelin erhielt er 2012 zwei Sterne für sein Restaurant Tim Raue. Die The World´s 50 Best Restaurants Liste setzte Tim Raue jüngst auf Platz 34 als bester deutscher Koch. 2016 nahm Raue an der VOX-Kochshow Kitchen Impossible teil und ist bei Netflix in Chef´s Table zu sehen.

Tim Raue
MY WAY
1. edition 2017
288 pages, approx. 180 images
25 x 28 cm, Hardcover
€ [D] 49,95  / € [A] 51,40 / sFr. 66,90
ISBN: 978-3-7667-2271-2