Mittwoch, 22. März 2017

Ein Garten entsteht

Man wird so alt wie eine Kuh – und lernt doch immer noch dazu!

Mit sechs Jahren hatte ich mein erstes Beet, in ihm wuchsen Stiefmütterchen, die ich vom Taschengeld gekauft habe. Gegärtnert habe ich schon immer, als Kind in allen Gärten der Verwandtschaft, über Gartengestaltung habe ich nichts gewußt und auch sehr spät erst gelernt, denn alle Gärten waren Nachkriegsgärten, dort legte man Wert auf Selbstversorgung. Es gab bei uns Hühner, Hasen und Puten etc., sie alle waren keine Streichtiere, sie wurden gegessen. Das war in Ordnung, da wußte man noch, wo das Fleisch herkam.

Unser Garten war sehr groß, doch war kaum Platz für Zierpflanzen, da standen dann Apfelbäume und Renecloden, Pflaumen und Johannisbeeren. Nur ein winziges Stück war eingesät mit Gras, es gab eine Holzbank und einen Tisch. Links und rechts zwei Säuleneiben, heute würde es mich schütteln. In der Mitte dieses kleinen Platzes stand ein in gelber Farbe angestrichener und zurechtgeschnittener Autoreifen als Blumenkübel, der mit roten Geranien gefüllt war. So war das damals.

Als ich mit 19 meinen ersten eigenen Garten bekam, orientierte ich mich selbstverständlich an dem, was ich rundherum sah. Ich kaufte 10 Teehybriden im Pack in schauderhaften Farben rot, rosa und gelb. Von meiner Tante bekam ich Ableger. Meine erste Hosta sah ich mit 25 und bat um einen Ableger, ich wußte nicht, worum ich bat. Es hatte keinen Namen. Auch in meinem Garten gab es dann Johannisbeeren, Pflaumen, Birnen etc., niemand zeigte mir, wie man einen Garten anlegt. Ich kaufte mir ein Buch über Sträucher und ein paar Stauden. Es war ein gutes Buch und ich habe viel aus ihm gelernt – jedoch wieder keine Gestaltung. Irgendwann in 1998 entdeckte ich die alten Rosen und die Hybriden verschwanden.
(die oberen Bilder sind von den Anfängen hier)
 
Dann fuhr ich das erste Mal auf eine Gartenreise, mit 44 Jahren – da begann die Wandlung. Doch auch das dauerte, mein Horizont wurde derart erweitert, ich sah Stauden, hörte, dass sie botanische Namen hatten. Ich kaufte wie eine Verrückte und pflanzte wild und völlig unsortiert. Wußte nichts von Schatten und Sonne und den Bedürfnissen der neuen Pflanzen. Lehrgeld habe ich genügend gezahlt. Heute behaupte ich mal, dass ich Vieles weiß, aber niemals alles. Niemand weiß das, besonders nicht die, die von Beruf nicht Staudengärtner sind. Mein Gärtnermeister hat mir einmal gesagt, als bei uns der Platz angelegt wurde, dass ich mehr über Stauden weiß als er. Und er bedauerte dies, doch fordern die Kunden Pflaster, pflegeleichte Anlagen etc. Da gerät Vieles in Vergessenheit.

Wenn ich an die Anfänge in diesem Garten denke, schüttelt es mich. Ich war so glücklich mit all meinen neuen Pflanzen und hatte doch wieder nur Menschen, die mich der Gestaltung nicht näher brachten. Manche Beete sahen gruselig aus. Vielleicht tun das manche heute noch. Denn ein Garten ist niemals fertig, ständig wird geändert und umgepflanzt, auch in diesem Jahr. Doch in diesem Jahr habe ich es erstmals geschafft, Hostas und Taglilien zu entsorgen, und zwar in die braune Tonne. Weniger ist manchmal mehr, das hat mir mal jemand gesagt. Es stimmt. Der Garten wird nun unserem Alter und dem was wir uns zutrauen, angepasst.
Meine älteste Enkeltochter hat gesagt: Oma, wenn du mal wieder einen neuen Garten anlegst, darf er auf keinen Fall kleiner sein als dieser. Und wenn ich mal groß bin, mache ich es wie du!

