Sonntag, 26. Juni 2016

Brexit

Können diese Augen lügen? Nein, das können sie nicht. Dafür können es andere, so, wie sich die Briten von ihren Politikern belügen haben lassen, 350 Millionen statt nach Brüssel in den National Heath Sercive jede Woche - wer glaubt sowas? Ich hätte es nicht geglaubt. Wie viele andere habe auch ich nicht geglaubt, dass es soweit kommen würde, dass die Briten sich entscheiden, aus der Europäischen Union auszutreten. Ich bin maßlos enttäuscht. Was tun sie ihrer Jugend an? Entscheidend für den Austritt waren viele Stimmen der Älteren, die Jugend beklagt jetzt, dass es ihre Zukunft ist, die die Alten entschieden haben. Die Jungen haben nun Angst, nicht mehr frei reisen zu können, keinen Ausbildungsplatz und keinen guten Job zu bekommen.
 Man darf nicht denken, dass es den Briten so gut geht, wie viele dort glauben. Sieh ihnen in den Mund, und du siehst, wer kein Geld hat (siehe meinen Bericht von 2011). Zahnlücken und Krücken fallen mir dort immer wieder auf. Da wird nicht gleich eine Hüfte oder ein neues Knie operiert. Ihr Kanalsystem ist so marode, dass beim geringsten Regen schon die Straßen überflutet werden, es ist kein Geld da. Cornwall ist ein armes Gebiet, sie haben sehr von den Geldern der EU profitiert. Nur die Landwirte - die sind für die EU - sie brauchen die Subventionen. In letzter Zeit sehe ich bei meinen Besuchen in Großbritannien nicht mehr nur durch die rosarote Brille, ich sehe auch das, was nicht so angenehm ist. Klar sind Gartenreisen erbauend, erholsam, gut für die Seele. Aber wenn ich alleine dort mit meinem Mann Urlaub mache, sehe ich mehr. Ich liebe Großbritannien, aber die Entscheidung für den Austritt aus der EU macht mich sprachlos, wütend und traurig. Ich habe geheult und gebe es zu. Mein britischer Rassekater mit dem britischen Namen (na, wohl eher schottisch, ich habe ihn nach einem Schotten genannt) versteht davon nichts. Vielleicht sollte ich mich auch besser in meinen Garten zurückziehen und mich entspannen.
 Ich war schon immer ein politischer Mensch und reagiere entsprechend. Wie 33 % der Urlauber, die im nächsten Jahr nach GB wollten und es nun nicht tun werden, werden auch wir vielleicht nicht fahren. Irgendwie muss man Flagge zeigen. Man kann nicht immer einen Sonderstatus einnehmen und ich hoffe sehr, dass Brüssel ihnen das deutlich verweigern wird. Es gibt andere Länder, Irland, z.B., in denen ich meinen Urlaub verbringen kann und ich will sowieso mal wieder in die Normandie.
 Wie werden die Schotten nun reagieren? 2014 (als wir für mehr als zwei Wochen in Schottland waren und das Referendum miterlebt haben) entschieden sich die Schotten für Großbritannien, weil man ihnen weisgemacht hat, ein gemeinsames Land wäre gut für die Mitgliedschaft in der EU. Nun streben die Schotten ein neues Referendum an. Aber können so kleine Einheiten in dieser globalen Welt überleben? Ich bin da hin- und hergerissen. Hätte ich nicht meine Reise bezahlt, ich würde zurücktreten. Diese Möglichkeit habe ich nicht. Angst um den Fortbestand der Europäischen Union haben viele, ich auch. Werden andere Länder nun folgen? In Brüssel muss man aufwachen, nicht nur den Wasserkopf füttern, sondern sinnvolle Entscheidungen treffen und nicht die Länge der Nudeln für Europa festlegen.
Ihr seht, ich bin kurz vorm Explodieren. Das hilft aber nicht. Das gemeine Wahlvieh hat keine Möglichkeiten. Viele Jahre war ich politisch aktiv und habe gesehen, dass kleine Ortsvereine keine Möglichkeiten haben. Die Politik wird woanders gemacht. Ich geh jetzt in meinen Garten und sehe mir meine Pflanzen an. Vielleicht sind irgendwann unsere Gärten die einzigen Rückzugsmöglichkeiten, die wir haben - mit Zäunen drum herum.

Donnerstag, 23. Juni 2016

Ein Garten in Rheinhessen

Mitte Mai hatten viele Gärten in Rheinhessen die Tore geöffnet für Besucher. Wir waren früh, dies war unser erster Garten. Da wir im Schlepptau meiner Gartenfreundin waren, die die Tour für uns geplant hatte, weiß ich den Ort nicht. Es ist auch mal schön, sich einfach nur zu entspannen.
 Dem Haus angegliedert war ein Dekoladen, wenn ich das richtig verstanden habe. Man konnte viele Dinge kaufen.


