Sonntag, 14. Februar 2016

La Palma - unter Kakteen und Palmen

 Mein liebenswerter Taxifahrer parkte mich an einem Ort der Verheißung - Plaza de La Glorieta, dem Gartenlaubenplatz. Was für ein profaner Name. Während er Bananen shoppte, natural, versteht sich für die Gattin, ging ich über diesen wunderschönen Platz. Der Platz wurde vom einheimischen Künstler und Architekten Luis Morera entworfen. Ich war entzückt! Gefliester Boden, Lavegestein eingelegt zum Kreis, Pflanzen, die man bei uns nicht findet.
 Die Bilder sind viel zu hell, das weiß ich. Ohne Sonnenbrille ging da gar nichts, es war unglaublich hell - und regenfrei - zum Glück. Ich gebe zu, ich bin verliebt in diese Insel. In keine andere so sehr (außer GB), aber in diese.
 Kennt ihr noch den Christusdorn? Dieses stachelige Gebilde, dass wir früher in fast jeder Wohnung hatten? Hier wächst er in freier Natur, und blüht auch mal in gelb.

 Aloe Vera blühend
 Ich weiß nicht, um welchen Kaktus es sich handelt, aber die Fruchtstände waren gelb - im Gegensatz zu einem gegenüber - in rot.

 Ein solches Mosaik könnte ich mir im Bad vorstellen

 ... und in rot - wie schön!

 In der Ortschaft - einfach zauberhaft, diese pralle Fülle
Die historischen Balkonanlagen bekamen wir auf vielen Inseln erklärt. Da darf man nicht rauchen!;)
 Im Hafen lagen zwei Segler, auch auf ihnen kann man urlauben
 Während der Fahrt kam ich an einem Kakteengarten vorbei - fotografiert durchs Fenster. Hatte ich schon erwähnt, dass das Taxi einen Stern hatte (aus D) und der Sitz so flach war, dass ich um meine Scheiben fürchten mußte? Es war eine Qual, da zu sitzen, aber ich hielt durch.

 Wir kamen an einem Haus vorbei, wo meine neue Liebe, der Elefante, wuchs. Seht mal selbst!


 ... und hielten an einem alten Grundstück, es wuchs Wein. Der Wein liegt dort auf dem Boden. Ich hab nie wirklich verstanden warum - aber das lese ich noch nach.
 Diese Palmen sind jung - sie haben noch keinen hohen Stamm.

 Bodega - eine alte, wie gerne hätte ich mal ein Schlückchen an einer noch funktionierenden probiert, doch es war einfach keine Zeit.

 Da unten unter den Folien wachsen *Banana plastico*. Ich bin natürlich für natural, die krummen kleinen.

La Isla Bonita - und das zu recht. Bis wieder mal...

Donnerstag, 11. Februar 2016

Mit dem Taxi auf La Palma

 An diesem Tag war mir so nach einer Solotour, ohne Bus und ohne andere Menschen. Und das hab ich dann gemacht. Nicht zu Unrecht nennt man La Palma die Schöne, La Isla Bonita. Ich glaub das jetzt nicht, dass ich das geschrieben hab. Noch vor drei Monaten hätte ich mir mit dem Finger an die Stirn getippt! Ich war da - und es war warm und schön. Doch reichen diese 4,5 Stunden nicht aus, ich muss da nochmal wiederkommen. Die Mietwagen sind gar nicht so teuer, wie ich dachte. Ist das nicht ein herrlicher Ausblick? Und das im Janaur, wenn in Deutschland alles trist und grau ist.
 Mein Taxifahrer sprach nur spanisch, und meine drei Jahre, die ich lernte, sind dreißig Jahre genau her. Viel blieb da nicht, weil ich es nie benötigte. Aber ich verstand ihn. Sicher dachte er, ich hätte einen niedrigen IQ, er sprach nur in Substantiven, dass es bei der Ausländerin auch ja ankommt. Und wie es kam! Er wiederholte grundsätzlich das letzte Wort im Satz, aber er betreute mich wie ein Vater - obwohl er höchstens fünf Jahre älter war. An allen erdenklich schönen Orten parkte er mich am Straßenrand und stellte mich an die Position, von der er dachte, zum Fotografieren wäre sie bestens geeignet. Foto, mümmelte er und ich tat wie geheißen.
 Auf Fuerte sagte uns der Führer, dass die Insulaner in Ermangelung von Tannenbäumen diese Blütenstiele als Christbaum aufstellen und schmücken.
 Auf La Palma ist es wirklich im Gegensatz zu den meisten anderen Kanaren sehr schön grün, eine Wohltat fürs Auge.
 Ich lernte den Unterschied zwischen Banana Plastico und Plastic Banana, wobei letzteres meine eigene Wortschöpfung ist. Banana Plastico sind die Bananen, die wir hier kennen, lang und krumm und sie wachsen unter großen Folienzelten. Banana natural ist die heimische, in großen Plantagen wachsende kleine Banane, die sehr gut und süß schmeckt. Mein Fahrer ließ natürlich nur die heimische gelten, und die wollte er mir auch mehrmals füttern.
 Dieses Bild ist um 10.10 Uhr am Morgen gemacht. Wenn man da nicht gläubig ist, kann man es glatt werden, oder?
 Und mal wieder der Teide auf Teneriffa
 Mein liebenswerter väterlicher Fahrer schleifte mich ins Informationszentrum des Nationalparks, wo ich die botanischen Namen der mich interessierenden Pflanzen nachschauen konnte. Nebenbei setzte er mich auch noch auf eine Toilette.
 Im Nationalpark gibt es keine Leitplanken, manchmal stand mein Herz fast still, aber das Fahrzeug blieb auf der Straße. Als Gastgeschenk sammelte der Fahrer für mich die Zapfen der heimischen Kiefern. Das sind die großen, die man bei uns für viel Geld an Weihnachten für die Deko kaufen kann.