Sonntag, 19. März 2017

Regen für den Boden

Sonntag - mein Wunsch nach Regen ging übermäßig in Erfüllung. Es darf gerne das nächste Mal mittig in der Woche sein, liebes Universum! :)
Meine erste digitale Spiegelreflexkamera habe ich entstaubt, und das meine ich wörtlich. Sie macht einfach schöne Bilder. Eigentlich wollte ich sie weitergeben, jetzt behalte ich sie doch.
 Gestern haben wir im Hofgut Rindenmulch und Gartenerde gekauft. Letztere, werdet ihr fragen, wozu braucht sie Gartenerde? Wenn wir große Sachen entsorgen, ist ein Loch, und Erde ist keine da, weil alles bepflanzt ist. Diese Erde ist sehr gut, ganz fein. Meist mische ich sie etwas mit Kompost ab.
 Alle Helleboren sind jetzt - fast - offen. Es sind viele, zu viele. Meist behalte ich welche, bis sie einmal blühen. Oft sind sie rot, ungefüllt in Varianten, die topfe ich dann und gebe sie weiter - in gute Hände.
 Im hinteren Garten wurden die Möbel gekärchert, nicht alle - aber Tisch und Stühle. Man sitzt doch sehr oft drauf, wenn auch nur für fünf Minuten, denn welcher Gärtner sitzt schon? Es gibt immer was zu tun. Gartenarbeit ist entspannend und gut für die Seele.


 Ich fürchte, die Krokusse werden sich nicht mehr öffnen, es hat sehr viel geregnet. Nur vor der Haustür, da hat Mr. W. mehrere Tüten bzw. den Inhalt derer versenkt, die sind noch nicht offen.

 Gerne würde ich wissen, was ich tun muss, dass all meine Hepatica so üppig blühen. Manche haben die Frechheit besessen, erst gar nicht zu erscheinen nach dem ersten Jahr.



Es sieht nicht aus, als würde das Wetter heute besser werden. Den Rasen bzw. diese unsäglich grün-vermooste-verunkrautete Masse da draußen hab ich gestern gedüngt. In zwei Wochen wird vertikutiert. Danach folgt das alljährliche Drama mit dem Einsäen. Never ending story! Aber: Hauptsache grün!

Donnerstag, 16. März 2017

Traumhafte Landgärten - Durch die Jahreszeiten, eine Buchvorstellung

Traumhaft, ja das sind sie, die vorgestellten Gärten in meinem neuen Buch vom Callwey Verlag. Wenn ich solche Gärten sehe, weiß ich, dass ich noch viel üben und lernen muss, denn eigentlich finde ich immer etwas, was man besser machen könnte bei uns im Garten.
 Mit dem phänologischen Kalender wird man durch die Jahreszeiten geführt. Dieses Bild oben brachte mich heute zum Schmunzeln. Ich dachte: Den Garten kennst du doch? Klar, ich hab mir das Buch jetzt so oft angesehen, dass ich nicht mehr unterscheiden konnte, ob ich schon mal dort war.


 Ganz wichtig finde ich, dass man einfach wahrnimmt, dass es immer einen oder mehrere Ruhepunkte für das Auge geben muss, z.B. ein Gartenhaus oder ein Kegel aus Eiben o.ä.

Die Fotografin Evi Pelzer hat die richtigen Motive für dieses Buch ausgewählt, während die Landschaftsgärtnerin Martina Meidinger, die auch als Gartengestalterin arbeitet, die Texte geschrieben hat. Gelungen!



Martina Meidinger / Evi Pelzer
TRAUMHÄFTE LANDGÄRTEN DURCH DIE JAHRESZEITEN
1. Auflage 2017. 176 Seiten, 200 Farbfotos
25 x 28 cm, gebunden mit Schutzumschlag
€ [D] 39,95  / € [A] 41,10 / sFr. 53,90
ISBN: 978-3-7667-2253-9

In dieser Woche habe ich einen schönen Garten in Friedberg gesehen. Der Besitzerin sagte ich: Gott erhalte Ihnen ihre Buchse. Sie verwies mich auf neue Eibenkegel, da auch bei ihr bereits der Buchsbaumpilz zugange ist. Auch bei uns werden einmal die Buchse, so es nötig ist, durch Eiben ersetzt werden.

Wenn ihr Lust habt, schaut doch mal rein bei Margrit vom Blog Margeranium , sie hat gerade neue Eibenkegel gesetzt und weiß auch, woher man sie beziehen kann.