 Den Einblick in fremde Gärten finde ich immer wieder spannend, geschwungene Wege machen neugierig auf das, was dahinter liegt. Und es blieb spannend, viele Sitzecken fanden wir im Garten.


 Altes Gemäuer macht das ganze Bild rund, es ist die beste Grundlage für einen schönen Garten.



 Diese Stühle wären für mich in Naturholz ein unbedingtes Muss, wäre da nicht mein Rücken.

Am Ende des Gartens fanden wir diesen kleinen Traum, hierhin kann man sich zurückziehen, wenn einem niemand sehen soll. Wie gefällt euch der Garten?

Dienstag, 21. Juni 2016

Es soll warm werden!

Es regnet gerade mal nicht, die Undergardener inspizieren den Garten und schnüffeln an Campanula media. Das Wetter schafft viele, von jetzt auf gleich sollen es über dreißig Grad werden. Wie gut, dass ich gestern ordentlich geackert habe. Viele Schnittguttonnen gingen in die braune Tonne.
Eigentlich sind meine Farne viel zu groß für den Garten, einige habe ich ja bereits weitergegeben, aber diesen werde ich behalten, er ist mein Liebling, Polystichum setiferum 'Plumosum Bevis', den werd ich auch nicht verkleinern. In England hab ich mir einen neuen gekauft, der noch nicht genau weiß, was er will, ich fotografiere ihn für euch!
 Die Hosta Halcyon, Mutter vieler bedeutender Hostas, wie z. B. June
 Josephine

 Whirlwind, im letzten Jahr ist sie über den Sommer vollständig vergrünt, das hat sie sonst noch nie gemacht. Wie ich mitbekomme, gibt es in diesem Sommer viele kranke Hostas mit den X-Virus, nach dem letzten Sommer wundert es mich nicht.
 Die Kletterhortensie hat meine Bank zugewachsen, ich schneide ständig.
 Vorbei, vorbei - gestern habe ich das Hochbeet von Campanula media geräumt, weil alles abgebrochen war bzw. hing, das hat mir nicht mehr gefallen. Sie sind außergewöhnlich schön.
 Wenn die Elisabeth, nicht so schöne Glöckchen hätt - Campanula punctata 'Elisabeth', vorne Hosta Patriot, die ich aus dem Beet geholt habe. Durch das Wasser ist alles noch dichter als sonst, aber es lichtet sich, ich gebe weg.
 Campanula punctata 'Sarastro' kommt ohne Stütze nie aus, sitzt in einer Wanne und hängt trotzdem, es war einfach viel zu nass. Heute Nacht hat es wieder geregnet.
In diesem Jahr hab ich eine besondere Freude an meinen vielen Astrantien. Oben links ist ein neuer Sämling, er ist zauberhaft und gestern habe ich bereits wieder eine neue Farbe entdeckt. Viele Sämlinge verstecken sich noch unter großen Blättern verschiedener Stauden. Alle kann ich nicht behalten, aber die Schönsten selektiere ich. Übrigens zweite Reihe rechts ist natürlich keine Astrantia, sondern Holunder, es passte nur gerade in der Farbe so schön. Rechts unten Claret.

Heute bekomme ich Gartenbesuch, ein Sack zum Mitnehmen steht bereits parat. Ich freue mich!

Samstag, 18. Juni 2016

Bamburgh Castle - auf dem Weg nach Schottland oder zurück!

Manchmal ist es sinnvoll, nicht die großen Straßen zu nehmen, wenn man von Schottland nach Hause fährt. Die Kleinen, die haben es manchmal in sich. Erinnert ihr euch an Cove? Das fanden wir auch am Rande der Straße. Heute führe ich euch nach Bamburgh, einer Ortschaft in Northumberland in Nordengland. Wir waren schon öfter dort, ich habe aber noch nie davon erzählt. Man fährt in den Ort hinein und plötzlich bleibt einem der Mund offen - ein riesiges Castle türmt sich vor einem auf und beherrscht das Bild!



Auf dieser Straße, die man hier nicht sieht, kamen wir in die Ortschaft. Ich war gefangen vom Ausblick auf das weit entfernte Meer.