 Hiervon pickelte der Taxifahrer mit dem Finger ein Stückchen für mich ab, damit ich was hab, was ich mit nach Hause nehmen kann.
Weiterhin fuhr er mich zu einem Vulkan, deutete mit dem Finger in die Ferne und brachte mir näher, dass ich nun da hinauflaufen und nach Hierro hinüberschauen kann. Das fiel mir im Traum nicht ein, ich hatte Urlaub und wollte nicht wandern. So stellte er mich dann auf eine schwarze Matte, die einen Vulkanausbruch simulierte. Mir wurde schwindelig und ich verzog mich zu einem Brötchen ins Besucherzentrum. Alles in allem, dieser Teil war sehr schön - aber der andere mit den vielen Pflanzen war noch viel viel schöner!

Dienstag, 9. Februar 2016

Mal einen langen Hals machen ... Elefante


 Nein, ich meine nicht die Palmen. Die machen keinen langen Hals, die biegen sich nicht. Die sind einfach hoch - oder höher. Niemals hätte ich gedacht, dass ich mich mal für die Flora anderer Länder als Großbritannien interessieren würde - niemals. Und noch will mir das auch keiner glauben. Doch es ist so. Als ich an diesen Krummhälsen vorbeikam, entfleuchte mir ein spitzer Schrei, der Taxifahrer bremste abrupt und kam zum Stehen, damit ich mir diese Schönheiten auf La Palma ansehen konnte. Er nannte sie *Elefante*. Ich war derart verzückt, dass ich die Zeit völlig vergaß.
Erst auf einer anderen Insel erfuhr ich, dass man sie Schwanenhalsagave nennt und erst daheim googelte ich den botanischen Namen: Agave Attenuta, auch Drachenbaumagave genannt. Ein Kind hat immer viele Namen, oder? Mir hatte es ihre bedingungslose Gewaltigkeit angetan - eine pflanzliche Schönheit in ganz *Groooß*. (über den obigen Ort werde ich noch berichten) Ich sah sie blühend, abgeblüht und ohne Blüten und schnappte jedesmal nach Luft. Da interessierten mich nicht mal mehr die Drachenbäume.
Sie hat so viel Schönheit, so viel Größe - und damit meine ich nicht die Höhe. Auch anfassen ist erlaubt - ein wunderbares Gefühl. Und während dieser Reise habe ich ein weiteres Mal verstanden: Pflanzen gehören an ihren natürlichen Standort bzw. an einen, an dem Sie bequem leben können, ohne Gewächshaus und Fußbodenheizung. Manche mögen es eben heiß!
Machs gut, Elefante - ich bin sicher, wir sehen uns wieder!

Sonntag, 7. Februar 2016

Irritationen eines Undergardeners ...

