Samstag, 4. Juli 2015

Der Flitzer ist unter uns ...



Mein neuer Sparringspartner

Meine Devise lautete immer: Es kommt mir kein neuer Kerl ins Haus! Nun habe ich den Salat. Nachdem unsere Katze im Winter deutlich gezeigt hat, dass sie nach dem Tod der letzten Katze einsam ist, beschloss ich, ihr eine neue Partnerin an die Seite zu holen. Böse Zungen allerdings behaupten, ich hätte mal wieder ein Kind gebraucht! Diesmal wollte ich aber eine Katze, die ICH mir ausgesucht habe, nicht wie sonst (seit meinem 19. Lebensjahr):
Klingel: (ausgetreckter Arm) kannst du diese Katze aufnehmen? Es hat ja auch schon länger keiner mehr geklingelt. Und nach dem Verlust meiner roten Katze war ich ewig traurig.

Und so kam es, dass ich ab Januar die einschlägigen Seiten im Netz besah, die verschiedenen Rassen studierte und viel dabei lernte. Lernte über ZüchterInnen, in der Regel weiblich (vermutlich wollten sie alle auch noch ein Kind) und sah im Netz ein Bild von einer vierwöchigen Katze, stolzer Blick, dominant, männlich (und ich wollte doch eine weibliche in einer ganz anderen Farbe). Der Blick hielt mich fest, Mr. W. wurde umschwänzelt und ich rief dort an. Wir durften an selbigem Abend kommen und es stand fest: Den kleinen Teufel nehmen wir, denn ein Teufel war er (ist er). Man sah es schon an den Augen. Angefasst wollte er nicht werden.

Abgenabelt von der Frau Mama durften wir ihn mit Impfausweis und Papieren abholen. Seitdem frage ich mich, wer hier der Chef im Haus ist. Am ersten Tag raste er wie ein Wiesel durchs Haus und niemand durfte ihn hochnehmen. Essen wollte er auch nur wenig. Soweit o.k., denn alles war neu. Geschlafen hat er in der Nacht gut – zu gut – denn er vertrieb sofort die Katze aus ihrem Korb und nächtigte dort – in der höchsten Position. Irritiert starrte uns die Alte am nächsten Morgen an. Da der Kerl noch Welpenschutz hat, faucht sie nur, obwohl er gelegentlich eines hinter die Ohren verdient hätte. Als ich mit meiner Freundin eine halbe Stunde telefonierte, raste er mehrfach die Gardinen hoch, biss mir sechsmal in den Fußzeh und fiel mitsamt Decke vom Fensterbrett. Haleluja!
Charmant umschwirrt er meine Beine, isst wie verrückt und starrt mich mit Bernsteinaugen an, mein Amberkater!

In Anbetracht der Tatsache, dass er mal 8 Kilo wiegen wird, habe ich mal kurz hochgerechnet, dass er doppelt so viel fressen wird wie die andere. Englandurlaub wird nun kürzer!;)) Lege ich mich manchmal Mittags kurz hin, um den Rücken zu strecken, liegt er dabei. Zuerst betrampelt er alle Kissen und legt dann gemächlich sein Haupt neben meines, brummt wie verrückt und schnarcht am Ende, dass die Mücken von der Decke fallen.
Meiner Auffassung nach ist er bis jetzt weitgehend erziehungsressistent. Erhebe ich die Stimme (und sie ist nicht leise, da könnt ihr alle fragen), fängt er an zu brummen. Schüttele ich ihn im  Genick wie die Frau Mama, weil er mal wieder mit einer Handlung gegen die Hausordnung verstoßen hat – brummt er wieder. Ergo kam ich zu der Frage, ob er taub ist? Oder ressistent oder will er am Ende gar mich erziehen? Letzteres steht nun zur Diskussion. Er schafft es, vom Entritt ins Wohnzimmer einmal die Gardinen hochzulaufen und auf ihnen am Boden zu rutschen, die Decke vom Beistelltisch zu ziehen, fliegend im Altpapiercontainer zu landen und anschließend vom Fensterbrett zu fallen. Danach umgarnt er mich schnurrend. Was soll ich dazu sagen? Ein Kerl im Haus bringt nur Ärger, auch wenn er charmant ist. Ihr müßtet seine Augen sehen, wenn er mich anstarrt, blicken kann man das ja nicht nennen. Seine Mutter hat die gleichen Augen – nur eine andere Fellfarbe. Ich frage mich dann immer, was in seinem kleinen Hirn vorgeht. Er weiß es sicher ganz genau.
Solange in der Nacht Ruhe ist – sie haben einen eigenen Raum zum Schlafen – ist alles in Ordnung. Ich warte auf den Moment, wo er die feuchte Wäsche an mehreren Leinen im UG entdeckt. Dort steht ein Tisch, den wird er erklimmen und Stück für Stück die Socken und Shirts von der Leine holen, damit ich sie wieder waschen kann.
Alles in allem, er bleibt – wir lieben ihn!