 Die Ortschaft ist nicht groß, die Ferienunterkünfte teuer. Verständlich. Das Castle zieht alle magisch an. Am Anfang der Straße auf der linken Seite ist ein Friedhof, in dem ich versinken könnte - so schön ist er. Die britischen Friedhöfe sind im alten Teil immer etwas Besonderes, die neueren Teile sehen so aus wie bei uns - klein Urnengräber etc.
 Hier ruht Grace Horsley Darling, eine sehr mutige Frau. Sie hat es geschafft, in ihrem Ruderboot neun Menschen, die auf einem zerschollenen Raddampfer verunglückten, das Leben zu retten, danach hat man ihr hier dieses Denkmal gesetzt. Eine bemerkenswerte Frau. Die Inschriften auf Grabsteinen zu lesen, ist meine Passion.
 Rechts vor dem Wagen gibt es ein kleines Kaffee, wo man auch Karten kaufen kann.
 Der Eingang zum Friedhof
 Wenn man ganz durch den Friedhof gegangen ist und bereits nasse Füße hat, weil es etwas geregnet hat, entschädigt einem dieser Blick für alles! Atemberaubend schön. Ich möchte gerne mal eine Weile dort wohnen.

Von der anderen Seite ist es der Ausgang des Friedhofes. Übrigens hat Mr. W. das Castle erklommen, es liegt auf einem Berg. Meine Knochen ließen dies nicht zu, und so gönnte ich mir auf dem Parkplatz ein wenig Ruhe, schielte zur Burg hinauf und genoss ein Eis. Ich fahr da auf alle Fälle wieder hin!

Mittwoch, 15. Juni 2016

Der Garten Verheggen, NL

Der Garten Verheggen befindet sich in den Niederlanden. Er hat mir von Anfang an gut gefallen. Wie so üblich, als die Kinder größer waren, entstand dieser zauberhafte Garten. Der Herr des Hauses ist Dahlienliebhaber und verkauft diese auch in großer Stückzahl.
 Das Ehepaar Verheggen ist sehr sehr nett, sie haben all unsere zahlreichen Fragen beantwortet und über sich erzählt. Es war sehr interessant! Jeden Donnerstag kann man sie und den Garten besuchen. Wir wurden mit leckerem Kuchen und Kaffee bewirtet.

 Viele schöne Ecken gibt es in dem großen Garten anzusehen, Stauden und Zwiebelpflanzen sind neben Gehölzen in großer Stückzahl vorhanden. Der Garten wird gegliedert von Formschnitten, Ruhe für das Auge. So liebe ich das.
Oben könnt ihr den Namen anklicken, es lohnt sich. Es gibt Bilder, die Anschrift und die Termine der Öffnung. Viel Spaß beim Schauen!

Sonntag, 12. Juni 2016

The Secret Gardens of Sandwich, Kent, GB

Welcome - willkommen in einem der Gärten auf unserer Tour. Der Garten wurde von Edward Lutyens Anfang des letzten Jahrhunderts  im Queen Anne Style entworfen und angelegt als Wochenendhaus für die Familie Farrer. Hilfe - ich hätte gerne auch so ein Wochenendhaus mit entsprechendem Personal, ihr auch? Heute ist es ein Hotel in Sandwich.
 Staudenkauf war möglich!
 Wo immer man sich auch dreht und wendet, schaut man auf die Säulen, ein großes gestalterisches Element, dass viel Ruhe in den Garten bringt.

 Vom Platz her würde es mir reichen, was meint ihr?
 Käuflich erwerben konnte man Metallobjekte für den Garten, hier eine Iris Barbata
 Dieser Gemüsegarten gefällt mir ausgesprochen gut, der Bogen ist nicht schwer nachzubauen
 Hier werden die Pflanzen vorgezogen. Überall in den Gärten fanden wir geschützte Pflanzen, denn es war dort kälter als hier, überhaupt war die Vegetation oft sehr zurück im Vergleich zu unseren Gärten.
 Der Wächter des Gewächshauses
Auch von ganz hinten blickt man auf die Säulen.
 Mr. W. hat sich im Anschluss an den Gartenbesuch via Stadtmitte verabschiedet, aber da alle Läden geschlossen waren, entschloss ich mich zu einem Pubbesuch. Ich bestellte ein Halfpint, der Barkeaper glaubte sich verhört zu haben. Das ist ein Kleines, meinte er. Ja, das wisse ich, entgegnete ich. Wenn man sich vorstellt, dass auf den Bierflaschen steht, dass ich drei große Flaschen pro Tag trinken darf, frage ich mich immer, ob die Gesundheitsbehörden von D so verschieden von GB arbeiten. Drei halte ich für ausgesprochen viel für eine Damenleber, oder?
Wäre nicht unser Dreigangmenue auf dem Hotelplan gewesen, wären wir hier eingekehrt. Ist doch schön, oder? Auf der Mauer am Hafen sitzen, die Menschen und Boote beobachten - ich fahre da wieder hin, ohne Garten, ganz entspannt und frei in der Zeit! Ich hoffe, es hat euch gefallen.