Helau an alle Faschingsnasen! Hier spricht die Headgardenerin vom Hillsidegarden, ihrerseits langejährige Nichtfaschingsgängerin. Heute gilt es, ein wenig im Garten zu werkeln! Nun regnet es wieder, aber vorher hat Mr. W. noch gewirkt! Da ich nicht auf den Boden kann, macht er das für mich - und wird immer besser. Ich habe ein Bambusstöckchen, da deute ich auf klitzekleine Sachen, die er rausmachen oder stehenlassen darf (soll, muss). Heute war das Vor-dem-Wohnzimmer-Beet dran! Hier seht ihr Eranthis hyemalis, den Winterling in drei Generationen. Die versammelte Verwandtschaft vor uns - helau! Links die älteren blühenden Modelle, rechts die Sämlinge vom letzten Jahr und vorne zwischen den Alten sieht man einen Sämling von diesem Jahr, bzw. dessen Keimblätter. Ich erkenne fast alle Sämlinge meiner Pflanzen schon am Keimblatt. Mr. W. nicht. Er hat es schwer mit mir, ich weiß. Bis auf zwei sind alle stehengeblieben. Als ich ihm dann Sämlinge vom Helleborus näherbrachte, die nicht neben der Mutter als Keimblatt stehen, atmete er schwer, der arme Kerl.
Das sind die diesjährigen Eranthis hyemalis-Sämlinge, noch Säuglinge gewissermaßen. Hellgrün und nicht zu verwechseln mit Helleborussämlingen, die eher dunkelgrün sind.
Die Galanthus (Schneeglöckchen) machen mir das Leben schwer. Alle neugepflanzten haben mickerige Blätter ohne Blüten, sie mögen unseren Garten nicht. Immerhin, die älteren blühen - oftmals verhalten. Lediglich die normalen Galanthus nivalis machen mir keine Sorgen. Und so wird es bleiben.

Feiert noch schön!

Donnerstag, 4. Februar 2016

Es blüht wieder!

Es ist nicht zu fassen: Ich war eben zum Fotografieren draußen, keine fünf Minuten später donnert es, hagelt und schneit. Was für ein Glück, dass ich schneller war. Ohnehin sehen die Blüten etwas mitgenommen vom Wetter aus. Zu früh, dann viel zu kalt, Dickmaulrüssler.
 Die Winterlinge (eranthis hyemalis) wollen mir kaum ins Gesicht gucken, sie halten sich meist geschlossen. Doch etwas Schönes: Der erste Sämling der Alpenveilchen, die ich erst im letzten Jahr setzte, blüht bereits. Dunkelpink. Wie man sich nur so darüber freuen kann.
 Die Blüten sind fast überall geschlossen, die Zeichnung der Galanthus kann man gar nicht sehen. Ihre Namen weiß ich sowieso nicht mehr, es ist egal. Auch die neuen Eranthis Grünling und Schwefelglanz blühen. Damit hatte ich noch gar nicht gerechnet, da die frischgesetzten Schneeglöckchen sich noch zieren. Ich hoffe auf das nächste Jahr.
 Wieder mal ein eigener Sämling. Margrit, guckst du?
Iris reticulata blüht bereits in lila, die Farbe hier täuscht. Der weiße Helleborus von Jane ist noch geschlossen. Hoffentlich haut der Frost mir nicht nochmal rein. Und wenn ja - dann ist es eben so. Was blüht bei euch?

Dienstag, 2. Februar 2016

Tour Mindelo - Cabo Verde

 Es war noch früh, als diese Aufnahmen entstanden. 9.38 Uhr Ortszeit, will heißen 2 Stunden zurück für euch. Im Hafen lag das Polizeischiff, im Hintergrund ein Fels.

Ein wunderbarer Anblick, doch verbirgt er die Armut, die uns erwartete.  Die Menschen auf Sao Vicente sind arm. Ein Bürger verdient im Monat im Schnitt 100 Euro, der Besuch der weiterführenden Schule kostet 90 Euro. Wir hatten einen einheimischen jungen Führer, der alle Fragen beantwortete, die wir stellten. Somit legen die Familien zusammen, damit einer mal studieren kann, manchmal gibt es auch Stipendien. Trotzdem merkte man es den Menschen (den wenigen, die ich sah) nicht an, dass es ihnen an etwas mangelte. Dort scheint meist die Sonne, es ist warm, zum Wohlbefinden gehört das dazu. Unserer junger Führer war stolz auf sein Land, das kam deutlich heraus, wenn er darüber sprach oder uns auf seinem Handy mittels eines kleinen runden Lautsprechers die heimische Musik vorführte. Am Meisten auf dieser ganzen Reise hat mich der Besuch dieser Insel beeindruckt.
 Natürlich hatte ich vorher gelesen, dass es sich um ehemalige Sklavenumschlagplätze handelte. Mindelo war 2003 die Kulturhauptstadt protugiesischsprachiger Länder. Und erst die Musik - ich war schon in sie verliebt, bevor ich die Insel betrat, denn auf dem Schiff hörten wir ein Lied von Cesaria Evora, Weltmusik, sie birgt Lebenslust und Melancholie zugleich. Cesaria Evora stammte aus einer Musikerfamilie aus Mindelo und wurde 1941 geboren. Für viele ist sie eine Nationalheilige, und diesen Song, den ihr euch vielleicht mit einem Klick anhört, hat sie auch mit Peter Maffay aufgenommen.