Donnerstag, 2. Juli 2015

Mitbringsel aus Schottland


Zeig doch mal Bilder, werde ich oft gebeten. Schottlandbilder, Urlaubsbilder im allgemeinen sind Bilder für die gartenarme Zeit, trotzdem bekommt ihr ein paar wenige Eindrücke - fast alle grün! Schottland ist grün. Dort wird es nie so heiß wie hier, die ideale Temperatur für mich.


Auch werde ich oft nach den Flaggen gefragt, die in meinem Garten verteilt sind. Schottland hat mehrere Flaggen, wir haben jetzt eine klitzekleine Neue am Hochbeet, Mr. W. mußte sie unbedingt haben. Diese Tafel steht am Grenzübergang von England nach Schottland.


 Und dann kommt auch schon Jedburgh Abby, oft besucht, selten zweimal fotografiert. Man reist meist vorbei. Direkt dabei muss ein Garten zum Besichtigen sein, das habe ich verschlafen, nicht mitbekommen. Wie ärgerlich!
Fand aber diesen Einblick in einen schönen Garten. Vielleicht ist es ja dieser Garten ...



Wir fanden Schlösser, besuchten aber nur eines, weil wir die anderen schon kannten. Man kann seine Zeit nur einmal ausgeben, oder??
 Fanden unsere Bank vor dem Haus wieder und haben sie wenig genutzt, weil Sitzen nicht mein Ding ist. Sie hatten für uns extra das Gras gemäht!;))
 Durften uns viele Boot ansehen, sicher der ganze Stolz der Besitzer.
 Eintauchen in die Landschaft, selbst wenn es während der Autofahrt ist. Hier hat es mal geklappt. Meist sind sie verschwommen, wenn man mal aus dem Fenster fotografiert. Denn - und das ist ärgerlich - immer dann, wenn man ein gutes Motiv sieht, kann man nicht halten. Die Straßen sind eng und die anderen wollen ja auch vorbei.

 Unvermeidlich - die obligatorischen Cookshops - auch hier - für mich! Geduldig hat mein Mr. W. durchgehalten.
 ... und zur Stärkung sein Müsli gefuttert,
 weil er die Einkaufstaschen tragen mußte. Aberdeenshire ist ein Geheimtipp, the forgotten part of Scotland, wie sie sagen. Solche Ecken gibt es überall, sie sind touristisch noch nicht so überlaufen. Ich will nicht ans Loch Ness, so toll ist das nicht. Alle prallen aufeinander, das ist nicht ursprünglich.
Auch fanden wir viele Tiere, Kühe in allen Rassen, Schafe in allen Schaffarben und einen wunderbaren Film im Fernsehen über ein Langhaarschaf, das konnte nicht mal aus den Augen sehen.
Natürlich haben wir Whisky gekauft, der nie getrunken wird, er wird meist gesammelt. Mein Bruder fragte bereits, ob ich ihm einen mitgebracht habe - aber bei den Preisen hab ich es mir verkniffen. Das Pfund steht denkbar schlecht für uns, ich hab einfach nicht drüber nachgedacht, wenn ich eingekauft habe - es war Urlaub. Was ich mir wünsche? Dass der Zusammenhalt der Menschen hier genau so ist wie dort, man braucht sich, man hilft sich. Man legt nicht so viel Wert auf Kleidung, sie muss praktisch sein. Vlies, Jeans, feste Schuhe - genau mein Ding!  Lust bekommen? In Huntly ist die Touristeninfo, einfach hinfahren, Prospekte sammeln, Urlaub machen.