Mittwoch, 15. März 2017

Rasen düngen

 Wir hatten jetzt tolle Gartentage, Sonne und warm. Jetzt soll wohl Regen kommen. Das darf er auch, ich will das Gras düngen - Rasen kann man diesen Zustand nicht nennen! :) Gestern war ich im Gartenmarkt und habe mir ein weißes Alpenveilchen (u.a.) gegönnt, ich hatte es noch nicht.
 Zudem habe ich noch ein paar Töpfe diverser Zwiebelblüher mitgenommen, zu mehr konnte ich mich nicht durchringen. Ich teile sie und grabe sie nachher ein. Wenn ich sehe, wie hochgepuscht die Helleboren im Markt sind und was sie kosten, vergeht es mir. Im Reaganzglas gezüchtete sind auch nicht langlebig, sagen die Gärtner in der Staudengruppe - und die müssen es wissen, sie sind vom Fach. Langstielig und bleich hocken die Helleboren im Markt in ihren Töpfen - da schüttele ich nur noch den Kopf. Lieber nehme ich meine Sämlinge aus dem Garten und tausche mit anderen. Momentan habe ich auch keinen Platz mehr, diverse rote Sämlinge warten auf Freunde. Rot hab ich sowieso zu viel.
 Wie handhabt ihr das mit diesen Gräsern? Ich habe gerade gelesen, dass manch einer sie einfach zurückschneidet. Ist das sinnvoll? Sie sind im Sommer neu gesetzt worden. (Stipa tenuissima 'Ponytails')
Mein früher Helleborus, er ist der erste der blüht, war aus dem Blumenladen. Da hatte ich mal Glück, seine Lebensdauer muss er erst noch beweisen. Er blüht jetzt dunkel ab. Es sind dankbare Pflanzen, ich mag sie gerne. Ausfälle hatte ich noch nie. Nur an einer Stelle, die Frühsonne erwärmt sie sehr, kommen sie zu schnell hoch. Wenn dann der Frost reinfährt, sind die Blüten geschädigt. Ich hab jetzt Teilstücke umgesetzt, es sind teure gefüllte.

Ich hoffe auf Regen - jetzt geh ich das Gras düngen.

Sonntag, 12. März 2017

Wochenend und Sonnenschein!

Wochenende - die Sonne scheint. In der Nacht friert es noch. Gestern war ich draußen, ich habe etwas gearbeitet. Für meine Verhältnisse offensichtlich zu viel. Es hat sich aber gelohnt. Fast alle Hostatöpfe stehen wieder an ihrem Platz, 6 Monarden wurden getopft (Teemonarde, leider schrill rot). Heute geht es weiter. Leuchtend findet man hinter dem Gartenhaus Hepatica nobis 'Woodside Red'. Alle sind über den Winter gekommen.
 Von meinem Staudengärtner hab ich mir die Oddity mitgebracht. Ein Sempervivum, sieht irgendwie sehr schräg aus, oder? Ich hatte sie schon mal zum Verschenken gekauft, nun habe ich mir selber eine geholt.
 Die Alpenveilchen blühen leicht verspritzt vom Regen um die Wette, alle Helleborus orientalis fangen an zu blühen. Gestern fand ein Helleborus niger den Weg in die Tonne, sie wollen hier einfach nicht. Auf Zicken hab ich keine Lust mehr. In diesem erst beginnenden Gartenjahr bin ich überhaupt sehr ungnädig mit meinen Pflanzen. Vieles wurde entsorgt, Mr. W. ist erfreut, dass ich kaum noch Taglilien besitze, für ihn sind sie nach der Blüte einfach Gras. Mittlerweile ist mein Augenmerk auf kleine Pflanzen gerichtet, auch auf solche, die nicht so viel Pflege benötigen. Helleborus orientalis ist DIE Pflanze für faule GärtnerInnen, sagt man.

 Die ist eine Sorte, kein Sämling. Mrs. Betty Ranicar. Sie saß jahrelang falsch. Im letzten Jahr fand ich einen neuen Platz für sie, und siehe da - sie blüht!
 Ich habe gestern fünf blühende Sämlinge aus der Erde geholt. Drei versetzt, zwei getopft zum Verschenken. Wenn ich sehe, dass eine aussieht wie die andere, wird sie verschenkt. Wir besitzen leider nicht genügend Platz, um alle zu behalten.
 Dieses Wochenende hat nicht nur Sonne für uns, auch Trauer. Der Kater ist nun allein. Wir alle müssen uns in dieser neuen Rolle erst einfinden.
 Ein Sämling, der willig Kinder wirft.
 Hepatica nobilis
 Einer der versetzten Sämlinge, es lohnt sich, ihn zu behalten, oder?
Die Bank steht wieder. Ich finde es unglaublich, wie die Wespen und der Dreck sie zugerichtet haben. Da muss der Hochdruckreiniger dran. Fressen bei euch auch dieWespen die Holzmöbel ab?

Einen schönen Sonntag wünscht Sigrun