Tiefere Gefühle
Als alle schon durchkreuzten Meere
Meine Heimat, meine verborgene Welt
In der linken Seite meiner Brust.

Voz damor ...

Diese vier Zeilen umschreiben genau das, was ich empfinde, wenn ich ihre Musik höre.

 Im Hafen lagen weitere Kreuzfahrtschiffe und die üblichen Schiffe, die ihren Fang an den Hafen brachten.


Geschossen aus einem der Busfenster in der Innenstadt. Der Bus ist kleiner als unsere Busse, hat keine Klimaanlage und die Plastikfenster lassen sich durch Schieben öffnen. Es hat prima funktioniert, niemand hat eine Erkältung bekommen!;)
 Das Land ist karg, hier gibt es kaum Vegetation. Die wenigen kleinen Pflanzen pressen sich fest an den Boden. Wasser zum Trinken wird gekauft. Auf den kleinen Häusern und Hütten sind manchmal Fässer, die das Regenwasser sammeln, es ist Brauchwasser. Als ich nach Hause kam, besah ich mir im Netz, wo man denn auf den Kapverden Urlaub machen kann, es war mir nicht vorstellbar. Doch war dies ja nur eine Tour, eine Möglichkeit, die Insel kennenzulernen.  Die Hotels, die ich fand, stehen im krassen Gegensatz zu dem Leben der Menschen. Gute Betten, schöne Hotels, Duschen. Damit jeder Tourist mehrmals täglich duschen kann. Wasser? Hier scheint es vorhanden zu sein. Toiletten hatten wir auf der Tour keine, wir gingen ins Gebüsch.
 Irgendwo da unten lag unser Schiff. Die Luft war heiß, Afrika, aber der Wind und die Trockenheit ließen mich das nicht so spüren.


 Da unten seht ihr das Schiff, meine (andere) Freundin sagt immer: Durch deine Tour heizt du alles nur noch an. Die Armut bleibt. Ja, was kann ich denn tun? Lediglich ein Trinkgeld habe ich dem Guide gegeben und er hat sich wirklich gefreut.


 Die Strände waren herrlich. Meer wie in der Karibik, doch die starke Strömung läßt nur an ganz wenigen Stellen ein Baden zu. Dementsprechend gering ist dann der Tourismus. Azurblaues Wasser, viel zu wenig Zeit, am Strand zu sitzen - und doch hat sich dieses Erlebnis tief in mich eingeprägt.


Menschen - alle aus einem oder dann zwei Bussen. Es gab Grogue, kapverdischen Rum. Ich hab darauf verzichtet, um diese Tageszeit bin ich noch nicht trinkfest.
 Die Menschen versuchen, Lebensmittel anzubauen. Gibt es etwas Regen, wächst auch etwas. Wenn nicht, dann liegen die Felder so brach wie die rund um diese kleine Landwirtschaft. Es sind nur kleine Beete, im Vordergrund wachsen Papayas.

Zurück am Hafen saßen wir wieder auf unserem Lieblingsdeck und sahen den Fischern beim Ausladen zu. Die Fische kommen in einen Container, werden mit dem Stapler gerade um die Ecke in den Containerhafen gefahren. Beeindruckend.

Am nächsten Tag gingen wir in Praya, der Hauptstadt der Kapverden auf der Insel Santiago an Land. Davon gibt es wenige Bilder. Ich werde noch berichten. Auf der Fahne der Kapverden sehen wir 10 Sterne, 9 davon sind für die bestehenden neun Inseln und der eine letzte Stern ist für alle Menschen, die ausgewandert sind.