Dienstag, 30. Juni 2015

Punktlandung!

Wir haben zur Punktlandung angesetzt und sind wieder da. Pünktlich zum Rosenschneiden, zum Unkrautstechen, zum Hitzewelle ertragen.
Was für ein Temperaturunterschied - doch es macht mir nichts aus. Wir sind zwar da, aber noch nicht wirklich. Diese 12 Tage wirken lange nach, genau wie die letzten. Schottland - ein Land zum Eintauchen. Nicht für jeden, aber für die, die es lieben - so wie wir. 

Auch diesmal waren unsere Tage ausgefüllt mit vielen persönlichen Gesprächen, die Menschen dort sind sehr aufgeschlossen, neugierig auf uns wie wir auf sie. Und jeder war schon mal irgendwie in Deutschland, oder kennt jemanden der es war. Und Whisky kennen sowieso alle - da wo wir waren. Es gibt wohl kaum eine Destillery, in die wir nicht gekrochen sind. Mr. Wonderful war ja richtig süchtig danach - ich brauch jetzt ne Weile keine mehr.

Wie ich sah, ist Frau Zöbeli auch zurück - dort hab ich bereits gelesen und werd es nochmals tun, vielleicht ist das eine Ecke für uns. Ich glaube, ihr nächster Roman wird dann von Tieren handeln, und von Verliebten, denke ich. Gell, Alex?? Wenn du eine Beratung zum vierten Buch brauchst, Alex, Whisky wäre ein Thema. Wir könnten eine Co-Produktion starten.

Nun tauch ich wieder ab. Der Monat wird heiß, nicht nur im Garten. Viele Erfreulichkeiten! Nach und nach werde ich euch jetzt besuchen.

Sigrun

Sonntag, 28. Juni 2015

Rosenschönheiten und andere

Heute hinke ich ein paar Tage hinterher, weil ich die anderen Beiträge dazwischen vorbereitet habe. Planung heißt die Devise! Hab ich von Lis gelernt! So kann man regelmäßig veröffentlichen, auch wenn man mal keine Zeit hat. Papaver somniferum, ein einjähriger Mohn, ich sammele immer eifrig Samen, damit es auch im nächsten Jahr für eine Blüte reicht. Ist er nicht traumhaft?
 Wenn man wie ich oft ohne Brille einkaufen geht, kommt es zu Unstimmigkeiten - auch im Garten. Ich sollte mir das wirklich abgewöhnen. Ein blindes Huhn findet zwar auch Körner, aber manchmal auch falsche Stauden. Ich dachte, vier besondere Kräuter gekauft zu haben, das hab ich wohl auch. Einjährig sollten sie sein. Sind sie nicht. Eines ist sogar läufig und eine winterharte Staude, wie meine Freundin beim Graben nach dem Etikett festgestellt hat. Und so habe ich frei nach Gaissmayer mal schnell ein Gestell entwickelt, an dem es klettern kann. Geht doch!!
 Ja, so sieht der ganze Garten aus. Mittlerweile habe ich aus Angst, dass das Gras gar nicht mehr kommt, den Sprenger laufen. Es ist auch noch brauner als auf dem Bild.




 Erdbeerernte im Hang, es sind Walderdbeeren, fitzelklein.
 Mein Phygelius blüht jetzt, nachdem er mal geschlappt hat, wunderbar. 10 Liter trinkt er am Tag. Auch nicht jedermanns Sache.
 Und die Rosen blühen und blühen und verglühen, aber schön sind sie. A Shropshire Lad ...

 Die Handyfotos sind halt nicht so schön, aber ich dachte, bevor sie verglühen, drück ich mal ab ... Colette
 A Shropshire Lad
 Miranda, mein Dauerblüher, auch mit kaltem Herz geschnitten
 Campanula Sarastro, 10 Liter am Tag - verheiratet mit einem orangen Hellenium und einem rosa Phlox, eine geniale Kombi
 Mein ganzer (vernachlässigter) Stolz: Ghislaine de Feligonde, ein Gigant!
 Constanze Spry

 Wie meine Freundin sagte: Der Strauch Physocarpus Diabolo links sieht das ganze Jahr gut aus


 Jacques Cartier
 Ein Wunder der Natur - mein einjähriger Mohn
 Campanula punctata Elisabeth, dieses Beet gieße ich fast täglich, es ist so trocken wie Brot und staubt. Im Herbst muss ich darauf mal flächig Kompost verteilen, vielleicht wird es dann besser.
 Mutterkraut gibt es in diesem Jahr so gut wie keines, selbst wenn, dann ist es klein und kaum sichtbar. Mr. W. stellt mir auf der Terrasse und an einigen Gartenplätzen die Kannen gefüllt so, wie ich sie brauche, weil ich keine tragen darf. Den Rest mach ich mit dem Schlauch.
Dieser Rittersporn hat eine Geschichte: Ich fand ihn so schön, warum eigentlich? Seine Schlüpferfarbe will sich nicht integrieren. Dann stellte ich ihn mit 6 Trieben auf die Bank, um ihn am nächsten Tag zu setzen. Durch den Wind oder eine Katze flog er um und verlor vier Triebe. Zwei hab ich grad mal und sie blühen. Bisschen elend. Dafür sitzen noch zwei weiße Euphorbien im Korb, die decken dann alles zu. Der Rittersporn ist aus der Magic Fountain Serie. Wer bis hier durchgehalten hat, kriegt einen Orden. Ich geh dann mal Koffer packen.

Mittwoch, 24. Juni 2015

Castle Fraser, Aberdeenshire

 Beeindruckend erhebt sich die Burg hinter dem Garten - Castle Fraser. Der Garten wird bei uns immer zuerst besucht, denn er ist lange vor dem Schloss offen. Gerne erinnern wir uns an unseren ersten Besuch, während dessen wir eine österreichische Führerin kennenlernten, die als Volunteer kostenlos für den National Trust for Scotland arbeitete. Diesmal fragten wir wieder nach ihr, sie war nicht mehr da. Sie folgte ihrem Mann, der im Öl arbeitet, in ein anderes Land. Doch wir lernten einen netten Herrn kennen, der uns von ihr berichtete. Dort, sagte er, in diesem Cottage, hat sie gewohnt. Und für uns Wiener Schnitzel gemacht. Er deutete auf ein Cottage hinter dem Wald.
Der Herr berichtete uns von dem unglaublichen Engagement der Ehrenamtlichen, die sogar im Winter arbeiten, wenn das Schloss geschlossen ist für Besucher. Dann, so sagte er, reinigen wir die Dinge. Mit Handschuhen, Polster werden mit Tüchern belegt und erst dann vorsichtig abgesaugt, damit der alte Stoff auch ja keinen Schaden nimmt. Wir waren - wieder einmal - stark beeindruckt.
 Der schöne Walled Garden ist erst in den Jahren 2003-2005 wiederbelebt worden, als wir das letzte Mal da waren, war er schon schön, diesmal war er besser.

 Sehr wichtig sind diese ummauerten Gärten früher gewesen, als die Menschen auf den Ertrag der Gärten angewiesen waren. Es gab ja noch keine Supermärkte.


 Natürlich fanden wir im Küchengarten auch das von Mr. Wonderful so sehr geliebte Mangold in Farben wieder!;))



 An diesem Tag wurden in einem Anbau Produkte aus dem Garten sowie Blumenzwiebeln verkauft.
Ja tschüss dann - wir kommen sicher bald wieder!